Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1902-05-16 · Heft 19 (16.5.1902) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 19 (16.5.1902)
Date
1902-05-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3062972-3063113-3063132--01917-3068548
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 19. vre Wahrheit. Seite 9. lerisch-er Reife ausgestattet sein muß, um nicht als singender Dilletant über die Achsel angesehen zu werden, und dass vor allen Dingen dieser Dill etant ismns überwunden werden muß, um zu einem religiös musikalischen Styl zu gelangen, wie ihn Emanuel K i r s ch n e r, der Obercantor in München, in einem Hefte, das 10 Nummern vereinigt, ebendort 10mal genial zu uns spricht. Die sieben Solo-Nummern „Ni addir“ für eine Baritvnstimme tragen insgefammt den Character eines Arioso! Bedarf es schon für die Notirung des jüdischen Recitativs eines starken Formentalentes, um der Eintönigkeit des larmoyanten Styles erfolgreich zu begegnen, um wieviel mehr Selbstständigkeit bedarf erst ein Componist zur Behandlung jüdischen Textes in l y r i s'ch e r Form gegenüber andern Coniponisten in , beir Skizzirnng der Grundmelodie, damit die entsprechende religiöse Stimmung der jüdischen Andacht charakterisirt werde. Wir haben nämlich keinen feststehenden Styl für die gebundene Form. . Alles Ueberlieferte löst sich im R.citalw auf und selbst die grandiosesten. Ueberlieferungen, wie Lol Viärs, oienu u. A. bilden nur ein im erhabensten Sprachaccent ausklingendes, großzügiges Recitativ. - Die Anleihen für die Cantilene wurden daher zumeist bei den beliebten Eomponisten des sonnigen. Italien gemacht. (Schluss folgt.) verschiedene Nachrichten. Wien. Dem Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde. Herrn kais. Rath Heinrich K l i n g e r, wurde in Anerkennung seines langjährigen, ausgezeichneten Wirkens in der n.-öst. Handelskammer und in anderen öff.ntlichen Körperschaften die goldene Gremial-Medaille mit Diplom verliehen. Wien. Die Trauung des Fräulein Rosa von Taußig, Tochter der Vertreters der Wiener Cultusgemeinde, Herrn Theodor Ritter von Taußig, mit Herrn Rudolf Schiff, Mitchef der Firma Schiff, fand Mittwoch den 7. d. M., Mittags i2 Nhr im Seitenstettentempel statt. Das mit Palmen und Blumen reich decorirte Gotteshaus war in allen Räumen von der Elite des Wiener Publikums besetzt. Unter den Anwesenden bemerkte man Herrn Albert Freiherrn von Rothschild, Baronin Königswarter, Freiherrn von Bezecny, den Gesammtvorstand der israel. Cultusgemeinde mit dem Präsidenten kais. Rath Klinger und den Vizepräsidenten Dr. Stern und Dr Kohn, ferner Bankdirector Moriz von Bauer und Director Popper u. v. A. Als Unterführer sungirten die Brauteltern Theodor Ritter v. Taußig und Gemahlin, sowie der Bruder des Bräutigams, Herr Maximilian Paul Schiff und dessen Gemahlin, geb. Königswarter. Den Trauungsact vollzogen Oberrabbiner Dr. Güdemann und Obercantor Singer. Wien. (Neues B e t h - H a m i d r a s ch.) Am 27. April (Chol hamoed) fand die coilstituirende General-Versammlung des von der hohen k. k. n.