Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 48 (25.12.1903)
- Date
- 1903-12-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Redaktion und Sldininistratio i: Wen, 11/,. Novaragasse iT fl. k. öftevv. Po.kv.'rcussa Eheck-Coiuo Nr. 846.251 Inserate 20 Hefter per Roiipareiftc-Zcile. SlbouneineittS. und JnieralionSbel-.äge sind in Wien zahlbar . . und klagbar. Er lch e i n t jede n g re i t ag. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!“ Bezugspreis: I ' Gan;jählig ... fl. rj.- j , Halbjährig .... ft H - | I ■ t j j Für CuUusbe.uute:! Äanzjähng.... fl lv.—! ' Für Ausland:! Äauzjä,rig . . .8 Mart. > 6 Rubel o^er 18 Fc» ttr. 48. ÜlieN) 83. Dezember M3. Anhalt r An unsere Leser. — Das Budget der:'Wiener Culluszemetnde. — Zur Vermehrung der Rettgionsstunden in der zweiten Klasse der Volksschule. — Neue Exzess; in Kischjnew m.Sicht. — Ein Zeichen der Zeit. — Verschiedene Nachrichten. Än liniere Leier! Bei dcw Ernste der gegenwärtigen Zeiten bedarf das Jüdentnm wehr denn je einer starken und nnabhängigen Presse, die nicht nur mutvoll und nnerschrocken den Kampf nach Außen führt, sondern auch im eigenen sLager strenge Wache hätt. ' Von dieser Ueberzengnng durchdrungen,' hat „Die Wahrheit" auch iw abgelausenen Jahre an' ihrew Prograwwe, das Interesse für die erhaöenen Ziele des Judentums;n alten BeyMerungsschichten zu wecken, sestgehalten, und ihr Bestreben n ird auch, fernerhin darauf gerichtet sein, jüdisches Hellen in alten seinen Erscheinungen zu pffegen, die innere Organisation mit allen Kräften zu fördern, die Worfälte im Kemeinde- und Wereinsteöen mit maßvoller und objektiver Kritik zu beurteilen und dabei gleichzeitig den Kampf nach Außen mit Würde und Entschiedenheit zu führen. Diese publizistische Tätigkeit bitten wir durch Aöonnierung unseres Mattes und durch möglichste Verbreitung desselben zu fördern. ÄbonncmtnlL-ökdingttngen: Werteijährig Kr. 3 —, halbjährig Kr. 6.—, ganzjährig Kr. Kr. 12.—. Probenuwwern stehen zur Verfügung. Die Redaktion« Das iSndget der Wiener Cnltusgemeinde. In der nm 20. Dezember unter dem Vorsitze des Präsidenten, kais. Rath Heinrich Klinger, stattgehabten öffentlichen Plenarsitzung des CuNnsvorstandes gelangte der vom Obmanne der-Finanzcommission, kais. Rath Moriz Hirsch, vorgelegte Voranschlag pto 1904 zur Annahme. Welch große Ausdehnung die Agenden der Cultnsgemeinde in den letzten Jahren genommen und wie sehr der Cultusvorstand bestrebt war, den allseitig zn Tage tretenden Bedürfnissen in den verschiedenen Zweigen -der Verwaltung gerecht zu werden, erhellt am besten aus der Thatsache, daß das Jahresbudget. der Cultnsgemeinde den Betrag von 2 Millionen Kronen übersteigt. Und trotz der großen Summen, die vorausgabt werden, muffen manche Wünsche, die im Laufe der Debatte von einzelnen Rednern vorgebracht wurden, mit Rücksicht auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde derzeit zurückgestellt werden. Aber nichtsdestoweniger verdienen die von den Herren Ellbogen, Kaudcrs, Dr. Spitzer, kais.. Rath Wilhelm Pollak, Professor Dr. Ehrmann, kais. Rath Jonas Weil gcgtbenen Anregungen ernsteste Beachtung, und der Enltusvorstand wird sich bei allem auerkennenswerthen Bestreben, das schwer hergestellte Gleichgewicht im Gemeindehanshahe anfrechtzuerhalten, denselben nicht lang? verschließen können. Das Verdienst, die von der einen Seite gestellten Aitfordernngen der Gegenwart mit den andererseits auftauchenden Bedenken für die finanzielle Zukunft der Gemeinde in Einklang zu bringen, gebührt in erster Reihe dem Präsidenten, der es niemals unterläßt. die ihm zukommende Vermittlungsrolle zwischen den 'einzelnen Strömungen im Cultusvorstande mit feinem Takte zn üben, nnd es wohlweislich versteht, Alle zn harmonischer Arbeit im Interesse des Ganzen zn vereinigen. Gerade jetzt, wo die Gegensätze zwischen der alten und neuen Richtung oster denn je znm Ausdrucke kommcu, verdient seine ausgleichende Thätigkeit doppelte Anerkennung. Im Nachstehenden der Bericht: Zn Beginn der Sitzung führt I. Vicepräsident Dr. Stern den Vorsitz, den er nach Erstattung des Präsidialberichtcs an den mittlerweile erschienenen Präsidenten, kaiserl. Rath Klinger, übergibt. H i n tauf. Nach Bekanntgabe der Spenden kommt der Einlauf zur Verlesung, darunter ein Dankschreiben der Leitung des Brigittenaner Kindergartens für die für das Schuljahr 1903/04 gewährte Subvention von K 2000. Ein Dankschreiben des Hilfsvereines für die nothleidende jüdische Bevölkerung in Galizien, in welchem es unter Anderem lautet: „Die Atlerkennung und das großherzige Beispiel der Wiener Cultnsgemeinde werden beispielgebend und nacheifernd ' auf weite Kreise wirken, die sich bisher noch nicht veranlaßt 'gefühlt haben, uns in unserem Streben geistig und materiell yt untet stützen." Die Dankschreiben der Frauen: Nanny David, Hermine Kadisch, Adele Edlevon Mises, für die Berufung in das Ehrendameu-Comi« für die Versorgnngsanftalt.