Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1908
- Issue
- Heft 3 (17.1.1908)
- Date
- 1908-01-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 8. Die Wahrheit Nr. 3. die sich in der zahlreichen Teilnahme an dem Leichenbegängnisse, das Sonntag, den 12. d. M., siarrsand, manifestierte. Die kantorale Funktion versah Herr I. Kantor Serebrenik mit dem Chorpersonale und Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt der Dahingeschiedenen einen ihre mannigfachen Tugenden würdigenden Nachruf. Wien- Nach längerem Leiden ist Montag, den 13. d. M., der Industrielle kais. Rar Solomon Kob n berge r, eines der geachletsten und opferwilligsten Mitglieder der Wiener Knltusgemeinde, gestorben. Das Leichenbegängnis fand Mittwoch, den 15. d. M., vom Trauerhause, IX., Liechtensteinftraße 44, unter überaus zahlreicher Teilnahme nach dem Zentralsriedhofe statt. Das Präsidium der Kultusgemeinde. Abordnungen zahlreicher Vereine, denen der Verblichene seine Förderung angedeibeu ließ, und viele Industrielle gaben ihm das letzte Geleiie. Die kautorale Funktion im Haufe und am Friedhofe versah Oberkantor Singer unter Assistenz der ersten Kantoren Schiller und I u r b e r g e r, und am Grabe gedachten Vertreter der Arbeiterschaft aus den Fabriken Odrau und Kreuzberg in rührenden Worten ihres verblichenen Fabriksherrn. Auch die Stadt Odrau hatte eine Abordnung der Gemeindevorstehung zur Leichenfeier entsendet. Wieu-Floridsdorf. (I s r. Frauen-Wohltätigkeit s- R e r e i n.) Im S'.tznngssaale der isr. Kultusgemeinde, Wien, XXI., fand Mittwoch, den 8. d. M., unter dem Vorsitze der verdienstvollen Präsidentin Frau Heurielte G r ü u w a l d die diesjährige Generalversammlung des Fraueu-Wohltätigkeits-Vereiues statt. Nach Verlesung des Tätigkeits- und Äassaberichtes ergriff Kultusvorsteher Herr Emanuel G r ü n w a l d, als Delegierter des Wiener Kultusvorstandes, das Wort, um dem Verein die besondere Anerkennung auszudrücken und ihn des Wohlwollens des Wiener Kultusvorstandes zu versichern. Herr Rabbiner Dr. R o s e u m a n n spendete nicht minder Worte des Lobes und dankke im Namen der Armen und Bedürftigen, sowie namentlich der Verlassenen und Waisenkinder, welche sich der besonderen Fürsorge des Vereines erfreneu. Auch gab derselbe einige Anregungen bezüglich der Bekleidung armer Schulkinder. Bei der hierauf oorgenommcncn Wahl wurden per Akklamatioli wiedergewählt als Präsidentin Frau Henriette Grüuwald, als Bizepräsideutin Frau Rabbiner Babettc R o s e n m a n u, als Schriftführerin Frau Dr. Julie K ö u i g. als Kassierill Frau Ernestine Dukes, als Kontrollorin Frau Therese Grüuwald. Als Beirätinnen die Damen Henriette Glaser, Margarethe T r e i b l, Dr. Ruß,' Antoine Blatt, Gisela Stein, Gisela Pol lak; neugcwählt wurde Frau Dr. K u e ch t. Als Beiräte wurden per Akklamation gewählt Herr Rabbiner Dr. Rosen mann und Vorsteher Herr Emanuel Grüuwald. Baden. Bei der am 12. d. M. erfolgten Jahres-Generalversammluug der Chewra-Kadischa Badens wurden iu den Vorstand die bisher bewährten und erprobten Herren : Moriz L e i t n e r, Anton Schneider, Sigmund R a u s n i tz und Gustav Oedenburger wiedergewählt. Als Ersatzmänner sind wiedergewählt die Herren : Max L ö b l und Philipp R o r h o l z; zu Revisoren die Herren : Wilhelm Schreiber und Moriz Daniel. Herr Sigmund R a u s n i tz ist von der Generalversammlung in voller Würdigung seiner durch eine lange Reihe von Jahren ausgezeichneten Tätigkeit, einstimniig zum E h r e u m i t g l i e d e ernannt worden. Anläßlich des Jnbiläumsjahres Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. wurde auf Antrag des Präsidenten M. L e i t u e r von der Generalversammlung zur Gründung eines Peusionsfondes für die Beamten der Kultusgemeinde und der Chewra-Kadischa der Betrag von X1500 votiert. Chrzauotv. Herr Josef G i b l i ch m a n n, Oberkantor an der