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Die Wahrheit · 1912-01-12 · Heft 2 (12.1.1912) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 2 (12.1.1912)
Date
1912-01-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beite & Dir. 2. Die Wahrheit. lehrer und Beamte der Kultnsgemeilide, fast sämtliche Kantoren Wiens und der Vorstand des „Oesterr.-ungar. Käntoren-Bereines" unter Führnng des I. Vizepräsidenten Oberkantor B a n e r, viele Gemeindemitglieder rc. Die Trauerfeier wurde mit der Äufführuug des großen Sulzer'schen Requiem eingeleitet. Die kautorale Fuukriou hatte infolge Unwohlseins des Oberkantor Don Fuchs I. Cantor Kaufmann im letzten Momente übernommen und um so höher ist es einzuschätzen, daß er ohne vorhergegangene Probe den stimmlich und gesanglich hohe Leistungen erfordernden Solopart des Requiems korrekt und wirkungsvoll wledergab. Der vom Dirigenten Z eluik einstudierte Chor stand unter persönlicher Leitung des Chormeisters Professor Josef Sülze r auf der Höhe seiner Aufgabe. Die Trauerrede hielt Oberrabbiner Dr. (Sübenuin u, welcher die ernste und hohe Lebend- und Amtsführung des Heimgegangenen Oberkautors würdigte und den Kantoren aus Herz legte, in seinem Sinne das von ihm begonneue Werk, den Oest.-uug. Kantoren-Berein, weiterzuführeu. Von besonders ergreifender Wirkung war das nach der Rede vom Chore vorgetragene Maskirlied: „Seele, was betrübst du dichdas bekauntlich von Oberkantor Singe r. komponiert und in den Wiener Gottesdienst eingeführt wurde. Nachdem Oberrabbiner Dr. ©Übemann das Menucho nechauno gesprochen harte, schloß die erhebende Tranerseier mit dem Lllsti^issi und dem darauffolgenden Kaddischgebet. — Nach Ablauf der dreißig Tranertage, bei den Jngendgottesdiensten am 30. Dezember, nahmen Inspektor Professor K a n i tz und Religionslehrer M. Antscherl Anlaß, in ihren Exorten des verstorbeuen Oberkantors ehrend, zu gedenken. Wien. Donnerstag, den 11. Jänner 1912, präzise */,8Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Acchitekten-Bereiues. I., Eschenbachgasse 9. ein Bortrag des Herrn Med. Dr. Ignaz Z o l l s ch a n statt. Thema: „Der Rassenwert der Juden." Wie». (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur). Donnerstag, den 18. Jänner 1912, präzise Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekteu-Bereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Adolf Adolf A ltm a n ii aus Salzburg statt. Thema: „Die Inden in Alt-Salzbnrg bis zu ihrer Vertreibung." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Anläßlich des 70. Geburtstages unseres verantwortlichen Redakteurs, Herrn Alois K u l k a, kamen demselben ungemein zahlreiche schriftliche und telegraphische Sympatiekundgebungen zu. Aus der großen Zahl derselben seien genannt: Ihre k. u. k. Hoheit Frau Erzherzogin Marie Therese (Die Schwägerin S. Majestät des Kaisers), Ihre fön. Hoheit Gräfin Stephanie Lonyay. Prinzessin von Belgien, der Oberftkämmerer des Kaisers Leop. Graf ©ubenus, der Qbersthofmeister der Erzherzogin Maria Josefa August Altgraf Salm-Reifferscheidt. der Kammervorsteher des Erzherzogs Leopold Salvator August Prinz Lob ko Witz, die Obersthofmeisterin der Erzherzogin Bianca Gräfin A lb erti, ferner der Kanzleidirektor des Oberstkämmereramtes Hofrat Baron Wilhelm Wekkbecker, Sektionsrat Lumbe, Schatzmeister des Habsburg- Lothringischen Hausschatzes und die Beamten des Oberstkämmereramtes, Hofhilfsämterdirektor Wilhelm R. Launsk'y von Tieffeuthal und Hofoffizial Ernst Wollmann, der Vizepräsident der isr. Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, die Hof- und Kammerjnweliere Max Zirner und Gemahlin (nebst sinnreichem Geschenke) und Kommerzialrat Josef Mayer und Bruder Franz Mayer, Kammerzialrat Ludwig Börsendorfer und Carl Hutterstraß er (in Firma Bösendorfer), Hofrat Professor Dr. v. Reuß; Dieser schreibt u. a. „Empfangen Sie z» Ihrem 70. Geburrstage die besten Glückwünsche Ihres Altersgenossen zugleich mit dem herzlichsten Danke für Ihre Bemühungen anläßlich meines gleichen Geburtstages und für die jahrelangen freundlichen Dienste, welche Sie der Wiener Allg. Poliklinik geleistet." Ferner gratulierten kais. Rat Gewitsch, Oberkantor Adolf Lazarus (Budapest), Hofvfarrkapellmeister Eder und Frau (mit gleichzeitiger Zusendung ihres Bildes), Fabrikant F. W. Papke (mir Zusendung eines reizenden Angebindes), Kammervirtuose Alfred Grünfeld und Bruder Ludwig Grünfeld, akad. Bildhauer Hugo Taglang, Richard Schellbach, Kontrollor der österr.-nng. Bank (in hübschen Versen), der litterarisch-artistische Beirat des Hofburgtheaters Dr. Phil. Rosenbanm, Hofznckerbäcker Carl D e m e l (mit auf den 70-er „verbnndenen Süßigkeiten"), der Restaurateur des Michaeler Bierhauses Richard Sauer u. Frau (mit einer ganzen Batterie „eines edlen Tropfens"), Frau Berta Prochaska eine alte Freundin der Familie Kulka (mit herrlichen Blumen), dieFamilien der Kaufleute T u z er und R i e w e l, Oberkantor Poborski, Kantor I. L ö w i t, Administrator Schwager, Chordirigent I. H eimann, dann seitens des Chorpersonales (Musikvereinssaal) Bauer. Kühner, Indich und /Nacht, Hofpfarrmessner W. B e z d e k. Namens des „Oesterr.-ungar. Cantoren-Vereines", dessen Mitbegründer Alois Kulka war, fand sich der erste'Vizepräsident Oberkautor I. Bauer in der Wohnung ein und beglückwünschte ihn in herzlichen Worten. In Vertretung des Verbandes ' der Wiener Zeitungs-Korrespondenzen fand sich der Präsident Alfred Pappenheim ein, der Kulka gleichfalls in warmen Worten beglückwünschte und eine künstlerisch ausgestattete Glückwunsch- A dresie überreichte. Ungemein geehrt und erfreut fühlte sich der Jubilar durch ein Glückwunschschreiben der Wiener Israel. Kultusgemeinde, das ihm durch -den Sekretär Herrn Braun überreicht wurde und folgenden Wortlaut hat: Euer Wohlgeboreu! / Die Feier Ihres siebzigsten Geburtstages hat bei dem Vorstände der. Kultusgemeinde freudige Anteilnahme erweckt. Wie tief betrübend es auch ist, daß Sie die Feier nicht an der Seite Ihrer Frau Gemahlin begehen können, so möge doch heute die Trauer weichen und der Freude Räum gönnen. Ist doch der heutige Tag ein Markstein in dem Leben -eines Mannes, der im Dienste der Gemeinde seit Jahrzehnten an Stätten der Andacht die Erhabenheit Gottes preist und in weihevoller Weife die Andacht in den Herzen unserer Glanbensgenossen wachruft. Da Sie Ihre journalistlsche Tätigkeit auch dem Dienste der Wahrheit, dem Aufblühen unserer Kultusgemeinde und dem Interesse des gesamten Judentumes widmen, begrüße ich mit Sympathie und Befriedigung all die vielen Ehrnngen, die Ihnen heute zuteil werden und schließe mit dem herzlichen und innigen Wunsche: Gott möge Ihnen noch viele Jahre .1327 nsa gönnen im Wohlbefinden und Glücke. Mit vorzüglicher Hochachtung Wien, am 9. Jänner 1912. Der Präsident (gez.) Dr. Alfred Ster n. (gez.i Dr. Theodor Lieben, Erster Sekretär. Wien. Die vom Wiener Jubiläums-Frauenvereine zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Frauen in den Musikvereinssäle» veranstaltete Silvesterfeier hatte vollen Erfolg, indem nicht nur ein bedeutender materieller Ertrag erzielt, sondern auch in künstlerischer Beziehung das den großen Musikvereinssaal vollständig füllende Publikum befriedigt wurde. Das Wiener Konzert-Orchester unter persönlicher Leitung des Herrn Prof. Ferdinand H e l l m e s b e r g e r hat die Konzert- und Tanzmusik meisterhaft besorgt. Fr. Hofpfarrkapellmeisier Anna Eder (Liedervorträge), Cäcilie Schwarz (Klavierbegleitung), Herr Albert Liebma u n und Herr Schwarz (Mitglied der Bolk-oper) (Liedervorträge), Brunno Z i l f e r (Klavierbegleitung) fanden mit ihren ernsten Vorträgen, Fräulein Mimi Marlow, Gräfin Claire Metternich Wallenrin, Ehepaar Tautenhayn, Richard Waldemar und Benno Lie mlt ihren heiteren Vorträgen rauschenden Beifall. Tanzarrangeur Rudolf H e l m an n konnte seine Tätigkeit bei den tanzlustigen Damen und Herren erst um 4 Uhr beschließen. Wien. (Jüdische T o y n b e e - H a l l e. XX., O t h m a rg a s s e 61.) Beglnn der Borträge an Wochentagen lj%8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Woche n-Progra mm : Samstag, 13. Jänner. Konzert. Arrangement Frau Else F r e n n d - F u n k. Sonntag, 14. Jänner. „Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung". Oberlehrer Riesenfeld. Montag. 