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Die Wahrheit · 1911-01-27 · Heft 4 (27.1.1911) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 4 (27.1.1911)
Date
1911-01-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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und Herr Rudolf Sulz er, der zwei Lieder seines Vaters sang, fanden Dielen Beifall. ' Wien. („F ortfchrittlicher Bürger-Verein „D o u a u k l u b.") Dienstag, den 24. d. M., fand unter dem Vorsitze des Obmannes, Gemeinderat Dr. Alfred Mittler, eine Plenarversammlung des „Donauklub" statt, in welcher ein Nominierungskomitee zur Aufstellung und Prüfung der Kandidaturen für die Bezirksratswahlen im II. Bezirke eingesetzt wurde. Letzter Aumeldungstermin 4. Februar a. c. Wien. Aus Anlaß der ersten Jahreswende des Todestages seines langjährigen treuen Mitgliedes, des um die Leopoldstadt so hochverdienten Gemeiuderates Ferdinand Klebiuder .veranstaltet der Fortschrittliche Bürgerverein „Donanklub" Sonntag, am 29. Jänner 1911, präzise halb 10 Uhr vormittags, in seinen Klublokalitäten, II., Praterstraße 8, eine Trauerfeicr. töten. Der Direktor der israel. Kinderbewahranstolt,. Herr Max Fische r, begeht Samstag, den 28. d. M. im Stadttempel die Barmizwahfeier seines Sohnes Erich. Wien. Freitag, den 27. d. M., halb 1 Uhr nachm., findet im großen Fesisaale der k. k. Universität die Promotion des Herrn M. U. C. Siegfried P l a s ch k e s zum Doktor der gesamten Heilkunde statt. Wien. (Jüd is ch es T b e a t e r.) Regie M. Siegler, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag, 27.. Samstag, den 28., Sonntag, den 29. Jänner: „Die eiserne Frau" von- Zalaterewsky. Sonntag Nachmittag : „Tochter Jerusalems." von Ch. Wolfsthal. Montag, 30., „Rabi Joselmann". Operette von A. Goldfaden. Dienstag, 31., „Opferung Jsaks"- Operette von A. Goldfaden. Mittwoch, 1. Februar. „Ben Jakojw". Operette von I. Lateiner. Ab Donnerstag. 2. Februar, täglich,„König Salomon". Operette von Pros. Horowitz., Donnerstag Nachmittag halb 4 Uhr „Der Gemeinderat." Komödie von M. Richter. In Vorbereitung: „Der Gett" von Gisnet. In Studium: „König Achaschwerosch" von A. Goldfaden. Wien. Wer sich ein wirklich brauchbares, modernes Stenographie- System in kurzer Zeit aneignen will, melde sich umgehend zu den unentgeltlichen Stenographie-Kursen des Wiener Zentralvereins für Stenvtachygraphie. 10 Unterrichtsstunden, kein Honorar, Lehrmittel 2 X. lieber Wunsch auch brieflicher Unterricht! Anmeldungen an den I. Vorsitzenden, städt. Lehrer Leopold Beer, Wien, XVII., Geblergasse 57. Wien-Floridsdorf (Wohltätigkeitsverein „Ch aun e n- D a l.") In Anwesenheit des Herrn Rabbiner Dr. M. N o s e u m a n n sowie zahlreicher Mitglieder fand Sonntag, den 8. d. M. die Geueralversammlnng und Sonntag, 15. d.. die.konstituierende Borstandssitzung des Wohltätigkeitsvereines „Chaunen Dal" unter dem Vorsitze seines' verdienstvollen Obmannes, Herrn Gabriel Dukes, statt. Redner gedachte einleitend des Verlustes, welchen der Verein im letzten Verwaltnngsjahre durch den Abgang seines Obmann-Stellvertreters Herrn Samuel Deutsch s. A. erlitten hat. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung fanden die Neuwahlen statt. Es wurden folgende Herren einstimmig wieder- resp. neugewählt, und zwar: Herr Gabriel D n kes zum Obmann. Herr Samuel Kessler zum Obmann-Stellvertreter. Herr Beny Deutsch zum Schriftführer und Kassier. Herr Heinrich Blatt zum Armeuvater und Herr Max F e s f l e r zum Kontrollor. Budapest. (Israelit. Kultnrv erei n.) Am verflossenen Donnerstag erschien am Vorlesetische des Landes-Kulturvereines, der Rabbiner und Prediger der Berliner jüdischen Gemeinde. Herr Dr. Adolf