Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 42 (29.10.1909)
- Date
- 1909-10-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 8. Ehrendiploiv, .mit .dazugehöriger großer . goldenen Medaille und dem EHrenkreuze.für ihre Ornate' in Pxachtäusfükruug!- Dieser Firma wurde auch.die Ehre zuteil, fürdie ehrwürdigen Herren Rabbiner im Zn-' als arzch im A u s lanb e, die vor Majestäten zu erscheinen hatten, die Ornate zü liefetti,. ebenso , auch für die Herren k. k. Feldrabbiner und wurde WiedeWlt für ihre, tadellose'Lieferung belobt. , Wi«« Der hebräische Ko n v e r s a t i o ns kln b „Ivriab." hgt wieder feine: Tätigtest .aufgenommen. Bei-der am 24./X. stattgefundenen doi«siituirenden.Berfommlung wurden gewählt: Dr. Ehaim Tartakower, Pxäses; N, W i. ei e n d ruck, Bizepräses; Leo R u d n i k. Sekretär. Samstag, den:30,/L. findet ein Portrag des Herrn E. Torczyner über das Thema „A. Goldfaden als Volksdichter und Begründer des jüdischen Theaters* im Cafe Stefanie, II., Stephauiestraße 2, präzise 7 Uhr abends statt. Gäste herzlichst willkommen. Wien. Samstag, den 23. d. M., fand im Stadt-Tempel die Konfirmation des Sohnes Josef des Fabrikanten Herrn Moriz Schur statt. Nachdem der Vater des Konfirmanden zur Thora gerufen worden war und namhafte Beträge den humanitären Anstalten der Kultusgemeiude gewidmet hatte, wurde der Barmizwah als Mastir aufgerufen. Gr.-Meseritsch. Am 3. Oktober wurde in der hiesigen Gemeinde das 46jährige Amtsjubiläuni unseres allgemein geachteten und beliebten Oberkanlors und Sekretärs, Herrn I. Steine r, in solenner Weise begangen. Aus diesem Anlässe fand ein Festgottesdienst statt, dem der Gesamtborstaud der Gemeinde, die Vertretungen verschiedener Vereine, die Oberkautoren S t ö ß l e r Nenranßnitz, L ö w h M.-Ostraü, L ö w e n s o h n Erbnschitz, sowie fast alle Mitglieder der Gemeinde, Ehrengäste und Honorationen der Stadt und Umgebung beiwohnten. Beim Festgottesdienste fungierte der Präses des mähr. Kantorcnvereines, Oberkantor Heller- Brunn, unter Mitwirkung eines wohlgeschnlten Quartetts in ausgezeichnerer Weise. Nach dem Festgottesdienste wurden dem Jubilar vielfache Ovationen und Ehrungen zuteil. Rom. Der Bürgermeister von Rom, Ernesto Nathan, erhielt vom König von Italien die Einladung am 24 d. M. an das königliche Hoflager zu kommen, um an der. Galatafel, die anläßlich des Besuches des Zaren siatlfand, teilznnehmen. Im Einvernehmen mit dem Stadtausschufie ist der Bürgermeister nach Turin Raiconigi abgereist. Das „Giornale d'Jtalia" bemerkt: Da der Besuch des Zaren nicht in der Hauptstadt erfolge, habe König Viktor Emanuel gewünscht, in diesen Tagen auch den Bürgermeister von Rom in seiner Umgebung zu sehen. Ob wohl der König den Bürgernieister Nathan dem Zaren als Juden vorgestellt hat. Der Zar hätte da lehrreiche Vergleiche zwischen der Lage der italienischen Juden und der in seinem Reiche anstellen können. Stuttgart. (Die Angabe der Konfession bei Steckbriefen.) In dem „Württembergischen Staatsanzeiger" waren am 16. Juni d. I. zwei Steckbriefe des Kgl. Württembergischen Gerichts der 27. Division veröffentlicht worden. Davon war der eine gegen einen Musketier Hang, der andere gegen einen vormaligen Einjährig-Freiwilligen der Reserve Nathan gerichtet. Während bei dem letzteren das Wort „Israelit" beigesetzt war, fehlte bei dem anderen Steckbrief die Angabe des Religionsbekenntnisses. Dies veranlaßte den Vorstand des Zentraloereins, sich am 7. Juli d. I. an das Kgl. Württembergische Kriegsministerium mit einer Beschwerde zu wellden, auf die ein Bescheid des württembergischen Kriegsministers erfolgte. In diesem Bescheide heißt es: „Der mit dem Ermittelungs- Verfahren in der fraglichen Untersuchnng beauftragte Kriegsgerichlsrät, welcher jenen Steckbrief entworfen, hat sich dahin geäußert, daß ihm jede Betätigung * einer antisemitischen Gesinnung sernliege und auch bei dem Steckbrief ferngelegen habe. In dem ihm vorgelegenen Stammrollenauszug sei nur Alter und Religionsbekenntnis des Flüchtigen angegeben gewesen. Um die in § 183 M. St. G. O. vorgeschriebene möglichst genaue Personalbeschreibung zu geben, habe er daher die Bezeichnnug „Israelit" ausgenommen. Das Kriegsministerium hat Veranlassung genommen, zu bemerken, daß der vorliegende Fall zeige, wie eine derartige Bezeichnung wenigstens den Schein erwecken könne, es sei damit auf eine gewisse Bloßstellung der Angehörigen des israelitischen Glaubens abgesehen und es sich, soweit nicht jeweils besondere Gründe vorliegen, daher empfehlen möchte, von Angabe des Religionsbekenntnisses in Steckbriefen (deren Abfassung im übrigen dem Ermessen des Gerichtsherrn zukommt) abzusehen. Hamburg. (H a Nl b nr g- Ame r i ka - L i n i e). Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdampferu finden statt: Nach N e wy o r k: Die Postdampfer: Kaiserin Auguste Victoria 4./11., Pennsylvania 9./11., Graf Waldersee 13./1I., Bulgaria 20./11., Amerika 25./11., President Grant 4./12. Nach B o st o n: Postdampfer Bethania 8./11. Nach Baltimore: Postdampfer Bethania 8., 11. Nach Philadelphia: Postdampfer Jllyria 15./11. Nach New-Orleans: Postdampfer Hoerde 30./11. Nach Montreal: Postdampfer Zijldijk 23./11. Nach W e sti n d i e n: Die Postdampfer: Patagonia 3./11., Spreewald 5./21., Schaum- Nr. 42) bürg 6./11. Nach Mexico: Die Postdauipser: Calabria 3./II,,, Fürst Bismarck' 14./11. Nach Ost ä s i e n:' Die Postdämpfer : Brasilia 10./11.) Segovia 25./11., Sambia 10./12. Nach Wlädi w o st o k: Der Postdampfer Largo Law 2./11. Ar ab is ch - P e rs is ch e r - D i en sl: - Pöstdampfec Cheruskia 18./11, .• ,v.\ . (Alle Rechte Vorbehalten.) Gin neues Licht. Von Adolf Heinrich Landau (Wiener-Neustadt). (Fortsetzung.) VI. Ein Monat war schon verflossen, seitdem Dr. Fuchs in Rabenheim mit solchem Erfolg seinen Probevortrag gehalten hatte. Er wurde gar nicht müde, seiner Mutter und seiner Braut von dem Empfang, von der Stadt und von den Leuten zu erzählen. Gerade arbeitete er an einem Artikel für die „Enzyklopädie," als ihn seine Mutter fragte: „Sag', Lutschi, wann kannst Du denn Antwort haben von Rabenheim?" „Ich bin schon ein wenig besorgt, es sollte schon jetzt eine Antwort da sein, nun sind schon vier Wochen vorüber" — — Da klingelte es-der Bneslräger hatte einen rekom-, mandierten Brief gebracht. Hastig nahm ihn Dr. Fuchs in die Hand, las die Adresse, stieß einen Frendenrus ans und begann heftig zn schluchzen. Die Mutter erschrak und las langsam: Seiner Ehrwnrden, Herrn pliil. Dr. Ludwig Fuchs, Rabbiner der Gemeinde Raben heim. Weiter las sie nicht. Auch sie weinte vor Freude und' umarmte ihren Sohn. Jetzt erbrach er das Kuvert und las laut: Euer Ehrrvürden! Der Große Rat hat in seiner Sitzung vom 29. Juli a. c. ei ii ft im in ig beschlossen. Euer Ehrwürden zum Rabbiner unserer Gemeinde zu erneinlen. Indem ich Euer Ehrwnrden zu dieser Wahl aufrichtig beglückwünsche, gebe ich der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß, nunmehr für unsere Gemeinde eine Epoche eines neuen, erfrischenden Lebens beginnen werde, eine Zeit der Eintracht und des Friedens, des Glückes und des Segens. ' Unter einem erlaube ich mir Euer Ehrwürden die Mitteilung zukommen zu lassen, daß die feierliche Installation für den 9. k. M., 2 Uhr nachmittags, angesetzt wurde. Wollen Euer Ehrwürden gntigst die Zeit Ihrer Ankunft, sowie sonstige Wünsche bekannt geben, denen ich mit größter Bereitwilligkeit Nachkommen werde. Nochmals begrüße ich Euer Ehrwürden herzlich als neuen Hirten unserer Gemeinde und bleibe mit dem Ausdrucke meiner Wertschätzmig und Hochachtung Ihr ergebenster Dr. Süß. . Schweigend saßen beide da und sahen einander glückstrahlend an. Ein Ziel, das mau mit Sehnsucht erstrebt hatte, w a r f r e u d i g erreicht! „Nicht wahr, Lntschi," fragte die Mutter nach einer Weile, „in der Gemeinde ist der Friede etwas locker?" „Ja, ja. Ich habe so etwas gehört." „Dann muß Deine Antrittsrede ein Appell an den Frieden seinr" „Ganz richtig. Ich werde eine Friedensrede halten. Aber jetzt will ich zur Greterl eilen und mit ihr alles besprechen." — Die alte Frau blieb allein. Tränen flössen ihr herab und, sie dachte: Warum hat e r diese Freude nicht erlebt! Sein ganzes Leben war nur Kummer und Plage, voll Kränkung und Enttäuschung und nun, wo sein einziges Kind einen herrlichen Die. Wahrheit