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Die Wahrheit · 1905-06-30 · Heft 25 (30.6.1905) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1905
Issue
Heft 25 (30.6.1905)
Date
1905-06-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Im Interesse der Erhaltung des Fachblattes werden die geehrten Herren Cantoren dringend ersucht, den Abonnementsbetrag für das am 1. Juli beginnende 3. Huartal umgehend einzusenden und auch an den Begleich der Rückstände zu denken. Die Administration. Der tzttlrerismns «nd die moderne synagogale Liturgie. Von P. Minkowsky, Oberkantor der Brodier Gemeinde, Odessa. (Fortsetzung.) Die dritte Gattung personifizierte sich in der Rinnah, wo sie freien Raum und ein großes Feld für ihre Tätigkeit gefunden hat. Hier nimmt der Text eine sekundäre Stellung ein und muß sich sehr oft viele Unkorrektheiten gefallen lassen. Schon in den traditionellen Weisen (Nuschaoth) für Regalim und besonders für Jomim Noroim überladet nicht mir der Gesang jedes Wort und jede Silbe mit ganzen melodiösen Gruppen, wie Lieder ohne Worte, sondern er zwang auch die Sänger, für den Rest ihrer Melodien Einschiebsel von Vokalen wie „0“ „Ho“ „Oi“ „A“ „Ha“ ic., oder sinnlose Silben wie „Bim“ „Born“ „Mob“ „Tera dom dom dom“ „Denam“ „Denam“ rc. zu dichten; die Sprachsilben erwiesen sich als zu eng, um den ganzen musikalischen Ballast in sich aufnehmen zu können- Da die erste und dritte Gattung Tefilla und Rinnah nicht nur älter sind, sondern auch den wichtigsten Teil unserer Liturgie bilden, so boten sie von jeher — und sie haben es bis heute nicht aufgehört — den Hauptstoff für alle Reformationen der Synagoge. Dagegen blieb die zweite Gattung, die Rrias batorali fast ganz vernachlässigt, und trägt dadurch mehr als die anderen den Stempel des verrosteten Altertums. Eine monotone Bewegung in beschränkten Wendungen, eine arme und trockene akzentuistische Intonation, der alle musikalische Konvenienz des modernen Rezitators fehlt, ist das Wesen der Rriah. Die verschiedenen Versionen des Thoralesens unter den deutschen, polnischen, sephardischen, russischen und egyptischen Gemeinden find nicht den Reformatoren znzuschreiben, sondern vielmehr den unpräzisen massorethischen Ueberlieferungen und der Undeutlichkeit der Tropen zu verdanken. Die Verfasser der tropischen Neima waren ähnlich den Verfassern der griechischen Reumation. keine Sänger sondern Grammatiker, und die Tropen dienten bloß als mnemotechnisches Mittel zur Konservierung der überlieferten Ma88orab. Darum konnten ganz verschiedene Versionen sich nicht blos in Gemeinden der verschiedenen Länder, sondern auch in den einzelnen Gemeinden ein und derselben Stadt einbürgern. Als Beispiel dafür dient die verschiedene Kantillation der gleichen Thorabschnitte, die an den hohen Feier- und Festtagen ganz anders als am gewöhnlichen Samstag vorgetragen werden. Kurz die Kriah ist bis nun die vernachlässigste aller drei Gattungen geblieben und sie hätte kein besonderes Interesse für unsere jetzigen Betrachtungen; aber wir berühren sie dennoch, weil sie immer einen Bestandteil in der Trippelalliance unserer Liturgie bildete und auch bis heute noch bildet. So bestand die Konstruktion der jüdischen Liturgie aus drei Teilen: Aus dem prosaischen Rezitativ der Tefillah, aus dem dichterischen Rezitativ der Rriab und aus dem musikalischen Rezitativ, traditionell oder neuverfaßt, der Riimab bis Ende des 9. Säkulums. Bis dahin war für große Improvisationen während des Gottesdienstes noch kein Boden; noch lebte die überlieferte Neima aller drei Teile im - Gedächtnis und machte die Erfindung neuer Melodien für die festgesetzte rap nban unmöglich. Da kam das Ende des 9. Jahrhunderts, das ich die Epoche der.Arabisation nenne, und brachte eine Metamorphose in der Neima der ersten und dritten Gattung. Zwei Ströme dieser Zeit haben die Verhältnisse der Sprache und Musik ganz neu gestaltet*). Das Aufblühen der kirchlichen Musik und