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Die Wahrheit · 1910-12-16 · Heft 49 (16.12.1910) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 49 (16.12.1910)
Date
1910-12-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 49. ' Oesterr.-ungar. Kantoreu-Zeitung Seite 11. Ans dem Oest.-nntz.Kantoren-Uereitt. In der Samstag, den 3. d. M. stattgehabten Vorstandsffitzung wurde dem in Pension getretenen Vereinsmitgliede Kantor Karl Brunner in Jglan ein Jnvaliditütsbeitrag im Sinne des § 10 der Statuten bewilligt. Die P. T. Mitglieder werden daher ersucht, den für diesen Fall im § 14 vorgeschriebenen Beitrag von K 2.— umgehend an die Vereinskassa einznsenden. In der gleichen Sitzung erstattete der Bereinssekretär Bericht über die zur Errichtung der Kantorenschule bei den Behörden eingeleiteten Schritte und wurden dieselben genehmigend zur Kenntnis genommen. Erda Diösy. Oper. Text u n d M n s i k ^v o n Engen D a w i s o n. Unser trefflicher Kollege Ober-Kautor Engen D a w i s o n in Teplitz hat unter obigem Titel eine Oper komponiert, die bei der ersten Aufführung d. M. im Teplitzer Stadttheater einen durchschlagenden Erfolg hatte. Wir erhalten darüber folgenden in der Teplitzer Zeitung erschienenen Bericht: Gestern fand im hiesigen Theater die Erstaufführung der Oper „Erda Diösy" mit der Musik von Engen Dawison statt. Es ist lieb von unserem Mitarbeiter am Tische des musikalischen > Richteramtes dieses Blattes, daß er uns es leicht macht, seinem Werke Gutes schreiben gu dürfen. Das erste, die Musik, entstammt einer schaffenskrästigen musikalischen Natur und inan kann niemals sagen, da stockt es oder da ist eine Verlegenheitspause; es spielt sich, ach, nur zu viel der Musik, daß jenen, die es zu verschnaufen nötig haben, die Last zu groß wird. Dies ist wohl das beschwerende Gewicht der meisten einaktigen Opern. Aber auch Dawison tut es eben nicht anders: er kann die Exposition, den Verlaus der Handlung nicht drosseln, es muß alles seine j Begründung, alles seinen Verlauf punkt für pnnkt haben und; plausibel sein; so wird die Sache breil. Gut daß die Schönheit! der Musik dort, wo sonst schon längst ein Akt finalisiert worden, j erst recht einsetzt und die dramatischen, drängenden, stürmenden! Empfindungen eben festhalten, bis die Katastrophe sich entlädt.! Wir hätten uns diese letzte Szene nur noch packender gewünscht, j so, daß vom Darsteller des Albrecht dem verzweifelten Entschluß! mehr Energie gegeben, daß seitens der Darstellerin aber dem i Abgang ein taumelndes, furchtsames, entsetztes, erstauntes Wi- | derstreben entgegengestellt worden wäre. Diese Szene muß ent-! schieden ausgebaut werden, um den in der Dramatik der Musik! gewiesenen Weg voll zu zeigen. Formal genommen: Dawison j ist kein Griesgram, wie er hier letzthin gescholten worden, sondern! ein echt moderner Musiker, der weiß, was von Wagner zu lernen, > und auch was von beu d^Albert, Strauß und anderen Guten und Besten der Neueren zu nehmen ist. Er komponiert vor allem keine „Nummer", es ist dnrchkomponierter Dialog mit dem Ingredienz eines herrlich, ja tief empfundenen Monologes. Die! Gestalt des Musiklehrers Albrecht bekommt durch solche ungemein innerlich wirkende Musik die sorgfältigste nicht nur, sondern auch die musikalisch schönste Charakterzeichnung. In der Natürlichkeit, ich möchte sagen. Ursprünglichkeit, wie dem Komponisten die Musik beikommt, ist von Bedenken, von Symbolisierendem, das im Leitmotiv beruht, ebenfallskein Platz und füglich Hütte es in dem Drama, das sich da in kurzer Zeit abspielie, keine Zeit sich auszutoben und nachhallende oder vordenteude Empfindungswellen wären unmotiviert, alles drängt nur nach dem Ablaus, nach dem Verlauf des Ereignisses. Und dann Hauptsache: Gesang ist ihm, als dem Sänger, der heute Komponist, das erste. Wie