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Die Wahrheit · 1908-05-22 · Heft 20 (22.5.1908) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 20 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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d|r|cit Redaktion „. tfibiittitifirntioit Wien. 11/, RvvnragllsjL 27. TrifliDuu bcv H<riirf»ret 15SOS Anakhängige Aeitschrift für Mische |j i«aiiziäl>rig . . . » >». —! Hatbjävrl« .St. 7 — K. k. österr. Postsparkassa- Scherk-Konto Nr. 100.918. Interessenij j Fiii (£iiltii*t>r<iuite: Die viermal gesvalteu- ’j (61,I1I,,HU1 ig M >» Noiivareille-Zeiie s.-> Heller. «Domicmciita« n. Jnici iionr- Erscheint jeden Kr ei tag. iViir VluSImiö : betrage sind in Wien zahlbar J (61,11111,11)111) . . . * Murk 1111 b klagbar. Motto : „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!“ 1 ii iltiiDel oder >a ftc«. 20 Wien. 22. Mai 1008. Ztttialt: „Für das Kind." — Zu den Beschlüssen des jüdischen Gemeindetages. — Rechnungsabschluß der Wiener Kulrusgemeiude. — Lehrplan- . Entwurf für den israel. Religionsunterricht an den Bvlks- und Bürgerschulen in Wien. — Das Leben und Wirken der Juden in Oesterreich in vormärzlicheu Zeiten. — Die Erforschung der Falaschas. — Berschiedene Rachrichten. — Feuilleton: „Versöhnte Feinde." Wir ersuchen um freundliche Einsendung des Abonnementsbetrages und bitten gleichzeitig jene geehrten Abonnenten, welche Sommerfrischen oder Kurplätze anfsuchen, uns rechtzeitig die genaue Adresse anzuzeigen, damit ihnen das Blatt dorthin regelmäßig zngesendet werden kann. Die Administration. „Für das Kind." Die Völker Oesterreichs rüsten sich, das fechzigjährige Regiernngsjnbilünm Sr. Majestät des Kaisers getreu dem Wunsche des erhabenen Monarchen durch Werke edler Nächstenliebe zu feiern, die dem W.ohle des Kindes gewidmet sein sollen. Wie immer, wenn es gilt, Patriotismus und treuen Bürgersinn zu bekunden, werden unsere jüdischen Mitbürger! gewiß auch diesmal nicht znrückstehen und getreu ihrem tradi-! tionellen Wohltätigkeilssinne, jeder nach seinen Kräften, am Altar! der Nächstenliebe ihr Opfer darbringen.! Da sei es uns nun gestattet, die Aufmerksamkeit auf den! Verein zilr Errichtung und Erhaltung von Horten für schulj pflichtige Kinder in Wien zu lenken, der sich die Aufgabe stellt,! in seinen Horten die ärmsten jüdischen Schulkinder durch Be- I aussichtigung, Verköstigung, Erziehung und zweckentsprechende Beschäftigung, der Not und dem Elend, den schädlichen Einflüssen der Gasse, der Entsittlichung irnd Verrohung zu entreißen, um sie zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden. Angesichts des furchtbaren Kindereleuds in Wien können die fünf Horte, welche während des zweijährigen Bestandes des Vereines errichtet wurden —. es sind in diesen 260 Kinder untergebracht — nur als Anfang des angestrebten Werkes angesehen werden. Das Jubeljahr Sr. Majestät des Kaisers soll nun für Ausgestaltung dieser dem Wohle des Kindes gewidmeten Institution Ansporn und Förderung sein. In diesem Sinne hat der israelitische Humanitätsverein Eintracht „Bnai Brith" in Wien, dem die -genannte Institution Gründung und Patronanz verdankt, als Grundstock eines aufznbringenden Kaiser Franz Joses-Jubilänmssondes zur Errichtung von Kinderhorten den Betrag von X 10.000 gestiftet. Wir richten nun au alle jüdischen Mitbürger den warmen, innigen Appell, zur Stärkung dieses Fondes nach Kräften beizutragen. Jede, selbst die kleinste Gabe, wird dankbarst angenommen und ansgewiesen. Schließt sie ja die Erfüllung des Wunsches in sich, den unser geliebter Kaiser in edelsinnigster Weise als Impuls für" das schöne Werk der Kindersürsorge ausgesprochen hat. Mögen Opferwilligkeit und Nächstenliebe im Jubeljahre die Ansgestaltnng und Erweiterung dieses begonnenen Werkes veranlassen, zum Wohle der großen Zahl schütz- und fürsorgebedürftiger armer Kinder des jüdischen Proletariates. Spenden wolle man an den „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien," IX., Universitätsstraße 4 oder an die Kassa der israelitischen Kultusgemeinde Wien, gütigst senden. In den Beschlüssen des jüdischen Gemeind etages. in. Mag nun die eine oder andere Form der Pensionierung und Witwenversorgung angestrebt werden, die Berechnungen sind nach jeder Richtung hin genau und auf streng mathematischer und wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut worden und bieten die vollste Gewähr, daß der Pensionsfond, einmal in's Leben gerufen, auch zu jeder Zeit den an ihn gestellten Anforderungen gerecht werden kann. Ja, es wurde ganz besonders daraus Rücksicht genommen, daß nicht durch allzu optimistische Ausstellungen oder durch ein Verkennen der großen Schwierigkeiten Hoffnungen geweckt werden, die sich in früherer oder späterer Zeit als unrealisierbar erweisen. Um die Gründung eines Pensionsfondes mir möglichster Objektivität zu besprechen, haben wir uns bisher jeden Urteiles über die einzelnen Formen der Pensionirnng und Witwenversorgung enthalten, zu einem Punkte jedoch glauben wir im Interesse der Sache selbst Stellung nehmen zu müssen. Die Frage, ob die Witwenversvrgnng durch Witwenpensionen oder durch einmalige Kapitalsleistungen an die Witwen angestrebt werden soll, wird gewiß mannigfache Diskussionen Hervorrufen und in verschiedenem Sinne beantwortet werden, aber gerade darum glauben wir mit unserer Ansicht hierüber nicht zurückhalten zu dürfen. Witwenpension ist ein schönes Wort, eine verlockende Aussicht, aber in geringem Maße gegeben, bewährt sie sich in der Praxis zumeist nicht. Von K 820 oder mit K 240 jährlich kann eine Familie nicht leben, nnd darum sind, abgesehen von den großen Opfern, die Witwenpensionen erfordern, auch vom sozial-ökonomischen Standpunkte die einmaligen Kapitalsleistungen vorznziehen. Erhält eine Witwe auf

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