Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1908-05-22 · Heft 20 (22.5.1908) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 20 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063418-3063438--05466-3072390
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Sette 8. Nr. 20. Die Wahrheit stücke. Angabe der Gebetordnung. Bekanntmachung mit dem Inhalte der dnrchzunehmenden Gebetstücke: 1. Hallel. 2. Die zwei Gebete für Mussaf Bosck-ckodesch. 3. Die Gebete für Scholosckregolim, a) Maariw ttiib Kiddusch, b) Sckachrith, c) Mussaf, d) Mincha und Hawdalah. HI. Ueberfetzen und Memorieren. Wiederholung aller auf den früheren Stnfen übersetzten und memorierten Stücke. Dazu neu: I. Haschiwenu. 2. Reeh weonjenu. 3. Boruch olenu. 4. Schema kolenu. 5. bis inklusive Nr. 23 Owinu mal kenn. 6. Ato wecliartonu. IV. Deutsche Bibellektüre. m. Buch Moses: Kapitel 9, Vers 1—4; Kapitel 9, Vers 11—18; Kapitel 9. Vers 30-37. Psalm: 90, 104, 113, 114, 117, 118, 121, 123, 126, 127 miD 137 (mit Ausschluß der letzten 2 Verse). Jesaia: Kapitel 2, Vers 1—5; Kapitel 11, Vers 1—10; Kapitel 58, Vers 1—14, Jeremia: Kapitel 17, Vers 1—15. Dritte Klasse. I. Biblische und nachbiblische Geschichte. Wiederholung des geschichtlichen Stoffes bis zur Zerstörung des ersten Tempels. Ueberblick über die hervorragendsten Momente der Geschichte der Juden bis auf die neueste Zeit mit besonderer Berücksichtigung der Juden in Oesterreich und Wien und zwar: 1. Johannes Hyrkan, Synhedrion, die Pharisäer, Saducäec und Essüer. 2. Hyrkan H. und Aristobul. Einmengung der Römer. Herodes. 3. Die Landpfleger. Zerstörung des zweiten Tempels, Untergang des Reiches. 4. Hillel und Schamai. R. Jochanan ben Sackai und seine Schüler. R. Gamliel II. 5. R- Akiba. Bar Kochba. Die Märtyrer. 6. Die Mischna und der Talmud. 7. Saadia Gaon. Die Karäer. Die Juden in Arabien. Die Chazaren. 8. Die Inden in Spanien. 9. Moses Maimonides. 10. Die Juden in Frankreich, Raschi. 11. Die Vertreibung der Juden aus Spanien. Isaak Äbravanel. 12. Die Juden in Deutschland. (Die Kreuzzüge. R. Maier aus Rothenburg.) 13. Die Juden in der Türkei und in Italien. (R. Josef Karo, Sabbatai Z'wi). 14. Die Juden in England und Holland (Menasse ben Israel). 15. Die Juden in Polen und Rußland. 16. Die Juden in Oesterreich: a) in Wien und Niederösterreich. 17. b) in den einzelnen Kronländern. 18. Moses Mendelssohn und die neueste Zeit Hiezu noch das jüdische Kalenderjahr und gelegentliche Erklärung der Fest- und Fasttage insbesondere bei ihrem jeweiligen Eintritte. II. Religionslehre. Erklärung des Dekalogs. Bibelkunde (Jona und Hiob). Der Gottesdienst. Die Pflichten: a) gegen Gott, b) gegen den Nebenmenschen, c) gegen das Vaterland, d) gegen sich selbst. Die messianische Zeit. HL Hebräisch Lesen. Hebungen im Gebrauche des Gebetbuches, insbesondere im Aufsuchen der bereits durchgenommenen Gebetstücke. Angabe der Gebetordnung. Bekanntmachung mit dem Inhalte der durchzumächenden Gebetstücke. 1. Gebete für Bosch haschonoh: a) Maariw, b) Schachris, c) Mussaf, d) Mincha. Kiddusch und Hawdalah. 2. Gebete für Jom Kippur: a) Maariw, b) Schachris, c) Mussaf, d) Mincha, e) Neilah. IV. Ueberfetzen und Memorieren. Wiederholung der auf den früheren Stufen übersetzten und memorierten Stücke. Dazu neu: Der Rest von Owinu malkenu Uwchen, und zwar alle fünf Teile, Elohenu welohe awossenu mechal laawonossenu. V. Deutsche Bibellektüre. a) Pentateuch: V. B. M.: Kapitel 5, Vers 1—18; Kapitel 10, Vers 12—22; Kapitel 22, Vers 1—10; Kapitel 24, Vers 10—22; Kapitel 34, Vers 1—12. b) Sprüche Salomos: Kapitel 1, Vers 1—9; Kapitel 6, Vers 1—11, 20, 21, 22, 23; Kapitel 31, Vers IO—31. c) Ezechiel: Kapitel 33, Vers 1—20; Kapitel 37, Vers 1—28. d) Sprüche der Väter: Abschnitt 1, Mischna 2, 3, 6, 12; Abschnitt 4, Mischna 1/3, 4. 