Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1911-06-23 · Heft 24 (23.6.1911) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 24 (23.6.1911)
Date
1911-06-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3062972-3063572-3063596--07335-3074411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 24. Die Wahrheit Seite 9. .Mitglied und einer Krankenpflegerin geleitet. Diese Koloniengruppen werden nach vier Wochen durch gleich große Gruppen abgelöst. Insgesamt finden in diesem Jahre 600 arme, kranke und erholungsbedürfrige Kinder Aufnahme. Das Vereillsburean, woselbst Svenden und Beitrittserklärungen eutgegengenommen werden, befindet sich IX-, Türkenstraße 17. Wien. (Synagogenuerein „B e t h Israel," n., Leopoldsgasse 29.) Bon anonymer Seite ist dem Vorstande der Betrag von K 20 Zur Verteilung an die Funktionäre zugekommen. Nachdem jedoch der Vorstand unter solchen Umständen nur eine Verteilung für Arme entgegennehmen kann, zumal für die Verteilung an seine Funktionäre gewisse Normen festgesetzt sind, wird dem unbekannten Einsender der euigesendete Betrag zur Verfügung gestellt, ansonst' solcher dem bestehenden Biknr- 'Cholim-Fonde zngeführt werden wird. ' Wien. Am 13. d. M. fand im Bethause „Talmud Thora" die Trauung des Herrn Ad. D u k e s z, Kantor in Gewitsch, mir Fräulein N e um a n n, statt. Zn derselben hatten sich-zahlreiche Gäste eingefundeu: der Vorstand des Bethausvereiues, Rabbiner Kramer, Rabbiner S ch e n k, die Oberkautoreu Bauer, S ch o r r, W i l t m a n n. Regner, Weiß. Das Minchagebet verrichtete Oberkantor Scho r r, das ,,N1 -4ckir" sang -Oberkantor W i t t in a n n unter Begleitung seiner „Meschorerim" und die „Sche-vva Brochos“ rezitierte Oberkantor R e g n e r. Den Trauungsakc vollzog Rabbiner K r a m e r. Wien. .Im engsten Familienkreise fand kürzlich im Hanse des -Herrn Oberkantors Don Fuchs die Vermählung seiner Schwägerin Sara S ch i o ch e r mit Herrn Kantor Gerson M a r g o l r s statt. Die Trauungssunktion wurde von dem Herrn Oberrabbiner Güdemann und I?Kantor Mathias vollzogen. Wien. Nach den Worten unserer Weisen erkennt man am Hesped, der einem Menschen zuteil wird, dessen ganzes Wesen. Dies gilt auch von dem am Mittwoch unter überaus, zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragenen Herrn Samuel Aron F r o m m e r, der ein Alter von 67 Jahren erreichte. Im Tranerhause würdigte Rabbiner Mayersohn die Frömmigkeit und den biederen Charakter des Heimgegangenen, ebenso im Namen der tieftrauernden Familie Herr Isidor Frommer. Am Grabe sprachen Herr Wolf Pappenheim namens der „Schissschul" und Herr Jos. Goldschmied für den humanitären Verein „M achsike Hadda ß", dessen Vorstandsmitglied der Verblichene war. Die kantoralen Funktionen versahen die Herren Feuer, Rosenzweig und Wittmann in erhebender und würdiger Weise. Das Andenken dieses wahrhaft frommen Mannes sei .zum Segen. ' , . Budapest. Der Landesverein der isr. Kultusbeamten hat sich am 14. d. M. im Pester isr. Gemeindehause unter dem Vorsitze des Präsidenten des provisorischen Komitees, Adolf I a k o b o v i t s, konstituiert. Nach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, in der er die Förderung der moralischen und materiellen Interessen der Mitglieder als das Hauptziel 'des-Vereines bezeichnete, erstattete Rechtsanwalt Dr. Arnold Somogyi Bericht über die Tätigkeit des Exekutivkomitees. Hierauf begrüßte Rabbiner Dr. Julius Fischer die Anwesenden und beglückwünschte sie zu ihrer Organisation. Nachdem noch Herr Kantor Weiß ans Marczali gesprochen hatte, wurden die Wahlen vorgenommen, die folgendes Resultat ergaben: Präsident Herr Dr. Julius W e i ß b u r g, Vizepräsidenten Oberkantor 3 a 5 a r u s und N. W e i ß m a n n. Rechtsanwalt Dr. Arnold S o m o g y i. Sekretär Jenö G a l a m b o s. Kassier Ignatz G o m b o s. Kontrollor Josef P e r c z e