-öst. Statthalters bestätigten Vereines »Beth-Hamidrasch Ohel Abraham", Wien. IX. Hahngasse 8 statt, und wurden folgende Herren, welche seit längerer Zeit schon zum Wohle dieses Vereines wirkten, in den Vorstand gewählt: Samuel Brunner (Obmann), A. Labin, Emanuel Singer, D. Schwarz, I. Weinstein und H. Rosenfeld. Wien, tHumanitärer Verein „Thorath-Chesed" zur Unterstützung armer Talmudschüler.) Die erste ordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 18. ds. Mts., 2 Uhr Nachmittags im Beth-Hanndrasch II., Große Schiffgaffe 8, statt. Wien. Am 8. d. M. fand im Stadttempel die Trauung des Frl. Charlotte Schiller, Tochter des ersten Cantors der Wiener Cultusgemeinde, Herrn Jsak Schiller, mit Herrn Hermann Gestring statt. Unter den überaus zahlreichen Hochzeitsgästen sah man das Präsidium der Cultusgemeinde, Kais. Rath Klinger, Dr. Alfred Stern und Dr. G. Kohn, die Cultusvorsteher Ritter v. Goldschmied, Baurath Stiaßny, Salo Cohn, Dr. Spitzer, Dr. Steiner, Frau Baronin Königswarter, kais. Rath Dr. Lieben, die Präsidenten der türkischen Gemeinde Marcus Ruffo u. Licco Adutt, viele Cantoren und Cultusbeamte, Armenvorsteher Jellinek und zahlreiche Freunde beider Familien. Den Trauungsact vollzogen Oberrabbiner Dr. Güdemann und der Brautvater, der in feierlich bewegter Stimmung unter trefflicher Affistenz des von Professor Sicher geleiteten Chores die Hochzeitsgesänge executirte. Wie«. Donnerstag den 8. d. M. fand im Tempel IX. Müllner- ^asse die Vermählung des Fräulein Olga Brod, Tochter der Präsidenten des Vereines zur Hebung der Gewerbe, Herrn S. Brod, mit Herrn Richard Schwarz, Hutfabrikant in Wien, statt. Den Trauact vollzog Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus, welcher herzliche Worte an das Brautpaar richtete und in weiterer Ausführung die Arbeit als das höchste Ideal des Menschen darstellte. In schwungvoller Rede gedachte er auch der Verdienste des Brautvaters. — Theils mündlich, theils schriftlich pratulirten nahezu sämmtliche Herren des Cultusvorstandes der Tempelgemeinden, Oberrabbiner Dr. Güdemann, die Herren Dr. Bach, Dr. Bloch, Sor, Dr. Taglicht und Lector Friedmann, die Obercantoren Singer mnd Bauer, Religions-Professor Dr. Kanitz und Dr. Weiß rc., der Polit. Volksverein, Ferienheim, Frauenhort, Franz-Josef-Kinderhort, isr. Kinderbewahranstalt, Blindeninstitut, Wiener Hausfrauenverein, Frauenvereine des II., XIII. & XX. Bezirkes :c. Ferner die Professoren Dr. Ehrmann Dr. Jos. Segen, Singer, die Reg.-Räthe Kulka und Dr. Pisling, die Kais. Räthe Dr. S. Kohn, Dr. Theodor Lieben, Ruzicka, Wilhelm, Jul. Pollak, Schwarz :c., der Bürgermeister von Korneuburg, Herr Dr. Josef Jesch, die Herren Bauräthe Wilh. Stiaßny, Dehm und R. von Goldschmied, Architekt Fleischer, Gottl. Bettelheim, die Reichsraths-Abgeordneten Dr. Kronawetter. Roste, Wrabetz, die Gemeinderäthe Dr. Mittler und Weißwasser, die Commercialräthe Marek, Stiaßny und Cd. Wiener, der ' Vice-Präsident des nied.-österr. Gewerbevereines, Kaij. Rath Friedrich; Pollak, die Industriellen Herin. von Back, Gust. u. Jg. Frankl, Alois j Lemberger, Onittner, Reith, Herm. Eltbogen :c. :c., die Herren Bezirks-! Räthe Dr Oscar Hein, Hiller, Melcher, Mensch, Neustadtl, Waldstein, Weil:c. :c. Vollzählig erschien der Vorstand des Vereines zur Hebung der Gewerbe unter Führung der beiden Vice-Präsidenten Leopold Gattmann und Hermann Beck. — Bis in später 'Nachtstunde blieben die .Hochzeitsgäste in fröhlichster Stimmung beisammen. Wien. Donnerstag, 8. d. M. fand im Tempel des X. Bezirkes die Trauung des Frl. Anna Straßderg, Tochter des im Bezirke überaus beliebten und verdienstvollen Vorstehers, Herrn I. S. Straßberg, mit Herrn Manfred Hutterer, Sohn des Fabrikanten I. Hutterer, statt. Der prachtvoll mir Blumen geschmückte Tempel war in allen Räumen von einem distinguirten Publicum übersüllt. Man fah viele Vertretungen von Tempel- und Schulvereinen unter Andern Cultusvorsteher Eltbogen, Vorsteher Hermann Beck vom Vlll. Bezirke. Vorsteher Werrher. Obercantor Bauer