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Die Wahrheit · 1908-07-10 · Heft 27 (10.7.1908) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 27 (10.7.1908)
Date
1908-07-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 27. Kundmachung betreffend die Errichtung von Mipi iiir m Honen mriaoe. Vom Vorstande der Israel. Kultusgemeiude wird hiemit zur Kenntnis gebracht, dass zur Errichtung temporärer Betlokalitäten für die hohen Feiertage durch Vereine und Privatpersonen im Sinne des § 79 des Statutes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde die Bewilligung des Kultusvorstandes einzuholen ist und dass liiefür folgende Normen festgesetzt wurden: 1. Die mit einem Kronen-Stempel versehenen Gesuche um Bewilligung sind bis längstens 10. August d. i. im Einreichungsprotokolle der^israelitischen Kultusg^meinde, I., Seitenstettengasse Nr. 4, lll. Stock, zu überreichen. Später einlangmde Gesuche werden zurückgewiesen. Auf nicht entsprechend belegte Gesuche wird keine .Rücksicht genommen. 2. Die Gesuc»<steiler haben für sich und die zu verwendenden Vorbeter (d:e Namen derselben sind in dem Gesuche anzugeben) genaue Ausweise über Charakter, Moralität und Befähigung zu erbringen. 3. An weibliche Personen wird weder direkt noch indirekt eine Bewilligung erteilt. 4. Die als Betlokale eiuzurichtenden Räume müssen sich iür diesen Zweck vollkommen eignen und ist die Zustimmung des Vermieters, sowie des Hauseigentümers zur diesfälligen Verwendung schriftlich beizubringen 5. Wohnungen uud andere .Lokale dürfen nur dann zur Abhaltung des Gottesdienstes verwendet werden, wenn sie vollkommen ausgeräumt sind und au den Festtagen ausschliesslich für den erwähnten Zweck benützt werden. 6. Oie Errichtung eines temporären Betlokales in der Nähe von ständigen Bethäusern wird nicht bewilligt. 7. Der Vorstand beabsichtigt für den gegenwärtigen Bedarf an temporären Bethäusern durch eigene Massnahmen vorzusorgen und«wird demgemäss nur im Falle tatsächlichen Bedürfnisses die Genehmigung für ein temporäres Bethaus an Private erteilen. Ein Ankauf von Betsitzen seitens der Kultusgemeinde ist nicht zu gewärtigen. 6. An Unternehmer, welche nicht in den letzten drei Jahren die Bewilligung zur Errichtung eines Minjau hatten und an solche, denen schon im Vorjahre mitgeteilt wurde, dass die ihnen gegebene Bewilligung eine ausnahmsweise war und nicht mehr erneuert werden wird, kann eine Genehmigung nicht erteilt werden. Ebenso wird eine Bewilligung für neue Lokale nicht erteilt. 9. Die Bewilligung wird den Betlokal-Inhabem nur unter der Bedingung erteilt, dass dieselben der Kultusgemeinde für unbemittelte Personen (Männer und Frauen) zusammen den zehnten Teil der von der Behörde genehmigten numerierten Sitzplätze unentgeltlich zur Verfügung stellen. 10. Der Text einer etwa beabsichtigten Annonzierung oder Plakatierung ist dem Gesuche zur Genehmigung anzuscbliessen. Es ist Pflicht einer jeden Partei, für eine entsprechende Polizei- Aufsicht auf eigene Kosten zu sorgen. Als „Hausandachten“ werden nur jene gottesdienstlichen Uebnngen betrachtet, welche ohne jegliches Entgelt, lediglich Familienangehörigen zugänglich sind. Wien, im Juli 1908. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde. Verzeichnis der Verstorbenen vom 28. Juni bis inklusive 4. Juli 1908. Rudolf Pollak, Weißnäherinskind, 5*/, Monate. Samuel B ruinier, Privat, 84 I. Edmund Ungar, Kaufmann, 66 I. Karoline Schiller, Agentenswitwe, 63 I. Pepi Schwadron, Private. 55 I. Sigmund Jonas, Reisender, 63 I. Peysik Barsch, Kommissionär, 37 I. Julie Rosenfeld geb. Schlesinger, Agenteusfrau, 52 I. Rosa Benziou geb. Steiner, Kaufmannswitwe, 88 I. Ziypora Lekowitsch geb. Fellner, Lehrersfrau, 54 I. Katharina Klein geb. Schwarz, Fleischhauersgattin, 75 I. Emanuel Baumaun, Gutsbesitzer, 63 I. Eva Burg, Dieustmannskind, 7 I. Amalia Schwarzbartl geb. Lustig, Hebamme, 76 I. Julie Paschkes geb. Goldberger. Berus unbekannt, 71 I. Rosa Meijel, Tisch lergehilfenskind, 1 I. Simon Grüngold, Privat, 74 I. Siegfried Löwenthal, Braunttveiuerskind, 3 Monate. Moritz Grimberg, Kaufmann, 48 I. Grete Amigo, Kaufmannstochter, 21 I. Rosa Blatter, Näherin, 40 I. Hermme Karg geb. Sonnenberg, Kaufmannsgattin, 63 I. Eduard Koppl, Handlungsreisender, 48 I. Elkan Propper, Pflegling, 49 I. Elka Rubiufeld geb. Hofsner, Schänkersgattin, 31 I. Manes Obst, Dienftmann, 43 I. Julie Kohu, Spänglersgattiu. 