Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 7 (12.2.1909)
- Date
- 1909-02-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Lette 10. Die Wahrdei! Nr. 7 Zala-Egerßegg Unser ehrw. Rabbiner Engelsmann, deffen Sohn ein in der Residenz bestbekannter Journalist ist, feierte dieser Tage das 50jährige Jubiläum seiner hiesigen Funktionsdauer und wurde aus diesem Anlasie Gegenstand zahlreicher Ovationen. Möge dem beliebten Seelsorger ein heiterer Lebensabend beschieden und ihm gegönnt sein, noch lange hier ersprießlich zu wirken. Berlin Im August 1907 wurde im Haag der „V e r b a n d jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" gegründet. Als nächstes Ziel setzte sich der Verband, die jüdischen Krankenhäuser und Asyle Palästinas mit modern ausgebildeten Schwestern zu versehen und eine Haushaltungs- und Wirtschaftsschule nebst hiermit verbundenem Heim für Krankenpflegerinnen und Lehrerinnen zu gründen. Auch Kindergärten müffen gegründet werden, damit die Frauen, die dem Manne bei der Arbeit helfen, nicht gezwungen sind, die Kinder zu Hause sich selbst zu überlassen. Der Verband, dem jüdische Frauen und Mädchen aller Kreise und verschiedener Richtungen angchören, verfügt zurzeit über mehr als 500 Mitglieder und har im ersten Jahre über 4000 Mk. an Beiträgen aufgebracht, von denen über 2500 Mk. als Bestand in das neue Vereinsjahr übernommen werden. In zahlreichen Städten haben sich Ortsgruppen gebildet. Trotz der kurzen Zeit seines Bestehens kann der Verband schon erfreuliche Ergebnisse seiner Tätigkeit auf dem Gebiete der Krankenpflege aufweisen. Er unterstützt gegenwärtig das jüdische Krankenhaus in Jaffa und hat die Schwester Frl. T e m p e l m a u n als dessen Leiterin eingesetzt. Das Krankenhaus sollte infolge Mangel an Mitteln auf drei Monate ganz geschlossen werden, aber durch die Unterstützung des Verbandes konnte es ohne Unterbrechung geöffnet bleiben. — Wenn der Verband unrer den jüdischen Frauen die notwendige Unterstützung sindet, wird er auf dem noch sehr vernachlässigten Gebiete der Wohlfahrtspflege in Palästina eine überaus segensreiche Tätigkeit entwickeln können. Zuschriften sind zu richten an die Schriftführerin Fräulein Rosa Hirsch, Berlin NW., Flensbnrgerstraße 12. Berlin. Die deutsche Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraslite Universelle hält am 16. Februar d. I. im großen Saale des Verwaltungsgebäudes der jüdischen Gemeinde in Berlin ihre sechste regelmäßige Jahressitzuug ab. Auf der Tagesordnung steht in der Hauptsache der Rechenschaftsnnd Arbeitsbericht des Präsidiums für das Jahr 1908, der Bericht der Mitglieder über ihre Bezirke, der vorläufige Bericht des Herrn Rabbiners Dr. P o r g e s in Leipzig über die Schulinfpektionsreise nach dem Orient und die Neuwahl des Vorstandes. Hamburg. Anläßlich des für die österr.-ungar. Kolonie zur Feier des 60jährigen Regierungsjnbiläums Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät F r a n z I o s e f I. am 2. Dezember 1908 im festlich beleuchteten israel. Tempel zu Hamburg in Gegenwart der vollzählig erschienenen Mitglieder der österr.-ungar. Kolonie, des k. u. k. österr.-ungar. Generalkonsulates und verschiedener anderer Honoratioren Hamburgs abgehaltenen Gottesdienstes, hielt der allbekannte und allbeliebte Kanzelredner, Prediger Dr. L e i mdörfer, die Festrede: „Der Segen des Patriarchen", welche begeistert und begeisternd wirkte. Sodann taten sich die Pforten der heiligen Bundeslade auf und der genannte Kanzelredner sprach ein für die Feier verfaßtes Gebet und den Segen für das Oberhaupt des mächtigen und mit dem deutschen Vaterlande fest und innig verbündeten Nachbarreiches. G. W. Kiteratrrr. Oft und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben von Leo W i n z. Verlag von O st und W e st, Berlin 8. 42. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraslite Universelle". 9. Jahrgang. Heft 2. Februar. 1909. Inhalt: „Religiöse Postulate." Von Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Cohe u. „Tagebuchblätter." I. Virtuosen der Armut. H. Rabbi Nachmans Jünger. III. Schalem Aleichem. (Zu seinem 25jährigen Jubiläum.) Von Dr. A. Co ralnik. „Die Josessgeschichte in der bildenden Kunst." (Mit 14 Illustrationen.) Von G. K u t n a. „Ein Rat." Von L-cholem Aleiche m. „Revue der Revuen." (MitPorträt.) — Mirteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraslite Universelle": I. Bekanntmachung. H. Die Schulen der A. I. U. in Hara. III. Die Israeliten in Mossul. IV. Siebzigster Geburtstag. (Mit Porträt.) V. Die Schulinspektivns-Kommissiou der A. I. U. in Jerusalem. (Mit Porträt.) VI. Notizen: a) Das Schul werk der A. I. U. in 1908. b) Alliance-Mädchenschule in