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Die Wahrheit · 1902-11-07 · Heft 42 (7.11.1902) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 42 (7.11.1902)
Date
1902-11-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 42 Die Wahrheit. Seite 11. Hallei wesimroh. Obercantor Mayer S ch o rr, an der Synagoge in der Leopoldsgasse in Wien, hat soeben ein dem bekannten Philanthropen, Herrn Salo C o h n, gewidmetes Synagogengesangswerk unter obigem Titel erscheinen lassen, das vornehmlich die alttraditionellen Weisen und Melodien festzuhalten bestrebt ist und. sicherlich vielfache Anerkennung und Verwendung finden wirb. Aus den zahlreichen, dem Autor zur Verfügung gestellten Gutachten veröffentlichen wir im Nachfolgenden das Unheil dreier in musikalischen und cantoralen Kreisen gewiss anerkannter Persönlichkeiten: Professor Ignaz Brüll-Wien schreibt: ..Ihre, Lobgesänge der Synagoge" sind, sowohl vom religiösen, wie vom rein musikalischen Standpunkt betrachtet, sehr wertvolle Gesänge; sie vereinen weihevolle Stimmung mit schöner Melodie von oft alterthümlich orientalischem Character und mit reicher Stimmführung. Besonders liebe! ich „Adonoj sechovonu jeworech“ und ist. da die Anfangs-! und Schlussmelodie in dem Schönen das Schönste. In Verehrung Ihr ergebener Ignaz Brüll." Wien, 19. September 1902. Obercantor Singer-Wien schreibt: „Ihre, unserem ausgezeichneten Philantropen, Herrn Salo Cohn, gewidmete neueste musikalische Veröffentlichung „Hallel wesimroh“ begrüße ich als eine bemerkenswerte Bereicherung der altsynagogalen Gesangsliteratur. Sowohl die interessante, stets rationelle musikalische Wortillustration, als auch die farbenprächtige, doch ruhig hingleitende Harmonisirung müssen und werden eine ihrer Entstehungsumrahmung entsprechende, glückliche Wirkung ausüben, wozu ich Ihnen herzlich Glück wünsche und begrüße Sie als Ihr ergebener Singer." Wien, 21. Oktober 1902. Obercantör Bachmann-Budapest schreibt: j „Das, mir zugesandte Exemplar Ihres gediegenen Werkes i „Hallel wesimroh“ habe ich mit großer Aufmerksamkeit und j steigendem Interesse durchgefehen, und kann ich nicht umhin zu erklären, dass mir die in demselben enthaltenen Comp» sitionen einen wahren Genuss bereiteten, und ich bin dessen gewiss, dass die geehrten Herren Collegen es nicht unterlassen werden, das Werk, welches allen musikalischen Anforderungen vollkommen entspricht, im eigenen Interesse zu beziehen. Mit collegialem Gruße Ihr aufrichtiger Freund Jacob Bachmann." Budapest, 19. October 1902. Litteratur. Torath Chajitn, hebräische Vorträge für das Trauerhaus von H. Rabbinovrcz, Lehrer in Schwagenheim. (Pfalz). Frankfurt a. M. 1902. Eine wirklich schöne und fleißige Arbeit. Es wird wenige Lehrer geben, die ein Gleiches leisten könnten. Für unsere Verhältnisse und Zustände ist das Büchlein freilich nicht berechnet. Gibt es doch wenige Trauerhäuser, in denen überhaupt noch „gelernt" wird. Man findet auch diesen schönen, frommen Gebrauch obsolet. — In Deutschland ist das allerdings anders. Und für Deutschland hat R. seine Torath Chajim verfasst. Es ist ein mit großem Geschmack und eminenter Belesenheit ausgewähltes und zusammengestelltes Erbauungs- und Tröstungsbüchlein für Trauernde, die hebräisch verstehen und in den prachtvollen Midrasch- und Talmudstellen, Gleichnisreden und Bildern, Moralpredigten und .Lebensregeln unserer alten Weisen Stärkung und Heilung suchen und finden. Aber auch das, was R. aus Eigenem hinzufügt, ist trefflich, geistreich und originell. Sein Hebräisch ist vorzüglich, und in der Anwendung von Versen der Bibel,' in der er wie selten Einer Bescheid weiß, ist er Meister. Die-Oesetze und Gebete für die Trauernden find gut geordnet. Auch die angehängten Grabschrifteu-Muster zeigen den Echtigen und geschmackvollen Hebraisten. Dr. F—g. Aereir» für jüdische Heschtchte und Litteratur Wie im vorigen Jahre, so überlässt auch diesmal der Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur den fünften Band des Jahrbuchs für jüdische Geschichte und Litteratur (1902) mit Beiträgen von Philippson, Karpeles, Steinheim, Schwarz, Braun, Schächter, Kohut, Pappenheim, Helmuth u. A. allen Rabbinern, Lehrern und Cultusbeamten zu dem ermäßigten Preise von 1 Mark. Auch von den früheren Jahrgängen (1—4). sowie von dem Gedenkbuch für Samuel David Luzzatto können, soweit der Borrath reicht, noch Exemplare, jedes zu dem ermäßigten Preise von 1 Mark incl. Porto, bezogen werden. Alle Bestellungen find unter Einsendung des Betrages an Herrn Maximilian Heymann. Berlin N.-VL, Roonstr. 9, zu richten. "V orlesu.ngeii im Wiener Bet ha-Midrasch im Wintersemester 1902—1903. Soantag von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Friedman: Di® Könige und die zeitgenössischen Propheten. Montag von 6 — 7 Uhr Abends. Herr Lector Friedmann: Talmud Berachot. von 7 — 8 Uhr Abends Herr Rabbiner Dr. Kaminka: Religions-Philosophe Maimonides More Nebuchira (Fortsetzung.) Dienstag von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Fiiedmann; Midrash (Schmoth Raba.) von 7—8 Uhr Abend« Herr Rabbiner Dr. 8. Rubin: Die Religions-Ppilosophie ßachja Ibn Pakudas. Mittwoch und Donnerstag von 6—7 Uhr Abends. Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. Gelbhaus: Die Psalmen für Lehramts-Kandidaten für Volks- und Mittel-Schulen. Samstag von 11 —12 Uhr Vormittags. Herr Lector Friedmann: Die laufende Parascha, von. 3—4 Uhr Nachmittags Herr Rabbiner Dr. Kaminka: Jad Chasaka I. Theil (Madda.) Die Vorlesungen begannen Sonntag, am 2. November 1902. Vorti’SgeJdes Herrn Lector Friedmann für Ober-Gymnasialschüler: Samstag von 4-6 Uhr Abends: Talmud. Sonntag voa 7— 9 Uhr Abends: Targum und Raschi. Vortrag des Rabbiners Dr. Rubin für Gymnasialschüler: Samstag von l/.,5—8 Uhr Abends : Mischna und Bibel. Sontag von 8— V2I2 llhr Vormittag :Talmud und Bibel. Ausserdem wird täglich — Freitag und Samstag ausgenommen —Abends nach dem Gottesdienste eiue Lection Mischna vorgetragen. Hakescheth n^pn Illustrirte hebräische Monatsschrift für Kunst. Litteratur und Lehen. Erscheint in Berlin unter Mitwirkung der hervorragendsten jüdischen Autoren und Künstler, zu denen auch die Herren R. Brainin. Dr. 8. Bernfeld, R. A. Brandes, Martin Buber, Al-me Ben- Jehudah, Berthold Feiwel, Privatdocent Dr. Friedländer, David Frischmaun, Dr. J. Günzig, Dr. Josef Klausner, E. M. Lilien, Freiherr v. Münchhausen, Hermann Struck, J. Steinberg, J. Rabinowitz, Davids Trietsch u. a. m. gehören. Der „Hakescheth“ erstrebt eine Renaissance der hebräischen Litteratur. entsprechend den culturell-geistigen Bedürfnissen unserer Zeit, und die Pflege des Kunstsinnes im hebräisch-lesenden Publikum. Abonnements-Preis des „Hakescheth“ Mark 6.rrjährlich Mark 3.— halbjährlich Mark 2.— viertaljährlich Der „Hakescheth“, welcher für die so weit reichenden Kreise des hebräischen Publikums besonders im Auslande bestimmt ist, bietet auch sehr geeignete Insertionsgelegenheit. Verlag Lewent’sche Bnchdrnckerei Berlin 8. W. 68, Linderatraaae 93. — Telephon Amt IV. 890. KALLIGRAF ' MAYER BRUNNER -IS1D - WIEN, 2SLX. O thmargasse \4e> übernimmt J^Sfi-Reparaturen und Jahrzeittabellen werden -schönstens ausgeführt.

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