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Die Wahrheit · 1910-04-15 · Heft 16 (15.4.1910) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 16 (15.4.1910)
Date
1910-04-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 16. Die Wahrheit Seite 11. Aufs Volk, das laut bewundert jene Pracht, Und das ertönen laßt den Inbelschrei, Der zu dem hohen Himmelsdome dringt. Der seinen Einzug hält in Saragossa .Hispanias Herr, der stolze Philipp war's. Der Zug bewegt sich, setzt durch dunkle Gassen, Wo eingeschlossen lebt des Jakob Sproß. .(Hier wogt des Lebens freudiger Augenblick, Dort mahnet stlnnm an die Vergänglichkeit Der lranr'ge, tiefe.Ernst der finstern Häuser. So fließet auch das Menschenleben hin, Des schnellen Augenblickes Tranmgebilde. Bald treten Frendetrünen in die Angen, Bald wieder gießt ein Strom von bittern Zähren Und rollt hinab auf unsre bleichen Wangen. Was ist des Menschen Leben? Steter Wechsel Von Heller Freude und von tiefem Ernst). Schon blickt inan auf die hohe, stolze Burg, Die majestätisch ragt znm Himmelszelt Mit ihren düster», altersgrauen Steinen, An die sich viele schöne Sagen knüpfen. Sie nähern sich dem Hans des würd'gen Rabbi, Ans aller Munde tönet heitrer Scherz, Da plötzlich — fällt, o Grans, von Dacheszinnen -Ein tückischer Stein herab, der schwarzes Unheil Und leidenschweres Unglück bringen soll. -Er fällt mit wuchtigem Schlage vor das Pferd, Das kerzengrad sich anfbünmt und erschreckt Den Reiter ans dem Sattel werfen will. -Es hält der Zug und ratlos steht die Menge Und schaut dem grausen Schauspiel zitternd zu. Doch bald ermannen sie sich wieder, halten Die golddnrchwirkten Zügel straffer an, Und rasch besänftigt sich das wilde Roß. Des Königs Zornes aber schwillt empor, Aus seinen Augen schickt er Fenerblitze Und einen wilden Blick er wirft aufs Hans. Und grollend, wie das weite Ungewitter Dem Haupt der ahnungslosen Menschen dräut, Steigt er aufs Pferd und drückt die scharfen Sporen. Das bäumt sich auf. vom wilden Schmerz gepeinigt, Und rast in Sturmesschritt und trägt den Reiter Zur Burg hinan; gar wilde, böse Pläne Durchkreuzen seine racherfüllte Brust. Er gibt von hier das graitsame Edikt: „Wir König Spaniens, von Gottes Gnaden, Befehlen unserm treu ergebnen Volke Den Jakobsstamm, der sich verräterisch Gezeiget. dem gesalbten Haupt des Königs, Wenn sich nicht in drei Tragen der Verräter Dem Zorn der heil'gen Majestät gestellt, Aus unser» heiligen Marken zu verstoßen. Also befiehlt das Reich und dessen König". 'Wie wenn ein fürchterliches Ungewilter Emporsteigt an dem hohen Firmament. Die Blitze zucken, fenr'ge Himmelszeichen. Die des erhab'nen Gottes Allmacht weisen, Und furchtbar dräuend dröhnt des Donners Grollen, Die künftigen Posaunen des Gerichts, Die Vöglein alle, die mit ihren Weisen Die heil'ge Stille der Natur durchschmettern Sie sind verstummt, erschreckt von Dounerswettern. (Fortsetzung folgt.) Austritte ans dem Judentum. Schöufeld Brunilv, Privatbeamter, geb. 5. Juli in Wieu, IX., Müllnergafse 33. F e l d m a u lt Nathan. Goldschmiedgehilfe, geb. 9. Februar 1885. Wien. II., Novaragasse 51. Szalagyi Josefa, Ob.-Jnspektorsgattin. geb. 30. August 1867, Budapest. II., Valeriestraße 44. Ullrich Josef Hermann, geb. 15. August 1888, Wien, XVI., Neulerchenfelderstraße 25. An die jüdische Bevölkerung Wiens! Die Pessachfeiertage nahen. Den jüdischen Studenten, die gezwungen sind, hier zu bleiben, erwachsen dadurch grössere Ausgaben. Es gibt aber unter ihnen solche, die keineswegs in der Lage sind, sich solche Ausgaben zu leisten. Der jüdische Verein „Einheit“, der an seiner Speiseanstalt (II., Malzgasse 12) ein eigenes Lokal für die mensa academica iudaica eingerichtet hat, gibt zwar die Speisen zu den möglichst billigen Preisen, doch müssen sich auch diese von den gewöhnlichen Preisen unterscheiden. Es ergeht datier an die Juden Wiens die Bitte, Spenden für den Studentenfond der mensa academica iudaica an die Administration dieses Blattes einzusenden, der Studentenfond wird dazu verwendet, ärmeren Kollegen bei der Beschallung der Pessachmahlzeiten behilflich zu sein. Oie Studentenvertretung mensa academica iudaica. Bisher sind an die Studentenvertretung Spenden eingelangt: Von den Herren Sr. Ehrw. Oberrabbiner Dr. G-üdemann K 10.—, Bernhard Hofbauer K 10.—, Dr. jur. D. Rvbaczewski K 10.—, Kultusvorsteher Adolf Sehramek K 10.—, Markus Bon di K 10.—, Lucian Brunner K 10.