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Die Wahrheit · 1906-12-07 · Heft 47 (7.12.1906) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 47 (7.12.1906)
Date
1906-12-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Die Wahrheit Seite 9. Nr. 47. 2. Dezember 1848 in Olmütz die Regierung antrat. Er beglückwünschte den Jubilar zur Verleihung der Medaille an ihn und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Der greise Jubilar dankte tiefgerührt mit wenigen herzlichen Worten und wurde sodann von allen Seiten aufs Wärmste beglückwünscht. Prag» (Festkonzert.) Zn Gunsten der Errichtung eines Kronprinz- Rudolf-Deukmals in Prag veranstaltete ein Komitee kürzlich hierein Festkonzert unter Mitwirkung hervorragender Kunftkräfte. Als Begleiter des russischen Violinvirtuosen Professor Alexander Zukovsky wirkte Herr Leo Kornitzer mit, der neuinstallierte Oberkantor des Jubiläumstempels. Herr Kornrtzer, dem ein guter Ruf als Gesangslehrer vorausgeht, hat sich , als vortrefflicher Pianist bewährt. Rakonitz. Am 7. November d. I. hat der hies. Lehrer, Kantor und Matrikenführer Herr David K o h n, das vierzigste Jahr seiner verdienstvollen Wirksamkeit in der hiesigen Kultusgemeinde vollendet, aus welchem Anlasse der Knltusvorstand, die Vereine und ein Komitee der gewesenen Schüler am 16. Dezember d. I. eine solenne Feier veranstalten, bei welcher dem Jubilar durch den Bezirkshauptmann die Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste überreicht werden wird. Die ersprießliche Wirksamkeit des Jubilars reicht aber weit über die Grenzen der hiesigen Kultusgemeinde hinaus und war derselbe auch viele Jahre hindurch Öbinann des isr. Landeslehrervereines in Böhmen und wurde als solcher auch von Sr. Majestät in Audienz empfangen. Wir sind überzeugt, daß dem hochgeachteten Lehrerveteranen an seinem ehrenvollen Gedenktage zahlreiche Sympathiekundgebungen von Nah und Fern zugehen werden. Hamburg, den 3. Dezember 1906. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: Nordamerika: D. Amerika, von Newyork kommend, 1. Dezember 11 Uhr 15 Min. morgens auf der Elbe. D. Blücher, nach Newyork, 2. Dezember 12 Uhr nachts von Cherbourg D. Kaiserin Auguste Victoria, nach Newyort, 1. Dezember 11 Uhr morgens Lizard passiert. D. Patricia, 1. Dezember 8 Uhr morgens von Newyork über, Plymouth nach Hamburg. D. S i l v i a, nach Boston und Baltimore, 2. Dezeniber 8 Uhr 10 Min. morgens Cuxhaven passiert. D. Hamburg, 1. Dezember 4 Uhr morgens in Genna. W e st i n d i e n, Mexico, Südamerika: D. A l t e n b u r g, nach Westindien, 1. Dezember 12 Uhr mittags von Antwerpen. Dampfer Bavaria, nach Westindien, 2. Dezember 11 Uhr nachts von Havre. D. Calabria, von Westindien kommend, 1. Dezember 1 Uhr nachm, auf der Elbe. D. Croatia, 1. Dezember in St. Thomas. D. Etruria, 30. November von Santos nach Rio de Janeiro. D. F ü r st Bismarck, von Mexico nach Havana kommend, 2. Dezeniber 6 Uhr 45 Min. nachm, von Dover nach Hamburg. D. Granada, nach dem La Plata, 2. Dezember 2 Uhr morgens Cuxhaven passiert. D. Helvetia, nach Westindien, 2. Dezember Ouessant Creach passiert. D. Karthago, 1. Dezember von Santos nach Rio de Janeiro. D. N u m i d i a, nach Südbrasilien, 2. Dezember 3 Uhr morgens Cuxhaven passiert. D. Schau mb u r g, nach Westindien, 2. Dez. 4 Uhr 30 Min. morg. Cuxhaven passiert. D. Sevilla, 1. Dezember in Santos. D. Sparta, nach Südbrasilien, 2. Dezember 5 Uhr morgens von Lissabon. D. St. Croix, 1. Dezember 9 Uhr abends von Cadiz. D. S t. I a u, 1. Dezember von Vera Cruz. O st a s i e n: D. Liberia, ans der Heimreise von Ostasien, 1. Dezember 12 Uhr mittags von Fiume. D. S a m b i a, auf der Ausreise nach Ostasien, 1. Dezember in Port Said. D. Saxonia, auf der Ausreise nach Ostasien,- 1. Dezember 9 Uhr abends Cuxhaven passiert. D. S i l e s i a, auf der Ausreise nach Ostasien, 2. Dezember 10 Uhr 15 Min. nachts von Neapel. D. S u e v i a, ans der Heimreise von Ostasien, 2. Dezember 6 Uhr 30 Min morgens auf der Elbe. Diverse Fahrten: D. H o e r d e, 2. Dezember in Rotterdam. D. H u n g a r i a, nach Persien, 1. Dezember in Süden. D. Poseidon, 2. Dezember 3 Uhr morgens von Antwerpen. FrmUeton. Die Hose von Saron. Novelle von Babette Fried-Prag. (Fortsetzung.) Anfangs schien das Geschäft gut zu gehen. Aber vertrauensselig, wie es viele selber vertrauenswürdige Menschen sind, hatte sie es übersehen, daß ihr Angestellter täglich einen für ihre