Rosenzweig, der über den „Islam und deflen Verhältnis zur jüdischen Religion" einen freien Vortrag hielt. Bei seinem Erscheinen wurde er von der zahlreichen Zuhörerschaft wärmstens begrüßt und überraschte dieselbe mit der in ungarischer Sprache begonnenen Anrede. Der in deutscher Sprache gehaltene eineinhalbstündige Vortrag war sehr fesselnd und interessant und reicher Applaus erscholl, als er denselben beendigte. — (Trauun g.) Am Sonntag fand im israel. Tempel in der Dohanygasse die Trauung des Herrn Alfred Schwarz, Direktor der ungarländischen Filiale des Wiener Bankvereines, mit Fräulein Ilona Mauthner, Tochter des Großindustriellen Michael Mauthner, statt. Dem Trauungsakte, den Rabbiner Dr. Hevesi und Oberkantor Lazarus vollzogen, wohnte ein zahlreiches, sich aus den besten Kreisen der Gesellschaft rekrutierendes Publikum an. Es waren erschienen nebst den vielen Direktoren und hohen Beamten vieler Budapester Banken und Vertreter der kommerziellen Welt, der vollzählige Beamtenkörper des Wiener Bankvereines mit dem Direktor Julius Pirnitzer an der Spitze; in Vertretung der Wiener Zentraldirektion Direktor Alexander Weiner, der Vorstand der Pester Religionsgemeinde, unter Anführung des Präsidenten Hofrat Dr. Filip Wein mann, den man nach längerer Abwesenheit infolge einer überstandenen Krankheit freudigst an dieser heiligen Stätte wiedersah und herzlichst begrüßte. — (Todesfälle.) Nicht nur freudige Anlässe sind es, bei welchen hervorragende Persönlichkeiten ihre Teilnahme bekunden, leider gab es auch in letzter Zeit, in vielen Trauerfällen Veranlasinng, teilnahmsvoll, in schmerzlicher Ergriffenheit, den vom Schicksale hart Heimgesuchten, tiefes Beileid auszusprechcn und mit Trostesworten ihren Schmerz zu lindern. Es verstürben unter anderen: Karl K ü r t i; ein in noch jungen Jahren und in hervorragender Stellung bei der Pester Kommerzialbank stehender allgemein hochgeschätzter und hochgeachteter Beamter. — Witwe Frau Markus Märle geb. Schwarz, nach einem gottgefälligen Lebenswandel und noch im hohen Alter woltätig und segensreich wirkend im Alter von 84 Jahren. — Herr David M ag azien er, ein. in Kaufmnnnskreiseu hochangesehener Mann im Alter von 69 Jahren. — Witwe Frau Anton von Latzko de Bagüjhelh, eine mit Frauentugenden geschmückte vornehme Dame, an deren Bahre nebst ihren Kindern, der hochgeachtete Baron Hatvany Jozsef seine Schwiegermutter betrauerte. — Adolf Varjas, der als leitender Direktor eines blühenden Unternehmens in hervorragender" Weise wirkte und allgemeiner Wertschätzung sich erfreute, verstarb in jungen Jahren. — Witwe Frau Simon Bacher geb. Dorothea Tedesko, eine Matrone im 84. Lebensjahre, deren Lebenslauf ein von Gott ge» segneter genannt werden konnte, genoß sie doch die Herzensfreude, sichlange Jahre hindurch, von der innigen und treuen Liebe und Zuneigung ihrer Kinder betreut und umgeben zu wissen. Bei dem Leichenbegängnisse,- welches am alten Friedhofe (Kerepeserstraße) stattfand, wären erschienen der Professorenkörper des Seminars, die Spitzen der Gemeinde und der Chewra-Kadischa. Direktoren der Budapester Dampfmühlen u. v. a. Rabb. Dr. Simon Hevesi würdigte die Verdienste der Dahingeschiedenen in ergreifenden Worten. Für den Schreiber dieser Zeilen war es sehr bedauerlich, daß er infolge einer argen Erkältung genötigt war, sich dnrchden Kantor Licht, mit der Funktion vertreten zu.lassen. — Nun haben wir noch den Tod einer wackeren Frau zu melden, die uns nahe stand, Witwe Frau Professor Moritz Friedman n, die Gattin, des in nuferer Gemeinde noch unvergessenen Oberkantors Friedmann seligen Andenkens. Nahezu 20 Jahre betrauerte ste in stiller Zurückgezogenheit den Heimgang