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Die Wahrheit · 1908-11-06 · Heft 43 (6.11.1908) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 43 (6.11.1908)
Date
1908-11-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 43. Die Wahrheit Seite 9. (Alle Rechte, auch der Übersetzung, Vertonung, Aufführung, Vorbehalten.) Moses. Oratorium von Dr. D. Leimdörfer, Hamburg. ^Fortsetzung.) 4. Die Sünde des Volkes. Zippora, Josua, Moses, Ahron, Himmelsstimme, Volk. Zippora: Wie schön sind, Jakob, Deine Zelte, Deine Wohnungen, Israel! Gesegnet der Mann, der den Herrn lobpreiset. Sein Weib gleicht der Rebe, sein Hans ist gesegnet! K i n d e r st i m m e n : Wie schön sind, Jakob, Deine Zelte, Deine Wohnungen, Israel! Josua: Wo ist der Meister, wie lang' wird er zögern? Zippora: Moses, mein Gatte, was bleibst Du uns fern? Josua: Moses, den Meister, begehret das Volk. Zippora: Vierzig Tage schon weilet er droben Seitdem der Herr sich offenbart, Vierzig Tage läßt er uns schmachten. I o s n a : Er fehlet im Lager, der Hirte des Volkes. Zippora: Das Zelt der Familie vermißt ihn noch mehr. Ans Sinais Höhen, ohne Trank, ohne Speise, O eile, mein Trauter, o eile bald her. Gerson, Elieser, Zippora ersehnt Dich. D komme, Geliebter, komm in Dein Zelt. Josua: O wehe, Zippora, das Volk ist verwildert, Des Meisters sorgendes Ang' hat gefehlt, Ein Mischvolk zog aus Egypten heraus, Die Sprossen von Heiden, sie schlossen sich au. Sie schrieen zu Ahron: Mache uns Götter Ans Gold und ans Silber, wir beten sie an. Sie brachten ihm Schmuck, er könnt' sich nicht wehren, Geformt hat ein Kalb er, sie wagen's zu ehren. Z i P p o r;a : Entsetzlich! Ein Tiergott! O Moses, mein Gatte, Vergessen der Wnstenwandernng Not. Josua: Vergessend des Göttlichen hehres Gebot, Singen die Gottlosen: Dies sind Deine Götter, Dies aus dem Lande der Knechtschaft die Retter! Zippora: Unselig Volk! O Ahron, o Betörter! Was wird gescheh'n? O Moses, mein Gemahl! Josua: Ich eil' zum Sinai, ihn vorzubereiten, O das; er käme hilfbringend ins Tal! Zippora: Wie bist Du gefallen, Du Stern des Morgens, ie bist Du gefallen aus Himmelshöheu! (Jauchzen des Volkes.) A h -r du: 0 hätt' ich's geahnt! Ich trage die Sünde! Ach Moses, mein Bruder, wie anders es stünde, Wärst hier Du geblieben, o gottlose Schmach! Volk: Dies sind Deine Götter, die Dich geführet Ans Knechtschaft Egyptens, wir beten sie an. Moses: Was höre ich singen, ich fass' nicht die Worte? Josua: Sie beugen dem goldenen Kalbe das Knie. Moses: O Ew'ger, verzeih, wenn die heiligen Tafeln, Die Heiligtümer ich werfe hinab. - Ich kann euch nicht tragen, ihr Steine des Lebens, Mein Volk ist gestorben, ich schaue fein Grab. Gib Rechenschaft Ahron, wie könnt' es geschehen? Ahron: Verroht war das Volk, es spottete Dein. Sie forderten Götter, ich sollt's ihnen formen Ans Silber und Gold und Edelgestein. Ich Hab es getan, nicht ahnt ich die Sünde. Verzeihe mir Gott, verzeihe dem Volk. Moses: Ein eifervoller Gott ist Adonai! Er ahndet die Sünde der Väter an Kindern Bis ins dritte und vierte Geschlecht. O, halsstarrig Volk, wie hast Du gefrevelt! Gibt's eine Sühne für solch' eine Schuld? Ahron: Wehe! Wehe! Volk: