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Die Wahrheit · 1902-12-26 · Heft 49 (26.12.1902) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 49 (26.12.1902)
Date
1902-12-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Redaktion und Adn.inistration: Wien, II/i. Novaragafse 27. K. k. österr. Poslivarcassa Check-Eonto Nr. 846.251 Inserate 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Abonnements- und Jnscrationsbeträge sind in Wien zahlbar und klagbar. ^abhängige Heitschrifl für jüöische Iniere^en. Erscheint jeden Freitag. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" Verugsprri«: Ganzjährig. . . & 12.— Halbjährig ...,&. 6.— Für Cultusbeamte: Ganzjährig.... S 10.— Für Auslands Ganzjädrig . . .8 Mark. 6 Rubel o»er 18 Fe» Ar. 49. Wien, 26. December IM. Anhalt: Chanuka. — Unser Chanuka. — Leinberger Briefe. — Beitrag zur Geschichte der Judenverfolgungen in Oesterreich-Ungarn. — Gemeinde- und Vereinsbote. — Verschiedene Nachrichten. — Vor dem französischen Kriegsgericht. — Hebräische Melodien. Chanuka. Herein Ihr lieben Kleinen! Die Lampe ist gefüllt, DaS Fest soll uns vereinen, Das Fest, dem Freud' entquillt. Der Weihe Licht entzünden Laßt Kinder uns sofort, Zuvor doch möcht' ich künden, Belehrend Euch, ein Wort. So höret, meine Lieben l Der Vater zu Euch spricht; „Gar nichts ist uns geblieben, Als treuen Glaubens Licht. Einst war's in Zion trübe, Als Feinde brachen ein, Dem Syrervolk zuliebe Sollt' Juda heidnisch sein. Antiochus durch Götzen Entweiht des Tempels Ort, Zwingt Alle, zu verletzen Des wahren Gottes Wort. Des Sabbaths heil'ge Feier Durch Arbeit werd' entweiht, Der „Bund", der Juda theuer, Hör' auf für alle Zeit. Die Thora ließ zertreten Der schreckliche Tyrann, Zu Gott dürft niemand beten, So w o l l t' s der böse Mann. Da zog ein frommer Krieger, Matthias in die Schlacht, Die Söhne wurden Sieger *) Durch Gottes Hilf' und Macht. *) Vor der entscheidenden Schlacht starb der greise Mattathias. Daun eilten mit den Fahnen. „Makkabi“ **) stand darauf, Die Kinder großer Ahnen Zum Tempelberg hinauf. Die Götzen warfen schnelle Zum Thore sie hinaus, Vom Licht ward's drinnen Helle, Im gottKeweihten Hans: Vom Lichte der Menora, Die voll von reinem Oel; Daun las man aus der Thora, A u f i u b e 11’ Israel. Acht volle Tage.brannte Der Weihe heilig' Licht, Und Israel erkannte: „Gott schläft und schlummert nich!* Drum Chanuka wir feiern Zweitausend Jahre schon — Dem Glauben, dem uns theuern. Bleib' Tochter treu und Sohn! Wißt Ihr jetzt, meine Lieben, Warum dies schöne Fest Als Erbstück ist geblieben Uns, Jakobs kleinem Rest? Drum laßt aut Gott uns bauen, Wir rufen sl ets ihn an. Auf ihn, wenn wir vertrauen, Z i e h'n sicher wir die Bahn. Nun laßt uns alle beten: „Dank, guter Vater, Dir! Du halfest uns in Nöthen Gelobt seist Du dafür!" Moritz A n t f ch e r l. **) Dieses Wort ist aus den Anfangsbuchstaben des hebräische« Wahlspruches des tapfer« Juda, des Anführers der Heldenkämpfer, 'n mV« roo2 '2 „Wer ist so gewaltig wie Du, o Herr?" (B. S. M»s. 5. 11.) gebildet.

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