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Die Wahrheit · 1906-02-23 · Heft 8 (23.2.1906) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 6. Anwesenden für ihr Erscheinen, sowie den Rednern für die ehrenden Worte, bittet um die weitere Gönnerschaft, ohne welche der Verein dem Feinde der Armen und Kranken nicht wirksam entgegentreten könnte. Gestützt auf das Verttauen der Mitglieder verspricht sie auch weiterhin mit allen ihr zu Gebote stehenden Säften der Frage der Kinderfürsorge zu dienen. Sodann wurde die Versammlung geschlossen, von welcher in schmeichelhaften Schreiben Krankheitshalber Frau Baronin Charlotte von Königswarter und Frau Julie Freiin von Schey, ferner wegen dienstlicher Verhinderung Herr Rabb. Dr. Grunwald und Reserend Hechtler ihr Fernbleiben entschuldigt hatten. Tempelbauverein im VIII. Bezirk. . Bei recht lebhafter Beteiligung fand am 12. d. M. die ordentliche Generalversammlung des Tempelbauvereines des VIII. Bezirkes der Stadt Wien im Tempelgebäude, VHI., Neudeggergasse statt. Der Vorsitzende, Herr Präses Hermann Beck, begrüßte die Versammlung, ebenso den Delegierten der Kultusgemeinde Wien, Herrn Gemeinderat Donat Zifferer, Obmann der Steuerkommission VUL/IX. Bezirk, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Geist der Einttacht und Opferwilligkeit, welcher bisher die Mitglieder und Gönner des Vereines beseelte, zu dessen weiterer Fortentwicklung verhelfen möge. Er gedachte des leider zu früh verstorbenen Baurates Fleischer, der sich um das Zustandekommen des Tempels so viele Verdienste erworben hat, und ersuchte die Versammlung zum Zeichen der Ehrung sich von ihren Sitzen zu erheben. In gleicher Weise wurde das Andenken der Frau Betty Straffer, Gattin des verstorbenen Präsidenten des Tempelbauvereines, Herrn Michael Straffer, welche durch ihr edles Wirken und ihren wohltätigen Sinn zur Hebung des Vereines wesentlich betgetragen hatte, pietätvoll geehrt. Zur Tagesordnung übergehend, erstattete der Schriftführer des Vereines, Herr Dr. Sigmund Goldberger, den Bericht über die Tätigkeit des Vereines während des Jahres 1905. Er verwies darauf, daß der Verein sich günstig entwickle und seine ernste Aufgabe würdig erfülle und daß insbesondere der Gottesdienst in überaus weihevoller Weise abgehalten werde, wobei bei voller Berücksichtigung der jetzigen Verhältttisse dennoch die altehrwürdigen Traditionen des Judentums gewahrt werden. Es fände dies auch vollste Anerkennung, indem das Gotteshaus sich stets des Besuches zahlreicher Andächttger erfreue, betonte weiters, daß die Vereinseinkünfte insbesonders für Trauungen größer fein würden, wenn der Rabbiner, des Vereines, Herr Dr. Bauer, der als Seelsorger die Qualifikation sowohl wiffenschaftlich als theologisch im vollstem Maße besitze und der allgemeinen Wertschätzung mit Recht sich erfreue, von der israelitischen Kultusgemeinde Wien zum Gemeinderabbiner bestellt werden würde, zumal daran für die Kultusgemeinde keine Auslagen und keine Verpflichtungen geknüpft sind. Ebenso erheische es die dringende Notwendigkeit, daß die Kultusgemeinde Wien, die derzeitige Subvention erhöhe. Nach einer kurzen Debatte ergriff der Delegierte der Kultusgemeinde, Herr Gemeinderat Zifferer, das Wort. Er sprach namens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde den Dank für die Einladung zur Generalversammlung aus. Ebenso dem Vereinsvorstande für seine Bestrebungen im Dienste des Judentums. Er werde gewiß nicht ermangeln, die Wünsche des Vereines dem Kultusvorstande bekannt zu geben und zu befürworten. Er wünscht dem Vereine bestes Gedeihen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl, bei welcher die Herren Architett Sachs und Herr Wasserttüdinger das Skrutinium besorgten, wurden die ausgelosten Ausschußmitglieder Adolf Beck, Edmund Leitersdorf, S. Steiner und Dr. Ludwig Weiß wieder, und die Herren Adolf Getteuer, Moriz Hüttner und Leopold Robicsek als Ausschußmitglieder neu und als Ausschuß- Stellvertreter die ausgelosten Herren Carl Hofmann jun. und Heinrich Kahn wiedergewählt. Als Revisoren wurden die Herren S. Bauer und S. Sidon wieder- und Julius Beck neugewählt. Der Vorsitzende spricht der Versammlung für die Beteiligung seinen Dank aus und ebenso dem Delegierten ber Kultusgemeinde Herrn Gemeinderat Zifferer für die Zusage, sich bei der Kultusgemeinde für die Gewährung der Wünsche des- Vereines einzusetzen, und schließt die Versammlung. Verschiedene Nachrichten. Wien. (Predigt.) Freitag, den 23. d. M., findet beim Abend- Gottesdienst im Tempel, XV., Turnergasse 22. eine Predigt statt. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX.. Othmargaffe 46.) Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Borträge:. an Wochentagen um 1I28, an Sonn- und Feiertagen und Samstag um 7 Uhr abends. Wochenprogramm:. Samstag, den 24. Februar: Konzert. Arrangement: Herr Oberkantor Bela Guttmann. Sonntag, den 25. Februar: „lieber jüdische Waisenfürsorge." Herr Direktor Alex. H e ch t. Montag, den 26. Februar: „Bilder aus der Volkswirtschaft." (Zyklus.) Herr Leopold Spitzer. Dienstag, den 27. Februar: Literarischer Abend. Mittwoch, den 28. Februar: „Die Lehre vom Menschen." (Zyklus.) Herr Professor Dr. Jos. Pollak. Donnerstag, den 1. März: „Neue Philosophie." (Zyklus.) Herr Dr. Beruh. W a ch st e i n. Freitag, den 2. iMrz: Bibelvortrag. Samstag, den 3. März: Konzert. (Durch besondere Umstände veranlaßte Aenderungen Vorbehalten.) — Samstag, den 17. d. M., fand in der Toynbee-Halle eine Heine-Feier statt. Schriftsteller Dr. N e ck e r würdigte in einem Vortrage Heines Schaffen. Hieran schloß sich ein Konzert, das von Frau Schmitz (Klavier) und Herrn Professor Deutsch (Violine) bestritten wurde. Die Vortragenden ernteten reichen Beifall. — Sonntag, den 18. d. M. vereinigte eine „Kinderjause", für welche eine ungenannt sein wollende Dame sechzig Kronen gespendet hatte, 300 der ärmsten Kinder zu einem fröhlichen Nachmittage. Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte.) Donnerstag,, den 1. März d. I., präzise l/s8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektcn-Bereines, I., Eschenbachgaffe 9, ein Vortrag, des Herrn Dr. D. Feuchtwang statt. Thema: „Ältjüdische Ethik und die sittlichen Forderungen der Gegenwart." Eintritt frei. Wien. „Der Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande" versendet soeben den 34. Jahresbericht, in welchem er ein umfassendes Bild seiner im vollsten. Sinne des Wortes segensreichen Tätigkeit bietet. Zwei im Berichte hervorstechende Tatsachen, daß der Verein im abgelaufenen Jahre infolge Mangels der nötigen Mittel gezwungen: war, von 328 Hilfesuchenden 600/g a.bzuweisen, und daß weiters 67-30/0 der in Behandlung gewesenen Patienten ihre volle Erwerbsfähigkeit widergewonnen haben, sprechen mit beredten. Worten zu allen Menschenfreunden und sollten besonders unsere bemittelten Glaubensgenossen anregen, die eminent gemeinnützige Wirksamkeit des Vereines viel reichlicher als bisher zu unter-' stützen. Nur so könnte es dem Vereine gelingen, jenes große Ziel zu erreichen, das er seit mehr als einem Jahrzehnt anstrebt: den armen Lungenkranken eine den Anforderungen den Jetztzeit entsprechende Heilanstalt in Roznan zu erbauen und nicht nur in der wärmeren Jahreszeit sondern das ganze Jahr hindurch sich dem Dienste wahrer Humanität zu widmen. Das Bureau des Vereines, dessen Präsident Herr med. Dr. Adolf Ho ff mann, I., Hoher Markt, ist, befindet sichl., Neutorgasse 20> woselbst Aufnahmsgesuche von Lungenkranken vom 15. Februar bis 15. April zu (überreichen sind. Beiträge für den Verein, werden an derselben Stelle entgegengenommen. Postsparkassen Konto Nr. 802.311. Wien. Vor einiger Zeit konstituierte sich in Wien ans Anregung des Herrn Rabbiners Dr. D. Feuchtwang, Prof. Dr. A. B ü ch l e r und Abraham Epstein nach dem Vorbilde der Druuos Yindobonensis eine Gesellschaft zum Zwecke der Pflege der Wissenschaft, Literatur und Geschichte der semitischen Völker, insbesondere des Judentums. Hauptaufgabe wird die Erstattung wissenschaftlicher Referate über neue Erscheinungen sein. Die erste, zahlreich besuchte Zusammenkunft hat am 14d. M. statrgefunden. Die nächste ist für den 28. d. M. anberaumt. Wien. Frl. Marianne Cohn. Tochter des Kultnsvoistehers und Präsidenten der Wiener „Chewra Kadischa", Herrn Sa!o Cohn, hat sich in Nizza mit Herrn Dr. Fritz Schick verlobt. Wien.. Herr Fritz Weiß, Sohn des Börsenrates Herrn Jacques Weiß in Wien, hat sich mit Frl. Leontine, Tochter des Banquiers- Charles Glücklich, Chefs der Firma Glücklich, Dickm & Co. in Bukarest, verlobt. Wien. Sonntag, den 18. d. M., 1 Uhr mittags, fand im Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Hedwig Fleischer mit Herrn Moriz Winter statt. Die große Popularität, deren sich der Brautvater. Herr Sekretär Siegfried Fleischer von der „österreichischisraelitischen Union", in den weitesten Wiener jüdischen Kreisen erfreut, äußerte sich in der imposanten Zahl der Hochzeitsgäste, unter welchen wir fast den gesamten Kultusvorstand mit den beiden Vizepräsidenten, dem Vorstand der „österreichisch-israelitischen Union" und Vertretungen zahl-

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