Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 10 (8.3.1907)
- Date
- 1907-03-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10. Die Wahrheit Seite 9. Wiener Bank-Verein. Die siebenunddreißigste ordentliche General-Versammlung findet am 4. April 1907, um 11 Uhr vormittags, in Wien, I., Herrengasie 8, statt. Verhandlungs-Gegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß pro 1906 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnifies des Jahres 1906 (§ 58, lit. c der Statuten). 4. Wahlen in den Administrationsrat. 5. Wahlen in das Zensoren-Kollegium und den Aufsichtsrat für die Filialen. Nach § 46 der Statuten sind zur Stimmführung in der General-Versammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Koupons bei der Gesellschastskasse oder den sonst, hierzu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf Eine Stimme (§ 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Koupons bis spätestens 21. März d. I. in Wien bei der Liquidatur des Wiener Bank-Verein (I., Herrengasse 8t, in Aussig a. E.. Bielitz-Biala, Brünn, Budapest, Czernowitz, Friedek-Mistek, Graz, Karlsbad, Klageufurt, Konstantinopel. Lemberg, Marienbad, Pilsen. Prag, Proßnitz, St Pölten, Teplitz, Villach und Wr.-Neustadt bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank-Verein, in Triest bei der Banca Commerciale Triestina, in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdener Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank und der Dresdener Bank, in Stuttgart bei der Württembergischen Bereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank und der Filiale der Dresdener Bank, in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein, in Basel bei der Schweiz. Kreditanstalt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr & Ko. zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der General-Versammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. Wien, den 1. März 1907. Wiener Bank-Verein. Kurse zur Aussbildung von Seminaristinnen im jüdischen Religionsunterrichte. Das Sommersemester beginnt am Donnerstag den 11. April d. J. Die Teilnahme an den Kursen ist unentgeltlich und sowohl Seminaristinnen als auch geprüften Lehrerinnen gestattet. Meldungen nimmt der Leiter Herr Rektor Dr. 6 n t m a n n, Kaiserstrasse 29/30, entgegen, der auch zu weiterer Auskunft bereit ist. Berlin, den 13. Februar 1907. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Kantorstelle. Die israelitische Gemeinde zu Kopenhagen sucht einen Kantor, der eine schöne Stimme (am liebsten Bariton) besitzt und mit gehöriger musikalischer Ausbildung einen wundervollen Vortrag vereinigt, so auch mit einem Chor zusammen singen kann Der Betreffende muss auch als ttTp geübt sein. Festes Gehalt 2250 Kronen (2500 Reichsmark) jährlich ausser einigen Nebeueinkünften. Gewünscht wird ein "ISO J71T, der eventuell ein jährliches Nebeueinkommen von ca. 500 Kronen (ca. 575 Reichsmark) haben kann. Bewerber — doch nicht über 40 Jahre alt — wollen unter Einsendung beglaubigter Abschriften ihrer Zeugnisssich bis Ende März melden an das Gemeindebureau, Ny Kongensgade Nr. 6, wo auch die Bedingungen auf Wunsch zu erhalten sind. Am israel. Tempel in Meran ( Tirol) gelangt die Stelle eines jungen, unverheirateten, stimmbegabten, musikalisch gebildeten Kantors der auch ein guter KPreb sein muss, zur Besetzung. Derselbe muss auch eine sehr hübsche Handschrift besitzen und die Verpflichtung übernehmen, täglich 3—4 Stunden schriftliche Arbeiten in der Sriftuugskanzlei zu versehen. Mit dieser Stelle ist ein Jabresgehalt von 1200 Kronen, die üblichen Emolumente und vollständige freie Verpflegung (exklusive Wohnung) in den Monaten Oktober bis einschliesslich April verbunden. Eigenhändig geschriebene Offerten mir Zeugnisabschriften, Photographie, ärztlichem Gesundheitsattest und Angabe von Referenzen sind bis znm 15. März d. J. zu richten an Das Kuratorium der „Königswarter- Stiftung“ in Meran. Zehn Jahre Zionismus. Eine neue zionistische Agitationsbroschüre in jüdischer Sprache. Das Zionistische Zentralbureau in Köln hat soeben eine neue Broschüre m jüdischer Sprache erscheinen lassen, betitelt: „Zehn Jahre Zionismus." Die Broschüre, deren Ausgabe in deutscher Sprache großen Anklang gefunden hat, dürfte sich auch in ihrer -jüdischen Ausgabe viele Freunde erwerben. Sie ist ein ausgezeichnetes Mittel, sich schnell und gründlich über den ganzen Inhalt des Zionismus zu orientieren. In knappen Zügen zeichnet das Schristchen, das vornehm ausgestattet ist, die Entwicklung des zionistischen Gedankens und gibt ein Bild nicht nur des Wertes der Idee, sondern auch der Größe und Bedeutung der weltumspannenden zionistischen Organisation. Unter den vielen zionistischen Broschüren in jüdischer Sprache dürste die vorliegende einen besonderen Platz einnehmen, sowohl was die geschickte und vornehme Darstellungsweise, als auch was die sehr gelungene und hübsche äußere Form betrifft. Und da zudem die Broschüre überaus billig ist (100 Exemplare kosten Mark 6.