Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1903-03-13 · Heft 11 (13.3.1903) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3063163-3063174--02391-3069062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 11 Die Wahrheit. Seite 7 Obmann-Stellvertreter, Herr Leopold Münster als Schriftführer, Herr Siegmund Wechsler als Stellvertreter, Herr Fabrikant Salomon als Kassier und Herr Josef Goldberg als Stellvertreter. Um die Bildung der Ortsgruppe haben sich nächst dem Cultusvorsteher, Herrn Hermann Löw, die Herren Dr. Josef Steckl aus Bielitz und Se. Ehrwürden Herr Dr. I. Bergmann, Rabbiner in Friedek, am hervorragendsten verdient gemacht. An demselben Tage constituirte sich auch die »Ortsgruppe Melnik." Zum Obmanne wurde Herr Rabbiner Dr. David Stransky gewählt, zum Schriftführer Herr Julius Stein, zu dessen Stellvertreter Herr Rudolf Kellner, zum Caffier Herr Ludwig Fischer. Die Bildung dieser Ortsgruppe ist hauptsächlich dem Eifer und Einflüsse des Melniker Rabbiners, Herrn Dr. Stransky. zu verdanken. Am 7. d. M. constituirte sich die »Ortsgruppe Lobositz a. E." Zum Obmanne wurde gewählt Herr Fabriksdirektor Georg Dubsky, zum Obmann-Stellvertreter Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Heinrich Saar, zum Schriftführer Herr Otto Brumlik, zum Stellvertreter Herr I. U. Dr. Karl Gläßner, als Cassier Herr Rudolf Budlowsky und als Stellvertreter Herr Dt. U. Dr. Markus Löwit. Eine Anzahl anderer Ortsgruppen find in Bildung begriffen und werden sich demnächst constituiren. verschiedene Nachrichten. Wie«. (Mazzoth-Beteilung.) Der humanitäre Verein „Rettungsanker" betheilt wie alljährlich auch Heuer zu den Peffachfeiertagen arme jüdische Familien mit Mazzoth. Diesbezügliche Gesuche sind von nächster Woche ab an den genannten Verein im Vereinslokale, IL, Kaiser-Josefstraße „Hotel du Nord" (Restauration Barth) zu richten. Wien. Am 5. d. M. am Vorabend des nnu'r fand im Währinger Tempel eine von der „Chew ra Kadischa" veranstaltete Trauerfeier statt. Die Rede des Herrn Rabbiner Dr. Abeles vom HI. Bez., die eine wirkungsvolle Schilderung vom Tode Moses gab, und die trefflich einstudirten und ecxact ausgeführten Sulzerischen Trauergesänge, welche Herr Cantor Serebrenik mit Chorbegleituug vortrug, gestalteten die Feier zu einer besonders erhebenden. Unter den Anwesenden bemerkte man die Cultnsvorsteher Edler von Mises, Dr. Berger und Em. Hofmann, Dr. Straßer mildem gesammten Bethaus Vorstande des 3. Bezirkes und viele Gemeindemitglieder. Wien, (Gedächtnisfeier im «Montefiore'-Bethause.) Donnerstag, den 5. d. (7. Adar) fand im stimmungsvoll decorirten Gotteshause des Bethausvereines „Montefiore", II., Taborstraße 38 eine erhebende Gedächtnisfeier statt. Nach dem Minchagebete wurden für die verstorbenen Mitglieder des Vereines „Montefiore" Seelenlichter entzündet. Hierauf hielt der Vereinsrabbiner, Herr Dr. M. Rosenfeld, die Gedächtnisred e, in welcher er der im letzten Jahre Heimgegangenen, hervorragenden, um das Judentum verdienten Männer und der verklärten Vereinsmitglieder gedachte. Der Vortrag des. LI-molo-ravbamim-Gebetes durch Cantor Max Treuhaft, der durch seine hübsche Stimme; wie durch warme Jnnigkei t sichtlichen Eindruck machte, schloß die pietätvolle Feier. Unter den Anwesenden bemerkte man den Gesammtvorstand des