l. Ansschußmitglieder Wilhelm Blau, Josef F e n y ö, Adolf 'Jakob o Vits, Jakob Krausz, Dr. Moritz L ich r mann (Ujpest), Samuel P o lla k, Kantor in Erzssbetfalva, Leopold Rosen- . z w e i 9; aus Adony. '; Bolszowez. Der bekannte Jargonschriftsteller Kantor Josef Grob ans Wien, weilt gegemvärtig hier in seinem Heimatsorte als Gast und es hat sich ein Komitee gebildet, um ihm zu Ehren einen großen jüdischen Abend zu veranstalten. Das vielversprechende Programm hat folgende Nummern: 1. Eröffnung durch den Komitee-Obmann Herrn Gold, :2. Begrüßung des Gastes durch den Kulcnspräsidenten Herrn Jsak Läufer, 3. Vorlesung aus den Schriften Grobs durch Herrn Moses Bernstein,. 4. Jüdische Gesangsvorträge von Josef Gryb unter Musikbegleitung, 5. Vorlesung eigener und anderer Dichtungen von Josef Gr 0 b, 6. Schlußwort des Kultusvorstandsmitgliedes Jakob S. Bernstein. / Nagy Czepel Aitt 4. Juni fand hier unter großer Beteiligung das Leichenbegängnis des Herrn Adolf Weiß statt. Unter den Traner- 'gästen bemerkte, man den Präses der Gemeinde Köttse Man.o Singer und eine Deputation der- Gemeinde Szolad unter Führung des Herrn S 0 m 0 g y i. Kantor M. Kurz weil rezitierte in würdiger Weise die Trauergesänge, worauf sich der Zug nach, dem Friedhofe begab. Aleralnr. Schir-Chadasch von Kantor K iews ky (Pozsony) Preßburg. In der Ue'berträgung heißen diese Worte „Das neue Lied", doch ist es eigentlich das alte Lied zur Erhebung in dem Raume der Andacht, zur Weckung des gläubigen Sinnes Und zur Erhaltung des jüdischen Stammesbewußtseins. Darauf deuten die Worte der Weisen: Die Unsterblichkeit in den Büchern ist durch das Lieh angedentet, Mose sang — und wir singen"... . Denn so lange in der Rhythmik der.gläubigen Vorfahren jüdisch gesungen wird,, so lange ist die Unsterblichkeit des Judentums gewährleistet. In dem Berufe des gottesdienstlichen Sanges stehend, hat den Autor nicht nur sein beruflicher, sondern der seelische Wunsch geleitet, ans der Mitte, gläubiger iJugend die Sänger zu küren, die mit ihm das heilige alte Lied hochhaltend, es vermitteln sollen den Hörern, die noch Sinn, Herz, nnd Empfänglichkeit -besitzen für jüdischen Gesang, für heiligen Laut. Einmal im Jahre ist es uns vergönnt, vor diese Hörerschaft zu treten, ein Abend nur gleicht denr Kikajon des Propheten, am Abend entstanden, mit dem Abend verweht . . . man lauschte dem Sange, nnd daun waren vergessen Sänge, Sänger, bis ein Jahr wieder den Kreislauf Vollender hatte. Ans zweifachen Gründen fühlt er sich veranlaßt, die Glut zu erhalten am Hochaltar dieses traditionellen Sanges, einmal aus rein e t h i s chrei i g i ö s e n Gründen, um durch den Gesang die Ethik zu wecken, das religiöse Gefühl zu erhalten, und dann auch den veredelten Gesang zu verbreiten, um die Erfolge zugunsten der talmndbeflisseneu Jünger materiell nmzuwenden. Sie ziehen hinaus zu den hohen Festragen, um in den Gemeindebethäusern, den armen, mir Funktionären kärglich bedachten Gemeinden die Andacht zn vermitteln, bei allen, die da tommen, um an den Tagen göttlichen Gerichtes Sühne nnd Erhebung zu heischen vom Gotte der Gnaden im Gebet. Und je eindringlicher auf Flügeln des Gesanges der Ton in die Herzen der Hörer strömt, desto höher die Andacht und die Weihe der hohen Feste. Sein bereits zum zweiteumale aufgelegtes Werk ..Schir Ch'adasch" hat seitens hervorragender Gesangs.profeporen des In- und Auslandes freundlichste Begutachtung gefunden, und dies har den Herrn Autor ermutigt, trotz seiner verhältnismäßigen Jugend wieder die Feder zur Hand zn nehmen nnd mit dem „Bal-Tephilo" vor die Oeffentlichkeit zu treten. Dieses Werk wird den Herren Kantoren vorzügliche Dienste zu leisten berufen sein. Unentwegt ist er also bemüht, die Saat der jüdischen Gefangsempfindnng auszustreuen und sammelt um alle diese traditionellen Weisen das rhytmisch melodische Kleid, und