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Die Wahrheit · 1909-02-05 · Heft 6 (5.2.1909) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 8. Die Wahrheit Nr. 6-. N e u m a n n geb. R i e §, fyattc er eine aufopfernde Lebensgefährtin, die ibm sowohl au philanthropischer Betätigung, wie auch an Geist und Herzeusgüte vollkommen ebenbürtig ist. Mir ihr beklagen wir diesen herben Verlust und mit ihr trauern auch wir alle, die ihn kannten und verehrreu. Diensrag, den 2. Februar, har das Leichenbegängnis nnrer großer Beteiligung und vieler Ehrenbezeugung, in Anwesenheit der Spitzen der Gesellschaft, starrgesunden. Rabbiner Dr. H e v e s i. der eineil tiesergreisenden Nachruf hielt, und Oberkantor Lazarus mit dem Männerchor versahen die Funktion bei derselben. Adolf Lazarus. ßine gebildete Irau. Bon Badelte Fried. (Fortsetzung.) Ein solches Vermögen zn erwerben, sollie fortab das Zie^ meines Lebens fein, arbeiten und (neben wollte ich nach Möglichkeit, um es zu erwerben, um die Grundlage häuslichen Glückes zu erringen. Ich rechnete in meiner bodenlosen Naivität, in meiner Unkenntnis des wirklichen Lebens, wieviel das Vermögen beträgt, das ich jetzt mein Eigen nennen konnte, ich rechnete und rechnete, wie sich dasselbe bei Fleiß und Sparsamkeit vermehren, wie bald sich dasselbe verdoppeln und verdreifachen werde, wie bald man uns wird reich nennen. Ich ahnte es nicht, ich Unbedachte, daß es eilie Bettlerin ist, welche so bequem in dem Wagen saß, und daß dieses Vermögen, welches die Grundlage gegenwärtigen Behagens und künftigen Glanzes war, in Wirklichkeit nicht mehr vorhanden war, sondern, alle Hochzeitsgescheuke mit inbegriffen, gar nicht ausreichte, die Schulden zn bezahlen, welche durch das Einrichten des nicht rentablen Geschäftes entstanden. Dies war ja, wie ich später erfuhr, der Grund gewesen, warum Fischer mir feiner seligen Mutter so spät zur Hochzeit kam. Er mußte erst eine Auseinandersetzung mit seinen Gläubigern über sich ergehen lassen. Er selber sprach niemals mit mir über den Grund dieser ungewöhnlichen Verzögerung, und auf meine direkte Frage gab er jedesmal eine ausweichende Antwort. Aber daß er bis zur Hochzeit mit Zahlungsschwierigkeiten zn kämpfen hatte, gestand er mir später ein. Wir waren eben beide schlechte Rechner gewesen. Nur langsam, allmählich kam mir die Erkenntnis der wahren Sachlage, und bei jeder neuen Enttäuschung bröckelte immer wieder das Fünkchen Zuneigung ab, welches ich unterdessen zu meinem Manne gefaßt hatte, dessen Fleiß und Redlichkeit ich zu bewundern mir nicht versagen konnte." Frau Rösl iinterbrach sich hier, um, das Haupt in die Hand gestützt, einige Minuten nachsinneud vor sich hinznblicken. Tief aufseufzend fuhr sie dann fort: „Als dann bald nach einander die Knaben kamen, hegte ich die frohe Hoffnung, daß sie alle gelehrte, oder doch gebildete Männer werden, — doch auch in dieser berechtigten Erwartung wurde ich getäuscht. Ich glaube, daß dies die letzte Enttäuschung in meinem Leben ist, denn zu einer neuerlichen Hoffnung könnte sich mein müder Geist nicht mehr aufschwingen. Jetzt hast Du mein aufrichtiges Bekenntnis gehört, liebe Freundin, und ich hoffe, daß Du jetzt, wo Du mein ganzes Leben und die geheimsten Regungen meines Herzens kennst, mich minder schroff beurteilen wirst, als bisher."- „Minder schroff, glaubst Du? Da irrst Du Dich gewaltig," antwortete die Lehrerin, welche aufmerksam bis zum Schlüsse zugehört hatte. „Ich bin durch Dein Bekenntnis zn dem Schlüsse gelangt, daß Du dennoch nicht richtig vorgegangen bist. Ein Mann wie Fischer, erheischte eine andere Behandlungsweise, als die Deinige es war, welche Du ihm angedeiherr ließest. Ist Dir denn niemals der Gedanke gekommen, daß seine scheinbare Gleichgültigkeit Dir gegenüber der Schüchternheit entspringt, der Scheu, welche ihm Deine hervorragende geistige Ueberlegenheil einstößte. Als er um Dich, die Wienerin im Hause seines Hausherrn warb, mochte ihm dieser Unterschied, der zwischen Euch waltete, in Folge der ziemlich gleichen Lebensstellung, in der Ihr wäret, nicht so aufgefallen sein. Du hättest ihm damals, als er die Kenntnis von Deiner geistigen Ueberlegenheit gewann, und sich schüchtern in sich selber znrückzyg, liebevoll entgegenkommen, hättest mit weiblicher Zartheit den