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Die Wahrheit · 1902-05-02 · Heft 17 (2.5.1902) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 17 (2.5.1902)
Date
1902-05-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Redaktion und Administratio i: Wien, II/,. Novaragaffe 27. K. k. österr. Po.iv'rcasja Check-Coino Nr. 846.251" Jnserake 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Abonnements, und Jnserationsbetiäge sind in Wien zahlbar und klagbar. ahrheit Unabhängige Keiifchrist für Mische Inlere^en. Erscheint jeden Freitag. Motto: .,Das Siegel Gottes ist Wahrheit!“ Bezugspreis: Ganzjährig. . . K 12.— Halbjährig . . . . K. 6.— Für Cultusbeamte: Ganzjährig.... St. 10.— j Für Ausland: Ganzjädrig . . .6 Mark, > 6 Nubel o'er 16 s?eS. ' tlr. 17. Wien. 8. Mai 1908. Anhalt r Die israelitische Allianz zu Wien. — Oesterreichisch-Jsraelitische Union. — Das Judenthum in seinen Grundzügen und nach seinen geschichtlichen Grundlagen. — lieber den hebräischen Unterricht an den Oberclafsen der Gymnasien und Realschule». — tsin jüdisches Dienstmädchen. — Generalversammlung des „Ferienheim". — Das Kaddischgebet. — Die Entwickelung der synagogalen Liturgie bis nach der Reformation des 19. Jahrhunderts. — Verschiedene Nachrichten. Wir ersuchen Höflich st um freundliche Einsendung der AöonnernenLsrückstände. Are Administration. Die Israelitische Allianz zu Wien. Die jüdische Zugend, d. h. jener Theil derselben, der jüdisch denkt und fühlt uud für jüdische Augetegenheiteu überhaupt Interesse bekundet, gehört dem Zionismus. Diese bei jeder größeren jüdischen Versammlung in Erscheinung tretende Thalsache fand auch bei der am 27. April halb 11 Übr Vorm, unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn David Ritter von Gutmann, im großen Sitzungssaale der Wiener Cultusgemeinde stattgesundenen Generalversammlung der „Israel. Allianz" neuerliche Bestätigung. Die Versammlung war im Verhältnis zu ihren Vorgängerinnen, die ja zumeist bei sehrschwacher Betheiligung in ungestörter idyllischer Ruhe verliefen, sehr stark besucht, und wir bemerkten in derselben -. den Präsidenten der Cultusgemeiude, Herrn kais. Rath Heinrich Kliuger mit vielen Cultusvorsteheru, den Präsidenten der österr. israel. Union, Herrn Maximilian Paul-Schiff mit mehreren Herren des Vereiusvorstandes, fast den gelammten Vorstand der „Zsr. Allianz", zahlreiche Vereins- und Bethausvorsteher, ferner einige mehr und minder bekannte Persönlichkeiten, die das gewöhnliche Stammpublicum der jüdischen Versammlungen bilden, und auf der oppositionellen Seite recht viele Zionisten unter der Führung Dr. Herzl's. Dieser hält seine Freunde und Gesinnungsgenossen in strammer Zucht und verfügt auch über eine Reihe vortrefflicher Redner. Ihre Ausführungen waren zum Theil in wirklich eleganter und bestechender Form gehalten, die nicht ohne sympathischen Eindruck auf die Versammlung blieb, und die von den Zionisten gestellten Resolutionen hätten sicherlich eine wirksamere Unterstützung gefunden, wenn nicht durch einige Hitzköpfe, deren jugendlicher Ungestüm für ein öffentliches Auftreten noch zu wenig gedämpft ist, zu lärmenden Auftritten Anlass gegeben hätten. Freilich muß die Objektivität festftellen, dass die erste Provokation nicht auf Seite der Zionisten fiel und sie auch nicht allein für die stürmischen Szenen, die übrigens durch die besonnenen Elemente auf beiden Seiten und die überaus joviale und entgegenkommende Haltung des Vorsitzenden immer bald überwunden wurden, verantwortlich gemacht werden können. Die Debatte bewegte sich, eonform dem Berichte des Vorstandes, zum größten Theil^ um die zu Gunsten der rumänischen Aus. Wanderer in deu letzten zwei,Jabreu durch die „Fsrael. Allianz" durchgeführte Unterstützungsacnon, die Dr. Herzl und andere zionistische Redner als unzweckmäßig und mißglückt hin stellten. Wir können diese Ansicht nicht tbeilen. Angestchks der elementaren Gewalt, mit welcher die Answanderungsbewegung einsetzte, und der großen Ausdehnung, die sie in kurzer Zeit genommen har, konnte die „Israel. Allianz" mir ihren eigenen geringen Mitteln und der leider allzu schwachen Unterstützung seitens der Glaubensgenossen kaum mehr thun, als sie iacrisch geleistet bat. Diese Erwägung, welcher die Majorität der Generalverjammlunq sich nicht verschließen konnte, sowie die aufklärenden Minheilungen des Vorsitzenden, die auch auf die Opposition nicht ohne Eindruck blieben, führten zu dem Resultate, dass der Bericht des Vorstandes nahezu einstimmig zur Kenntnis genommen wurde und auch die ausgelosten Vorstandsmitglieder mit großer Majorität Wiedergewählt wurden. Im Nachstehenden der ausführliche Bericht: Präsident David Ritter von G v. t m a n n eröffnet die Generalversammlung, indem er seiner Befriedigung über den zahlreichen Besuch der Versammlung Ausdruck leiht und mit ehrenden Worten der im abgelaufenen Jahre dahingeichleoeuen Mitglieder und Förderer der „Israel. Allianz" gedenkt. Bei Uebergang zur Tagesordnung lässt er hieraus durch den Sekretär Dr. K a m i n k a den Bericht des Vorstandes über seine Tbätigkeit im Jahre 1901 zur Verlesung zu bringen, oer sich vorzugsweise mit der Hilfsaciion zu Gunsten der rumänischen Inden und der Organisation der Auswanderuugsbewegung deschästigl. „Diese, so heißt es in dem Bericht, wurde thatsächlich seit dem Jahre 1901 in der Weise durchgesührt, dass die „Iewifh Colonizatiou Association" in Paris es übernahm, durch einen besonderen Vertreter in Rumänien ausgewählte Emigranten in regelmäßigen, zumeist zweimal wöchentlich stattfindenden Transporten von je 20—25 Personen nach überseeischen Ländern zu befördern, wobei die erwähnte Gesellschaft durch ihre Organe und corresvondirenden Hilfsconritss für eine zweckmäßige Unterbringung und Beschäftigung der neuen Ankömmlinge in transatlantischen Städten Sorge trug. Jede dieser Gruppen wurde uns aus Rumänien im voraus avisirt, von unseren Angestellten bei der Ankunft empfangen, verköstigt und zumeist noch an demselben Tage mit weiterer Empfehlung uach^

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