Bethausvereines, die Vorstände des allgein. Kranken- und Unterstützungsvereines „Montefiore" und des Witwen- und Waisenfondvereines «Montefiore" mit ihren Präsidenten, den Herren Armenrat Josef Pollak und Elias Weiß, den Herrn Religionsschul-Jnspektor Professor M. Kanitz, u. B. Bei der am selben Abende stattgefundenen General-Versammlung des Bethausvereines »Montefiore" wurden die Herren Moriz Bondi und Sigmund Feldbauer in den Vorstand gewählt. Wie«. Sonntag, den 8.;b. M. 6 Uhr Abends fand in der Synagoge des Brigittenauer; Tempelvereines eine Gedächtnis-Andacht für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitgliederstatt. Die Predigt hielt Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach und den gesanglichen Teil der Trauerfeier versah Herr Oberkantor L. Edelmann unter Mitwirkung des .Chores in ausgezeichneter Weise, Wien. Im litter. Geselligkeitsvereine jüd. Mädchen „Moria" ha Sonntag, den 1. März Herr Marek Scherlag, Schriftsteller, seine Novellen «Opfer aus dem Leben" vorgelesen und erntete bei dem überaus zahlreichen Auditorium stürmischen Beifall. — In demselben Verein wird Sonntag den 15. v. M. um halb 3 Uhr nachm, im Relitzionssaale der Cultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe 2. II. Stock, ein Bortrag stattfinden. Gäste herzlich willkommen. Wien. Der litter. Geselligkeitsverein jüd. Mädchen „Moria" veranstaltete den 4. d. M. im Reffourssaale einen gemütlichen Familienabend mit anschließendem Tanzkränzchen. Die Gäste hatten sich in großer Zahl eingestellt und lauschten mit gespannter Aufmerksamkeit den vortrefflich gewählten Vorträgen. Nach Begrüßung der Gäste durch die Präsidentin hielt Frl. Frieda Wagner die Festrede und erntete reichen Beifall. Die Klav iervirtuosin, Frl. Ilona Lippe, brachte dann die L-moll Ballade von Chopin zu Gehör und wurde durch rauschenden Applaus zu Zugaben gezwungen. Frl. Blanka Westreich entzückte mit Gedichten von Beruchowitz, Berth. Feiwel und Heinrich Grünau, und Konzertsänger Herr Julius Grün erntete mit seinen vorgetragenen Liedern wohlverdienten Beifall. Frl. Elsa Katz weckte stürmische Heiterkeit mit dem Monolog „Die Selbstmörderin". Die Brüder Josef und Leo Schorr brachten dann Biolinvorträge mit Klavierbegleitung zum Bortrag. Herr Josef Schorr bemeisterte so wunderbar die Violine, daß aus die zu Gehör gebrachten »Zigeunerweisen von Sarasate" stürmische, nicht endenwollende Beifallskundgebungen folgen. Herr Schorr wurde immer wieder um Zugaben gebeten, und als schließlich der letzte Ton verklungen war, erfüllte noch tangandauerilder Applaus den Saal. Der Einakter „Eine Damencomitäsitzung", aufgeführt von den Damen: Schweinburg, Alexander, Band und Westreich rief allgemeine Heiterkeit hervor und beschloß den gemütlichen Abend. Ein animirtes Tanzkränzchen hielt die Teilnehmer bis m die frühen Morgenstunden beisammen. Wien. Fräulein Charlotte Schön. Tochter des vieljährigen, verdienten Angestellten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Leopold Schön, hat sich am 8. März mit Herrn Heinrich Müller. Kaufmann in Wien, II., verlobt. Wien. Sonntag den 8. d. M. fand unter zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängnis des vierzehnjährigen jungen Mannes Carl Schwarz, Sohn des Herrn Isidor Schwarz, statt. Der tiefgebeugte Vater genießt in weitesten Kreisen