u. v. A. Der Obinann des Tempelvereines im X. Bez., Herr Carl Seligmann, führte den Hochzeitszug in das Gotteshaus ein. Den Trauungsakt vollzog Rabbiner Dr. Bach, welcher in einer schwungvollen Ansprache an das Brautpaar die Verdienste des Brautvaters würdigte. Obercantor I. Schlesinger trug unter Affinen; des gurgeschulten, unter der Leitung des Cantor Weißmann flehenden Chores die Trauungsgesänge in erhebender Weise vor. Wien. Donnerstag den 8. Mai fand in Gloggnitz die Trauung des Herrn Rrdolf Kraus, Beamten der Wiener israel. Cultusgemeinde, mit Fräulein Helene Ullinann statt. Die Trauung wurde durch Herrn Rabbiner Wilhelm Reich aus Baden und den Wiener ersten Cantor, Herrn Moritz Blatt, in würdiger Weise vollzogen. Die große Beliebtheit, deren sich der Bräutigam bei seinen Collegen erfreut, documentirte sich dadurch, dass eine große Zahl der Beamten dem Hochzeilsfeste in Gloggnitz beiwohnte. Dem wackeren Beamten, der sich der vollsten Anerkennung des Vorstandes erfreut, wurden von Seite des Präsidiums und der einzelnen Vorstandsmirglieder mannigfache Ehrungen zu Tbeil. Unter den vielen Gratulanten erwähnen wir Oberrabbiner Dr. Güdemai.n, Rabbiner Dr. Schmiedl, kais. Rath Dr. Lieben, Baronin Charlotte Königswarter, Baron Wilhelm Königswarter. Relly von Gomperz, die Herren Paul-Schiff und zahlreiche Vorstehungen humanitärer Institute. Wie». Sonntag den 25. i>. M.. 4 Uhr Nachmittags findet im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Gisela Back, Tochter des im II. Bezirke durch seine humanitäre Thätigkeit bekannten Herrn Michael Back, mit Herrn Heinrich Teirner aus Arad statt. Budapest. Die Generalversammlung der Pester Chewra-Kadischa wählte jüngst unter großer Begeisterung und mittelst Acclam.rlion: zum Präsidenten Herrn Jakob Boschün, zum V:cepräsidenten Herrn Eduard Fleischmann. In den Vorstand die Herren: Julius Aster, ' Consul Emerich Birnbaum, Samuel Münz, Emanuel I Weiß. Fiesling. Die Trauung unseres Cantors, Herrn Bernhard Insel, mit Fräulein Sophie Mayer, findet am 25. d. M. in Sauerbrunn statt. Kranzensvad. Herr I. Hirsch, bisher Cantorstellvertreter in der Klaussynagoge in Prag, wurde als Cantor der hiesigen Cultusgemeinde acceptirt und hat derselbe bereits sein Amt angetreten. Staniskau. Donnerstag, den 1. Mai fand in der hiesigen Synagoge ein Requiem für die edle und unvergessliche Wohllhärerin, Frau! Baronin Clara Hirsch, statt, an welchem nebst dem Vorstande und zahlreichen Gemeindemitgliedern die gesammte Schuljugend dec hiesigen! Baron-Hirsch-^>chule mir deal Director Sperber und dem Lehrkörper theilnahmen. Nach Aufführung eines Trauerpsalms durch den Chor : hielt Herr Rabbiner Dr. Brande eine überaus wirkungsvoll; Ansprache . an die Schuljugend, und hierauf recitirte Obercantor Löivensohn in ergreifender Weise das El mole nichamim. Erklärung. Entgegen vielfachen Ausstreuungen, dass im Tempel dec Badener israelitischen Cultusgemeinde der Gottesdienst mit Harmoninmbegleitnng abgehalten wird, erklärt der gefertigte Borstand, dass dies ans völliger Unwahrheit beruhe. Der Gottesdienst wird daselbst wie bisher unentwegt nach streng conservativer Richtung abgehalten und dient das durch pietätvolle Widmung im Besitze der Cultusgemeinde sich befindliche Harmonium, das nicht im Gotteshause, sondern nur im Sitzungssaale sich befindet, blos zum Einstudiere» des ChoreL (Uesollorsriiv) und zu Unterrichtszwecken für die Schuljugend. Baden. 12. Mai 1902. Per Morstaud der israek. ßultusgemeinde Jade».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.