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Die Wahrheit · 1910-12-02 · Heft 47 (2.12.1910) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 47 (2.12.1910)
Date
1910-12-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Die Wahrheit Seite 11. Nr. 4 . r wollen Ansprache, die im Danke für die seinem großen Ahn in diesem -Gotteshause zuteil gewordene Ehrung gipfelte, wärmstens von der Versammlung begrüßt wurde. Prof. A n t s ch e r l erwähnte auch der meisterhaft von Rabbiner Dr. L. M ü n z — derzeit in Nürnberg — verfaßten Lebensbeschreibung seines berühmten Großvaters des „Schemen Rokeach" und der literarischen verdienstvollen Arbeiten des Herrn Rabbiners Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz und anderer Epigonen des be- Trühmten „Rabbi Eleasar". welch letzterer in Szanto in Ungarn, 79 Jahre alt, am 27. Schewat 5597 (1837) verschied und auch in dieser Gemeinde bestattet wurde. Durch Erheben von ihren Sitzen ehrten alle Anwesenden am Schluffe des spannenden, an eingestreuten Essays reichen Vortrages das Andenken des berühmten Meisters und Gelehrten. Wien. Die Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Wien (früher jüdisch-akadem. Lesehalle) geht daran, einen Verband der Alten Herren zu begründen, um alle jene, die einst in ihrer Studienzeit für die Halle tätig waren, enger aneinander 511 schließen und sie in näheren Kontakt mit der Halle und deren jetzigen Mitglieder zu bringen. Ans diesem Grunde bitten wir alle, die zu Alten Herren ernannt wurden oder Ansschußmitglieder der Halle waren, ihre Adresse schriftlich dem Verein an seine Adresse, Wien, IX. Porzellangasse 11, bekanntgeben zu ivollen. S. Max Körner, Präses, vasä. Leo Kolb, Schriftsührer. Wie». (Jüdische T 0 y n b e e h a l l e, XX. O t h m a rg affe 46.) Die Konzertabende der Toynbeehalle bringen auch in diesem Jahre den Beiuchern reichen Kunstgenuß, den Mitwirkenden vielen Beifall. Fran Else Freund-Funk hatte ui sehr dankeswerter Weise das Arrangement des ersten Konzertes dieser Saison dnrchgeführt, bei welchem die jugendliche Pianistin Fräulein Kahn Proben starker, reifer Kunst darbor und Frau Dr. H u m p h r e y s als Cello-Virrnostn der Schule Professor Ander alle Ehre machte. Diese Künstlerin brachte in Duetten, die sie mit Herrn Mailing (Bariton) sang, ihren klangvollen Sopran zu bester Geltung. Bielen Beifall fanden auch die Gcsangsvorträge des Fräulein N e u m ü 11 z, welche Geschmack und gute Schule verrieten. — lieber den Bortrag am Donnerstag wird an anderer stelle berichtet. — Samstag, den 26. November konnte man in der Pianistin Fräulein Singer eine erste Künstlerin bewundern, die in ihrem Spiel an Vornehmheit, Auffassung und Technik Ungewöhnliches bot. Der kleine Geiger M i s ch a S t i l m a n n. am Klavier von Fräulein N i k 0 l a trefflich akkompagniert, bewies, daß er seit dem Vorjahre anerkennenswerte Fortschritte gemacht. — Nicht nur den Großen, sondern auch den Kleinen hat diese Saison schon mannigfache Freude gebracht. — 110 Kinder sind in den letzten Tagen durchwegs mit warmer Wäsche, teilweise auch mit Kleidern beschenkt worden und Sonntag, 4. Dez. d. I. findet nachmittags die erste Kinderjanse für 300 arme Schützlinge statt. Wien. Am 17. d. fand das Leichenbegängnis des Herrn Karl Hirsch, Seniorchefs und Mitbegründers der Firma Sam. S. Bing & Co., statt. Zu der imvosanten Trauerfeierlichkeit hatten sich die hervorragendsten Vertreter der Industrie und des Handels im Trauerhanse, Salzgries 14, eingefunden. Anwesend waren unter anderen: Die Knltusvorsteher Salo Cohn. Dr. Markus Spitzer, S. Steiner, I. Sekretär Kaiserl. Rat Dr. Theodor Lieben, Vertreter der Niederösterreichischen Eskomptegesellschast, des Gremiums der Wiener Kausmanschaft, des Vereines Reisender Kaufleute, des Humanitären Vereines B'nai B'rith, vieler kommerzieller Institute und zahlreicher Wohltätigkeitsvereine, denen der Verblichene als Vorstand, Zensor oder Mitglied angehört hatte. Oberkailtor Don F n ch s stimmte unter Assistenz des Chorpersonales die üblichen Trauergesänge an, worauf der Sarg von den Vertretern und Disponenten der Firma über einen Teil des Salzgries durch das Spalier des großen Personals und einer zahlreichen Menschenmenge zu dem Leichenwagen getragen wurde. In der Leichenhalle des Friedhofes, welche die große Zahl der Teilnehmenden kaum fassen konte, hielt Oberrabbiner Dr. G üd em a lt n einen Nachruf. Im Namen des Humanitären Vereines B'nai B'rith sprach Advokat Herr Dr. W. K n ö p f m a ch e r, für den Verein Reisender Kaufleute dessen Präsident Kaiserlicher Rat Artur Lemberg er und im Namen des Personals hielt der Aelteste der Angestellten, Herr Max O b e r n b r e i t, einen tief empfundenen Nachruf, in dem erin bewegten, znm Herzen dringenden Worten den großeil Verlust beklagte, den die Mitarbeiter durch das Ableben ihres Chefs erlitten haben, zu dem sie stets mit Verehrung und Liebe emporblickten. Wien. (Ans dem Wiener K a n t 0 r e n - K l u b.) Außer dem Präsidium und den Borstandsmitgliedern des Oesterr.-nngar. Kantorenvereines sowie einer großen Anzahl Wiener Kantoren, waren bei den letzten Zusammenkünften im Klub die Herren Kollegen Oberkanror Professor K a r t s ch m a r v ff - Groß-Kanizsa, L ö w y - Mähr.-Ostran, M e i s e l- Karlstadt, G 0 l d e n b er g - Lundenburg. Maj ro w 1 ts ch - Mißlitz und A l t m a lt n - Tarnow als Gäste anwesend und wurden herzlichst begrüßt. Kantor Grob hielt Montag, den 28. November, den angekündigten Vortrag, welchen die Anwesenden mit vielem Beifalle aufnahmen. Nach Beendigung des interessanten Vortrages wurden verschiedene Standessragen besprochen, bei welchen namentlich Oberkantor M e i s e l aus Karlstadt über die kantoralen Verhältnisse und das Wirken des jungen Kantorenverbandes in Kroatien und Slavonien Mitreilungen machre. Auch wurde neuerlich ein Zusammengehen des Mähr. Kantorenvereines mir dem Oesterr.-ungar. Kontorenverein angeregt und die anwesenden Kollegen versprachen, nach dieser Richtung wirken zu wollen. Wien. Herr Oberkantor S. Singer i n K a t t 0 w i tz wurde für seine, gelegentlich des letzten Zlonistenkongreß-Konzertes <20. November) in Gleiwitz geleistete künstlerisch bedeutsame Mitwirkung der Dank der Vereinsleitung durch ein überaus schmeichelhaftes Schreiben des Inhaltes ansgedrückt, daß auf seinen Namen die Pflanzung eines Qelbaumes gestiftet werde. Wien. Sonntag, den 27. November, 3 Uhr morgens ist Herr Hermannn Lieber m a n n, Schriftführer des Tempelvereiues für die Bezirke Mariahilf und Neubau, nach kurzem Leiden im 73. Lebensjahre gestorben. Der Heimgegangene, der durch eine lange Reihe von Jahren in dem Tempelvereinvorstande höchst verdienstlich gewirkt und die Interessen des Vereines jederzeit hingebungsvoll vertreten hat. erfreute sich in den weitesten Kreisen hoher Wertschätzung. Das Leichenbegängnis, bei welchem Rabbiner Dr. T a g l i ch t und Oberkantor D ü n m a n n fungierten, fand Dienstag, den 29. v. M. */,10 Uhr vormittags vom Tranerhanse VH., Mariahilferstraße 10 aus nnrer Teilnahme des gesamten Vorstandes und zahlreicher Bereinsmitglieder statt. Wien. Ende Oktober ist ui „Oberkaap b. Neutra" Frau Rosalia L ö w y. Witwe nach dem in Gran ansäßig gewesenen angesehenen Kaufmann Ignatz L ö w y, und Schwiegermutter des Weingroßhändlers und Vorstandes des Tempelvereiues Fngbachgasse, Herrn Samuel Adler, im Alter von 92 Jahren gestorben. Mit ihr ist eine edle, für alles Schöne und Gute begeisterte Frau aus dem Leben geschieden, die stets und immer gemeinnützige und charitative Handlungen betätigte. Nach dem vor etwa 25 Jahren ersolgteil Ableben ihres Ehegatten übersiedelte sie ans Gran zu ihrer Tochter Fran Betty Fuchs nach Oberkaap. Sowie sie in ihrem früheren Domizile wegen ihres Wohltätigkeitssinnes weithin bekannt und allgemein hochgeschätzt war, ebenso genoß sie in ihrem neuen Donnzile ob ihrer Leutseligkeit und unerreichbaren Wohltätigkeit Hoves Ansehen. Zu allen jüdischen Fest- und Feiertagen trug sie selbst den Armen die Unterstützungen ins Haus, führte ein eigenes Register über die Spenden an Arme und warf auch den Witiven und Waisen Wochengelder ans, die sie mit genauer Pünktlichkeit einhielt. Dem Wunsche der Dahingeschiedenen gemäß, die bis zu ihrem Tode stets geistig und körperlich frisch und munter war. wurde ihre Leiche nach Neutra überführt und daselbst nnrer besonders großer Teilnahme an der Seile des großen Ravbiners Herrn Josef H e n i g s. A. bestattet. Das Andenken an diese hochherzige Frau lebt in ihren Taten weiter. Berlin. Bei der am 24. November stattgefiindenen Wahl in die Repräsenrantenversammlung der Berliner Kultusgemeinde drang, trotz überaus heftiger Gegenagiration der im Wahlkampfe vereinigten Konservativen und Zionisten die liberale Liste durch. An der Wahl beteiligten sich 70^/g der Wähler. Odessa. Am nächsten Samstag ivird die Brodier Gemeinde zu Odessa das 40-jähnge AmrSjnbilänm ihres berühmten Chordirektors und Komponisten Herrn David Novakowsky begehen und aus diesem Anlasse werden große Ehren und Gaben für den Jubilar vorbereitet. Da der Jubilar als der Genius der modernen russischen Synagogen überall angesehen ist, wird die Feier in allen Schichten der Gesellschaft mir Freuden erwartet. Kileralnr. (Punsch-Kalender 1911.) Verlag der Hofbnchhandlnng M. P e r l e s. heransgegeben von C. S ch ö n w a l d. bietet auch in dem 42. Jahrgang seines Daseins wieder eine Fülle von Witz, fesselnden Humors und über 60 Illustrationen, Eigenschaften, die ihm die große Verbreitung und die allgemeine Beliebtheit sicherten. Begegnet man doch in demselben die klangvollsten Namen zündenden Humors, wie Julius Bauer. B. C h i a v a c c i. Julius S t e t t e n h e 1 m, Alex. Engel, Heinrich Pen n, Ed. Nascher und andere. Namen, die die Trefflichkeit des Punsch-Kalenders gewährleisten. Und so sei dieser lustige Kalender, welcher zum Preise von 80 Heller durch alle Buchhandlungen zu beziehen ist, allen Freunden des Humors bestens empfohlen. (Hamburg-Amerika-^!inie.) Wie alljährlich, io veranstaltet auch im kommenden Winter und in den Frühjahrsmonaten 1911 die Hamburg- Amerika-Linie wieder die beliebtesten Bergnügnngs- und Erholungsreisen zur See. Wie immer, so hat auch diesmal die Gesellschaft dafür gesorgt, Neues, unter Nutzbarmachung der im Laufe des letzten Jahres gesammelten Erfahrungen, in die Reiserouten aufzunehmen. Besonders die dritte und vierte Mitrelmeerreise und die Große Orientfahrt haben bedeutende Veränderungen und Verbesserungen erfahren. Während im letzten Winter bei den vorgenannten Mittelmeerreisen nur Plätze der italienischen und dalmatinischen Küste angelaufen wurden, werden die kommenden Fahrten Italien. Frankreich, Mallorea (Palma), Nordafrika. Malte und Griechenland Besuche abstatten. Für die große Ozeanfahrt ist der von den Weltreisen rühmlichst bekannte und durch seinen großen Luxus uud seine luftigen Kabinen so beliebte Dampfer „Cleveland" bestimmr worden. Die große Orienrfahrt erhielt insofern einige Verbesierungen. als nicht mehr wie bisher Alexandrien, sondern Porr Said für den Besuch Aegyptens angelaufen wird. Es hat dieses den Vorzug, daß die Reisenden Gelegenheit fiilden, auch den Snezkanal mit seinem regen Schiffsverkehr kennen zu lernen. Ferner ist bei dieser Fahrt der Aufenthalt in Neapel um einen Tag verlängert worden, wodurch Zeit gewonnen wird, die etwas entfernter gelegenen Orte, wie Rom, Amalfi, Sorrenlo rc. mir Ruhe besuchen zu können. Die große Vergnügungssahrt nach Südamerika, welche Heuer zum zweitenmale gemacht wird, bittet insofern wieder etwas Neues, als der Dampfer nicht wie tni vorigen Jahre nur bis Punta Arenas. sondern bis nach Valparaiso hinaus fährt. Die drei Westindienreiieu weisen in der kommenden Saison ebenfalls in ihrem Programm infolge Erweiterung der Reiserouten manche Verbesserungen auf. so daß den Teilnehmern dieser Fahrten Vorzügliches geboren wird. Die großen, ausführlichen Prospekte, die von der Hamburg-Amerika-Linie zur Orientiernng über die verschiedenen Bergnügnngs- und Erholungsreisen zur See heransgegeben sind, werden au Interessenten kostenlos verabfolgt.

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