Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 37 (29.9.1903)
- Date
- 1903-09-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Keflerr.-ungar Cantoren-Zeitnng. Kr. 37. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 23. Jatzrg Wir ersuchen die geehrten Kerren Kantoren um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 1. Hctoöer beginnende IV. Huartat und prompte Einsendung der Welte. Are Administration. Der Tag der Einkehr. Wieder ist ein Jahr im Strome der Zeit dahingeschwunden, ein großer Abschnitt im Lebendes Menschen, ein Nichts in der Ewigkeit vor Gott. Wie viel Glück und Unglück, wie viel Schmerz und Freude, wie viel Kummer und Seligkeit, wie viel Barbarei und Menschenfreundlichkeit drängt sich in dieser Spanne Zeit zusammen! Wie viele Kämpfe wurden gekämpft, wie viel Schweiß ist geronnen, wie viel Thränen wurden vergossen! Und wieder sind die hohen Festtage gekommen, an denen der Jude hintritt vor seinem Schöpfer, um in inbrünstigem Gebete ihm zu danken für das Glück und das Unglück, das ihm zu Theil geworden; denn auch das Unglück theilt uns der Allgütige weife zu, damit es zu unserer Verbesserung und Veredlung beitrage. Hoch und Nieder, Reich und Arm, Jung und Alt, Alles, was den Namen Jude träg^, eilt dem Gotteshause zu, verbringt die hohen Festtage in Gebet und Fasten und vergißt an alles Ungemach, an alles Elend, das vielleicht draußen in der Welt seiner hart. Und wie einst der Hohepriester an den hohen Festtagen vor das Allerheiligste hintrat und inbrünstiges Flehen für Israels Heil und Wohlfahrt züm Throne Gottes emporsandte, so tritt jetzt der Eantor vor den Altar hin mit den Worten: „Rachem olai u’schma tefillossi hajom, ascher espaliel baadi u’wead bessi u’wead edossi. Erbarme dich meiner und erhöre mein Gebet für mich, mein Haus und meine Gemeinde". Und wenn auch von mancher Seite die Vergleichung des Eantors mit dem Hohenpriester als Anmaßung bezeichnet werden sollte, so zeigt dennoch dieses Gebet allein, daß wenigstens ein Theil jener Würde auf ihn übergegangen ist, die Gott einst Aaron und seinem Hause verliehen hat. Groß und erhaben ist daher die Aufgabe, die uns an diesen Tagen zusällt, die Augen aller Gemeindemitglieder sind auf uns gerichtet; sind wir es doch, die dem Gottesdienste Weihe und Feierlichkeit zu verleihen berufen sind, wir die Vermittler zwischen dem Allmächtigen und seiner Gemeinde. Jeder von uns sei sich daher auch dieser hohen Aufgabe bewußt. Makellos und rein, wie der Hohepriester, müssen wir vor Gottes Altar hintreten, nur der Gedanke an Gott, an unsere heilige Pflicht soll unser Herz erfüllen. Der Tag der Einkehr ist nahe! Jeder, der dem heiligen Berufe des Scheliach Zibbur obliegt, möge bedenken, ob er nicht eine der Pfiichten verletzt hat, die Religion und Humanität gebieten, aber er vergesse auch nicht die Frage an sein Gewissen, ob er auch die Pflichten gegenüber seinem Stande getreulich erfüllt hat. Hochbedeutsame und wichtige Fragen wurden in den verflossenen Jahren aufgerollt, und wieder waren es der „ö st erreich, - un garische Cantoreu Verein" und die „Canto r e n - Z e i t u n g", die unentwegt für die Interessen ihrer Berufsgenossen eintraten. Der Vereinsvorstand scheute keine Mühe, um überall die Wünsche und berechtigten Ansprüche des Cantorenstandes zu verfechten und wurde in dieser