Fugbach-Synagoge in Wien, welcher sich jüngst als Gast seines Schwiegervaters, der Vorsteher unserer Gemeinde ist, hier aufhielt, wurde mit der Funktion als Chasan beehrt und der hiesige Kantor, Herr M e i s e l e s, dirigierte persönlich den Chor. Der Gast erzielte durch seine klangvolle Stimme sowohl, als auch durch seinen erbebenden Vortrag großen Beifall und wurde von der ganzen Gemeinde beglückwünscht. Budapest. Der Ausschuß des ungarisch - israelitischen Landes- Stipeudienvereines hat beschlosien, für das laufende Schuljahr folgende Stipendien zur Verteilung zu bringen: 1. Das Baron Joseph Eötvös-Stipendium mit X 400; 2. zwei Dr. Heinrich Pollak-Stipendieu mit X 400 und X 200; 3. vier Bernhard Baumgarten-Stipeudien zu je X 200; 4. drei Stipendien der Baronin Klara Hirsch-Stiftung zu je X 200; 5. drei Stipendien der Pester Chewra- Kadischa zu je X 200; 6. drei L. M. und F. M. Kunewalder-Stipendien, eines mir X 200 und zwei zu je X 160; 7. zwei Moriz Wahrmann- Stipendien zu je X 240; 8. das Franziska und Ignaz Rapoch-Stipendinm mit X 400; 9. das Leepold Leirersdorfer-Stipeudium mit X 400; 10. zwei Louise und Alexander Svab-Stipendien zu je X 200; 11. zwei Alexander Wahrmann-Stipendien zu je X 200; 12. zwei Dr. David Kaufmann und Frau geb. Irma Gomverz-Stipendien zu je X 200; 13. zwei Jakob Pollak-Stipendieu zu je X 200; 14. das Karl Svab-Stipeudium mir X 240; 15. das Salomon Tanb-Stipeudium mit X 240; ferner die auf die Namen 16. M. L. Fachs; 17. Johanna Fochs; 18. Arthur Sternrhal: 19. Julie und Max Neuniann; 20. Dr. Joseph v. Rözsay; 21. Dr. Jakob Böhm; 22. Lorenz Svüb; 23. Wilhelm Singer; 24. Dr. Adolf Goldberger; 25. Dr. Ignaz Hirschler; 26. Ignaz und Fanni Schreiber; 27. Abraham Schwarz und Frau; 28. Ignaz.und Anna Stern; 29. Bernhard Deutsch de Hatvan; 30. Moses Bloch; 31. Philipp A. und Fanni Baumgarten; 32. Max Stern; 33. Sigmund und Anna Wolfner; 34. Nathan Latzko; 35. Martin Kohn; 36. Max Goldziher; 37. Alexander Csillag und Frau geb. Emma Neuschloß; 38. Ritter Horace von Landau; 39. Dr. Bsla Lädcrer; 40. Ludwig Kauß de Megyer und 41. Dr. Samuel Stern lautenden Stipendien zu je X 200; die auf die Namen 42. Baron Leopold Popper; 43. Dr. Eduard Oesterreicher; 44. Moriz und Marie Schmidl; Ab. Moriz und Ernestine Schreiber; 46. Salomon und Joseph« Kohn; 47. Gerson und Julie Spitzer; 48. Julius Wolfner; 49. Samuel Schwarz; 50. Sigmund Gomperz; 51. Adolf Machlup; 52. Adolf und Marie Brachfeld; 53. Dr. Alexander Ullmann de Ereny; 54. Dr. Hermann Hirsch; 55. Sigmund und Sophie Kraus und 56. Philipp Deutsch jun. lautende Stipendien zu je X 160; schließlich 57. nenn Vereinsstipendien zu je X 200, welche letztere eventuell in Stipendien zu je X lOo verliehen werden. Auf diese Stipendien können mittellose ungarische Studierende israelitischer Konfession konkurrieren. die an einer höheren Lehranstalt Ungarns sich durch Fleiß und gute Sitten anszeichnen. Als solche höhere Lehranstalten gelten : die U n i v e r s i t ä t, das P o l y t e ch n i k u in und die L a n d e s - R a b b i u e r s ch u l e. Die Bewerber werden angewiesen, authentische Atteste über ihre Mittellosigkeit, sowie über den Fortgang ihrer Studien im letzrvergangenen und laufenden Schuljahre (Index) ihren Gesuchen beiznlegen, in welchem auch zu erwähnen ist, ob sie bereits einmal prämiiert wurden oder sich derzeit im Genüsse eines Stipendiums befinden. Die solchermaßen ausgestellten Gesuche sind b i s 31. I ä n n e r l. I. an Herrn kön. Rat Dr. Josef Simon (Budapest, Y., Badgasse 10) portofrei einzusenden. Königsberg (Bischof und I n d e.) In Königsberg wurde vor einigeil Tagen der jüdische Kommerzienrat G o t t s ch a l k bestattet, der zu den angesehensten Kaufleuten der Provinz gehörte und Ehrenbürger der Stadt Bischofsbnrg war. An dem Leichenbegängnisse nahmen auch ein mit dem Verstorbenen innig befreundeter