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Die Wahrheit · 1902-07-04 · Heft 26 (4.7.1902) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 26 (4.7.1902)
Date
1902-07-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 26. Sie Wahrheit. Seite 9. Moliv gewonnen. Sie fragten weder nach dem religiösen oder etymologischen Werth des Pints, noch weniger nach dessen Pseudo patriotischem Stolze, oder gar nach der Legitimation des Peitans; eine schöne Melodie übte einen solchen Zander ans sie ans, dass der Pint ungeachtet aller Hindernisse enthusiastisch ausgenommen wurde. (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Eine der hervorragendsten Persönlichkeiten des Wiener Mufik lebens, die aber in der gesammten civilisirten Welt bedeutungsvoll; Geltung hat. der Kaminervirtouse Alfred Grünseld, begeht am 4. Jnli seinen 50. Geburtstag. Wem es jemals vergönnt war, dem Zauber seines Spieles zu lauschen, oder unter dem Banne seines liebenswürdigen persönlichen Verkehres zu weilen, der wird es vollauf begreifen, dass dieser gottbegnadete Künstler und ausgezeichnete Mensch so zahllose Verehrer hat, die gewiss ihren Gefühlen zum Jubeltage des Meisters begeisterten Ausdruck leihen werden. Wien. Dem Chef der Firma M. Tiller & Co, k. u. k. Hoflieferanten, Herrn Josef Toffler, wurde von Sr. Majestät deni Kaiser der Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. Herr kaiserl. Rath Toffler, der seit vielen Jahren im Vorstände des Mariahilfer Tempelvereines in hervorragender Weise wirkt, erfreut sich im Mariahilfer Bezirke sowie in weiteren Kreisen außerordentlicher Beliebtheit, und darum wird! auch die ihm von Seiner Majestät zutheil gewordenen Auszeichnung! vielseitige Befriedigung Hervorrufen. i Wien. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat eine von der Frau! Johanna L i n s ch ü tz, Musikalienhändlerin und Verlegerin, I., Franz j Josefs-Quai 33, überreichte Composition: „Elisabethklänge'' für die! k. u. k. Familien-Fideicommiß-Bibliothek anzunehmen geruht und wurde! der Frau Johanna Linschütz ein kaiserliches Dankschreiben durch Se. j Excellenz den Herrn Statthalter übermittelt. i Wien. (Befähigungsprüfung für Kindergärt- | nerinne n.) An der mit dem Oeffentlichkeitsrechte ausgestatteten, im > Jahre 1868 gegründeten und derzeit unter der Leitung des Directors! Max Fischer stehenden Privat-Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen in Wien, II., Schiffamtsgaffe 15, fand am 28. Juni unter dem V rsitze ^des k. k. Landesschulinspectors Dr. K. Rieger die Befähigungsprüfung stc.it, bei welcher 15 Candidatinnen approbirt wurden, während einer Candidatin eine Nachtragsprüfung nach den Ferien bewilligt wurde« Anmeldungen für den 35. Jahrescurs der Anstalt werden auch in den Ferialmonaten bei der Direction entgegengenommen, welche auch über Wunsch Prospecte versendet. Wien. An einem renommirten, öffentlichen ersten Wiener Mädchen- Institute war dieser Tage Schulschluss. Zwei der größten Schülerinnen . spielten am Harnionium, die übrigen sangen den „Segen" von Obercantor I. Singer, womit auch der Unterricht schloss. Die Composition machte sichtlichen Eindruck und verdient weiteste Verbreitung. Dieselbe ist in der musikalischen Beilage zum Gebetbuch für den Jugend-Gottesdienst in der Wiener Cultusgemeinde (Gebetbuch und Noten, Verlag Hirschler, Wien, Preis 45 Heller) enthalten. In früheren Jahren hörten wir zu wiederholten Malen den „Segen", vorgetragen vom Stadttempel-Chor bei feierlichen Anlässen und besonders bei der gottesdienstlichen Schulchlussfeier, und die Wirkung war stets eine sehr große. Mit derselben Melodie kann der „Priestersegen", hebräisch und deutsch, gesungen werden und würden wir den Autor um Veröffentlichung noch mancher ähnlicher Kompositionen aus seiner reichhaltigen Sammlung gerade im Interesse unserer Jugend gebeten haben. 21. A. — Kloridsdorf, 29. Juni. (Religio nslehrerconferenz.) Zum letzten Male vor der Vereinigung mit Wien fand unter dem Vorsitze ' Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiüers Dr. M. Rosenmann die Conferenz der an den Volks-, Bürger- und Mittelschulen wirkenden Religionslehrer der Cultusgemeinde statt. Eingeleitet wurde dieselbe durch ein vom städtischen Lehrer, Herrn Karl Ehrenfest, erstattetes lehrreiches Referat: Welche Partien aus der hebräischen Grammatik sind bei ' der Uebersetzung aus dem Gebetbuche und aus der Bibel besonders zu . berücksichtigen. An der hierauf folgenden Debatte betheiligten sich außer; dem . Herrn Vorsitzenden, welcher eine geschichtliche Entwicklung der grammatikalischen Schulunterrichtes