—, Prof. Dr. Arthur Mahler K 10.—. Königl. ungarische steuerfreie StaatS-RentcnAnleihe in Kronen vom Jahre IN 10. Unter Bezugnahme auf die Kundmachung Sr. Exzellenz des Herrn königlich ungarischen Finanzministers wird der Berrag von Nominale 112,550.000 Kronen königlich ungarische steuerfreie 4% Staats-Renten-Anleihe vom Jahre 1910 zur Subskription aufgelegt. Die Subskrivtion findet am Dienstag, den 12. Avril 1910 während der bei jeder Stelle üblichen Geschüftsstunden unter den au den betreffenden Plätzen bekanntzugebenden Bedingungen statt: >n Budapest bei der königlich ungarischen Staats-Zentral-Kassa, bei der Ungarischen Allgemeinen Creditbank. bei der königlich ungarischen Postsparkassa; in den Ländern der ungarischen Krone: bei sämtlichen mit der Einlösung der Coupons der 4"/o königlich nngarischen Kronenrente-Anlehett betrauten Staatskassen; ferner in Brassö, Debreczen, Fiume, Györ, Kassa. Kecskemet. Nagyvärad. Pecs. Pozsvnh, Szabadka, Temesvar bei den Filialen der Ungarischen Allgemeinen Creditbank; in Wien, bei dem Bankhanse S. M. v. Rothschild, bei der k. k. priv. Oesterreictuschen Creditanstalt für Handel und Gewerbe; bei der k. k. privilegirten allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstalt; in Bozen. Bregenz, Brünn. Feldkirch. Gablonz. Görz, Innsbruck, Karlsbad. Laibach. Lemberg, Mährisch-Ostrau, Olmütz. Pola, Prag. Reichenberg, Teplitz, Triest, Trovpan, Warnsdorf, bei den Filialeir der k. k. priv. Oesterreichischen Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe; außerdem in Berlin bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft, bei dem Bankhause S. Bleichröder, bei dem Bankhause Mendelssohn & Co., bei der Bank für Handel und Industrie; m Frankfurt a. M. bei der Direktion der Disconto-Gesellschast, bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie; in Hamburg bei der Norddeutschen Bank in Hamburg, bei dem Bankhanse L. Behrens & Söhne, bei dem Bankhause M. M. Warburg & Co.; in München bei der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank, bei der Bayrischen Bereinsbank. bei dem Bankhause Merck. Finck & Co.; in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt und bei deren Abteilung Becker & Co., bei der Filiale für Handel mit) Industrie; tu Breslau bei dem Bankhause E. Heimann, bei dem Bankhause G. von Pachalys Enkel, bei dem Bankhause Eichborn & Co., in Köln bei dem Bankhause Sal. Oppenheim jun. & Co. Für die Subskription in den Ländern der ungarischen Krone und in Oesterreich gelten folgende Bedingungen: 1. Der Subskriptionspreis ist auf 92‘/2%, zuzüglich der Stückzinien zu 4% vom 1. Dezember 1909 bis zum Tage der Abnahme gerechnet, festgesetzt. 2. Die Subskription erfolgt mittelst des für dieselbe bestimmten Änmeldungsformulares, welches bei den vorgenannten Stellen kostenfrei erhältlich ist. 3. Bei der Subskription ist eine Kaution von 5% des gezeichneten Betrages zu hinterlegen und zwar entweder in Barem, oder ui solchen nach dem Tageskurse zu veranschlagenden Effekten, welche die betreffende Subskriptiousstelle als zulässig erachtet. 4. Die Zuteilung wird sobald als möglich nach Schluß der Subskription unter Benachrichtigung der Zeichner erfolgen. Jeder Subskriptionsstelle ist die Befugnis Vorbehalten, die Höhe des Betrages jeder einzelnen Zuteilung nach ihrem Ermefien zu bestimmen. Falls die Zuteilung geringer ist als der gezeichnete Betrag, wird die überschließende Kaution unverzüglich znrückgegeben. 5. Die zugeteilten Obligationen sind durch die Zeichner vom 25. April d. I. bis längstens 31. Mai d. I. abzunehmen. Es wird den Zeichnern freigestellt, die ihnen zugeteilteu Obligationen innerhalb dieser Frist auch in Teilbeträgen von nicht unter 5000 Kronen zu beziehen. Nach vollständiger Abnahme wird die hinterlegte Kaution verrechnet, beziehungsweise zurückgegeben. 6. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies nach Ermefien der Snbskriptionsstellen zulässig erscheint. 7. Die Abnahme hat bei derselben Stelle zu geschehen, bei welcher gezeichnet wurde. Budapest und Wien, im Avril 1910. 3. M. o. Lochschitd. Ungarische Allgemeine Creditbank. L. k priv. Gesterreichischc fi. k. pcivilegirte allgemeine Credit-Anstalt für Handel n. Gewerbe. österreichische Soden-Crcdit-Austalt. Vereins-Zahnarzt Dr. Max Weisz. Wiec, II., Circusgasse 47. Ordination von 9—6 Telephon 18390.

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