vortrefflich es Dawison versteht, die Singstimme ganz unabhängig vom Orchester zu führen, d. h. wie er es kann, wie andere Gewiegte, dem Orchester das Melos der Szene zu geben, die Singstimme aber thronend sowohl als Um und Ans der Oper, dann aber als Teil des Ganzen zu führen, das darf man ihm vor allem nicht vergessen. Der ganzen inhaltreichen Musik wünschen wir nur auch eine gleich inhaltreiche Sprache. Nicht daß das Libretto unwirksam zu nennen wäre; nein es macht nur die Sprache nicht den gehobenen schwungvollen Eindruck, den die Musik durchweg besitzt. Die Aufführung nun fand einen im großen ganzen flüssigen glatten Verlauf, einige kleine Unsicherheiten siitd auf Kosten der Erstaufführung zu stellen. Der Komponist dankte vor allem dem Dirigenten Herrn Kapellmeister Hans Mohn die sorgfältige Durchführung. Aber auch den Sängern: Herrn Dr. Schipper (ein trefflicher Albrecht), Herrn D ü n n m a n n (Graf Welson), Herrn Lo r eu z (Theaterdirektor), Frl. Bräuner (Erda Diösy), Frl. Manrer (Mutter) und Frl. Pieuert (Poldi), ist er gleiches schuldig. Das Orchester war vollauf seiner Aufgabe gewachsen. Den Verlauf der Handlung zu skizzieren ersparen wir uns. Es möge jeder kommen und sehen — es ist fehens- und hörenswert. Der Erfolg des Abends war ein großer. Beifall, Kränze. Rufe gab es viele. Die Oper „Erda Diösy", deren außerordentlichen Erfolg vorstehender Bericht begründet, geht bald in der ersten Woche viermal in Szene. Das Werk wird in zwei Ableitungen fortan gegeben und hat zum Text das Lebensbild einer berühmten Sängerin, die 1886 in Berlin tragisch endete, gehört somit textlich, wie musikalisch der modernen Richtung an, mit besonderer Betonung des gesanglichen Elementes. Mite. Biele Hunderts israelitische Kinder in der Brigittenau sind der bittersten Not vreisgegeben. Sie leiden Hunger und frieren. Wir bitten unsere Glaubensgenossen: Nehmet Euch dieser armen zarten Kinder an und helfet nach Eueren Kräften, damit die im Lokale XX., Klnckygasse Nr. 7 bereits begonnene Ausweisung un notwendigen Umfange fortgeführt werden könne. Spenden nimmt entgegen: Das gefertigte Komitee für die Berköstigung israel. Kinder in der Brigittenau und die Kassa der israel. Kultnsgemeinde in Wien. I., Seitenstettengasse 4, I. Stock. Dr. I. S a m u e l y H e i n r i ch W e i n e r Vorstandsmitglied Obmann des Vereines „Brüder" der israel. Knlmsgemeinde IX., Bramergasse 1. I., Fischerstiege 6. Frau Dr. Emilie Weiß Präsidentin des Brigittenaner Frauen-Wohltärigkeirs-Bereines XX.. Klosterneuburgerstraße 11. Austritte ans dem Judentum. E s k e n a s y Heinrich, Kaufmann, geb. 12. April 1860, Wien. IV., Schleifmühlgasse 6. Eisler Amalie, geb. 13. Juni 1890, XIV., Arnsteingasse 15. Schä fer-Bielitz Josefa, geb. 11. November 1886, XIII., Leegasse 7. Brauner Hugo, geb. 17. Dezember 1883, Wien, HI.. Hintzerstraße 3. Klammer Isidor, Student, geb. 10. Oktober, Radautz, IX., Sechsschimmelgasse 8. Goldberger de Buda, Prokurist, geb. 9. Dezember 1882, Wien, I.. Zelinkagasse 2. B e t t e! h e i m Babette, Manipulantin, geb. 20. August 1881, I., Wipplingerstraße 22. Dr. Deutsch Kurt. Arzt, geb. 25. Juni 1879 in Bielitz, XIII., Binzenz Heßgasse 29. H a u d e k Martin. Arzt. geb. 27. November 1880, Wien, IX., Lazarethgafse 30. F a n t l Bertha. Private, geb. 24. April 1876 in Trebitsck, IX., Pfluggasse 6. K r u m h o l z Moses, geb. 21. Jänner 1881 in Kolomea, III., Beatrixgasse 3 a. Bukowitz Arnold, Hausbesitzer, geb. 16. Oktober 1876, Wien, I., Salzgries 12. H i r s ch l e r Hanna. Private, geb. 5. Oktober 1850, Wien, VH!., Lederergasse 25. A g u l a r Otto, Zahntechniker, geb. 24. Juli 1893. Wien, VII., Sigmundsgasse 5. Vereins-Zahnarzt Dr. Max Weisz. Wien, II., Circusgasse 47. Ordination von 9—6. Telephon 18399.

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