15. Jänner. „Ueber Gifte und Vergiftungen". Cand. med. Erltst Duschäk. Dienstag, 16. Jänner. „Jüdische Geschichte" (Zyklus). Prof. Dr. K. Kupfer. Mittwoch, 17. Jänner. „Ueber Kinderschutz". Adv.-Kand. Dr. L ö w. Donnerstag, 18. Jänner. „Ans der Musikgeschichte". I. K a tz b u r g. Freitag, 19. Jänner. Bibelvortrag. Wie». (G e u e r a l v e r s a m m l u n g e u). In den Räumen der B'nai Brith-Bereinigungen, IX.. Universitätsstraße 4. findet Sonntag, den 21. Jänner 1912 um 10 Uhr vormittags die Generalversammlung des „Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder", und um 11 Uhr vormirtags die Generalversammlung der „Toynbee- Halle" statt. Hiezu werden die Mitglieder und Freunde dieser Institutionen hiemit eingeladen. Wien. Bet - Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgaffe 16. — Populär - w i s s e n s ch a f r l i ch e Freitag-Abend-Borträg e — auch Frauen zugänglich — finden statt: Am 12. Jänner 1012: Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen" und am 19. Jänner: Herr Prof. Mor. Autsch erl: „Leidensgeschichte einer alten mährischjüdischen Gemeinde." Beginn jedesmal um 71/2 Uhr abends. Mißlitz. Am 23. Dezember 1911 veranstaltete der hiesige jüdische Gesangsvereiu eine Makkabäer-Feier mir reichhaltigen Programm. Die Festrede hielt in schwungvollen Worten Herr Oberlehrer Hirsch, worauf der Männergesangsverein unter der wackeren Leitung des Chormeisters Herrn Oberkantor M a y e r o w i t s ch einige mit großem Beifall aufgenommenen Chöre zum Borcrag brachte. Besondere Anerkennung fanden auch die Lieder- und Duettvorträge des Frl. Anna Schmidt und des Herrn Oberkantor Mayerowitsch, sowie das Violinkonzert des Herrn Bjelowski und die Deklamationen des Herrn Fr. Pol lenz. Die Klavierbegleitung besorgten in exakter Weise Frau Gisela Neumnnn und Fräulein Frieda Hauser. F. JR. Prag. Die bekannte Schriftstellerin, Frau Babette Fried, die durck ihre gemütvollen Erzählungen den Lesern dieses Blattes schon manche genußreiche Stunde bereitet hat. ist von einem schweren Schicksalsschlag betroffen worden. Am 28. Dezember ist ihr Gatte, Herr Ignaz Fried, nach langem schweren Leiden gestorben. Die Beerdigung fand am 31. Dezember unter überaus zahlreicher Beteiligung aller Gesellschaftsklaffen statt und gab ein Zeugnis dafür, welch großer Wertschätzung sich die so hart getroffene Witwe in den weitesten Kreisen der Prager Bevölkerung erfreut. London. Vom Vorstande der London Jewish Hospital Association geht uns folgende Mitteilung zu: Nach langer Unterhandlung gelang es uns, den Oberkantor Herrn T k a r s ch zur feierlichen Grundsteinlegung des. Jewish Hospital in London und auch zu einem Sabbatvortrag im Tempel für ein bedeutendes Honorar und freie Spesen zu gewinnen. Wir hoffen, daß die Bndapester Gemeinde den Wohltätigkeitszweck berücksichtigend, dieser ehrenhaften Einladung keine Hindernisse in den Weg legen wird. AnstrMe ans dem Judentum. Feigusch Chewel, Handelsangestellter, geb. am 24. Februar 1873 in Mohilow, Rußland. Wien I., Franz Josefs-Quai. Bau er. Hans, Volontär, geb. am 21. Juni 1893 in Wien. Wien XIX., Döblinger-Hauptstraße 65. Ho Niger Cilli, Kontoristin, geb. am 19. September 1881 in Lipnik- Biala. Wien X., Laxenburgerstraße 44. Weiß Felix, Fabrikant, geb. am 27. August 1379 in Wien. Wien XIX., Begagasse 7.

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