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Die Wahrheit · 1909-02-05 · Heft 6 (5.2.1909) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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aßrßeit Sildaktio» n. Sibmmiiti uiiou : ji Wien. II/, 9 hmarm; Uli'.' '_17Ji Trlri>t>uH bfi D> 15ÜÜjj K. k. öslerr. Postsparkassa-! Scheck-Konto 9!r. wl>.9l8. Anlcv^.tr jj T!e viermal qfiDuiteitc jj ^loiNinreilte-Uelle -r> Heller. j! 7ldoil»e»ic»lSii. ^»Ic> llvu»-jj velräi)- iiitb m Uvie» laolna; jj lind flauem;. jj Erscheint jeden Areita Unabhängige Aeikschrift für jnörsche Xolto: „Otrs (ivbl.vs> ist VVnlirheit!“ :| it'illlJlUOviil . . jf!! &aifti<jöii« St 1 - I (iiiltn^t'nnutf : lj 'K.iinlilD! 1,1 Jf ui ■i tViir V’lii*Imiö : i| ,j '»iiii.MilOviu ...» »Im; j j ti lNuvel aber >» ,sc« j Ur. 6. Wie«. 5. Fevrnar 1909 Inhalt: Aus der Woche. dem Judentum. — Julius Just. — Die Weltreligioueu. — Verschiedene Nachrichten. — Jeuilletou: Eine i^ebtIbete Frai — Schülerabeud der Gesaugsschule Siugermauu. i. — Ausrritte aus Ans der Woche. j Von einem eifrigen Leser unseres Blattes erhalten wir! folgende Zuschrift: „Sie haben in der vorletzten Nummer dieses Blattes die Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit ans einen Vorfall im Spitale der Barmherzigen Brüder gelenkt, wo ein jüdischer Kranker unter den Insulten konfessioneller Unduldsamkeit zn j leiden hatte, und heute sei es mir gestattet daraus hinzuweisen, daß. auch in einem jüdischen Spitale, wie nachstehender Fall beweist, auf die religiösen Gefühle eines strenggläubigen Inden keine besondere Rücksicht genommen wird: Im R o t h s ch i l d s p i t a l, wie das Spital der Wiener israelitischen Kultusgemeiude allgemein genannt wird, hatte der Vater einer Patientin, die sich einer leichten Operation unterziehen mußte, gebeten, die Operation nicht am Samstag zu machen, da ein orthodoxer Jude sich am Samstag nicht einmal einen Nagel abschneiden dürfe. Der Bitte wurde aber nicht : willfahrt und die Operation, die ohne jede Gefahr für die Patientin leicht hätte aufgeschoben werden können, trotzdem vorgenommen. Es sei nun gestattet, die Frage ansznwersen, ob es in einem jüdisch e it Spitale nicht möglich wäre, am Samstag nur wirklich unaufschiebbare Fälle zu behandeln, leichtere chirurgische Eingriffe aber an Wochentagen vorznnehmen. oder wenigstens diesbezügliche Wünsche zn berücksichtigen?" * * * Ueber den Widerstand, den die geplame Organisation der österreichischen Juden in Galizien findet, wird aus Lemberg : folgendes berichtet: Am 12. Jänner fand bekanntlich in Lemberg eine Konferenz der Vertreter von 19 jüdischen Gemeinden Galiziens statt. Um diese Konferenz richtig würdigen zu können, muß mau; die jüngsten Ereignisse in den österreichischen jüdischen Gemeinden kennen. Im April vorigen Jahres fand nämlich in W i e n eine Zusammenkunft von Vertretern der jüdischen Gemeinden aus i ganz Oesterreich statt, bei der beschlossen wurde, für Oesterreich eine allgemeine jüdische Organisation zu schaffen. Es wurde damals auch ein Komitee gewählt, das die Statuten ausarbeiten! sollte. Dieses Komitee versammelte sich erst Ende November zur Besprechilng eines Entwurfes von Souuenschein-Troppau. Aber als es zur praktischen Durchführung der allgemeinen jüdischen Organisation kam, sträubten sich die Führer des galizischen Kahals dagegen. Die „Polen mosaischer Konfession" waren wieder einmal gegen eine allgemeine Organisation der j Juden und erklärten unter allerlei nichtigen Vorwänden, sich > dem Beschluß der Konferenz vom April nicht sägen zn wollen, weil diese Konferenz nicht kompetent gewesen sei, einen solchen Beschluß zu fassen. Diese Herren sind es, die nun in Lemberg eine spezielle galizische Konferenz veranstalten, zu der sie bezeichnenderweise von den 250 jüdischen Gemeinden Galiziens ganze 19 (!!) Gemeinden eingeladen haben. Und auch in diesen 19 Gemeinden wurden die Wahlen derartig „geleitet," daß von vornherein die Annahme der vorbereiteten Resolution gesichert war. Der Erfolg entsprach der Sorgfalt der Vorbereitungen. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, in der sich die Konferenz ans verschiedeneii schelnheiligerl Gründen gegen das Projekt einer allgemeinen jüdischeil Organisation ansspricht. Statt dessen wird den galizischen Gemeinden vvrgeschlagen, „sich zum Zwecke des Rechtsschutzes" dem allgemeinen österreichischen israelitischen Gemeindebunde in Wien auzuschließen, außerdem wollen die genannten jüdtscheti Polen einen galizischen Landesverband schaffen, in dem sie natürlich die Oberhand haben rvolleu. Unter dem Vvrgeben, religiöse Streitigkeiten zn vermeiden und die Selbständigkeit der einzelnen Gemeinden und Landesverbände ansrecht zn erhalten, werden also die I n t e r e s s e n der g a l i z i s ch e n Jude n, die dringend eine Gesamtorganisativn der österreichischen Juden fordern, rücksichtslos preisgegebeu und den I u l e r e s s e n einer kleinen C l i q li e geopfert. Glücklicherweise haben die anderen die Gefahr begriffen und ohne sich um die Beschlüsse der Lemberger Konferenz zu kümmern, eilte neue Konferenz ans den 24. F e b r n a r zur Weitersührnng ihrer Arbeit, nämlich der Schaffllllg einer w i r kl i ch e n G e s a m t o r g a n i s a t i o n der österreichische n Juden einberufen. Aus diese Weise ist nun auch den seinerzeit ausgeschiedenen Gemeinden nochmals die Möglichkeit gegeben, sich an der allgemeineu Arbeit zu beteiligen, die mit ihnen oder ohne sie jedenfalls dnrchgesührt werden wird. Es bleibt zn hoffen, daß auch die bisher abseits Stehenden sich nunmehr die Sache reiflich überlegen werden, ob sie durch ihr Fernbleiben ein so großes nild dilrch die Zeitverhältnisse gebieterisch erfordertes Werk weiter stören wollell? Wie wir vernehmen, sind maßgebende lind einflllßreiche Persönlichkeiten am Werke, um die galizischen Widerstände zu beseitigen. * * * Was bisher über die neue bosnische Laudesverfaffung in die Oeffentlichkeit drang, gibt zil der Vermrltung Aiilaß, daß die Versprechungen, mit denen seinerzeit die Deputation der bosnischen Juden vom Reichsfinanzminister Baron B u r i a n

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