Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 13 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3062972-3063367-3063380--04782-3071650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!.♦ Im Interesse der Erhaltung des Fachblattes werden die geehrten Herren Kantoren dringendst ersucht, den Abonuementsbetrag sür das am 1. April beginnende 2. Quartal umgehend eiuzusenden. Die Administration. Oberkantor David Hohn. Zu seinem 50-jährigen Amtsjnbiläum in Arad. Es ist eine seltene Gnade Gottes und nur Wenigen befchiedeu, durch ein halbes Jahrhundert an ein und derselben Stätte am Altäre des Herrn in dem schweren und verantwortungsvollen Dienste des Scheliach-Zibbur zu wirken, und schon diese Tatsache allein würde genügen, um den Jubilar als einen Auserwählten zu bezeichnen, dem die Bewunderung, Achtung und Ehrung der Mit- und Nachwelt gesichert ist. Viel höher wird aber die Würdigung, wenn wir der ausgezeichneten Berufstätigkeit, der unermüdlichen Berufstreue und der großen Erfolge gedenken, mit welchem David K o h n sein hehres Amt verwaltet hat, und der seltenen Tugenden und Fähigkeiten, die ihn für den kantoralen Beruf geradezu prädeftinirten und ihn in die erste Reihe seiner Berufsgenossen führten. David K o h n. wurde als der Sohn des bekannten C h o n e l e C h a s e n in Holitsch im Jahre 1834 geboren. Seine gesangliche Ausbildung vollzog er am Konservatorium in Brünn, wo er ein Lieblingsschüler der Professoren Männer und E n g i s e r mar, während er die Meisterschaft im traditionellen Vortrag bei seinem Vater sich erwarb, dem er schon in frühester Jugend als Meschorer assistirte. So waren alle Vorbedingungen für seine künftige glänzende Laufbahn gegeben, denn bei der herrlichen Baritonstimme, die ihm die Natur verliehen, und den tüchtigen Kenntnissen, die er in emsigem Studium sich angeeignet, konnte dieser Stern am kantoralen Himmel nicht unbeachtet bleiben. Die ersten drei Jahre seiner Wirksamkeit verbrachte er in Austerlitz. Hier trat in Folge Anregung musikalischer Kupazitäten die Lockung an ihn cheran, sichder Bühne zuzuwenden. Allein die Pietät für seine tiefreligiösen Eltern und gewiß auch die Liebe zu seinem bereits gewählten Berufe erhielten ihn auf der bereits eingeschlagenen Bahn. Zn Anfang des Jahres 1857 wurde nun durch den Abgang des damaligen trefflichen Oberkantors Schwarz nach Brünn die Araber Oberkantorstelle erledigt und unter den zahlreichen Bewerbern wurde David K o h n erwählt. Hier in Arad, der großen, in fortschrittlicher Entwicklung aufsteigenden Gemeinde bot sich ihm ein reiches Feld kantoralen Schaffens und Wirkens und im Vereine mit dem bereits Heimgegangenen ausgezeichneten Musiker und Regenschori Grün zweig schuf er einen Gottesdienst, der ihm und seiner Gemeinde zum Ruhme wurde. Bei all den Erfolgen aber, die er errungen, und all der Anerkennung, die er sich als einer der bedeutendsten Tempel- und Liedersäuger weit und breit erworben, ist David K o h n doch immer der einfache, bescheidene, liebenswürdige Mensch und Kollege geblieben, der fern von jeder dünkelhaften Ueberhebung auch in dem geringsten seiner Berufsgenoffen, seine sonstige Würdigkeit vorausgesetzt, den Freund und Bruder erblickte und gerade diese schöne Eigenschaft hat ihn den Herzen so Vieler nähergebracht. So hat David Kohn bis heute durch ein halbes Jahrhundert in Arad gewirkt, und wenn er am 1. Pessachtage, noch im Besitze einer prächtigen Stimme und einer glänzenden Vortragskunst, von seiner Gemeinde und seinen zahlreichen Freunden und Verehrern gefeiert, sein 50jähriges Amtsjnbiläum begeht, so werden ihm bei diesem Anlasse gewiß auch nicht die vollstem Sympathieu und die wertschätzenden Anerkennungen der weitesten Kollegenkreise fehlen, denen der ehrwürdige Jubilar als ein gottbegnadeter Sänger und als leuchtende Zierde des Kantorenstandes gilt. Uechnuugs-Answei» des österr.-mrgar. Kontoren Vereines pro 1906. Einnahmen EL h _ | Ausgaben | EL k Kassa-Saldo vom 31. Dezember 1905 . 114 60 Witwen- und Invaliditäts-Beiträge . 1500 Mitgliederbeiträge. 869 30 Unterstützungen. 342 — Spenden. 135 — Kanzleiregie und Verwaltungsspesen .. 273 85 Zinsen. 579 05 Sekretär und Vereinsdiener . . . ... . . . . . . .! 540 — Entnommen aus der österr.-ungar. Bank. 1600 — Kantoren-Zeitung.1 200 — Außerordentliche Ausgaben.. 361 87 Kassa-Saldo vom 31. Dezember 1906 ..j 80 23 3297 95 || 3297 95 ll Mermögensstand am 31. Iezewöer 1906. Einheitliche Notenrente, 3 Stück ä 2000 K, 23 Stück ä 200 K. Uno. Theißlose, 3 Stück S. 0131, Nr. 38; S. 0699, Nr. 75; S. 4255, Nr. 16 . */5 1860er Los, S. 17776, Nr. 13 ... .. Ung. Hypothekenbank-Lose, 4 Stück S. 1028, Nr. 65; S. 1802, Nr. 31; S. 1014, Nr. 65; S. 1522, Nr. 55 Oesterr. Kronen-Rente, 12 St. ä 200 EL, 2 Stück ä 100 K. Wiener Berkehrs-Anlehen .. Gewinnstschein vom ung. Hypothekenbank-Los. ... „ „ Bodenkredit-Los, I. Emission, S. 1790, Nr. 27.. Bar-Saldo vom 31. Dezember 1906 .... Ab Darlehen der österr.-nng. Bank. Wien, am 31. Dezember 1906. Nominale Baarwert . EL 10600.— EL 10621.20 600.- „ 930.— 200.— „ 216.— 800- „ 1040.— 2600.— 2577.90 2800.- „ 2808.40- „ — „ 39.— . w — „ 50.- — „ 80.23 EL 16362.73 „ 1600.- K 16762.73- Revidiert und richtig befunden: Filipp Bassel, Jacob Schleifer, Kontrollore. Dr.Löwy, Vereinssekretär. sshb