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Die Wahrheit · 1910-04-22 · Heft 17 (22.4.1910) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 17 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 17. Die Wahrhell Leite 9. Wien. (C h e w r a - K a d i s ch a, W i e u l.) Wie wir erfahren, findet die geplante Chewra-Snde in diesem Jahre nicht statt. Der ursprünglich für die Abhaltung des Brudermahles festgesetzte Termin erfuhr bekanntlich durch das Ableben des Vorstandsmitgliedes der Chewra- Kadischa, Herrn Emil Horner, eine Verschiebung für die ersten Tage des Monares Mai. Da seitens zahlreicher Mitglieder der Chewra-Kadischa gegen die Abhaltung der Chewra-Sude in einem so späte» Zeitpunkte Bedenken geäußert wurden, entschloß sich der Chewra-Borstand, von der Veranstaltung des Brudermahles in, diesem Jahre Abstand zu nehmen. Wie». (Verband österreichischer Schwimmverein e.) Das Schwimmfest, welches der Verband österreichischer Schwiminvereine Sonntag, den 24. April um halb 4 Uhr nachmittags im Dianabade. JX Obere Donaustraße 93. veranstaltet, verspricht einen glänzenden Verlauf zu uehmen. da für dasselbe 120 Nennungen entliefen. Außer den Wiener Vereineii meldete auch der Ferencvarosi Torna-Klub aus Budapest. Wie». Am ersten Tag Pessach werden es 35 Jahre, seitdem Herr Karl G r ü u f e l d als erster Kantor sein Amt im orthodoxen Bethause „Emnnas Awos" in Sechshaus angetreten hat und seit jener Zeit versieht er ununterbrochen sein heiliges Amt zur größten Zufriedenheit der Mitglieder und des Vorstandes. Grünfeld, der als Chaseu der allen Garde angehört — er war noch „Meschorer" in der „Schiffschul" bei dem berühmten Chasen Rabbi Mordechai Beer Klein — erfreut sich im Bezirke besonderer Beliebtheit uud Hochachtung, ebenso in Kollegenkreisen. Er gründete in Sechshans den Verein „Edelsinn" für arme Wöchnerinnen, welcher seit 23 Jahren segensreich wirkt und an denen Spitze er seit seiner Gründung steht. Auch an der Gründung des österc.-ungar. Kantorenvereines nahm Grünfeld regen Anteil und durch viele Jahre zeigte er als Vorstandsmitglied ivärmstes Interesse an den Bestrebungen des Vereines. Möge es dem allgemein beliebten Funktionär, welcher noch im Vollbesitze seiner schönen, kräftigen Tenorstimme ist, noch lange vergönnt sein, sein heiliges Amt in vollster Rüstigkeit auszuilben. Wie». (B a r m i z w a s e i e r.) Am verflossenen Sabbat, den 16. d. M. trat beim Morgengottesdienst im Stadttempel der älteste Sohn Josef, des Herrn Oberrabbiners Dr. G ü d e m a n n als Barmizwa zur Thora und las aus derselben seinen Abschnitt, sowie die dazu gehörige Haftora in traditioneller „Negina" unter lautloser Stille des großen Auditoriums besonders schön vor. Der ehrwürdige Seelenhirte. der schon Tausende von Konfirmanden eingesegnet hat, nahm zum erstenmale bei seinem eigenen Kinde diese Funktion vor und waren bei der Einsegnung die zahlreich anwesenden Vorstands- und Gemeindemitglieder mit dem Vater freudig bewegt und gerührt. Herr Oberkantor Don Fuchs sprach sehr feierlich beit Mischeberach. Dem glücklichen Elternpaare kamen nach der Feier die aufrichtigsten Glückwünsche zu, denen auch wir uns ans pollem Herzen auschließen.' Wien. Wer eine wahre Freude haben will, besuche hier im II. Bez. Malzgasse 16 d>e Religionsschnle der „Adas-Jisroel." Herr Rabbiner I. Fürst darf das Verdienst für sich in Anspruch uehmen, im Vereine mit dem nimmermüden Vorsteher Herr Wolf P a p p e n h e i m und den Beiräten eine sehr schöne und wichtige Schule begründet zu haben uud durch die Gönner dieser Anstalt auch zu erhalten. Zwei erfahrene und gewissenhafte Pädagogen, die Herren B r a n u und O e st e r r e i ch e r, erteilen den die öffentlichen Schulen besuchenden Knaben uud Mädchen einen gründlichen hebräischen