—), dürfte sie bald von den zionistischen Vereinen als ein Massenagitationsmittel eben so eifrig vertrieben werden, wie sie gelesen werden sollte von jedem Juden, der Wert darauf legt, ein klares und objektives Bild der zionistischen Bewegung zu erhalten. Die Broschüre ist zu beziehen vom Verlage „Die Welt", Köln am Rhein, Ubierring 23. Verzeichnis der Verttorvenen vom 24. Februar bis inklusive 2. März 1907. Isidor Quastler, Agent, 43 I. James Bleichröder. Kaufmann, 32 I. Josef Papigay, gew. Privatbeamter, 66 I. Veronika Rind geb. Fuchs, Kaufmannswitwe, 77 I. Josef Skodnitz, Privat, 67 I. Sigmund Fleischmann, Friseur, 66 I. Ernst Wertheimer, Handeisagentenssohn, 10 I. Rosa Groß geb. Herzl, ohne Beruf, 66 I. Adolf Kohn, Agent, 63 I. Moriz Brüll, Bahnbeamter, 62 I. Josef Neuburg, Kassier, 33 I. Hermann Nemschitz. Eisenhändlerskind, 1 I. Rosa Böhm geb. Toth. ohne Beruf, 77 I. Abraham Bartlik, gew. Schneidermeister, 64 I. David Fraenkel, Kaffeesieder, 50 I. Eva Freund, Private. 64 I. Solomon Meisl, Privatier, 66 I. Walter Goldfarb. Agentenskind, 23/4 I. Samuel Hofmann, gew. Agent, 79 I. Bernhard Stern, gew. Kaufmann. Privat, 72 I. Rosalia Wolf, Manipulantin, 34 I. Bertha-Bertha Vogl, Majorswitwe, 53 I. Bertha Adler geb. Brod, Fnseursgattin, 27 I. Betty Kohn geb. Winkler, Privat, 57 I. Jda Brosan geb. Aufrichtig, Friseurin, 37 I. Carl Cohn, Schneidermetsterskind, 1 I. Fanni Dicker, Prtvate, 70 I. Mayer Lipschitz, Privat, 78 I. Hildegarde Friedmann, Schneidergehilsenskind, 5 Monate. Salomon Robinsohn, Buchhalter. 62 I. Rosa Karpfen geb. Fischer, Hansiererswitwe, 87 I. Jakob Jamvoller. Hausierer, 70 I. Betty Reich, ohne Beschäftigung, 83 I. Rosalia Freudenthal geb. Barasch, Agentenswitwe, 87 I. Auguste Friedländer, Kontoristin. 23 I. Markus Singer, Oekonom. 63 I. Rosa Schlesinger, Kausmannswitwe, 58 I. Richard Schwarzstein, Realschüler, 18 I. Sufanna Wilhelm, Private, 29 I. Hermann Grünwald, gew., Hausierer. 70 I. Breindl Tenner. Private, S3 I. Osias Birenbaum, Reisender, 56 I. Klara Cahane-Stiftung zur Heirats-Ausstattung. Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, dass am 14. Thamus (26. Juni 1907) die Zinsen der obgenannten Stiftung zur Heiratsausstattung zweier mittelloser Waisenmädchen israelitischer Konfession im Betrage von je K 410 — zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, dass sie 1. der israelitischen Konfession augehören. 2. streng sittlich, mittellos und verwaist sind, 3. sich im Brautstände befinden Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch anf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 31. März 1907 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Aintsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matrikeu der israel. Knltusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, und es genügt die genaue Angabe, der betreffenden Daten. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. März 1907. Der Vorstand der israel. Knltusgemeinde Wien. Sigmund Edle von Wertheimstem’sehe Stipendien-Stiftnng. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien verlautbart hiermit dass am 18. Juni 1907 als dein Sterbetage d> s Herrn Sigmnud Edl. von Wertheimstein aus dem Zinsenerträgnisse dieser Stiftung acht Stipendien ä K 84.— und zwar zur Hälfte an studierende Jünglinge jüdischen Glaubens au der hiesigen Universität, vorzüglich an solche, welche mit gutem Erfolge der mosaischen Theologie sich widmen, zur anderen Hälfte a) an israelitische Schüler des hiesigen Konservatoriums und b) an israelitische Jünglinge, welche sich der bildenden Künste an der hiesigen Akademie befleissen, zur Verleihung gelangen. Bei gleicher Befähigung sind vorzüglich Angehörige des Stifters und seiner Gattin. Herrn Sigmund und Frau Nanette Edlen von Wertheimstein, sowie hiesige eitern- oder vaterlose Waisen zu berücksichtigen Die mit dem Geburts- und Armuts Zeugnisse sowie mit dem von der zuständigen Lehranstaltsleituug ausgestellten Moralitätszeugnisse (eventuell dem Verwandschaftsnaciiweise) belegten Gesuche sind bis 31. März 1907 im Einreiehungsprotokolle der israel. Knltusgemeinde, I.. Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matrikeu der Israel. Knltusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. Mäxz 1907. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien.