Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 47 (3.12.1909)
- Date
- 1909-12-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 47. Die Wahrheit Seite 9. iit Vertretung des Kultusvorstandes. Herrn Emanuel Grünwald, den Vertreter der Zlrmenanstalt. Herrn Josef I e l l i u e!, Vertreter der Tempelvereine „Beth Israel", VIII. und XIII. Bezirk, „Montesiore", der Franenvereine des VIII. und XIII. Bezirkes, der „Philancropia", die kaiserl. 3iäte Dr. Krüger. Direktor Heller und Oberkantor Sinket, Obertantor Bauer, die Chefredakteure Dr. I. S. Bloch und Dr. M. L ö w y, den Redakteur W a l d in a n n. die Vertreter des Zionistischen Zentralkomics, W a l t u ch und L ö w e u b e i u, der akademischen Lese- und Redehalle, der Verbindungen „Zephira". „Kadimah", „Jvria", „Judaea", „Jordauia". „Theodor Herzl". des Fiukenverbandes. „Bar Giora". „Eiperanza", „Erez Israel", des Philosophenverbandes und der „Bar Kochba". Mir ihrer Anwesenheit ehrten den Verein ferner Herr Gemeinderat Dr. Mittler — Herr Gemeinderat Klebinder war entschuldigt — Herr Religionsschnlinspektvr Professor Dr. K a n i tz. Herr Professor A n r s ch e r l und Herr Direktor Max Fischer samt Gemahlin, der Verein zur Unterstützung jüdischer Geiverbetreibender. die jüdischen Fleischhauer, die „Chewra Kadischa" des XVIII. Bezirkes. „Chonim Dalim" aus Floridsdorf, „Nächstenliebe", der israel. Krankenverein für die Bezirke IV und V, Verein „Kinderschutz", Verein zur Unterstützuilg delogierter Familien, Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer aller Männer u. a. waren d »'putativ vertreten. Im reich mit Pflanzen geschmückten, großen Speisesaale begrüßte der verdienstvolle Präsident des Vereines „Einheit", Herr Bernhard H o f b a n e r, die Gäste und entwickelte in einer gedankenreicheil und schwungvollen Rede Geschichte und Ziele des Vereines, der auch eine mensa academica für Die Hochschule r installiert har und dem es um Speisung der Hnugrigen und Befriedigung jüdischer Humanität zu tun ist. Herr Oberkantor Scharr mit seiner geschulten Säiigerichar exekutierte einen hcbrähcheu Weihegesang, der alle Herzen ergriff. Herr Rabbiner Sigmund F ü r st. der geistliche Schützer der Anstalt, pries in beredtster Weise die religiöse Gesinnnng, ans der die Speisehalle entstanden, und gab ihr Worte des Mutes und der Stärkung ans den Weg mit. Abermals ertönten weihevolle Töne durch die Sänger des Herrn Oberkantor S ch o r r. Nun betrat der greise Rabbiner Dr. S ch m i e d l die Rednertribüne und entwickelte in geistvoller 'Weise die Grundlagen, aus denen der Verein sicher forrschreiten wird: „Einheit im Vorstands Religiosität, Menschenliebe und Begeisterung." Herr Rabbiner Dr. David bezeichnet die Feier als ein Fest, das Pessachstimmniig weckt, tind beglückwünscht den Verein. Herr W a l t n ch gab im Namen der Wiener zionistischen Korporationen seiner Freude über die neue Schöpfung Ausdruck und versprach Förderung und Unterstützung. Im Namen der jüdisch-akademischen Verbindungen brachte Herr med. B a u m von der „Zephira" seine Glückivünsche in schwungvollen Worten dar. Herr Präsident Bernhard H o s b a u e r dankte herzlichst allen Rednern und Güsten und versprach ein energisches Weiterbanen der wertvollen Jiisticutiou, ivvrauf er ein dreifaches Hoch auf den obersten Schlitzherrn alles Gitren, ans Seine Majestät, unseren allergnädigsten Kaiser und Herrn, ansbrachte, in das die Bersammlung begeistert einstimmte. Mit der Absingnng der Volkshymne schloß die erhebende, wahrhaft jüdische Feier, die einem großen Familienfeste ähnlich war. Nun wurden unter Führung der hochverdienten Vereinsvorstände Adolf Fischer und Max Hofban er, welch letzterer eine besonders rührige Tätigkeit entfaltet hatte, die Räume besichtigt und allgemein die durch diese zwei Herren dnrchgeführte glänzende Einrichtung als milsterhaft und sehenswert bezeichnet. Die Wiener Judenfchasr besitzt in der Speisehalle des Vereines „Einheit" eine Jnstitntion von dauerndem Werte wie keine zweite Stadt. 3Vien. (Verein für u it e n 1g e 111 i di e n Arbeitsnachweis, Wien, II. Taborstraße 59.) Am Samstag den 27. November fand im Sitznngssaale der Israelitischen Kullnsgemeiude die X. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Der Vorsitzende Öerr Dr. Alois Klemperer konstatiert die Beschlußfähigkeit der Generalversammlung und begrüßt die zahlreich ersck)ienenen Vereinsmitglieder und Gäste, namentlich Herrn Banrat Wilhelm S t i a ß n y, als den zur Generalversammlung delegierten Vertreter des Kultusvorstandes, ferner die Vertreter der israelitischen Humanitälsvereine „B'nai Bsi'ith, Wien und „Eintracht", des Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender, des Vereines zur Hebung der Gewerbe, Herrn Rabbiner Dr. M. G r u u w a l d, sowie Herrn Karl Neu st a d t, als Vertreter des Bankhauses Max Springer. Die Herren Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n, Emil H o r n e r, Prokurist des Bankhauses S. M. v. Rothschild, Reichsratsabgeordneter, Dr. Julius O s n e r, Rabbiner Doktor D. F e u ch t w a n g und mehrere Mitglieder haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Herr Baurat Stiaßny beglückwünscht den Vorstand des Vereines zu seinen glänzenden Erfolgen während seines zehnjährigen Bestandes und spricht dem Vereinsvorstände die vollste Anerkennung und den Dank der Knltusgemeinde für seine sehr aufopfernde und gemeinnützige Tätigkeit aus. Der Obmann des Exekutivkomitees, Herr Dr. Bela T a n s s i g, verliest den Jahresbericht, der in kurzen Umrissen die wichtigsten Daten über die Gründung des Vereines, seine Entwicklung nnd Tätigkeit während seines zehnjährigen Bestandes enthält. 400.000 Besucher männlichen nnd weiblichen Geschlechtes sind während dieser Zeit an den Schaltern dieses Vereines erschienen; 67.000 Arbeitnehmer suchten für sich und ihre Familien Schutz gegen die verderblichen Folgen der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der in dem X. Berichtsjahre erreichten Vermittlungen betrug 3780, im ganzen wurden bisher nicht weniger als 27.559 Arbeitnehmer durch den Verein plaziert, von denen gar mancher ohne diese Hilfe der Wohltätigkeit zur Last gefallen wären. Nachdem der Schriftführer, Herr Dr. Gustav L a n gst einer die Tabellen über die Einzelheiten der Tätigkeit des Bureaus im abgelanfenen Betriebsjahre verlesen und der Kassier, Herr Eduard S ch w a r z. den Gebarnngsausweis nnd Rechnungsabschluß zum Vortrag gebracht halle, machte der Obmann noch besonders ansmerksam ans die sehr interessanten nnd instruktiven Tabellen, welche znsammensassendes. reichhaltiges, statistisches Material über die zehnjährige Tätigkeit des Vereines answeisen. Hier sei bloß hervorgehoben, daß von den nach Wien zuständigen angemeldeten Arbeitnehmern im abgelanfenen Betriebsjahre 75 5% plaziert wurden. Die Einnahmen des Vereines betrugen in den 'zehn Jahren X 307.17145, die Ausgaben X 268.345. Während im ersten Vereinsjahre — wobei allerdings die Gründullgsspesen in Betracht zu ziehen sind — ans die einzelne Vermittlung X 25 entfielen, kam die Vermittlung per Person im letzten Vereinsjahre auf nicht ganz X 6 zu stehen. Bericht nnd Gebarnngsausweis wurden einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende, Herr Dr. Alois K l e m p e r e r, richtet hierauf in seinem Schlußworte an die Versammlung einen warmen Appell, den Verein auch in Zukunft bei seiner wichtigen sozialen Tätigkeit wie bisher sowohl-durch Anwerbung von Mitgliedern, als auch durch Zuweisung von Arbeitsgelegenheit kräftigst zu unterstützen. Wie». Mirrwoch, den 8. d. M., 3 Uhr iiachui., studer im Bethausc, II.. Große Schiff.,affe 8, die Trauung des Herrn Julius H o fb a u e r, Sohn des Herrn Bernhard H o f b a u e r, mit Fräulein Klara K o h u statt. Wien. Unter zahlreicher Beteiligung fand Dvuuerstag, den 25. Nov., das Leichenbegängnis der in weiresten Kreisen verehrceu Frau Pauline Elias ftart. Im Trauerhauie hatten sich der Vorstand der türkischen Gemeinde mit dem Präses Sicco Adut t. der Präses der Chewra-Kadlscha Licco M. R u i s o, Tempelvorsteher 3. H aisa u. Vorsteher W a s s e rvogel und viele andere eingefnnden. Die kantorale Fimktiou versah Oberkaurvr Bauer, unter Assistenz des Kantor L ö >v i t und des gesamten Chores. Rabbiner Papo hielt der Dahmgeschiedeuen wohitäligeu und edlen Frau erneu warmen Nachruf. Nyitra. Am 28. November fand in unserem Tempel eine Trauerfeier für weil. Herrn Seminardireklor Rabbiner Dr. Bloch aus Budapest statt. Rabbiner Dr. D. Klein hielt die Gedenkrede und Oberkantor Jenö W e i s z trug das „Dl mole rachamim" in erhebender Weise vor. Der Tempel war bis auf das letzte Plätzchen von einem distinguierten Publikum besetzt. «Alle Rechte Vorbehalten.» Gin neues Acht. Bon Adolf Heinrich Landau (Wieuer-Neustadr. (Fortsetzung.) „Wo es so gefährlich ist, muß ich mich wohl empfehlen," sagte Dr. Fuchs und wieder lachten alle laut. Der Rabbiner empfahl sich nnd die Dame bat ihn, feiner Mama ihren baldigen Besuch anzukündigen, der Hausherr aber begleitete ihn bis zilr Stiege. „Ich habe gehört, Ehrwürden wollen die Orthodoxen umstimmen?" „Ja, Herr Doktor, das betrachte ich als meine allererste Aufgabe und ich erbitte mir schon jetzt Ihre gütige Unterstütznng." „Mit Vergnügen. Aber haben Ehrwürden schon mit Steinherz gesprochen?" „Das allerdings nicht; aber ist denn der Herr nicht zu bekehren?" „Er ist ja sonst kein übler Mensch und wer ihn zu behandeln weiß, kann ihn um den Finger wickeln. Gerät er in Zorn, so tut es ihm bald wieder leid. Aber er kann es nicht