Bagdad, e) Die Allianceschulen und die Lage in Marokko, d) Denkstein-Enthüllung, e) Frankfurt a. M. f) Coburg, g) Auszeichnung, h) Spenden. — Inserate. Jüdisches Theater. „Kronprinz Alexander von Jerusalem" betitelt Lateiner ein melodisches Singspiel. Der Titelheld liebt Nomi, die Ziehtochter des alten Menachem und gibt ihr als Liebespfand einen Ring. Auf den Thron gelangt, sucht ihn seine Mutter von Norm abwendig zu machen und läßt durch ihre Diener den Ring entwenden. Alexander glaubt an der Untreue des Mädchens, da sie den Ring verloren und verstößt sie. Das junge Mädcheli verliert die Sprache vor Schmerz und als Alexander seinen Jrrtlun einsieht, wirst er seine Krone weg und irrt als Bettler umher. Da erfährt die Königin von einer alten Amme, daß Nomi ein Kind ihres verstorbenen Sohnes sei nnd nun allein Erbin des^ Reiches bleibt. Jetzt erscheint Alexander und schließt Nomi, die vor Freude wieder zu sprechen beginnt, als Königin in die Arme^ Die mitunter spannende Handlung wurde vom Ensemble des Herrn M. Edelhofer im Hotel Polonia (II., Rote Lterngasse 7a) trefflich dargestellt. Herr Karl I 8 k o w i t s ch spielt den alten Menachem mit bewundernswerter, meisterhafter Kraft nnd singt recht hübsch. Ihm stand Frau Regina Schneck' als Nomi in jeder Hinsicht vorzüglich zur Seite. Der Titelheld,, eine Tenorpartie, fand in Herrn Klug einen Darsteller, dem wir ob des Spieles und Gesanges volles Lob spenden müssen. Frl. Ada Adel ine, die eine ganz reizende Soubrette ist, war für die Königin Mutter zu jung, doch tat sie ihr Bestes. Nicht zuletzt soll das prächtige Komikerpaar, Herr Schneck und Fr. Flora Klug, erwähnt werden, das durch Spiels- Gesang und Tanz dem Stücke Heiterkeit, Verve nnd Leben verlieh. Vor der Vorstellung sang Herr Piepes einige Lieder sehr schön, während Frau Schneck, als Konpletsängerin stürmisch akklamiert, stets Zugaben bringen muß. Die Komik des Herrn Regisseurs JZkowitsch, sein Vortrag, seine Gesten sind künstlerisch in ihrer Art. Herr Löwy ist ein vortrefflicher Rezitator der Gedichte Morris Rosenfelds, Herr M. W e i tz aber muß als Grotesk-Komiker auch dem verwöhntesten Geschmacke Genüge leisten. Das patriotische Lied mit dem Schlußrefrain „Der Kaiser soll leben" findet stets stürmischen Beifall und sein russischer Tanz ist eine Glanzleistung ohne Gleichen. Nur ab. und zu wäre ein wenig Abwechslung zu wünschen. Von den vielen Besuchern des Etablissements hört man nur eine Stimme des- Lobes über das Dargebotene und die gute, koschere Küche des Herrn E d e l h o s e r. A. H. L. Austritte ans dein Judentum. Ehrenfest Otto, Ingenieur, verheiratet, geb. 18. Jänner 1872 in Wien, IV., Paniglgaffe 19. Ehren fest Hans Otto, geb. 3. November 1905 in Wien, IV.,. Paniglgaffe 19. Ehrenfest Stefan Otto, geb. 23. Februak 1907 in Wien, IV., Paniglgaffe 19. Stiglitz Theodor, Werksdirektor a. D., verheiratet, geb. 25. Dezember 1867 in Wien, I., Hotel Residenz. Stiglitz Jda Karolina (geb. G s ch w e n d t n e r), verheiratet, geb. 4. Mai 1874 in Wien, I., Hotel Residenz. L i ch t e n st e r n Katharina, Private, ledig, geb. 3. Oktober 187(r in Wien, II., Castelezgaffe 14. Wesel Friederike Charlotte, Friseurin, geb. 3. Jänner 1879 in Wien. XVH., Palffygasse 16. Kauffmann Heinrich, Hoteldirektor, ledig, geb. 8. Juni -1857 in Wien, I., Am Peter, Hotel Wandl. A d l e r v. L e o n i e, Private, ledig, geb. 3. Juli 1674 in Konstautinopel, I., Seilerstätte 15. F r ä n k e l H n g o, Zeitnngsherausgeber, Witwer, geb. 7. Oktober 1665in Wien, I., Singerstraße 8. Süß Ern st, Korrespondent, ledig, geb. 15. Februar 1869 in Wien,- VII., Zollergasie 14. Pollaczek Czarne Klara geb. Groß, Private, verheiratet, geb. 9. April 1879 in Lipnik-Biala, III., Engelsberggasse 4. Zolles Jeanette, Private, ledig, geb. 31. August 1685 in Breslau, XVIII., Währingerstraße 118. Metzl Pauline, Manipulantin, ledig, geb. 28. Februar 1886 in Wien, XVIII., Währingerstraße 182. Deutsch Mathilde, Private, ledig, geb. 2. August 1890 in Wien, I., Wipplingerstraße 20. HerlingerJosefine (geb. Donath, früher N n ß b a u m), Private, geschieden, geb. 10. August 1867 in Wsetin, Graf Seilergasse 16. Ehrenfest Olga (geb. Rotier), Jngenienrsgattin, geb. 5. März- 1879 in Wien, IV., Paniglgaffe 19. Blitz Emil, Privatbeamter, ledig, geb. 2. November 1881 in Proßnitz, I., Graben 26. G o l d s ch m i d t Marie, Private, ledig, geb. 2. Februar 1885 in Prag, I., Kolowratring 7. Der in voriger Nummer dieses Blattes in der Liste der Ausgetretenen ausgewiesene Herr Leo E l i a s, Wien, XX., Klosternenburgerstraße 23, ist bereits am 31. Jänner d. I. wieder zum jüdischen Glauben zurückgetreten, daher die Austrittsveröffentlichung annulliert wird. .