Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1902-10-22 · Heft 40 (22.10.1902) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 40 (22.10.1902)
Date
1902-10-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3063113-3063153--02152-3068804
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

«r. 40 Die Wahrheit. Seite 9. geleistet und erreicht Hut. ist darge stellt in einer von uns herausgegebenen kleinen Brochüre, welche unser Cäffjer, Herr Johann Kremeintzky. IX,. Nußdorfecstraße IO. nM BergnuM Jedem Mendet, der eist MsttMe für unsere- Sch^pGM tzekunöri. Der Gröffchnig geht anx VoräkeK, den 25. o., Gre F^er^fK Ke KöKch und Freuiwe'der Totznbee-Hälle voraus, in welcher der Obinami, Herr Profeffer Dr. Adolf Schwarz,- Rector des isr.-theologischen Seminars, über „die Ausgabe und das Wirken der Jüdischen Tvhnbee-Halle" sprechen wird. . Wie«. Zwei Andachtsstätten waren es, an denen der Verband „Tefilas'Haneorim" die Jugend an den hohen Feiertagen zum Gottesdienste versammelte: im II. Bezirke, Leopoldsgaffe 49, und im VI. Bez., Schmälzhofgaffe 10. Die Vorbereitungen wurden umsichtig getroffen, wie es. bei einer Ansammlung Halberwachsener nothwendig erschein, und so konnte sich der! Fkstcültus ungehindert entfalten. Es war fkw den Pädagogen und„ auch, für den Laien interessant, die von Andacht zu Andacht wachsende Theilnahme der jungen Welt zu beobachten. Beim ersten -GottesdiMste noch vor einem Buch mit sieben Siegeln stehend, betheiligtm sichudieMeladenen an jedem-Festtage mehr und mehr an den gottesdienstlichen Vorträgen, so dass am Versöhnungstage der Vorbeter der vollstM. Ayfnierksamkeit der Gemeinde begegnete, die getreu bis zum Sonnenuntergänge ausdauerte. Auch dafür war Sorge getroffen^ dass die' fernwohnenden Kinder nicht ungestärkt heimkehrten. Großer Dank gebührt den Herren Lehrern, welche die Mission dieser Jugend^vgcht willig und uneigennützig Übernahmen — und Jed^r in seinex^Axt —. dieselbe iu würdiger Weisedurchführten. Es wäre zu wünschen, dass sich das Interesse der Bevölkerung dieser Institution in größerem Maße zuwendete, damit dieselbe eine dringend nöthige, dauernde Kräftigüng-erfahre. Ebenso sei den Herren des VI. Bez. Anerkennung ausgesprochen, welche sich um die Organisirung und Ueberwachung der dortigen Jugendandacht sehr verdient gemacht haben. Wien. (25jähr. Amtsjubilaum.) In überaus herzlicher Weise feierte der israel. Tempelverein für den IV. und V. Bezirk Samstag, den 18.. d. in der Vereinssynagoge das 25jähr. Amtsjubiläum seines Cantors, Herrn Philipp Baffel, der sich durch treue Pflichterfüllung im Amte, sowie durch Integrität des Charakters und musterhafte Lebensführung allseitige Achtung und Anerkennung in seiner Gemeinde zu erwerben wusste. Dem Festgottesdienste wohnten der gesammte Vorstand, mit dem Präses Herrn Adolf Hofmann an der Spitze, der Obmann des Tempelbauvereines, Herr Lichtblau, viele Mitglieder, die Familie des Jubilars und zahlreiche Gäste und Freunde bei. Als Schelischi zur Thora gerufen, machte der Jubilar mit tiefbewegter Stimme dem Vorstande und der Gemeinde einen Mischeberach, der von den übrigen zur Thora Gerufenen durch Mischeberachs auf den Jubilar erwidert wurde. Den Glanzpunkt der Feier bildete die Festpredigt^ die Rabbiner Dr. Reich ganz dem Jubilar widmete, indem er an der Hand des Wochenabschnittes die Bedeutung des Schliach-Zibbur und des Gebetes auseinandersetzte und dann die dem wahren Schliach-Zibbur entsprechende Amts- und Lebensführung des Jubilars rühmend hervorhob. Sehr treffend bemerkte der Redner, dass diese Feier nicht nur den Jubilar ehre, sondern auch den Vorstand, der die Angestellten der Gemeinde nicht als Meschubodim, sondern als Beamte betrachte und ihre Leistungen gebührend würdige. Nach dem Gottesdienste, dem Obercantor Tauber möglichste Weihe zuverleihen suchte, überreichte Präses Hosmann mit herzlichen Worten dem Jubilar einen silbernen Becher als Ehrengabe des Vorstandes, und der Secretär des österr.