Verhältnisse ganz ansehnlichen Betrag der Tageskasse zu eigenen Zwecken entnahm, mit anderen Worten — sie stündlich bestahl. Eine Zeit lang konnte das so fort gehen, dann aber machte sich ein steter Rückgang bemerkbar. Die Zahlungen konnten nicht mehr pünktlich eingehalten werden, der Kredit wurde geschmälert, ja wirklich solide und leistungsfähige Firmen entzogen ihn dann gänzlich.'Um sich die notwendige Ware auf Kredit zu verschaffen, fiel Hanna Schwindelfirmen in die Hände, welche das Geschäft mit der notorisch säumigen Kundschaft aus dem Grunde wagen konnte, weil sie das entstandene Risiko durch erhöhte Preise und Lieferung unsolider Ware verringerten. Aus diese Weise verringerte sich der Gewinn an der Ware, bei manchen kouranteu Artikeln war er gleich Null. Es kam eine Zeit, wo auch die Forderungen dieser Firmen nicht pünktlich befriedigt werden konnten. Diese machten dann kurzen Prozeß mit der säumigen Schuldnerin und betraten den Klageweg. Advokatensporteln und Gerichtskosten verschlangen den ohnehin kargen Verdienst, den Hanna aus dem Geschäfte zog, verschlangen bald auch das Betriebskapital, mit welchem sie das Geschäft errichtet hatte. Um ihren ehrlichen Namen zu retten, machte Hanna aus Anraten Dr. Landesmanns einen Ausverkauf, bezahlte alle Gläubiger und verließ als eine Bettlerin das Geschäft, das sie voll Hoffnung auf eine sorgenfreie Zukunft errichtet hatte. Wie dankte Hanna Gott, daß ihre treuen Eltern den Schiffbruch nicht miterlebt hatten! So seltsam es auch klingen mag, so wahr ist es auch: Hanna hatte den Tod ihrer zärtlichen Eltern nicht gebührend betrauert. Im Gegenteile! Wie von schwerer Last befreit atmete die Aermste auf, als man den alten Vater sortgetragen hatte, um ihn draußen am Friedhofe neben dem treuen Mütterlein zu betten. Es gewährte ihr bei ihrem Seelenleiden eine Erleichterung, nicht mehr heucheln müssen, nicht mehr eine Gemütsruhe zeigen zu müssen, die sie längst nicht mehr besaß. Wie schwer war es ihr so oft vorgekommen, mit einem Lächeln aus den Lippen vor die alten Leute hinzutreten, wenn sie so bitteres Weh im Herzen hatte, Geschästssorgen hätte sie vollends nicht vermocht, den forschend aus sich gerichteten Blicken ihrer Eltern zu verheimlichen, und mehr gegrollt hätte sie bei Lebzeiten ihrem Schicksale ob seiner Härte darum, weil auch ihre Eltern darunter leiden mußten. Hanna bestand daraus, den Ort zu verlassen, wo sie so herabgewirtschaftet hatte. Sie schämte sich ihrer Unklugheit. Die Scheu vor dem Urteile und Gerede der Menge war in der armen Witwe noch so mächtig, wie sie es während ihrer Mädchenjahre war. Hatte sie doch diesem Moloch ihr ganzes Lebensglück zum Opfer gebracht. Stundenlange Beratungen hielt sie mit dem alten Advokaten ab, ohne daß er herausbringen konnte, aus welche Weise der alleinstehenden Frau eine neue Existenz zu gründen wäre. Eine geschäftliche Unternehmung war ausgeschlossen. Hanna konnte sich eines Schauders nicht erwehren, wenn sie an die im Geschäfte verlebten drei Jahre zurückdachte. Weibliche Handarbeiten? Diese nährten kaum eine einzelne Frauensperson, vielweniger eine ganze Familie. Endlich war etwas gesunden. Hanna sollte wirklich ihren bisherigen Wohnort verlassen und nach Wien übersiedeln, daselbst eine größere Wohnung aufnehmen und sich mit Zimmervermieten, resp. Verköstigen einiger Hochschüler, die ihr der Advokat zu verschaffen versprach, ernähren. Der Abschied von ihrem bisherigen Wohnorte wurde ihr leicht. Ließ sie ja nichts daselbst zurück, als Gräber — die ihrer Eltern und das Grab ihres Lebensglückes. Dr. Landesmann war ja für sie nur eine Respektsperson, den sie nur dann aufsuchte, wenn sie seinen Rat benötigte. Diesen aber würde er ihr auch dann nicht voreuthalten, wenn sie ferne von ihm weilte. Nichts also hielt die arme Witwe zurück, die Heimat zu verlassen, und so übersiedelte sie nach Wien, wo sie ein neues Leben beginnen und ihren in den vielen schlaflosen Nächten ausgeheckten Plan verwirklichen wollte. (Fortsetzung folgt.) Keschäftsnotiz. Die geehrten Herren Kantoren und Dirigenten werden auf die bestens bekannte k. k. Hoforgelfabrik Gebrüder Rieger, Jägerndorf, (öst. Schlesien), welche vielen Gemeinden Prachtorgeln lieferte, besonders aufmerksam gemacht. Me geehrten Herren Abonnenten werden um freundliche Einsendung des Abonnementsöetrages für das laufende Huartal ersucht.

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