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Die Wahrheit · 1910-09-09 · Heft 36 (9.9.1910) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 36 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Oesterr.-ungar. Kaitwren-Zeitung Seite 11 Nr. 36. Ans dem Miener Kantorenklnb. Am letzten - Dienstag waren wieder die Mitglieder des Wiener Kantorenklübs im Klnblokale, Kafee Maendh II., Praterstraße 33, sehr zahlreich versammelt und auch auswärtige Kollegen, darunter Oberkautor ' Abramis Nus Riga, fanden herzliche Begrüßung. Ein. aus Ungarn anwesender Kollege schilderte die dortigen Verhältnisse und was man da von jenseits der Leitha,- namentlich aus den. sts-bus-^uo-Gemeinden, wo die Kantoren - und übrigen' Gemeindeflinllionare der Willkür der Rabbinen schutzlos preisgegebeu sind, hörte, ist geradezu unglaublich und erinnert an finsteres Mittelalter oder russische Despotie. Nur stramme und einheitliche Organisation kann hier Hilfe bringen und der österr.-nngar. Kantorenverein wird demnächst die nötigen Schritte einleiten, um die ungarischen Kollegen aus Ihrer Indolenz aufznrütteln. Allgemeiner deutscher Kantorennerdand. Ueber die letzte A ns s ch ußs i tz n n g des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes zu Berlin erhalten wir folgenden Bericht: Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Heule- .Hamburg, trat der Ausschuß, anschließend au die Verlesung des Tätigkeitsberichtes durch den Schriftführer, F a b i s ch-Göttingen, in die Beratung folgender Punkte ein: 1. Die Gründung von Bezirksvereinen. Den Beschlüssen her Breslauer Generalversammlung vom 1. .Juli 1909 folgend, nahmen die Beratungen über die Gründung von Bezirksvereinigungen einen breiten Raum in den 17 Rundschreiben des vergangenen Jahres ein. Aber es zeigte sich auch hier wieder, wie leicht es ist, Anträge zu stellen, wie aber ihrer Ausführung sich solch ungeheure Schwierigkeiten entgegenstellen, daß sie nur sehr langsam verwirklicht werden können. So ist trotz mancher Versuche diese Angelegenheit noch nicht spruchreif geworden. Die gewonnenen Erfahrungen geben aber eine gute Basis für gedeihliche Weiterarbeit; denn trotz der geringen bisherigen Erfolge, soll doch mit Eifer an der Verwirklichung des Gedankens, Zweigvereine zu gründen, weiter gearbeitet werden, da alle Ansschnßmitglieder darin einig sind, daß solche Bezirksvereine am besten die Verbandsideen popularisieren können. Eine Kommission bestehend aus Zivi-Elberfeld, LewY-Fran!fnrt a. M. und Bella k-Zittau wird zur eindringlichen Bearbeitung dieser Frage eingesetzt. 2. Organisationsgesetz-Entwurf. Die geeigneten Schritte zur Währung der Standesiuteressen sind unternommen. Im übrigen wird eine vorläufig abwarteude Haltung beschlossen, da bei den vorhandenen starken Gegenströmungen eine Einigung in den Organisationsbestrebungen in Frage gestellt ist. 3. Der Kassenbericht durch den Schatzmeister Z i v i- Elberfeld erstattet, zeigt ein befriedigendes Bild. Es sind im abgelausenen Rechnungsjahr annähernd 500 Mark Unterstützungen an kranke und bedürftige Kollegen bezahlt worden. Dem dafür dienenden Dispositionssond werden für das laufende Jahr wieder 300 Mark ans den Verbandsmitteln zugeführr. — Die Prüfung des vorgelegten Kassenberichtes ergibt dessen Richtigkeit, und es wird daher dem Schatzmeister Zivi für seine mustergültige Kassenführung Dank und Entlastung erteilt. Anschließend an diesen Bericht erfolgt die Aufstellung des Etats für das laufende Geschäftsjahr. 4. Hilfskassen-Angelegenheit. Die Verhandlungen mit' der „Hilfskasse" in Berlin haben zur Einsetzung einer „gemischten" Kommission, die die Grundlagen für das enge Zusammenarbeiten beider Vereinigungen beraten soll, geführt. Von dem Kautorenverband wird ein Zusammenarbeiten der „Hilfskasse" mit ihm als segensreich für die Kollegen, besonders die wirtschaftlich schwachen anerkannt. 