besonders das Auswachsen einer neuer nach arabischer Poesie gemodelten Sprache in der synagogalen Littlrgie machten nebst vielen anderen, inneren Ursachen den bis dahin festgesetzten Ritus, wie auch die festgesetzte Neima ganz .locker. Der Drang nach Bereicherung der Tephilla durch den neuen Pint brachte die Notwendigkeit einer neuen Neima mit sich. Und da so viel Sprachstoff sich nicht so leicht im Vorhinein in Musik komponieren läßt, mußte der größte Teil desselben der freien Wahl der momentanen Erfindung, d. h. der freien Improvisation der Chasanim überlassen werden. Diese Improvisation mährend des Gottesdienstes konnte auch nie mehr „eine zur musikalischen Bestimmtheit erhobene Rede", von der wir oben gesprochen haben, genannt werden; denn erstens fehlte der plötzlichen Improvisation irgend eine bestimmte Form, und zweitens war der größte Teil des Pint, der aus einem Gemisch von Halacha, Hagada, Legende und Mystik rc. bestand, unfähig, musikalisch — und dazu noch plötzlich — interpretiert zu werden. Die quantitative Bezeichnung einer solchen, mit einigen Ausnahmen barbarischen Sprache hatte einen unkonttollierbaren Sing-Sang zur Folge. (Fortsetzung folgt.) *) Die Entwicklung der synagogalen Liturgie vom Verfasser.. |)uü)ltMioncu lies öfierr -img, Kuntomi -Demrtes. Mitglieder- und Pflichtbeiträge. S. Rosenberger, Komotau, X 4. M. Schlesinger, Wien, XVII., X 6. H. Bermann, B.-Leipa, X 6. B. Haas, L. Szt. Miklos, X ö. Bassel, Wien, X 4. Ad. Kohn, M.-Budwitz, X 5. M. Rosenfeld, Nemerujvar, X 6. Jak. Rausnitz. Gablonz, X 2. K. Brunner, Jglau, X 2. S. Dünmann, Wien, X 2. S. Lagodzinsky, Zwittau, X 2. R. W. Rabinowitsch, St. Pölten, X 4. I. Holzer, Mißlitz, X 6. Em. Weiß, Budweis, X 4. Mos. Kriener, Galgocz, X 6. Schorr, Wien, X 2. Blatt, Wien, X 2. Kurzweil. Falkenau, X 2. L. Buchsbaum, Körös, X 2. S. Popper und Lederer, Eger, X 4, I. Lemberger, Wien, X 2. I. Saller, Szeleskut, X 2. M. Altenberg, Liesing, X 4. M. Landau, Wr.-Neustadt, X 3. B. Singer, Jnngbunzlau, X 2. I. Weiß, Tobitschau, X 2. Singer, Wien, X 10. Regner, Wien, X 4. Guttmann, Wien, X 4. Jurberger, Wien, X 4. Jurberger, Wien, X 2. Löwit, Wien, X 10. Bassel, Wien, X 2. Schlesinger, Wien, X 2. Dünmann, Wien, X 2. Bauer, Wien, X 2. Tauber. Wien, X 12. G. Samek, Schüttenhofen, X 2. G. Samek, Schüttenhofen, X 2. S. Lagodzinsky, Zwittau, X 2. S. Grünblatt, Jägerndorf, X 2. M. Reiser, Neuern, X 2. B. Haas, L. Szt. Miklos X 2. L. Kartschmaroff, Gr.-Kanizsa, X 2. Jg. Tschasny, Retz, X 6. L. Friedländer, Szilasbalhas, X 2. M. Rosenfeld, Nemetujvar, X 4. S. Schächter, Czernowitz, X 10. S. Schächter, Czernowitz, X 4. A. Rotter. Wien, X 6. I. Schönfeld, Tab, X 4. Ad. Löwy, Kohljanowitz, X 2. L. Krauß, Birovitica, X 6. L. Blum, Schlan, X 4. H. Goldenberg, Marienbad, X 2. S. Rotter, Pisek. X 8. S. Kornfeld, Pilsen, X 12. I. Rausnitz, Gablonz, X 10. K. Brunner, Jglau, X 2. D. L. Rotter, Wien, X 2. M. Seifert, Baden, X 6. M. Kriener, Galgocz. X 2. S. Friedl, Dürrmaul, X 4. S. Jellinek, Oberhollabrunn, X 2. M. Diamant, Kalocsa, X 20. S. Hirsch, Wien X., X 6. Jg. Saller, Poszony-Szeleskut, X 3. Friedländer, Szilasbolhas, X 2. Jg. Rosner, Herm. Mestec, X 2. Jg. Rosner, Herm. Mestec, X 2. G. H. Lemberger, Wien, X 2. Adolf Kohn, M.-Budwitz. X 4. S. Lagodzinsky, Zwittau, X 2. F. Teltsch. Wien, X 2. I. Skolnik, Stanislau,! X 2. I. Skolnik, Stanislau, X 4. S. Rosenberger, Komotau. X 4. B. Singer, Jnngbunzlau, X 2. S. Dünmann, Wien, X 5. I. Bauer, Wien, X 4. Löwensohn, Prag, X 7. Rabb. Salomon Kohn, Neustraschitz, X 8. A. Kirschbaum, Oedenburg, X 10. Gcünfeld, Wien XII, X 6. Schönfeld, Tab, X 2. S. Schächter, Czernowitz, X 4. Die j). T. Vereinsnntglieder werden hiemit ersucht, die rückständigen und laufenden Pflicht- und INitgliederbeiträge (2 Kronen pro Quartal) an den Vereinskassier Oberkantor IN. 5 ch o r r. H., Ob. Donaustraße <\1, einzuschicken. Die Vereinsleitung.

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