8, 27, 28. Das Sebril und Wirken der Inden in Oesterreich in normarstichrn Zeiten. Ein Beitrag zur Kultur- und Sittengeschichte. Von Dr. M. H. Friedländer. (Fortsetzung.) I. Die Zeremonien und Bräuche bei der Geburt e i n e s K i n d e s. Sobald das jüdische Kind das Licht der Welt erblickt hatte, mußten an Türen, Fenstern und Betten Amulette, die sogenannten „Kindbett-Briefchen" angebracht werden, um sowohl die Wöchnerin als das Kind gegen Dämonen, von welchen sie nach der Anschauung der Alten bedroht waren zu schützen. Der 121. Psalm, wie die Worte Lilis, Adam, Eva, Sansami, Simangaluf nebst dem biblischen Vers: „Eine Zauberin sollst du nicht leben lassen", der in beit möglichen fünf Versetzungen hingeschriebeu wurde, bildeten den Inhalt dieses Amulettes. Der Ursprung dieses Brauches ist im Psendo-Sirach zu finden. Am ersten Freitag-Abend nach der Geburt eines Knaben ward ein kleines Familienfest, „Sachar" genannt, im Hause desjungen Weltbürgers veranstaltet. Verwandte, Freunde und Bekannte der Eltern des Neugeborenen, die im Namen derselben durch den Gemeindediener beim Sachor zu erscheinen, geladen wurden, nahmen umsoweniger Anstand, dieser Einladung Folge zu leisten, als ihnen hiedurch Gelegenheit geboten wurde, ihre Glückwünsche darzubriugen. Mit Pfefferkücheln, „Beigel" genannt, abgesottenen Erbsen und Wein, wurden die Gäste an diesem Abende bewirtet. Eine besondere Furcht vor den Dämonen hatte man am Vorabende des Beschneidungssestes. Das Beschneidnngsmesser wurde an diesem Abende der Wöchnerin ins Bett gegeben, damit es ihr und dem ueugebornen Knaben gleichsam als Schntzwaffe gegen Unholde diene. Sowohl der Mohel, Beschneider, als die nächsten Verwandten wurden geladen, diesen Abend bis nach zwölf Uhr im Hause der Wöchnerin zw verweilen. Man nannte diese Nacht „Wachnacht". N. Jesaias Hurwitz äußert sich über diesen Usus in seinem Werke „Sehelah" in folgender Weise: Es heißt nämlich in der Thora: „Hüte dich und wahre dein Leben"; es ist daher Pflicht^ das neugeborene Kind zu bewachen, damit es ja nicht der Raubgier der blutdürstigen Kindesmörderin „Lilis" preisgegebeu sei. Man wache daher in den ersten Nächten vor der Beschneidung bei der Wöchnerin und beschäftige sich da mit dem Studium der Gotteslehre, besonders aber sei man in der Nacht vor dem Beschneidungstage auf der Hut, da die bösen Geister „Klippot" an diesem Abende am gefährlichsten sind. Dieser Usus war übrigens schon bei den alten Deutschen zu finden; auch sie ließen aus ähnlichen Gründen bei Wöchnerinnen wachen. (Vgl. Grimms Mythologie, Anhang, S. 87.) Jede Beschneidung fand in der Synagoge am achten Tage nach der Geburt des Knaben nach abgehaltenem Morgengottesdienste statt, dadurch wurde das Familienfest zum Festeder ganzen Gemeinde. Ein oder zwei Beschneider, der Gevatter und der Vater des Kindes, „Baal Berit", spielten bei diesen! Akte die Hauptrollen. Während der „Mohel" seine Funktion vornahm und der „Baal Berit" die übliche Benediktion sprach, respondierten die Anwesenden im Chore: „Wie das Kind heute eiugetreten ist in den Bund, so möge es in der Erkenntnis und Furcht Gottes vorwärtsschreiteu und zu allen Segnungen des Lebens von Gott bedacht sein." Zu Ehren der Beschneidungsfeier wurde die Morgenliturgie „Schacharit" an Wochentagen abgekürzt. Gebete, welche an Tagen erfreulicher nationaler Erinnerungen nicht verrichtet werden, wurden auch am Beschneidungsmorgen weggelassen, und wenn an diesem Tage zufällig aus der Thora gelesen wurde, hatte der Gevatter, „Sandek" genannt, das Vorrecht, zur Thora gerufen zu werden. Der „Mohel" trat in der Regel, nachdem er das „Wecharot" und „Os Joschir" gesungen, vor die heilige Lade, um an diesem Tage auch als Vorbeter zu fungieren. Nach beendetem Morgeugottesdienste wurde vom.Synagogendiener die Beschneidnngsbank, die zwei Sitze hatte, von denen der eine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.