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Die Wahrheit · 1906-03-09 · Heft 10 (9.3.1906) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 10 (9.3.1906)
Date
1906-03-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10. Die Wahrheit Leite 11. Es ist dies einerseits darauf zurückzuführen, daß die Stellungen in den ungarischen Gemeinden noch viel prekärer und unsicherer sind als in Oesterreich und andererseits wird dadurch die so oft fälschlich aufgestellte Behauptung widerlegt, daß der österr.-ungar. Kantoren-Verein für Kantoren in Ungarn nichts geleistet habe und auch nichts leisten könne. Nur Leute, die aus egoistischen Gründen den möglichst weiten Zusammenschluß der beruflichen Organisation stören wollen, können derlei den Tatsachen widersprechende Behauptungen verbreiten, und der österr.-ungar. .Kantoren-Verein wird unbeirrt durch diese falschen Propheten mach wie vor sich in gleicher Weise den materiellen und sozialen Interessen der österreichischen wie der ungarischen Kantoren widmen. Bei der Gleichartigkeit der Verhältnisse hüben und drüben, bei dem steten Wechsel zwischen den Stellungen dies- und jenseits der Leitha und in richtiger Erkenntnis, daß nur Einigkeit stark macht und je größer die Organisation, desto gewichtiger ihr Einfluß ans die Bessergestaltung der kantoralen Position werden kann, halten wir an der Ueberzeugung fest, daß der österr.-ungar. Kantoren-Verein der Mittelpunkt der kantoralen Organisation in Oesterreich-Ungarn bleiben soll. Aus diesem Grunde müssen wir auch von der neuerlich, angestrebten, leparatistischen Vereinsbildung in Ungarn — abgesehen davon, daß wir in bem Aktionskomitee die berufenen Führer der ungarischen Kollegenschaft vermissen, ja sogar im Gegenteile ganz unberufene Personen sich hier in den Vordergrund drängen — ganz entschieden warnen. Das ist unsere ehrliche, aufrichtige Ueberzeugung, die uns nicht von der Rücksicht auf den österr.- ungar. Kantoren-Verein, sondern von der Sorge um das Wohl mnd Wehe des gesamten Kantorenstandes in Oesterreich-Ungarn diktiert wird, und der auch zu unserer Genugtuung die hervorragendsten Kollegen in Ungarn zu wiederholtenmalen offen LUgestimmt haben. Das bereits erwähnte Gesetz, dessen wohltätigen Einfluß auf die Alters- und Witwenversorgung der Kantoren wir in Bälde erwarten können, wird das Vereinsbudget zum großen Teile von der Witwen- und Jnvaliditätsfürsorge entlasten und dadurch die Möglichkeit bieten, in dringenden momentanen Notlagen, wie Krankheit, Postenlosigkeit rc., zukünftig ausgiebigere Hilfe zu leisten; außerdem werden dann größere Beträge der Förderung der sozialen Interessen und den Zwecken der Standesbildung zugewendet werden können. Wohl hat die vielfache, uotwendig gewordene Intervention des Vereines zum Schutze der bedrohten Rechte einzelner Berufsgenossen und zur Wahrnehmung allgemeiner Standesinteressen, sowie die fortgesetzte Organisationstätigkeit auch im heurigen Jahre das Vereinsbudget in den Posten „Kanzleiregie," „Verwaltungsspesen" und „außerordentliche Ausgaben" stark belastet, aber trotz der Höhe derhiesür aufgewendeten Beträge war sich der Vereinsvorstand dessen bewußt, daß diese Ausgaben fruchtbringende Anlagen sind, aus denen dem Kantorenstande Heil und Segen ersprießen wird, und es müssen auch in Zukunft alle möglichen Mittel versucht werden, um die kantorale Berufsorganisation, die für die Zukunft des Standes unerläßlich ist, in lebendigem Fluß zu bringen. An das ausführliche Referat über den Rechnungs-Ausweis knüpfte sich eine eingehende, auf die zweite Sitzung übergreifende Debatte, in der mannigfache Anregungen gegeben wurden. Zur Erhöhung der Einnahmen soll eine besondere Aktion zur Akquirierung von außerordentlichen Mitgliedern eingeleitet und an sämtliche Gemeinden, insbesondere an die Wiener Kultusgemeinde, das Ersuchen gerichtet werden, den österr.-ungar. Kantoren-Verein auf die bei Tempelspenden als Vorlage dienende Spendentafel zu stellen; weiters wurde die Veranstaltung eines Gottesdienstes siir die hohen Feiertage, sowie ein großes Konzert unter Mitwirkung hervorragender Künstler in Aussicht genommen. Betreffs der erwähnten Vereinsgründung in Ungarn ging die allgemeine Anschauung dahin, sich diesbezüglich mit den hervorragendsten Kollegen in Ungarn neuerdings ins Einvernehmen zu setzen und dieselben, falls es nötig wäre, zur Stellungnahme gegen dieses Projekt, jedenfalls aber zur Aufklärung der ungarischen Kollegenschaft zu veranlassen. Bei Festsetzung des Wahltermines für die statutengemäß im Jahre 1906 stattfindenden Neuwahlen wird der Vorschlag akzeptiert, zu dieser Generalversammlung auch die außerhalb des Vereines stehenden Kollegen Oesterreich-Ungarns einzuladen und eine Enquete über die soziale und materielle Lage des Kantorenstandes, sowie über die zur Besserung derselben einzuleitenden Schritte zu veranstalten. Als geeigneter Termin hiefür wird die Zeit zwischen Peßach und Schewuoth bezeichnet, doch ist auch ein späterer Zeitpunkt nicht ausgeschlossen und soll hierüber noch besonderes Einvernehmen mit den Kollegen gepflogen werden. Nach durchgeführter Debatte wurde unter Ausdruck des Dankes für die Mühewaltug des Vereinssekretärs der Rechnungs- Ausweis pro 1905 genehmigt und allgemein der Gedanke zum Ausdruck gebracht, daß der gesamte Vereinsvorstand jederzeit bereit sein werde, für die Interessen und das allgemeine Wohl der engeren und weiteren Berufsgenossenschaft mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln und Kräften einzutreten, und kein Opfer als zu groß erachte, um es frohen Herzens und freudigen Sinnes auf den Altar der gemeinnützigen, kollegialen Wirksamkeit zu legen. Rechnungs-Ausweis Me das Iahe 1905. Einnahmen K h Nusgaben K | h Mitgliederbeiträge.. Zinsen-Eingänge. Spenden: Baron Rothschild. Diverse Spenden. Kassa-Saldo vom 1. Jänner 1905 . 750 438 2000 76 598 10 59 Ankauf öftere. Kronenrente. Witwen- und Invaliditäts-Beiträge. Unterstützungen. Kanzleiregie, Berwaltungsspesen. Sekretär und Vereinsdiener (inkl. Nachzahlung pro 1904) Remuneration.. Kantoren-Zeitung. Außerordentliche Ausgaben. Kassa-Saldo vom 31. Dezember 1905 . 1534 530 229 255 630 150 l 200; 123 : 114 52 77 80 60 3857 69 j! 3857 69 ii Aermögensftand am 31. Dezember 1905. Nominale Baarwert Ung. Theißlose, 3 Stück S. 0131, Nr. 38; S. 0699, Nr. 75; S. 4255, Nr. 16 . i/, 1860er Los, S. 17776, Nr. 13.'. Ung. Hypothekenbank-Lose, 4 Stück S. 1028, Nr. 65; S. 1802, Nr. 31; S. 1014. Nr. 65; S. 1522, Nr. 55 Oesterr. Kronen-Rente, 12 St. ü 200 K, 2 Stück ä 100 K. Wiener Berkehrs-Anlehen. Oewinnstschein vom ung. Hypothekenbank-Los. „ „ Bodenkredit-Los, I. Emission, S. 1790, Nr. 27. Bar-Saldo vom 31. Dezember 1905 . Wien, am 31. Dezember 1905. Revidiert und richtig befunden: Eduard Regner, Filipp Bassel. K 10600.— K 10759.— 600.- „ 97o.— 200.- ., 388.— 800- „ 1084.— 2600.- .. 2609.- 2800.- „ 2828.- — „ 4680 „ — „ 62.50 „ — „ 114.60 K 18866.90 Dr. Löwy, Vereinssekretär.

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