Wehe! Wir haben gesündigt! Verdienen des Herrn gerechtesten Zorn! Moses: Ist das meine Herde, bin ich noch ihr Hirte? O Gott meiner Väter, gib mir den Tod. (Volk, wie oben.) Leviten: Dreitausend sind schuldig. Du sollst sie vernichten. Die andern entsühne durch Strafe und Not. Volk: So sei es, die andern entsühne! Ahron: Entsühne! Moses: Wer weiß, ob ich's darf, zu groß ist die Schuld. Doch will ich hinauf znm geheiligten Berge Und flehen für Euch. Bleibt hier in Geduld. (Volk, wie oben.) Josua: O Meister, im Zelt harrt voll Sehnsucht Zippora, Dein Weib, Deine Kinder entbehrten Dich lang. Auf Sinai weiltest Du vierzig Tage — Moses: So spricht der Herr: Wenn nicht mein Bund, Was soll mir dann Liebe, Weib oder Kind? Dort ist mein Zelt, zurück zur Höhe, Daß für Euch ich Entsühnung sind. Vergiebt der Herr, dann komm' ich heim. A h r o n : Legt ab das Geschmeide, bis er gesühnt die Schuld, O Moses, erflehe auch für mich des Ewigen Huld. Moses: Ich tu's, vertrant, verharrt, ich will zum Ewgen fleh'n. Volk und Chor: Herr, lass' uns nicht im Zorne, in Deinem Grimm vergehn! Ö, rette unsre Seele um Deine Gnade: Herr! Moses: Wenn ich in Deinen Augen Gunst gefunden. So zeig mir Deine Herrlichkeit. S t i m m e: Der Lebende kann mich nicht schauen. Doch rufest du mich — Adonai — So führe ich all meine Güte Barmherzig an Dir vorbei. (Moses wie oben. Posaune. Sturm, Donner, Blitz, ein Engel ruft und Engelschöre wiederholen jedes Wort.) „Adonai, der Ewige ist Gott, barmherzig und gnädig, langmütig, von großer Huld und Treue, bewahrt die Liebe für Tausende, verzeiht Sünde, Missetat und Schuld, doch läßt Er nicht ungestraft, denn gerecht ist er in seiner Güte!" M o i e s : Verzeihe, o Herr! Ich habe Dich geschaut? Verzeih' dem Volke, dessen Schuld so groß! Und willst Dn's nicht, weil es Dir nicht vertraut, Lass' sterben mich — von ihm lös' Dich los! Stimme: Ich vergebe nach Deinem Worte. Moses: Allliebe bist Du und Allherrlichkeit! Du bist die Güte, die Barmherzigkeit! Wo ist ein Gott wie Du. ein Gott der Gnade! V o l k u n d C h o r: Kehre zurück zu Deines Gottes Pfade! — Zurück zu Deiner Ruhe, meine Seele, Du bist entsühnt, verziehn Deine Fehle! (Fortsetzung folgt.) Austritte ans dem Judentum. Dirsztay von Dirszta Franz, Baron, Privat, ledig, geboren 29. Jänner 1888 in Dresden. III., Rennweg 25. Dikes Adolf, Hilfsarbeiter, ledig, geb. 29. Oktober 1859 in Wien, 11., Untere Augartenstraße 31. Szabo Jda geb. S t r a ß e r, Private, verwitwet, geb. 24. September 1872 in Wien, UI., Beatrixgaffe 14 b. Szabo Magdalena, geb. 21. März 1902 in Budapest. UI., Beatrixgaffe 14 b. Eisler Martha, ledig, geb. 4. August 1864 in Baden, IU., Strohgaffe 24. S t e t t n e r I o s e f i u e, ledig, geb. 21. Juli 1885 in Prag, X.. Triesterstraße 19. Frank Demeter. R. v.. verwitwet, geb. 20. Juli 1829 in Hoäitz, 1.. Grillparzerstraße 5. Süß Regina. Private, ledig, geb. 1. Dezember 1879 in Proßnitz, XII., Aichholzgaffe 32. Stux Ludwig, Komptoirist, ledig, geb. 28. Mai 1880 in Wien, XX., Wasnergaye 31. Pick Moritz Michael Franz. Cand. ehern., geb. 7. November 1886 in Prag. Ul., Ärenbergring 19.

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