Unterricht, der den Kindern ein sehr angenehmer ist und ihr Interesse stets rege erhält. Die Antworten sind präzise und erfreuen jeden. Wir wünschen der Anstalt, die schon eine längere Reihe von Jahren hinter sich hat, auch ein ferneres Blühen uud Gedeihen. Halevi. Wie» Am 7. April fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des gewesenen Obmannes des Tempelvereiues „Buei Brith" im XX. Bezirk, Dr. Ernst Müller statt. Die Herren Adolf Deutsch und Heinrich G a s s n e r widmeten dem Dahingeschiedenen, welcher sich um den Verein besondere Verdienste erwarb, warme Nachrufe. Die liturgische Funktion versah Oberkautor P i n k a s s o w i t s ch in erhebender Weise. Kremsier. Am 18. April wurde hier Rabbiner Dr. Josef B u st i n aus Hradisch in seinem 40. Lebensjahre zu Grabe getragen. Rabbiner Dr. Frankl-Grün hielt ihm einen ergreifenden Nachruf. Als Vertreter des Rabbinerverbaudes richtete Rabbiner Dr. F r e i in a u n. Holleschau innige Abschiedsworte an den Verstorbenen. Im Namen der Gemeinde Hradisch sprach der Nachfolger Dr. Bustins Dr. Zwick und als letzter ergriff der Schwager des Hingeschiedenen Rabbiner Dr. S p i r a uns Ostrau das Wort. Er nahm im Namen der Familie Abschied von dem Toten und dankte dem Vorstände, der dem fremden Rabbi ein Ehrengrab angewiesen uud so die Thora geehrt hat. Erschienen waren ferner der Vorstand und der Gymnasialdirekcor aus Hradisch. Der Schwiegervater des Hingeschiedenen Dr. Tauber. Prerau, konnte wegen Unwohlseins nicht erscheinen. Die Gebete trug Oberkantor Reich ard vor. Kattowitz, O.-Sch. Der seit einiger Zeit bestehende „Israelitische Jugendbund" hat nun einen Smgverein gebildet, dem über hundert Damen und Herren beitraten. Der Verein, der Herr Oberkautor Singer als Dirigenten gewählt hat. macht sich die Pflege, ausschließlich jüdischer Komponisten zur Aufgabe; das erste Konzert am 9. Mai bringt einige althebräische, vierstimmtge Gesänge. Meran. Dienstag, den 29. März, fand die zweite ordentliche Generalversammlung des Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten" statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder begrüßte der Präsident Herr Dr. M. K o r e f uud gedachte mit herzlichen Worten der Verdienste des verstorbenen Vizepräsidenten Herrn Dr. Wilhelm H e r s ch sowie der im Laufe des Jahres durch Tod entrissenen Mitglieder. Im Namen des ganzen Vorstandes dankte hieraus der Präsident der Witwe des Verstorbenen Frau Dr. Rosa H e r s ch dafür, daß sie in dieser schweren Zeit dent Vereine mir ihrer Tatkraft und Kenntnis der Geschäfte so bereitwillig beigestandeu und bis zum heutigen Tage die ganze Bürde der Geschäfte eines geschäftsführenden Bizepräsidenreii getragen habe. Nachdem über Wunsch der Generalversammlung dieser Dank zu Protokoll gegeben wurde, erstattet Frau Dr. Rosa H e r s ch den Geschäftsbericht über die Tätigkeit des Vereines seit der letzten Generalversammlung; mir regem Interesse folgten die Mitglieder den Ausführungen, welche e,n ebenso klares wie ausführliches Bild der Entwicklung unseres Bereutes geben und brachten durch spontanen Beifall ihre Anerkennung zum Ausdruck. Rach dem Kassabericht des Herrn K a tz e n st e i n (Kassier) und dem Revisionsbenchte (H. G u t m a n n) sprach die Versammlung unter beifälligem Danke das Absolutorinm für die Gebarung aus. Sodann erstattete Herr Dr. K o r e f als ärztlicher Leiter des Genesungsheimes seinen ärztlichen Bericht, aus dein die Mitglieder mit Befriedigung zur Kenntnis nahmen, daß die verfügbaren 100 Betreu seit September bis zum Tage mit 204 Personen belegt waren. Aus den weiteren Ausführungen des Herrn Dr. K o r e f entnehmen wir. daß im ganzen 418 Gesuche eingelaufen sind und der Durchschnittsbelag 86 Pfleglinge pro Tag ausmachte, daß 29 5 Prozent