in interessanter Weise gab, die Herren Ehrenfest s»u., Eigner, Loinger, Löw, Werdisheim und Zelinka. Anlässlich des Scheidens der auswärtigen Herren Religionslehrer in Folge Einverleibung Floridsdorf mit Wien, richtete Sr. Ehrwürden warme Abschiedsworte an dieselben und forderte sie aus, nach >vie vor mit Eifer die heilige Sache zu pflegen, um die Zukunft der Jugend zu sichern. Arünn. Der Oberinspektor der Nordbahn und Stationsvorstand von Brünn, Herr kais. Rath Eppler, begeht dieser Tage das fünfzigjährige Jubiläum seines Eintrittes in den Bahndienst, aus welchem Anlaffe ihm mannigfache Ovationen und Auszeichnungen zugedacht sind. Kais. Rath Eppler ist auch eines der eifrigsten Mitglieder des Brünner Cultusvorstandes, und dass er trotz der hohen Anforderungen seines arbeitsreichen und verantwortlichen beruflichen Dienstes immer noch Zeit findet, seine reichen Keuutnitze und Erfahrungen ver Verwaltung der jüdischen Cultusgemeinde zur Verfügung zu stellen, verdient besonders heutzutage aufrichtige Anerkennung. Möge dem wackeren Jubilar sein vielseitiges, hervorragendes Wirken noch lange Zeit beschieden sein. Warienöad. Um eventuellen Missverständnißen vorzubeugen, sei neuerdings constatirt, dass der unter dem Schlagwort „Marienbad" in voriger Nummer dieses Blattes veröffentlichte, unliebsame Vorfall beim Duchenen am letzten Schewuothfeste sich nicht hier, sondern iu Franzensbad ereignete. Stauiskau Am 20. v. M. ist unser Geineindemitglied, Herr Jur. Dr. Wilhelm Rauch unter allgemeiner Theilnahme zu Grabe getragen worden. Im Leichenznge befanden sich die Svitzen der Behörden, das Präsidium der Gemeinde unv viele Freunde des Verblichenen, der im 45. Lebensjahre gestorben ist. Obercantor Löweufohn versah mir dem Chore die cantorale Function iu sehr erhebender Weise und Rabbiner Dr. Broude hielt einen ergreifenden Nachruf. Szenicz. Mittwoch, den 25. Juni ist die durch Frömmigkeit und Wohlthätigkeit ausgezeichnete Frau W. Schiiilurerling. Schwiegermutter des allgemein geachteten „Chewra KadischaL-Präses, Herrn Ludwig Lindner, im Alter von 83 Jahre unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen worden. Im Trauerhause hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. H. Marmorstein eine ergreifende, in Forin und Inhalt vorzügliche Trauerrede, welche auf Wunsch der trauerudeu Kinder in Druck erscheinen wird. Komorn. Herrn Rabbiner Dr. Arm. Schnitzer ist das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen worden. Aaka-Egerszeg. Unser Obercautor, Herr Leopold Katz, hat sich mit Fräulen Olga Goldner ans Csakathurn verlobt. Petersburg. Nach einer im offiziellen „Regierungsboten" mitgetheilten Statistik betrug im Jahre 1901 die Zahl unserer Glaubensgevoffeu im Gouvernement Wilna unter insgefammt 1,706,357 Seelen; 245,771 (gegen 205,261 im Jahre 1897). im Gouvernement Tschernigow 119,384 von insgefammt 2,401,714 Einwohnern. Moskau. Wie der „Wostofchny Westnik" mittheilr, ist unseren Glaubensgenossen die Ansiedelung in der Mandschurei verboten und selbst die Durchreise nur aus Grund eines Auslands-Passes gestattet. London Bei einem Banken vi Gunsten der jstoischen Volksküche sind nicht weniger wie 10.656 Pso. Sterling gesvenoer worden tzonstantiuopek. Durch ein kürzlich ergangenes Jrade des Sultans ist die staatliche Anerkennung iämiittlicher in der Türkei .gelegenen deutschen geistlichen und weltlichen Wohlrbätigkeits- und Unterrichts- Anstalten ausgesprochen worden. Darunter befinden sich das „Deutsch-; Israelitische Waisenhaus", das „Deutsch-Israelitische Krankenhaus (Bikar I Cholim)" und das „Allgemeine jüdische Krankenhaus (Schaar« Zedek)u , in Jerusalem. Die staatliche Anerkennung schließt im Prinzip die Befreiung der Anstalten von Zollnno Grunostener-Abgaben ein. Wcw-Iork Das jüois e Waisenasvl hat im abgelaufenen Jahre! 251,676 Dollars vereinnahmt und 249,006 Doll. (ca. eine Million Mark) . verausgabt. Die Mitgliederzahl ist auf 4000 gestiegen.! ..lsVAelitiseke jQIianz zu "Wien.“ Der Verein bezweckt: 1. Die Volkserziehung bei den Israeliten | durch Errichtung oder Unterstützung von Schulen und durch andere I geeignete Mittel zu fördern; 2. Israeliten, wo sie ihres Glauben* 1 wegen zu leiden haben, eine wirksame Stütze zu bieten. Durch Leistung eines Jahresbeitrages von mindestens drei Gulden 5. W. wird man ordentliches, durch einmalige Zahlung von hundert fl. ö. W. lebenslängliches Mitglied des Vereines. Anmeldungen zu Beitritt werden erbeten unter der Adresse: „Israelitische Allianz zu Wien* I.. Weihburggasse 10, I. Stock.

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