-ungar. Cantorenvereines, Dr. M. Löwh, übermittelte in einer kurzen Ansprache die Glückwünsche des Bereinsaörstandes, die auch in einer dem Jubilar überreichten Adresse zum Ausdruck kamen. Sonntag Mittag erschien das Präsidium des Cantorenvereines, Präses Obercantor Singer und Vicepräses Bauer, in der Wohnung des Jubilars, um ihm persönlich namens des Vereines zu gratuliren. Am Festtage selbst kamen dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zu, die derselbe auch in vollstem Maße verdiente. Wien. Sonntag den 26. d. M. findet im liter. Geselligkeitsverein jüd. Mädchen „Moria", in der Religionsschule der israel. Cultusgemeinde, I.. Seitenstettengasse II., 2. Stock, der erste Vortrag im neuen Semester statt. Referent Herr Dr. Martin Weismann, eigene Dichtungen. Beginn präcise halb 4 Uhr Nachmittags. Gäste, Damen, herzlichst willkommen. 8. 8. Wien. (Englischer Curs.) Wie im Vorjahre eröffnet der bewährte Sprachenprofessor und Philanthrop, Herr Profeffor S. Hofmann, einen Sammelcurs für englische Sprache gegen mäßiges Honorar. Das Erträgnis ist dem Verein „Thorath Cheffed" zur Unterstützung von Talmudschülern gewidmet. Anmeldungen baldigst erbeten. Für den Damencurs an Herrn Professor S. Hofmann, H, Große Sperlgaffe 21. Für den Männercurs an Herrn L. Rofenbaum, n., Kleine Schiffgasse 3. Vorstand des Vereines „Thorath Cheffed". Wien. Der neugewählte erste Cantor Herr Balog in der Fugbachsynagoge erfreut sich durch seinen erhebenden alttraditionellen Vortrag allgemeiner Beliebtheit und auch seist gutgeschulter Chor findet wohlverdienten Beifall, die Shnagogenbesucher äußern ihre vollste Befriedigung darüber, dass es nach so vielen Probevorträgen dem Bethausvorstande gelungen ist, eine geeignete Kraft zu acceptiren. Aspern a. d. Donau. Alljährlich, anlässlich der Feiertage wird die Beobachtung gemacht, dass unsere Bethäuser nur 3mal des Jahres sich eines zahlreichen Besuches erfreuen. Diese Leere nach unten deutet auf eine Leere nach oben. In unmittelbarer Nahe Wiensbefindet sich aber ei«,Bollwerk.echt jüdischer Tradition, das ehrend erwähnt zu Werden verdrent. Das wohlthätige Wirken der Familie Gallia! iiöUspern rstHekannt. .Dieselbe. ist b«nrHt, trotzdem eS an dem ertzorderlichen VWan fehlt, das kleine Gotteshaus zu erhalten und einen großen Weil der Kosten zu tragen, und so fand auch an den letzten hohen Feiertagen ein erhebender Gottesdienst statt. Arme Leute aus Wien wurden reichlich beschenkt. Herr Religionslehrer I. L. Rabinowitsch trug mit weihevollem Ausdrucke die'uralten Gesänge vor. Herr Großmann, der hreher berufen ward, erntete sein wohlverdientes Jejafcher Koach und das Reila-Gebetj des Herrn Keßler war von besonderer'Andacht. Herr Fabian Gallia, das Oberhaupt der Familie Gallia, ein 83jäyriger Greis, trug in voller Rüstigkeit de» Hafthora-AKschnitt vor und konnte seine innere Rührung kaum verbergen. An der heiligen Lade prgngte in goldgestickten Lettern sein Name, wie er golden verzeichnet ist in den Herzen der Armen, denen er nnendlich viel Gutes-ge-! stiftet hat. Möge sein-frommes Beispiel Nachahmung finden und möge i es ihm noch lange gegönnt sein, mustergiltig und anregend gute Werke! zu stiften. Heinrich Diamant.'