Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 9 (26.2.1909)
- Date
- 1909-02-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3062972-3063469-3063478--05943-3072905- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 9. Die Wahrheit. Seite 7. 'B e t t e l h e i m, den Vorstand des Josefstädter Frauenvereines, Iran Amalie B e ck, Frau Josefine Adle r, Frau Nina N o b e l. Der Vorsitzende gedenkt der Heimgegangenen, langjährigen Vorstandsmitglieder, der Herren Heinrich Rose nbanm und Isidor Mintz, die mit dem regsten Eifer für das Wohl des Vereines tätig waren, ferner Banmeisters Karl Maye r und der Mitglieder Dr. L. B e r g, Wilhelm Maas und Daniel N e u r a r h. Der verdienstvolle Schriftführer des Vereines Herr Dr. Sigmund Goldberger referiert sodann über die Jahresgebahrung und teilt mit, dag am 1. und 2. Dezember v. I. 3 solenne Festgottesdienste anläßlich des sechzigjährigen Jnbilänms unseres vielgeliebten Kaisers abgehalten wurden,- die durch den Besuch des 1. Vizepräsidenten der Kultnsgemeinde, Herrn Dr. Gustav K o h n, hervorragender Festgäste, zahlreicher Bereinsmitglieder und der Schuljugend verherrlicht wurden. Nach dem Berichte des Revisors über den Befund wird, der Rechnungsabschluß und die Bilanz nach der gedruckten Vorlage einstimmig zur Kenntnis genommen und dem Gesamtvorstande das Absolutvrinm erteilt. Der Vertreter der Kultnsgemeinde dankt für die ihm seitens des Präsidenten zuteil gewordene herzliche Begrüßung, er habe mit Vergnügen den Bericht über die umsichtige Leitung des Vereines vernommen und er hege nur den Wunsch, daß das Ziel des Vereines. Gutes und Ersprießliches zu schaffen, stets in Erfüllung gehe. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden zu Ausschuß- Mitgliedern die Herren Adolf Beck. Adolf Getreuer, Leopold R o b i c s e k, S. Steiner, Lazzaro V i t a l i und Heinrich W a g n e r, zu Ausschuß-Stellvertretern die Herren Heinrich Kohn und Friedrich Schiller und zu Revisoren die Herren Salomon Bane r, Ignaz R o s e n b a n m und Philipp W e i s z gewählt. Die Versammlung wird hierauf geschlossen. Wien. Der erste Wiener israel. humanitäre Heiratsausstattungs- Berein „Hachnusas Kalu“, II., Grobe Sperlgasse 32 —34, har dieser Tage bewiesen, daß er neben der Förderung der Interessen seiner ordentlichen Mitglieder, auch int Sinne des edlen jüdischen Gebotes „Hachnusas Kalu“ humanitär zu wirken verstebr. Anläßlich des 20. Sterbetages des verewigten Kronprinzen Rudolf hat der Verein zwei arme elterir- und familieulose Waisen ansgestaltet und diesen Mädchen zur Gründung eines eigenen Heimes verholsen. Im Beisein des Herrn Präsidenten Oskar Rubi ii, der zwei Vizepräsidenten Herren Siegfried L e n g s f e l d e r und Aron Ranch, sowie des Gesamtvorstandes des Vereines, zahlreicher Gäste und Publikums fand am 31. Jänner d. I. im Leopoldstädrer Tempel die Trauung der zwei verwaisten Mädchen Sali Nelken und Rosa Sachs statt. Wien. („S a n s i n n i m'-I n b i l ü u m.) Eine sehr angenehme Ueberraschnng bereitete Seiner Ehrwürden dem Herrn .Rabbiner Dr. Ad. S ch m i e d l in Wien eine Zuschrift mehrerer Talmud-Studierender der Preßbnrger alten „Jeschiwa" mit einer warmen