diese sollen den „Bal Tephilo", den Vermittler der Gebete, leiten und führen, lehren und großziehen. So glaubte er iu der Theorie und in der Praxis zur Erhaltung der geweihten Lieder alles getan zu haben, was sein jüdisches Gewissen erheischt; der Gemeinde, als der Wahrerin des Kultus und auf der Warte ritueller Wahrung stehend, bleibt die schöne Aufgabe, diese Strebungen zu fördern mit jedem Pulsschlag ihrer jüdischen Herzen. In dieser Wechselbezeichunng ist der Zustand und der Aufschwung des „Schir-Chadasch" der alten—neuen Lieder gewährleistet und seine Erfolge segne der Herr, dessen Name gepriesen werde — i m L i e d e. Einsames Land. Bon Dr. Wilhelm Münz' Buche „Einsames Land, Erzählungen und Stimmungsbilder", wird in nächster Zeit die zweite Allflage erscheinen. Der Verfasser hat sein Werk durch mehrere neue Skizzen erweitert. Eine dieser neuen Erzählungen knüpft an die Auflösung der jüdischen Gemeinde in Kieferstädtel an. (Im Buche Kieferburghein genannt.) In der Form eines tiefangelegten allegorischen Märchens werden die letzten geisterschwülen Tage des verödeten Gotteshauses und des trauernden Friedhofes geschildert. Diese Erzählung darf für sich kulturhistorisches Interesse beanspruchen, weil sie in einem typischen Beispiel die Tragödie so mancher jüdischen Kleinstadtgemeinde behandelt. Die Verlagsbuchhandlung I. Kauffmann in Frankfurt a. M. hat das Buch vornehm ausgestatret und mir dem Bildnisse des Verfassers geschmückt. ßmgefendet. Löbl. Redaktion „Die Wahrheit." Der Vorstand des Vereines „Esrath Israel," II., Floßgasse 9, bittet um Aufnahme nachstehender Richtigstellung des in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 19, Seite 11 erschienenen Aufrufes: Es sind zahlreiche Beschwerden vom Vorstände des Bundes Galizien unter dem Szepter „Kahal Wiznitza" im heiligen Lande Jerusalem „Zevas Tiberia" eingelaufen, daß bei der Verteilung von D3r?'2 TKä ’i"! Spenden Galizische und Bukowiuaer, alte und ehrwürdige Brüder, nicht bedacht, ja sogar übergangen werden, und sind dadurch Menschen, die 'ihre Tage im Gottesdienste verbringen, dem größten Elend preisgegeben. Zur Bekräftigung dieser Tatsache liegt ein Original-Brief aus dem heiligen Lande im Vereine „Esrath Israel" vor, der besagt, daß einem Mädchen dort aus dem uug. Kahal, die mit Spenden von D:rr C TSQ '2N ursprünglich bedacht war. später aber, als sie einen galizischen jungen Mann (Talmudisteu) heiratete, die Unterstützung entzogen wurde. Es haben sich iirfolgedessen die Vorstände des „Kahal Wiznitza", „Zevas Tiberia" unter Befürwortung Sr. Ehrwürden des Rabbiners aus Wiznitza an den bekannten Wohltäter Herrn Seide Komet gewendet, mit der Bitte um Hilfe für die dortigen armen und notleidenden galizischen und Bukowiuaer Brüder. Herr Seide Komet hat dank seines unermüdlichen Eifers im Dieiiste für arme, notleidende Brüder Sammelbüchsen N'82 '2“i c:n *2 für den „Kahal Wiznitza" unter galizischen und Bukowiuaer hier ansässigen Glaubensgenossen verteilt, deren Sveuden unter unseren galizischen und Bukowiuaer iu Palästina lebenden Brüdern verteilt werden. Daß die gesammelten Beträge ihrer richtigen und zweckentsprechenden Bestimmung zugeführt werden, beweist der Umstand, daß auch über den kleinsten überwiesenen Betrag von nur 10 Hellern eine authentische Quittung vom dortigen „Kahal Wiznitza" iu Jerusalem den Spendern übermittelt wird. Es wäre daher im Interesse unserer armen in Palästina lebenden Glaubensgenossen sehr wichtig, hier derartige Reibungen zn vermeiden und die Glaubwürdigkeit des einen wie des andern Kahals nicht zu erschüttern, da doch mit jeder Spende, die unseren armen und notleidenden Glaubensgenossen in Palästina, sei es welchem Kahal immer, abgeführt wird, ein- Werk der Wohltat geübt ist. Der Vorstand des Vereines „Esrath Israel."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.