Weihbischof und andere Geistliche teil. Der Weihbischof war ein so guter Freund des Berstorbenen, daß er, wie er dem Kommerzienrat schrieb, als dieser in Berlin schwer erkrankt war, ihn täglich in sein Gebet einschloß. Auch bei den höchsten Beamten der Provinz stand der sehr wohltätige und bei allen gemeinnützigen Unternehmungen zur Mithilfe bereite Mann in hohem Ansehen. Als einmal ein junger protestantischer Geistlicher iu das Wirkungsgebiel des Kommerzienrates versetzt wurde und hier glaubte, in Antisemitismus machen zn können, kam es zu einem interessanten Zwischenfall. Der Kommerzienrat, der überall, wo es not tat, ohne Unterschied der Konfession hilfsbereit einsprang, hatte auch eine Altardecke für die Kirche des neuen Geistlichen gestiftet. Aber der Geistliche glaubte das von einem Juden herrührende Geschenk zurückweisen zu sollen. Als man dies höheren Ortes erfuhr, wurde ihm ein so scharfer Verweis zuteil, daß er dem Antisemitismus den Laufpaß zu geben für gut fand und alsbald mit der Frau Pastorin der Familie des Kommerzienrates einen Besuch machte. Zur Charakteristik des Juden wie des Weihbischofs sei noch bemerkt, daß Kommerzienrat Gottschalk ein strenggläubiger Jude war. Kiteratnr. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben von Leo Winz, Verlag Ost und W e st. Berlin 8 42. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraslite Universelle". 8. Jahrgang. Heft 1. Jänner. 1908. Inhalt: „Das Jahr 1907." Von M. A. K l a u s n e r. „In fremdem Spiegel." Von L e c t o r. „Eröffnung der Ausstellung jüdischer Künstler." „Zur Ausstellung jüdischer Künstler." (Mit 13 Illustrationen.) Von G. Kutna. „Urteile der Presse über die Ausstellung jüdischer Künstler." „Jüdische Büchersammlung in alter und neuer Zeit." (I.) Von A. Benes ra. „Ans der jüdischen Sagen- und Märchenwelt." (Als der Baal-Schem zur Welt kommen sollte.) Von Bar-Ami. „Chassidische Gesänge." Bon Jakob Beymel. Gesang der „Chabad"-Chassidim (Noten) Gesang der „Bescht"-Chassidim (Noten). „Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Jsraslite Universelle" : I. Die Zustände in Odessa seit November 1905. II. Die Israeliten in Bagdad (Spezialbericht für die A. I. U. von Schuldirektor N l b a l a). III. Notizen: a) Sammlungen für die marokkanischen Glaubensgenossen, d) Die Teuerung in Palästina, c) Berichtigung, d) Casablanca, e) Dr. Salvendi an sein Komitee, t) Landeskomitee für das Großherzogtum Baden, g) Gedenktafel, h) Neue immerwährende Mitglieder. — Illustrationen nach Kunstwerken aus der „Ausstellung für jüd. Künstler" von : L. Pasternak. S. H i r s z e u b e r g, I. K a u f m a n n. Jozef Israel s, Alfred Nossig, M. Gottlieb, Käthe Münzer. Jsaac Israels, I. Oppenheimer, Solomon I. S o l o in o n. — Synagogale Gegenstände. Jugendschatz. Zum Jubiläum der 60jährigen glorreichen Regierung Sr. Majestät des Kaisers erscheint Mitte Februar aus der Feder des als Jugendschriftsteller bekannten Hauptschul- und Religionslehrers Moses Pick die Jubiläumsschrift „I n g e n d s ch a tz". Schon das erste Lesestück: „Ansprache an die Jugend" zeigt die Absicht des Verfaffers, unsere Jugend zu frommen Israeliten zu erziehen, die ihrem Glauben treu bleiben, und zu gebildeten brauchbaren Staatsbürgern, welche ihrem Volke Ehre machen. Das zehnte Lesestück ist Sr. Majestät dem Kaiser als Friedenssürsten gewidmet und bildet eine patriotische Huldigung für den Monarchen. Herr Moses P i ck ist Verfasser der hebräischen Fibel Limdu heseb, eines Gebetbuches für die israel. Jugend (1861), der Jubiläumsschrift „Tautropfen", anläßlich des 50jährigen Regierungsjubilüums Sr^ Majestät des Kaisers, und anderer pädagogischer Schriften. Der „I u g e n d s ch a der in geschmackvoller Ausstattung zu dem Preise von X 1.— bei dem Verfasser, Wien, Hl.. Obere Weißgärberstraße 14, zu beziehen ist, wird hoffentlich starken Absatz finden.