46 I. Franziska Kominik, Pflegling, 7 I. Adeline Löwy geb. Kollmann, Private, 87 I. BOY-REEFER K 22.— Mädchen-Kostüm K 18.—, Mntrosen-Anzilg K 13.—, Knabeu-Ulster Iv 18. Alles reine Schafwolle. Jacob R v t hv er g e r, k. u. k. H v f l i e s e r a n t, Wie n, L, Stefansplatz 9. Für die hiesige Synagogen-Giemeinde werden gesucht. Gehalt, je nach den Leistungen, 40, 50, 60 Mark monatlich und darüber. — Baldige Meldungen sind zu richten an Ed Birnbaum, Oberkantor der Synagogengemeinde Königsberg (Pr.) Schnürlingstrasse 25. ,.Schir Chodoscli“ in Pozsony. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, TI., Tuborstraße 59 A111 4. Juli 1908 standen in Porinerknng: l. Klasse: M a n n e l! e '.>1 r bei: e r. 2 Anstreicher 2 Auspapper 2 ma° r 8 Brauiweiiwerschleißcr 5 Buchbinder 1 Buchdrucker 1 Bürstenbinder 1 Cartonnag earbeiter 3 Glaser 3 Gotdarbener 18 Hanskiiechle.eUeswans- „. B„>e,l„d,e„ei 31 Hilfsarbeiter 1 Hulinacher r Kellner 2 Kiiisme: 3 Lausvuri'che 3 Lederzurichter 4 Magazineure 1 Maschinisten und Heizer 2 Monieur 7 Len lasse: 3 Schneider 2 Svengie: 2 Tavezierer 6 Tischler 8 Uhrmacher 2 Zimniermaler Tüchtige uud verlässliche Hausbesorger. 11. Klasse: Kausmü niiiictie Ang e stell re. 8 Buchhalter und Korrespondenten Iv Kanzlisten und Lchreider ’ 52 Koiiuuis diverser Branchen. 8 Manipulanten und Expedienten 20 Koinmoiristen und Slrazzisten 4 Vlayngeiuen und -Berirerer 4 Znkanauien 6 Neiicnd-. Weibliche Abteil n n g. 2 Bonnen und Kindergärtnerinnen 2 Hilfsarbeiterin o Kouiploiristinneu u. Kanzlistlnueu 4 Praktikantinnen 7 Komptoiristl». Ans. . 16 Lerkänierlililcn diverier Branchen 7 Dienstmädchen 2. Verschleißerin Iv Gxpedienlinne» und Manipulantinilen 3 Wirthschafterin u. Stütze d. Hausfrau Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 4. Juli 1908 22.307 Vermittlluigen durchgeführt. M. I,. Biedermann Waisen-Stiftung. Es wird hiemit verlautbart, dass aus den Zinsen der obgenanuten Stiftung für das Jahr 1908 ein Betrag von K 5900 zur Verteilung gelangt. Um Beteilung aus diesen Stiftungserträgnissen können sich hilfsbedürftige Waisen bewerben, welche das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und direkte Nachkommen der ursprünglichen Stifter, der Herren M. L. Biedermann, Simon Biedermann, Josef Biedermann jun., Hermann Biedermann, Anton Biedermann, Josef Biedermann sen., Samuel Biedermann, J. Goldschmidt, S. J. H. Goldschmidt, J. L. Hofmann Edler von Hofmannsthal, Aron Hermann, R. M. Kaula, Jakob Löwy, .J. H. Mannheimer M. Stross, H. Edler von Wertheimstein uud der Frau Amalie Lang sind. Um den nach .der Verteilung etwa verbleibenden Rest des Stiftungsertiägnisses können sich hilfsbedürftige israel. Waisen be werben, welche das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und deren verstorbene Väter Mitglieder der israel. Kultusgemeinde in Wien waren. Die mit dem Geburts-, Verwaudtschafts-, Armnts- und Sittenzeugnisse belegten Gesuche sind bis längstens 31. Juli 1908 im Eiureichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I. Seiteustettenga8se 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlieh verabfolgt werden, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforder lieh; es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht Berücksichtigt. Der Vorstand Wien, 1. Juli 1908. der israel. Kultusgemeinde Wien. Eigentümer uud Herausgeber I. Bauer. — Chefredakteur Dr. M. Löwy. — Verantwort!. Redakteur Alois Kulka Druck von Morir Waizuer <fc Sohn. Wien, IX., Kolingaffe 11 (Telephon 15.802).

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