Gratulation au unfern noch immer rüstig wirkenden, großen Lehrer uut> Alttor seines vor 50 Jahren zum ersten Male erschienenen lvarm und geistvoll abgesaßren jüdischen Familienbuches „Sansinuim. Mehr denn je darf dieses Werk heute unseren Familien und insbesondere unserer intelligenten. Jugend warm empfohlen werden. A. Wien Der Brigitten au er i s r a e l. U n t e r stützungsverein veranstaltet am 7. März in den Prachtsälen des Knrsalons einen Purimball, dessen Reinerträgnis für delogierte israel. Familien verwendet werden soll. In Anbetracht dieses überaus humanen Zweckes, wäre es wünschenswert, daß dieses Unternehmen seitens unserer Glaubeus- .genossen reichlich gefördert wird. Wien. Vor einem zahlreichen Auditorium, in welchem wir Vertreter der Knltltsgemeinde, sowie der vornehmsten Wohlfahrtsinstitute und Vereine bemerkten, hielt Herr Kultnsvorsteher Dr. S. Samuely über Einladung der „österr. israel. U il i o n" Mittwoch, den 24. Februar, l/28 Uhr abends im großen Saale des ,,Hotel G u l t)," 11., Stefaniestraße 14. einen überaus interessanten Vortrag über: „D i e R es o r m der Armeupfleg e". Ausführlichen Bericht über denselben, sowie über die darauffolgende Diskussion werden wir in der nächsten Nummer veröffentlichen. Wien. «Verein der Sabbathsreunde „Schomre S ch a b b o s.) Das Komitee beehrt sich bekannt zu geben, daß die Statuten die behördliche Genehmigung erhalten haben und die konstituierende -Generalversammlung am 26. Feber stattfinden wird. Nur die bis dahin beigetretenen Mitglieder haben Stimmrecht. Anmeldungen erbeten an Herrn Julius S t e i n f e l d per Adrefie Herren K o h u & Schiff, I., Neutorgasse 5. Wie». (Konzerte der Toynbe e-H alle im XX. B ez i r k e.) Die Konzerte, welche an jedem Samstag abends eine aufiuerksame und dankbare Zuhörerschaft versammeln, verdienen durch die trefflichen künstlerischen Darbietungen vollste Würdigung. In den letzten Wochen waren es die bewährten Gesangslehrerinnen Frau Else F r e n n d-F u n k und Frl. G o l d b e r g. die ihre zahlreichen Schüler in Opern-Arien und Ensemble-Stücken vorsiellten und reiche Anerkennung ob der trefflichen Schulung des ausgezeichueren Stimm-Materiales ernteten. Die Orchester- Abende der Frau W o d i a u s k y-W i e n e r, sowie ein von Frl. Mizzi K a h a n e (Klavier). Frl. Lolly Lederer (Rezirarionen) und Herrn Dr. S z a in e k (Bariton) bestrittener Konzertabend fanden lebhaftesten Beifall. Den letzten Samstag hat der Baffist Herr Salo L e in b e r g e r durch die Ueberuahme des Arrangements zu einem höchst genußreichen gestaltet. Seine, sowie die Leistungen der Mitwirkenden, des kleinen ungemein begabten Pianisten Felix Hupka, des Rezitators Thomas und des Tenoristen N e uin an n fanden stürmische Akklamation und erforderten immer ivieder Zugaben. Höchst anerkennenswert ist die Bereitwilligkeit,, mit der sich die Kunstkräfte in den Dienst dieser guten Sache stellen. Wien. (V o u der Wiener „I l o".) Am 17. d. M. fand die erste Sitzung des in der letzten Generalversammlung neu gewählten Vorstandes des Wiener Zentralvereines der jüdisch-territorialistischen Organisation „Jlv" statt und hat sich der Vorstand, wie folgt, konstituiert: Präsident: Dr. Isidor S a m n e l y. Arzt; I. Vize-Präsident: Dr. Jakob Enge l, Hof- und Gerichlsadvokat; 11. Vize-Präsident: Direktor Dr. Salomon K r e n b e r g e r; Kassier: Hermann König, Kansmann; Kassier- Stellvertreter : Dr. Karl Löwy, Arzt; Schriftführer: Moses Schmidt, Privatbeamter; Schriftführer-Stellvertreter: Wolf Pappen heim. Kansmann. In derselben Sitzung wurde eine Reihe von programmatischen und organisatorischen Fragen erörtert. Zuschriften für den Verein sind von nun ad an den Präsidenten Herrn Dr. Isidor Samuel y, Wien, 1.. Fischerstiege 6, zu richten. Wien. Der Verein für Krankenpflege lind Unrerstiltznilg handlnugsangehöriger Jsraeliteic veranftalrer Montag, den 1. März abends 1/38 Uhr im Sitzungssaale der Israelitischen Kultnsgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, seine diesjährige ordentliche Geueralveriammlung. Tagesordnung: 1. Wahlangelegenheiten und Abgabe der Stimmzettel für die wie folgt vorzunehmenden Wahlen: a) Neuwahl von 4 Vorstands-Mitgliedern. b> Neuwahl von 2 Vorstands-Ersatzmännern für die statutenmäßig nach Ablauf ihrer Mandatee austretenden Herren, c) Neuwahl des RevisiouSkomitees. 2. Vortrag des Jahresberichtes pro 1908. 3. Erstattung des Revlsionsbenchtes. 4. Eröffnung der Debatte und Abstimmung über die vorgetrageneu Berichte. 5. Promulgiernnq des WahlresnltateS. Die Herren Funktionäre, deren Mandat starurenmäßig abläufr, sind wieder wählbar. Wien. (Eine ehrende A werfen n n n g f ü r den Herrn D r. Frankl-Grün.) Die Leier der ..Wahrheit" dürften sich wohl jener Artikelserie ans der ausgezeichneten Feder des Herrn Rabbiner Dr. Adolf Frankl-Grün erinnern, die die Geschichte der Inden von dem Jahre 1848 bis 1908 zum Gegenstände der kritischen Würdigung hatte. Diese Arbeit, welche wohl darauf den Anspruch erheben kann, in vielen oft sehr wichtigen Eiuzelnheiten, die uns bis jetzt verborgen waren, aitfklärendes Licht geschaffen zu haben — ich verweise nur auf den Brief des Dr. Fischhoff — erhielt die gebührende Anerkennung in folgender Zuschrift: K. k. Bezirkshauprmannschaft in Kremsier, Z. 3234, am 19. Februar 1909. Sr. Hochwürdeu Herrn Dr. Adolf Frank-Grün, Rabbiner in Kremsier! Mit dein Hofgesuche vom 23. Dezember 1908 haben Euer Hochwürden um Erwirkung der Allergnädigsten Annahme des von Euer Hochwürden verfaßten mib anläßlich des Allerhöchsten 60 jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät vorgelegten Werkes des Titels: „Zur Geschichte der Judenemanzipalion in Oesterreich 1848—1908" gebeten. Ans Grund der dem Herrn Oberstkämmerer für Einsendungen aus diesem Aitlaffe Allergnädigst erteilten und generellen Allerhöchsten Ermächtigung wurde das hiesige Amt über Ersuchen des Oberstkümmereramtes Sr. k. n. k. Apostolischen Majestät, vom 10. Februar 1909, Z. 3931 sx 1908, mit dem Erlasse der k. k. Statthalterei, vom 16. Februar 1909, Z. 1250, präs., beauftragt. Euer Hochwürden für diese Vorlage den Allerhöchsten Dank mit dem Beifügen bekannt zu geben, daß das erwähnte Buch der k.u.k. Familien-Fideikommiß-Bibliothek einverleibt werden wird. Es gereicht dem hiesigen Amte zur Freude diesen Auftrag hiemit in Ausführung zu bringen. Der k. k. Bezirkshauptmann : Galufek.