5. Auskunfteien. Zu diesem Gegenstand erstattet der Obmann der dafür eingesetzten Kommission, Bellak-Zittau, ein ausführliches Referat, in dem er folgendes ausführt: Es war in der Ansschnßsitzung des vergangenen Jahres beschlossen worden, nur dort neue Auskunfteien zu gründen, wo bisher diese Einrichtung nicht bestanden hat. und so hielt es die Kommission als ihre Nächstliegende Aufgabe, ein Einverständnis in dieser Angelegenheit mit dem Lehrerverband zu erzielen. Solches ist auch insofern erreicht, als die bereits bestehenden Auskunfteien dieses Verbandes mit ihren Auskünften auch den Mitgliedern des A. D. K. V. zur Verfügung stehen, andernteils die neu zu gründenden Auskunfteien des A. D. K. V. auch den Mitgliedern des Lehrerverbandes ihre Dienste leisten. Es sind demgemäß bereits zwei Ausknnfleien eingerichtet worden, und zwar für Brandenburg (Vertrauensmann Kollege S lern-Landsberg a.W.), Regiernngsbezirk Liegnitz (Verlranensmann Kollege Gerling- Görlitz) und die Einrichtung weiterer bereits in Aussicht genommen. Da das Referat nächstens veröffentlicht werden wird, kann von einer weiteren Wiedergabe Abstand genommen werden.- 6. Die Lehrbnchfrage hat durch das Referat von Birnbaum-Königsberg. gehalten in der Sitzung der Kamoren- Kommifsion des Lehrerverbandes Weihnachten 1909, eine weitgehende Förderung erfahren. In einer gemeinsamen Kommission, bestehend aus Mitgliedern dieser Körperschaft und des A. D. K. B., wird demnächst die endgültige Lösung der Aufgabe, ein Lehrbuch für den llnterricht mi Kantorat zu schaffen, erfolgen. 7. lieber den Lehrplan für den Ohasonns-Unterricht berichtet in eingehender Weise I a c o b s o h n-Friedenau bei Berlin. Die sich daran anschließende Debatte ergibt die Annahme folgender Entschließung: „Nach den vom Kollegen Jacobfohn mitgeteilten Ergebnissen über die Enquete, betreffend den Lehrplan des kantoralen Unterrichts in den jüdischen Lehrerseminarien, wird die Lehrplan-Kommission nunmehr beauftragt, die Arbeiten an dem Normallehrptan so zu beschleunigen, daß er noch im Laufe dieses Schuljahres fertiggestellr wird." 8. Ueber Zeitnngsabonnemenls seitens des Verbandes und Schaffung einer Verbandsbibliothek werden die schriftlich gepflogenen Beratungen in der Debatte fortgesetzt und demgemüße Beschlüsse gefaßt. 9. Die Fachorganfrage hat trotz ihrer vorläufigen Verabschiedung durch die Breslauer Generalversammlung weiterhin die Beratungen des Ausschusses in Anspruch genommen, besonders da ein gangbarer Weg zur Erledigung diese Frage gefunden zu sein scheint. 10. In den „Allgemeinen Besprechungen" werden noch manche wertvolle Anregungen gegeben. So wird beschlossen, bei jeder Ansschnßsitzung einen wissenschaftlichen Bortrag im Rahmen breitester Öffentlichkeit abznhalten. Die Veröffentlichung des Kollegen P a p p e n h e i m e r-Mergenlheim in bezug auf Fortbildungskurse erfahren eingehende Würdigung. Der Ausschuß hält die Verwirklichung der Pappenheimenchen Vorschläge als eine vornehme Ausgabe der zu gründenden Bezirksvereiue. Ueber die nächste Ansschnßsitzung und andere geschäftliche Fragen werden noch diverse Beschlüsse gefaßt, und dann wird die Sitzung unter den üblichen Dankesworten an den Vorsitzenden geschlossen. Austritte ans dem Indentnm. W e n g e r Karl. geb. 16. Oktober 1880. Wien. XX.. Wallensteinstr. 26. Weiß Richard, Privatbeamter, geb. 11. März 1882, Wien, XVII., Zwerngasse 21. Kraus Ernst. Kaufmann, geb. 7. Februar 1887, Graslitz, Bz. Eger, II.. Czerningasse 15. L a m - 2 a m Nnchuu. geb. 1867. Brodli. II.. Floßgasse 9. H o s f m a n n Heinrich, Dr., geb. 17. November 1884, Wien, III., Hörnesgasse 20., Hammers ch l a g Karl. Privat, geb. 22. September 1884, II.. Große Stadtgurgasse 29. Bach Paula, geb. 2<. März 1887, Wien. XX., Karl Meißlgasse 12. Grub er Josef. Student. geb. 1. März 1892. Wien, VII.. Neubaug. 26. H a j e k Arnold. Buchhalter, geb. 27. Mai 1877. Wien, VII.. Kaiferstr. 93. Vereins-Zahnarzt Dr. Max Weisz. Wien, II., Circusgasse 47. Ordination Ton 9—6. Telephon 18399.

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