! Maden. Aus- Anlass des 70. Geburtsfestes des Präsidenten der -! Wiener israel. Cultusgemeinde, Herrn kais. Rath Heinrich Klinger, wurde! derselbe vom Ausschüsse der israel. Cultusgemeinde Baden in seiner! Sitzung am 20. September zum Ehrenmitgliede dieser Gemeinde ernannt! und ihm ein hierauf bezügliches, kaligraphisch ausgesührtes Diplom! übermittelt. Am 4. Oktober l. I. begieng Wilhelm von Gutmann, älterer! Sohn der Frau Mathilde von Gutmann, Wittwe nach dem sel. Herrn : Dr. Ludwig Ritter von Gutmann, im Schlosse Tobitschau seine Bar-! Mizwah-Feier. Aus diesem Anlässe spendete die hochherzige Mutter den > Wohlsahrtsinstituten der Badener israelitischen Cultusgemeinde ven nam-; haften Betrag von 3800 Kronen. Der Confirmand wurde von der! Badener Cultusgemeinde mit einem schön ausgefiatteien Gebetbuche als. : Gratulationsgeschenk beehrt, wofür sich derselbe schriftlich bedankte. Anaim Sonntag den 19. d. M. fand die Generalversammlung ' der hiesigen Chewra-Kadischa statt, in welcher der gesammte Vorstand : mit dem verdienstvollen, sehr beliebten Qbmanne Herrn Jac. Schidlow j wiedergewählt wurde. Zaka-Kgerszeg Herr Jenö Weiß aus Oedenburg, welchem für j die Festtage die cantoralen Functionen übertragen wurden, hatte einen! derartigen Beifall mit seinen Vorträgen, dass derselbe in einer in voriger l Woche siattgehabten Generalversammlung einstimmig zum Obercantor gewählt wurde. Za5a-Egerseg. Am zweiten Tag Rosch-Haschonoh fand unter i zahlreicher Betheiliqung der hiesigen Bevölkerung und Studentenvereine! das Leichenbegängnis des begabten Sohnes des Hoteliers Friedrich statt- Die Trauerpsalmen trug der neugewählte Obercautor Weiß mit | dem Chore wirkungsvoll vor. Neusatz. In der hiesigen Cultusgemeinde wirkt seit den hohen! Festtagen Herr Josef Baffer aus Altofen als Obercantor. Derselbe erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, Nagy Kikiuda. Die isral. Cultusgemeinde hat Herrn Balog auS . Sillein zum Obercantor gewählt. lieber diese Wahl herrscht in der i ganzen Gemeinde vollste Befriedigung. Ausweis. Für den. schwererkrankten Cantor sind bisher bei der Redaction! nachfolgende Spenden von College» eingelaufen: I. Seifert, Baden! 2 K.; A. Reichard, Kremsier 2 K.; I. Mai, Frauenberg 2 K. — Eine! reichlichere Bethätigung kollegialer Hilfe wäre in diesem traurigen Falle j dringend erwünscht. Z>ie Aedactiorr. Dsntrssgung. Alten verehrten Collegen, Freunden, und Bekannten von Nah und Fern, die sich gelegentlich der hohen Feiertage meiner freundlichst erinnerten, entbiete ich hiemit meinen herzlichsten Dank. Obercantor Singer, Wien. „Israelitische Allianz zu 'Wien.“ Der Verein bezweckt: l^Die Volkserziehung bei den Israeliten durch Errichtung oder Unterstützung von Schulen und durch andere geeignete Mittel zu fördern; 2. Israeliten, wo sie ihres Glauboas wegen zu leiden haben, eine wirksame Stütze zu bieten. Durch Leistung eines Jahresbeitrages von mindestens drei Golden ö. W. wird man ordentliches, durch einmalige Zahlung von hundert fl. ö. W. lebenslängliches Mitglied des Vereines. Anmeldungen zu Beitritt werden erbeten unter der Adresse: „Israelitische Allianz zu Wien“ Weihburggassa 10, I. Stock

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.