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Die Wahrheit · 1906-11-30 · Heft 46 (30.11.1906) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 46 (30.11.1906)
Date
1906-11-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die Wahrheit y/fbnftioii 11. Sldiniiiisn alion: Wien, 11/, Nvvaragasse 27. Telejibou SUr. dev Di uckerei 15308. Zn lernte Die viermal gespaltene Nonpareille-Zeile 25 Heller. ÄlbonnemeutSu. Jnieutionsdeträge sind in Aüie» zahlbar und klagbar. »abhängige Heitschrifk für jüdische Intereben. Erscheint jeden Kr eilag. Uottoi^^Oas Siegel Gottes ist Wahrheit!“ [j Verugsvneis: I Äanzjadrig . . . ft. »*.— j Halbjährig . ft. 6 - |i jj Für (Siilhiebemi«te: jj Ganzjährig fl io Für Ausimld: Ganzjährig . . . s Mark 6 ilhibel oder l6 FcS Ur 46. Wie», 30. November lS66. Zentral-tvahlkomitee für die Israel. Kultusgemeindewahlen in Men sY06. Wähler, Glaubensgenossen! Mit dem diesmaligen Wahlgange schließt ein volles Dezennium ab, innerhalb dessen das gefertigte Wahlkomitee, wohl dem Wechsel einzelner Personen unterworfen, doch immer einmütig in dem Bestreben, dem Wohle unserer großen ehrwürdigen Gemeinde zu dienen, deren Schicksale und Entwicklung sorgfältig beobachtet und bei den jeweiligen Wahlen ihres Vorstandes der Wählerschaft seine Anschauungen, Wünsche, Forderungen und Vorschläge unterbreitet hat. Wahlprogramm und Kandidatenliste sind stets die sichtbaren Formen und Kundgebungen, in denen die Ergebnisse unserer sachlichen und persönlichen Prüfung zum Ausdrucke gelangen, und auch diesmal bieten wir Euch diese beiderlei Ergebnisse unserer Tätigkeit zu Euerer sorgsamen Prüfung und Genehmigung. Mittelst unseres nachstehenden Programmes haben wir uns bemüht,der getreue Dolmetsch jenes überwiegend großen Teiles der Wählerschaft zu sein, dem die friedliche, aber gleichwohl stetige und die höchsten Ziele anstrebende Ausgestaltung unseres jüdischen Gemeinwesens am Herzen liegt, der die Wege des Fortschrittes und die Mittel seiner gesunden Entwicklung einsichtsvoll erforscht und auswählt, der gewagte Experimente ablehnt und iusbesondere auch die verlockende Nachahmung und Uebertragung politischer Formen und Errungenschaften, welche auf staatlichem Gebiete alle Berechtigung und Bedeutung besitzen mögen, mit dem Wesen und den Lebensbedingungen des so ganz anders gearteten Organismus der Kultusgemeinde jedoch unvereinbar erscheinen. Wir ignorieren und verkennen keineswegs die Strömungen und Bestrebungen, welche aus nationalem und politischem Gebiete große und ansehnliche Teile der Judenheit durchdringen; wir wenden allen Erscheinungen und Bewegungen die lebhaftesten Sympathien zu, welche das Schicksal und die Zukunft unseres Volksstammes günstig zu beeinflussen und segensvoll zu gestalten vermöchten, — doch Kultuswahlen und Kultnsstube sind unseres Erachtens freizuhalten von nationalen und politischen Kämpfen, deren Interessen und Ziele so wesentlich andere sind, als die Aufgaben und die Mission der einzelnen Gemeinde. Mag unser Programm, welches sich an unsere, damals von allen Seiten beisälligst begrüßte und durch die Wahlen sanktionierte Kundgebung vom Jahre 1904 anschließt, auch nicht Alles enthalten, was auf den verschiedenen Gebieten des Gemeindelebens wünschens- und erstrebenswert erscheint, so geben wir Euch zu bedenken einerseits, daß vieles bereits Gesagte, insoweit es nicht schon Erfüllung gefunden, aufrecht erhalten wird, und andererseits, daß nur in einem stufenweise geläuterten Fortschritt wahrhafte Besserungen und erhebliche Aeuderungen erreichbar erscheinen und das reell Erfüllbare nicht durch gleichzeitige Ueberschwänglichkeiten entwertet, ja selbst vereitelt werden soll. Den Prüfstein der Richtigkeit dieser unserer Methode erblicken wir nicht ohne Befriedigung in den Errungenschaften des abgelaufenen Dezenniums, welches viele unserer Postulate erfüllt, das Interesse für unsere Gemeinde verbreitert und vertieft, das Niveau der Verwaltung ersichtlich gehoben und deren Sinn und Eifer für die idealen Aufgaben ihrer Stellung mächtig geweckt hat. So dürfen wir denn auch diesmal erwarten, mit diesem unserem Programme Euerem Denken und Empfinden, geehrte Wähler und Glaubensgenossen, zutreffenden Ausdruck gegeben und Euch dadurch zur lebhaften, ausnahmslosen Beteiligung an dem am 2. Dezemöer d. I. statlstndenden Wahlakte angeregt zu haben. Die Kandidatenliste bezeichnet Euch die vom Komitee nach gewissenhafter Prüfung und in seiner nach jeder Richtung hin vollsten Unabhängigkeit zur Wahl empfohlenen Männer, welche berufen sein sollen, teils in Fortsetzung ihrer bisherigen verdienstlichen Tätigkeit, teils durch neue Betätigung ihrer Kräfte und Anlagen der Verwirklichung unseres Wahlprogrammes und den Intentionen ihrer Wählerschaft zu dienen und das ehrenvolle Mandat unter der unantastbaren Devise zn erfüllen: Das Wohl der Gemeinde fei das oberste Gefetzt

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