infolge seiner großen Humanität und Herzensgüte größte Verehrung und es wandte sich ihm auch aus diesem traurigen Anlässe allgemeine eTeilnahmezu. Beim Leichenbegängnisse hatte sich der Gesammtvorstand d r „Humanitären Gesellschaft zur Bekleidung armer alter Leute", deren Obmann Herr Isidor Schwarz ist, ferner eine Vertretung des Vereines reisender Kaufleute und eine große Trauerversammlung eingesunden. Die Funktion versah erster Cantor Blatt in erhebender Weise. Wie«. Sonntag den 8. März fand im Vereine für jüd. Geschichte und Litteratur im Festsaale des „Jüdischen Volksvereines" ein Vortrag des Herrn Dan Albachary über spaniolische Juden statt. Der Vortragende brachte viele intereffante Vergleiche zwischen den Gebräuchen und Sitten der spaniolischen und deutschen Juden und wußte durch seine Schilderungen, wie die jüdischen Feste, besonders Chanuka und Purim, in orientalischen Gemeinden gefeiert werden, das zahlreiche Auditorium ungemein zu feffeln. Wie«. (Mädchen und Frauen-Verein „Bikur Chaulim.) Sonntag, den 8. d. M. hielt Herr Dr. Em. Deutsch einen Vortrag über das Thema „Hygienie der Wohnung", welcher von den Erschienenen mit großem Beifall ausgenommen wurde. Wie«. Die Einzelvereine „Wien", „Innere Stadt" und „Praterstraße" des Zion Verbandes veranstalten am 14. d. M. im Festsaale des Restaurant Guth II. Stephaniestraße 14 ein Purim-Fest, das entsprechend dem gewählten Programm sehr animiert zu verlaufen verspricht. Karten ä Kr. 1'— (Regiebeitrag) sind abends an der Kaffa zu haben. Beginn halb 9 Uhr. Wie«. Am 17. d. M. begeht der bekannte jüdische Restaurateur Sohr in vollster Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Unermüdlich arbeitet ■ der wackere Mann seit Jahrzehnten in seinem Geschäfte, dem er sich stets mit besonderer Liebe und ganzer Aufopferung gewidmet hat. Und faktisch ist auch die vorzügliche Sohr'sche Küche, namentlich ihre berühmten wische, weit und breit bekannt und genießt auch den Ruf ritueller Verläßlichkeit. Zudem ist Sohr ein seelenguter Mensch und immer bereit zu helfen, wo Hilfe jiot tut. Der „Verein zu Bekleidung armer alter Leute", welcher seiner? Sitz in Sohr's Restauration hat, sowie mehrere Stammgäste bereiten für den wackeren Jubilar manigfache Ovationen vor. Ijtoridsdorf. Sonntag den 1. März fand unter besonders starker Teilnahme das Leichenbegängnis des in der ganzen Gemeinde und hiesigen Stadt bestens bekannten Herrn Jacob Duldner statt. Der Verblichene genoß infolge seines überaus humanen Sinnes und Wirkens, er war als Vater der Armen bekannt, große Sympathien, weshalb sein Hinscheiden allgemeine Trauer hervorrief. Herr Duldner hat sich auch um den Tempelbau in hiesiger Gemeinde, sowie unr die Hebung anderer Institutionen große Verdienste erworben und stellte überall seinen Mann. Beim Leichenbegängniße waren der gesammte Vorstand, Vertretungen verschiedener Vereine und viele Gemeindemitglieder anwesend. Rabbiner Dr. Rosenmann schilderte in einem ergreifenden Nachruf die Tugenden des Verblichenen und Obercantor Löwy trug die Trauergesänge in wirkungsvollster Weise vor. Acht Tage später verschied Frau Regine Duldner, geb. Hofbauer, Gattin des Herrn Leopold Duldner. Die Verblichene war ebenfalls eine fromme, edle und woltätige Frau, rraran

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.