wesentlich gebessert und erwerbsfähig, 30 5 Prozent gebesiert niid erwerbsfähig und 263 Prozent gebessert und zu leichter Arbeit geeignet entlassen wurden. Die durchschnittliche Gewichtszunahme betrug 4 30 Kilogramm. Auch diese Ausführungen, deren wesentlichste Punkte wir nur erwähnt haben, lohnte reicher Beifall unh der Dank der Versammlung. Die Ergänzungswahlen ergaben das Resultat: Frau Dr. Rosa Hers ch. geschäftsführende Vizepräsidentin. Herr Dr. G. S ch n ü r d r e h e r. em. Hof- und Gerichtsadvokat ans Wien, Kasslerstellvertreter, und Herr kais. Rat Moritz Hahn ans Prag. Schiedsrichter. Budapest. Wie die Untersuchung ergab, haben bei der Braudkatastrophe in Oeköriro. bei welcher 300 Menschen ums Leben kamen, auch mehrere Inden ihr Leben eingebüßt. Bisher konnte festgestellt werden. daß bei der Tanznnrerhaltung auch der Szatmarer Kaufmann Karl Vogel, dessen Knuden die Oeköritoer Bauer» waren, sowie dessen Gehilfe Daniel K a d a r anwesend waren und in der Scheune verbranuten. Ferner werden auch zwei jüdische Frauen, die während der Tanzuuterhaltnng Orangen und Erfrischungen feilboten, vermißt. Auch sie scheinen in der Scheune umgekommen zu sein. Der Besitzer der Scheune, in welcher das Unglück geschah, der 90-jährige Gastwirt Abraham Weiß, blieb wohl unverletzt, hat jedoch vor Schreck eine Nervenerschütterung erlitten, so daß man um sein Leben besorgt sein muß. Neutra. Am 17. d. M. ist hier Frau Laura F u ch s. die Gattin des Dampfmühlendirektors Fuchs, gestorben. Das Leichenbegängnis fand am 18. d. M. unter überaus großer Beteiligung statt. Rabbiner Doktor Klein hielt eine ergreifende Trauerrede und Oberkantor Jenö Weiß trug das .El mole rachamirt in zu Herzen dringender Weise vor. Nagyszombat. Mittwoch, den 14. d. M. fand die Beerdigung des allgemein beliebten Herrn Holländer statt, der im hohen Älter von 85 Jahren verschieden ist. Die große Zahl der Trauergäste, die erschienen waren, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen, bewies die allgemeine Beliebtheit, die er sich erworben hat. Herr Oberrabiner M. Stein widmete dem Dahingeschiedenen. der ein selten braver und frommer Mann war. einen sehr warmen Nachruf. Die liturgische Funktion versah Herr Oberkantor Kopfstück in ergreifender Weise. „Hamaskir.“ Ost und West. Heft 4. April 1910. 10. Jahrgang. Inhalt: Ans der Sturm- und Drangzeit, (zum Tode des Moie Löb Liltenblum). Dr. S. B e r n f e l d. Siegfried Wagner (mit 6 Illustrationen). Karl Schwarz. Lueger, Max S ch a ch e r l. Hermann Burchardt. Die jüdischen Höhlenbewohner der nordafrikanischen Sahara (mit 7 Illustrationen), Ernst H e s s e - W a r t e g g. Schach. Dr. Emanuel L a s k e r. Der Moloch (Trauerspiel in drei Aufzügen), Leo B i r i n s k i <II). Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraelite Universelle": Die Nen- Koustiruiernng der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft. Rabb. Dr. Feilchenfeld (mit Porträt). Notizen: Schrimm. Die Alliance in Grünstadt. Neue immerwährende Mitglieder. Aer Maööi von Saragossa. Bon Ludwig Riest stuck, nisck. (Fortsetzung.) So brachte der Befehl der Majestät, Das Volk in blasse Furcht uud großen Schrecken. Es ging der ernste Ruf au die Gemeinde Zu fasten mib zn stehen zu dem Himmel. Daß Gott sich mög' erbarmen dieser Not, Doch — keine Rettung wollt' der Himmel senden. Der dritte Tag war endlich angebrochen Uud Jammer hallte atis des Tempels Räumen, ** Der Männer bleiche Lippen flehten leise Und Tränen rollten ihnen von den Wangen. Die Frauen, aufgelöst in wildem Schmerz, Sie klagten laut und hielten fest umfangen Die Kleinen, die den Schmerz noch nicht verstanden Und staunend fragten, was dies wohl bedeute. Vorni Altar lag den ganzen Tag der Rabbi

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