ihres geliebten Gatten. Nur die Liebe und Treue ihrer einzigen Tochter Sidonie und des jüngsten Sohnes Rudolf umgaben sie mit kindlicher Pietät. Ab und zu hatte sie die Herzensfreude ihren in geachteter Stellung wissenden Sohn Lajos, Musikschriftsteller und Redakteur beim „N. W. Tagblatt" in Wien, bei sich zu Gaste zu sehen. Im verflossenen Herbste genoß sie auch noch die Freude, eine Woche lang den unter großen Ehren hier gefeierten Binder Carl G o l d m a r k, mit ihm zu teilen. Sobesonnten noch wärmende Strahlen der Herbstessonne den schon hereingebrochenen Winter in woltuender Weise. Nun ist auch sie heimgegangen,, die liebe, gute und mackere Frau! Möge sie in Frieden ruhen! Adolf L az arns. Szeniez. Eine tieserschütternde Nachricht setzt die hiesige Gemeinde in tiefe Trauer. Familie W o o ln er aus Peoria (Amerika) verständigte' telegraphisch unseren verehrten Herrn Rabbiner Dr. M a r m o r st e i n, daß unser Landsmann Samuel W o o l n er am 14. d. M. verschieden ist. Allenthalben wird dieser schmerzliche Verlust tief betrauert, denn es lvar unser Stolz und Ruhm, diesen vorzüglichen, mit den besten Eigenschaften begabten Mann als Sohn unserer Gemeinde nennen zu können. Herr Samuel W o o l u e r hat in Amerika sowohl im jüdischen als auch im gesellschaftlichen Leben eine hervorragende Stellung eingenommen, er hing aber doch mit allen Fasern seines Herzens an unserer Gemeinde:-Sa oft er in Europa weilte, besuchte er die hiesige Gemeinde und es war jedesmal Freude, Wonne, ein Festtag in unserer Mitte. Alljährlich an seinem Geburtstage, am 11. März, gedachte er mit namhaften Spenden der hiesigen Armen. Er versprach auch stets in seinem Testamente der hiesigen Gemeinde zu gedenken, was er sicher auch nicht unterlassen hat.- Auf Anregung des Herrn Rabbiners Dr. Marinorstein wird ein Trauergottesdienst für sein Seelenheil abgehalten werden. Möge die' aufrichtige Teilnahme der trauernden Familie zum Tröste und zur Beruhigung dienen^ Andrychow Die hiesige Kultusgemeiude beging Montag den 26. Dezember 1910, am 2. Chanuka-Abende in feierlicher Weise das 25jährige Jubiläum der hiesigen Synagoge. Die Feier wurde mit einenr vom Herrn Oberkantor Bau m unter Mitwirkung des Tempelchores in erhebender Weise zum Vortrage gebrachten Festgottesdienst eingeleitet, bei: welchem Rabbinatsstellvertreter Herr Mahner an die zahlreich versammelte Gemeinde in schwungvollen Worten die Festrede hielt. Nach dem' Gottesdienste werden bedürftige jüdische Schulkinder mit Kleidern beschenkt und hierauf versammelten sich die Gemeindemitglieder in den Lokalitäten der Knltusgemeinde zu einem von derselben veranstalteten Festessen, dassehr animiert verlief. Odessa. Das Amtsjnbiläum des hiesigen sehr beliebten und bekannten Chordirigenten und Komponisten D. N o w a k o w s k y, ist in glänzender Weise gefeiert worden. Die Feier begann mit einem Präludium., worauf als Festhymne, ein vom Jubilar komponierter „Halleluja!!" vom Qfyor unb Orgel herrlich zur Aufführung gelangte. Der Jubilar erhielt mehrere kunstvoll ausgestattete Adressen. Der Vorstand überreichte ein Ehrengeschenk von 500 Rubel, die Geschenke von Mitgliedern des Haupttempels, repräsentieren einen Wert von etwa 1200 Rubel. Den Glanzpunkt der Feier bildeten der Bortrag eines vom Oberkantor P. Minkow sky in klassischem Hebräisch verfaßten Gedichtes und die in deutscher Sprache gehaltene Ansprache. Der Vorstand beschloß, auf eigene Kosten Gedicht und Ansprache, in Form'einer Broschüre drucken zu lassen. Die geehrten Kerren Abonnenten werden um freundliche Einsendung des Aöonnementsöetrages für das laufende Huartal ersucht.

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