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Die Wahrheit · 1908-02-21 · Heft 8 (21.2.1908) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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dir. 8. Die Wahrheil Lette 11. HZ er söhnte Jein de. Bon Babette Fried. (Fortsetzung.) Gleichmäßig, im steten Einerlei, das nur von heiteren Spielen und fröhlichem kindlichem Genüsse unterbrochen wurde, -verflossen dem Kinde die ersten Lebensjahre. Zu der Zeit gerade, als davon gesprochen wurde, daß für den aufgeweckten Ludwig der wirkliche Unterricht beginnen müßte, trat ein Ereignis in sein Leben ein, welches eine gänzliche, wenn auch nicht unangenehme Umgestaltung in seiner Lebensweise her- Dorrief. Es war eine Depesche.gekommen, nach deren Empfang die Tante sofort abreiste, den kleinen Ludwig zum ersten Male allein lassend, oder eigentlich ihn der Obhut seiner alten Wärterin anvertranend. Lange dauerte es, bevor sie znrücklehrte, so lange, daß der kleine Ludwig seine Sehnsucht nach der Tante nicht mehr unterdrücken konnte, und znm größten Verdrnsse seiner Wärterin oft sehr ungeberdig wurde und nach der Tante rief, weinte und schrie. Als es mit dem Kinde säst nicht mehr znm Anshalten wurde, erschien endlich die heißersehnte Tante. Ihr erster Weg, nachdem sie ans dem Fiaker gestiegen und sich der Reisekleider entledigt hatte, war ins Kinderzimmer zu ihrem Ludwig. Derselbe wollte sich mit kindlichem Ungestüm der so schmerzlich vermißten und wiedergekehrten Tante um den Hals werfen, aber erschreckt wich er zurück, als er die sonst so heitere, lebhafte Dame erblickte im langen, schwarzen Trauerkleide, das Antlitz bleich und vergrämt, die schönen Auge trübe und vom Weinen rot umrändert. Die Worte: „Tante, was hast Du mir mitgebracht," erstürben ihm auf den Lippen. Die Tante beugte sich zu ihm herab, nahm ihn ans den Arm und sagte, ihm das Haar ans der Stirne streichend, mit gütigen Worten: „War Dir bange um mich, mein Lndi?" „O, sehr!" rief er ermutigt ans, „was hast Du .mir mitgebracht, Tante?' „Etwas sehr Schönes, Lndi," antwortete die Tante mit mattem Lächeln. „Denkst Du noch daran, mein Lndi, wie Du Dir immer so ein kleines Schwesterchen gewünscht hattest, mit dem Du spielen könntest, daß Du so gern, so ganz gerne haben würdest? Magst Du jetzt noch so eines? ' „O ja, Tante! Hast Du mir so eines mitgebracht?" „Ja, komme, Dir es anschauen." Sie faßte den erwartungsvoll dreinschanenden Knaben bei der Hand, in der anderen behielt er das Spielzeug, mit dem er eben, seine Zeit gekürzt, und führte ihn in das Schlafzimmer, wo die Wiege mit den dunkelgrünen Vorhängen ausgestellt war, dieselbe Wiege, in der er selbst einst gelegen. Die Vorhänge waren znrückgeschlagen und ans einer Flut blendendweißer Spitzen sah ein winziges Köpfchen hervor. Eine Weile war der Knabe erstaunt stehen geblieben, daun warf er das schwere hölzerne Spielzeug, das er in der Hand hielt, weit von sich, um sich mit gewohntem Ungestüm aus sein neues, lebendes Spielzeug, als welches er das in seiner Wiege schlummernde Kind ansah, zu stürzen. ..Still, Lndi," mahnte die Tante, „daß Du das neue Schwesterchen nicht ausweckst. Gefällt es Dir? Und wirst Du es stets gerne haben, mein Kind?" ..O ja, sehr!" Und der Knabe hat Wort gehalten. Dora wurde sein Liebling, später seine Gespielin und endlich die Vertraute des älteren Knaben- und als er sein Studium beendet hatte und den Doktorgrad erworben, wurde er in die Pläne der fürsorglichen Tante eingeweiht und von da an machte er sich mit dem Gedanken vertraut, in dem schönen, geistreichen und herzensguten Mädchen seine künftige Lebensgefährtin zu sehen. Der ansgebrochene Krieg hatte die geplante offizielle Verlobung verschoben; jetzt war Frieden geworden; er hatte nicht nur eine Stellung erlangt, welche ihm die Gründung eines eigenen Herdes gestattete, er war auch sonst für seinen hervorragenden Pflichteifer, für seine ungewöhnliche Hingabe im Dienste der Krankenpflege ansgezeichnet worden. Jetzt werde die Tante, das sagte er sich selber, auf die Erfüllung ihres langjährigen Herzenswunsches drängen, und da hieß es die eigenen Wünsche und Hoffnungen tapfer zurückzudrängen und als rechtschaffener Mann zu handeln — nämlich der Tante all ihre aufopfernde Liebe gegen ihn damit zu lohnen, daß er ihr zweites Pflegekind als Gattin nehme. Er war fest entschlossen, dies zu tun; er wollte die Liebe zu dem schönen Böhmerkind^, welche unterdessen in seinem Herzen Platz gegriffen, männlich unterdrücken, und feiner Base Dora ein rrener, aufmerksamer Gatte werden, wie er es der Tante vor dem Kriege versprochen halte. (Forts, folgt.» V olkswirtschaft. K. k. priv. Oesterreichische Credit-Anstalt für Handel u. Gewerbe. Die 52. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der k. k. priv. Oesterreichischen Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe findet Freitag, den 3. April d. J., abends 5lj2 Uhr, im grossen Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines (I., Eschenbachgasse 9> statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. ,J ahresbericht des Verwaltungsrates. 2. Bericht des Revisionsausschusses über den .Rechnungsabschluss des Jahres 1907 und Beschlussfassung über denselben. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1907. 4. Beschlussfassung über die Wahlen in den Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1908. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmeu wünschen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien samt Kupons oder die deren Stelle vertretenden Depotscheine der Anstalt spätestens am 6. März d. J. als dem statutenmässigeu Endtermine zu deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Anstalt (I., Am Hof 6), an Wochentagen von 9—12 Uhr, in Bozen, Bregenz, Brünn, Feldkirch, Gablonz, Görz, Innsbruck, Karlsbad, Laibach. Lemberg, Mähr.-Ostrau.Oimütz, Pola, Prag, Reichenberg, Teplitz, Triest, Troppau, und Warnsdorf bei den Filialen der Anstalt; in Budapest bei der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank: in Berlin bei der Direktion der Diskonto- Gesellschaft oder bei der Bank für Handel und Industrie oder bei 8. Bleichröder oder bei Mendelssohn & Co.; in Breslau bei dem Schlesischen Bankverein oder bei E. Heimann: in Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Abteilung Dresden; in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft oder bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie: in Hamburg bei L. Behrens & Söhne oder M. M. War bürg & Co. oder bei der Norddeutschen Bank in Hamburg; in Köln bei Sal. Oppenheim jr. & Co.; in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Kredit- Anstalt; in München b. d. Bayerischen Hypothekenu. Wechselbank oder bei Merk, Fink & Co.: in Paris bei De Rothschild Freres. Die Aktien oder Depotscheine sind arithmetisch geordnet bei der Unterzeichneten Anstalt mittelst einer einfachen, bei den auswärtigen Deponierungsstellen mittelst doppelter Konsignation einzureichen. Dein Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien oder Depotscheine rückgestellt werden. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Mehrere Besitzer von weniger als fünfundzwanzig Aktien können aus ihrer ' Mitte einen gemeinschaftlichen Bevollmächtigten ernennen, der an der Generalversammlung teiinelnneu kann, wenn die Zahl der von ihm vertretenen Aktien wenigstens fünfundzwanzig beträgt. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen anderen stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er die betreffende, auf den Namen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen und eigenhändig zu unterschreiben. Diejenigen Herren Aktionäre, welche hienach in den Besitz von durch Vollmacht übertragenen Stimmen gelangen, haben die an sie übertragenen Legitimationskarten (Vollmachts- Urkunden's spätestens einen Tag vor der Generalversammlung der Direktion einzuhändigen. Dieselben werden demzufolge eingeladen, die eigenen und die an sie übertragenen Legitimationskarten vom 26. März bis inklusive 2. April d. J. in der Liquidator der Anstalt während der oben erwähnten Amtsstunden abzugeben, wogegen ihnen eine die Gesamtzahl der von ihnen zu führenden Stimmen ausweisende Legitimationskarte ausgefolgt werden wird. K. k. privilegierte Allgemeine österreichische Boden-Credit- Anstalt. Die dreiundvierzigste ordentliche Generalversammlung der k. k. privilegierten Allgemeinen österreichischen Boden -Credit -Anstalt findet am 7. April 1908 in Wien, I., Teinfaltstrasse Nr. 8, vormittags 10 Uhr, statt. V e r h au dlitngsgegeu stände: <a Bericht des Gouverneur-Stellvertreters: bi Bericht der Zensoren : e Beschlussfassung über die Gesellschaftsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes (Art. 48. 55 und 56 : </) Wahl von Verwaltungsräten; e) Wahl eines Zensors. In dieser Generalversammlung sind jene Herren Aktionäre stimmberechtigt, welche mindestens einen Monat vor dem Zusammentreten derselben, daher bis längstens 7. März 1. J.. fünfzig Aktien nebst Kupons im Sinne des Art. 13 der Statuten bei der Kasse der Gesellschaft in Wien Teinfaltstrasse Nr. 8) oder in Paris (Place Vendöme Nr. 16) deponieren.

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