Aktion von der Cantoren-Zeitnng nach Kräftenunterstützt. Wenn uns die Zeichen nicht trügen, ist dieses gemeinsame Streben nicht ohne Erfolg geblieben und wird, vielleicht schon in nächster Zukunft, segensreiche Früchte zeitigen. Wie sollten da nicht alle College» herbeiströmen und mit freudigem Herzen ihr Scherflein beitragen zu dem Werke, das wir begonnen und das schon so weit fortgeschritten? Aber leider finden alle diese Mühen und Anstrengungen zwar volle Anerkennung aber nur wenig Unterstützung. Viele unter den Collegen säumen gar zu lange mit der Einzahlung der Abonnementsbetrüge oder vergessen ganz daran, andere wieder, die vermöge ihrer Intelligenz dazu berufen wären, unser Unternehmen durch ihre geistigen Kräfte zu fördern, halten sich ferne. Es scheint, trotz der Errungenschaften der letzten Jahre, noch immer nicht die Ueberzeugung zum Durchbruche gelangt zu sein, von wie weittragender Wichtigkeit unser Organ für hie idealen und materiellen Interessen des Cantorenstandes sei; denn anders können, wir uns die Apathie und Gleichgiltigkeit so mancher unserer Amtsbrüder nicht erklären. Die irrige Anschauung hat nur zu große Verbreitung gefunden, daß wir des Beistandes nicht bedürfen, daß unser Unternehmen, welches blos auf die Förderung und Wahrung der Interessen des Cantorenstandes bedacht ist, schon allein sich fortbringen und erhalten müsse. Aber diese Ansicht könnte leicht unserem Streben zum Verderben gereichen; denn wir können nur dann mit Lust und Liebe arbeiten, wenn wir allseitig Förderung und Beistand finden. Durch Gleichgiltigkeit der Collegen muß unS am Ende die Arbeit verleidet, ein gedeihliches Wirken unmöglich gemacht werden. Und darum richten wir an Alle, denen das Wohl des Cantorenstandes am Herzen liegt, den Appell, wenn die schweren Tage der beruflichen Thätigkeit vorüber sind, sich um unsere Fahne zu schaaren, denn nur Einigkeit und gemeinsame Arbeit kann die Erreichung unserer Wünsche ermöglichen, Uneinigkeit und Unthätigkeit aber müssen die alten traurigen Zustäine wieder herbeiführen. Ich habe zufolge der von Jahr zu Jahr steigenden Nachfrage auf MT DWWK und um den Absatz der Producte aus den jüdischen Colonien Palästina’s zu fördern, ein grosses Quantum wunderschöner „Esrogim“ dort abgeschlossen und bin in der angenehmen Lage, TO D’JYintt mit blos 20 % teuerer als Pargaer zu liefern. ounflK in Eisten za 6, 12 oder 24 btück zu folgenden Preisen: mann# 6 Stück IIL Qualität Pargaer.fl. 3.50 » 6 » H 7» i» . n 4.50 n » I. » i, . 9 6.— „ 6 n Muwcharim „ .. „ 9.— ■ Feinste Muwcharim per Stück fl. 2 — bis 4.— ..::,n Genueser ä 60 kr., Bordigerer k 40 kr. per Stück, woin Ha. Sorte fl. 1.20, Ia. Sorte fl. 2.— per 100 Stück. Um Angabe der Hälfte des Bestellungsbetrages wird höfiiohst ersucht. Bei vorheriger Einsendung des ganzen Betrage» liefere franco jeder Poststation Oesterreich-Ungarns und Deutschlands. Bitte ausführlichen Preiscourant zu verlangen. Anerkannt beste Bezugquelle. Hermann Rath, Triest. Cantoren-Ausbildung. Obercantor Jacob Bauer ■Wien, II» Bez.. 3SJ ova^xagaaae 27, ertheilt auch ferner nach bewährter, practisch vielfach erprobter Methode Unterricht in allen cantoralen Fächern. Sprechstunden im Bureau der Redaction „Die Wahrheit“ ( Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung“): Yormittags 9—10 Uhr; Nachmittags 3—4 Uhr.