kostbaren, heiligen Schweiß der Arbeit trocknen, und die wenigen Feierstunden, die er sich nach des Tages Last gönnen durfte, mit heiteren und lehrreichen Gesprächen würzen sollen, anstatt nur an Dich selber zu detlken und in den Büchern, deren Du ohnehin schon viel zn viel gelesen haftest, Ersatz für ein in Deinen Augen verfehltes Leben zu suchen. Und die geistige Entwicklung Eurer Kinder. O, den Robi, den gebe ich noch nicht auf. Der Geist, der auf seiner hohen Stirn lagert, die Energie, die aus seinen Hellen Augen leuchtet, das läßt mich für eine schöne Zukunft für ihn schließen. An Dir ist es jetzt, seine Erziehung in die richtigen Bahnen zu lenken und dabei die Fehler zu vermeiden, die Du Dir bisher in der Erziehung Deiner Kinder hast zu Schulden kommen lassen. — Dn selbst, mein liebes Rösl, darfst aber nicht so entmutigt sein. Wenn ich nicht glauben soll, daß Du zu den Cholerakranken in selbstmörderischer Absicht gehest, etwa so, wie ein verzweifelter Soldat sich in den dichtesten Kugelregenstürzet. um dort den erwünschten Tod zu finden, — wenn Dein edelmütiger Opfermut nicht jeden Wert in meinen und der ganzen Welt Augen verlieren soll — daun mußt Du froh und heiter um Dich blicken, Dich der gespendeten Wohltaten auch selber freuen können." „Das Urteil der Welt ist mir ganz gleichgiltig." „Dies soll es aber nicht sein," sprach Gnudel dringender. „Dn bist mir trotz Deiner langatmigen Lebensgeschichte, die Du mir erzählt aast, ein Rätsel. Rösl! Sage mir, was Dich drückt!" „Dn kannst mir ja nicht helfen!" „Wer weiß! sprich nur." „Also — — — ich habe Geldfvrgen." (Fortsetzung folgt.) AnstrMe aus dem Judentum. Menzel Adele geb. v. I n w a l d. gerichtlich getrennt. Private, geb. 16. Mai 1872 m Stecken, B.-Denychbrod, III., Ob. Weitzgärberstr. 24. Weiß Friedrich, geb. 16. Jänner 1894 in Wien, lt. Zuschrift der isr. Knltnsgemeinde Triest, ddo. 17. Jänner 1909, Z. 1509. S i n a i T h e o d o r. Möbelfabrikant, ledig, geb. 10. Oktober 1874 in Floridsdorf, XXI., Hauptstraße 20. M ü h f a m M a r t i n, Bankbeamter, ledig, geb. 24. Dezember 1869 in Poftelberg (Böhmen), IX., Tnrkenstraße 9. Herzog false Jakob» witz Karl, Reifender, ger. geschieden, geb. 10. Dezember 1862 in Lipuik (Bezirk Biala, Galizien), III., Wällischgasse 2. Werner Ernst, Vertreter, ledig, geb. 17. Mürz 1875 in Freiberg (Mähren), V., Gartengasse 11. W e st e l Albert, Zeitungsausträger, ledig, geb. 27. Juni 1869 in Währing, XVII., Ottakringerstraße 72. Fried E u g e n i e, Buchhalterin, ledig, geb. 11. März 1885 in Wien, II., Railnilndgasfe 4. vr. med. Baier E m i l. Zahnarzt, ledig, geb. 15. Februar in Folticeni (Bukowina), IX., Alferstraße 24. Kaiser Elia, Privat, ledig, geb. 21. August 1676 in Wien, IX., Alserstraße 12. Kühn (früher K o h n) G u st a v. Reisender, ledig, geb. 11. Dezember 1877 in Pohrlitz (Mähren), IX., Porzellangasse 38. Feuer Leon, Ingenieur, ledig, geb. 3. Juli 1882 in Krakau, IX., Nußdorserstraße 6. Brandeis Franziska, Private, ledig, geb. 26. Oktober 1684 in Wien, 1., Grünaugergasse 8. Erdslyi Louise, Schauspielerin, ledig, geb. 9. September 1881 in Wien, DL, Grüne Torgasse 19. Raab Jakob, Privatbeamter, ledig, geb. 12. Oktober 1885 in Krasne (Galizien), DL, Porzellangasse 45. D r. Egert W i l h e l nt, prakt. Arzt, geb. 18. Dezember 1872 in Slamianka (Galizien). VII.. Breitegasse 10. T r e b i r s ch Arthur, ledig, geb. 17. April 1880 in Wien, VII., Schottenseldgasse 15. B y k D o r a, ledig, geb. 23. Oktober 1867 in Olmütz, VII., Burgg. 12. Elias Leo, Kaufmann, ledig, geb. 1. Dezember 1883 in Wien (Währing), XX., Klosterneuburgerstraße 23. B o n d i K a r o l i u e, Private, ledig, geb. 29. Juli 1885 in Wien, IX., Wiederhofergasse 7. Nagel Klara, Bankbeamtin. ledig, geb. 2. Oktober 1876 in Polna (Böhmens, IX., Sechsschimmelgasse 9. B a u m a u n Alic e, Private, ledig, geb. 15. Jänner 1884 in Wien, Hl., Baumannstraße 7. Neu m anu A l i n c geb. Sartre, verheiratet, geb. 3. Juli 1870 in Gens, XV;, Sechshauserstraße 28. Herlinger (früher Nußban m) Robert, Komptoirist, ledig, geb. 9. Juni 1890 in Wien, XII., Graf Seilergasse 16. Brück Erich, Ingenieur, Baukommissär der k. k. Staatsbahnen, verheiratet, geb. 14. Immer 1879 in Wien, Gmünd, Böhmzeil Nr. 164.

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