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Die Wahrheit · 1902-03-07 · Heft 10 (7.3.1902) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 10 (7.3.1902)
Date
1902-03-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Rrdaction und Administration: Wien, II/i. Novaragasse 27. ff. k. österr. Postsparcassa Eheck-Conto Nr. 846.251. Inserate 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Abonnements« und Jnserationsbrträge sind in Wien zahlbar. ahvHeil ^abhängige Aeiischrift für jüöifche Aniere^en. Erscheint jeden Freitag. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" VrrrrgSNrrts: 1 Ganzjährig. ... ff. 12 — jr Halbjährig . ... ff. 6 — j Für Cuttus beamte: [ Ganzjährig.... ff. 10.— [ Für Ausland: Ganzjährig . .; 8 Mark. 6 Rubel oder 16 FcS. Ar. Ist Wie«, 7. März 1908. _ Urber den hebräischen Unterricht an den Oberelaffen der Gymnasien und Realschulen. — — An den verehrlichen Vorstand der Oesterr.-ungar. Cantoren Vereines in Wien. — Ueber die Entwicklung des SynagogenAchviMS» Aus der Wiener Cultusgememde. Die neue Geschäftsordnung in der Wiener Cutlusgemeinde, die den Cultusvorstand von allen kleinlichen Angelegenheiten entlastet und den größten Theil der Verwaltungsagenden dem Vertreter-Collegium zumeist, beginnt insoserne gute Früchte zu zeitigen, als nunmehr dem Cultusvorstande Zeit, Muße und Gelegenheit geboten wird, sich in den Plenarsitzungen mit wichtigen, principiellen Fragen zu beschäftigen und dieselben eingehend zu discutiren. So brachte auch die jüngste, am 2. d. stattgehabte Vorstandssitzung, in welcher Schuldirektor Simon den neuen Lehrplan für den Religionsunterricht an den Mädchengymnasien zur Genehmigung vorlegte, eine von weiteren Gesichtspunkten getragene Unterrichts-Debatte. Die Anschauungen, Wünsche und Beschwerden der verschiedenen Kreise der jüdischen Bevölkerung Wiens bezüglich des Religionsunterrichtes gelangten in den Reden der Herren Oberfinanzrath Dr. Rappaport, Dr. Spitzer, Baurath Stiaßny, Dr. Grünfeld, Dr. Berger, kais. Rath Wilhelm Pollak und Salo Cohn ziemlich erschöpfend zum Ausdruck, und der Standpunkt der Schulcommission im Cultusvorstande wurde durch den Vicepräsidenten Dr. Gustav Kohn und den Referenten Schuldirektor Simon wirksam vertreten. Namentlich das Schlusswort des Letzteren, der ohne Schönfärberei in streng sachlicher und objektiver Weise die gegenwärtigen Verhällniße, betreffend den Religionsunterricht, beleuchtete, fand allseitige lebhafte Zustimmung. Mit diesen Reden allein wird tvohl dem Religionsunterrichte nicht ans die Beine geholfen werden, doch man mag den Werth derselben wie immer beurtheilen, so kann man nach dem großen Interesse, das dem zur Verhandlung gestellten Gegenstände allseitig entgegengebracht wurde sich dennoch nicht der Ueberzeugung verschließen, dass sich der Cultusvorstand in seiner Gesammtheit der hohen Bedeutung des Religionsunterrichtes bewusst ist und aus den mannigfachen Anregungen auch praktische Nutzanwendung ziehen wird. Im Interesse des Judenthums wäre dies wohl zu wünschen. Im Nachstehenden der Sitzungsbericht: Krafidiakvericht. Vor Eingehen in die Tagesordnung ergreift der Vorsitzende, 1. Vicepräsident Dr. Alfred Stern, das Wort zu folgender Mittheilung: „Meine Herren! Es gereicht mir zur angenehmen Pflicht,, Ihnen über die Audienz des Präsidiums der Wiener israelitischen CuktusUmeinde bei Sr. kaiserl. und königl. Hoheit Herrn Erzherzog Rainer zu berichten. Die Ansprache, welche ich. bei diesem Anlasse an Se. kaiserl. und königl. Hoheit zu richtet» die Ehre hatte, ebenso der weitere Vorgang, dass unser hochverehrter Oberrabbiner den Segen sprach, dürfte Ihnen aus dem Tagesblättern bekannt sein, ebenso auch die ertheilte huldvolle: Erwiderung. Ich halte es jedoch für meine Pflicht, Ihnen die letztere, von dieser Stelle aus, officiell zur Kenntnis zu bringen: — sie lautete: „Ja, Sie haben in den letzten Jahren manche schwere Stunde gehabt, wirklich ungerechtfertigt. Wir beten alle zi» Einem Gotte, wir in unseren Gotteshäusern, Sie in Ihrem Synagogen. Wir alle sind Oesterreicher, ohne Unterschied der" Confession und Nation. Einigkeit macht stark, auch wir Oesterreicher brauchen die Einigkeit" Ich glaube, dass wir alle Ursache haben, mit dieser Huldvollst erlheilten Antwort, die wohl ein historisch denkwürdiges. Blatt in der Geschichte unserer Gemeinde ausfüllen wird, zufrieden zu fein. Ich will noch mittheilen, dass zum Schluffeder sehr huldvollen Verabschiedung Se. kaiserl. und königl- Hoheit Folgendes bemerkte: „Ich und meine Frau dankem Ihnen nochmals für die sehr schöne Adresse, welche wir bekommen haben." Anschließend daran gebe ich den Herren bekannt, dass diese-: Adresse von unserem Secretariats-Adjnnclen Dr. Frankl coneipirt,. von Herrn Markus in kunstvoller Weise ausgestattet, dass die: Enveloppe von Herrn Buchwald in künstlerischer Vollendung hergestellt wurde, und dass namentlich bei der künstlerischen Ans-- stattung unser College Fleischer, der sich auch bei dieser Gelegenheit in gewohnt selbstloser Weise zur Verfügung stellte, un^ seine höchst werthvolle Mitwirkung angedeihen ließ." Hiulauf. Aus dem Einlaufe wird zur Kenntnis gebracht: Am. Spenden: Von Herrn Wilhelm Zeiteles in Braila, aus Anlass des Ablebens seiner Mutter Frau Mina Jeiteles K. 207 80,. und zwar ^je zur Hälfte für die Chewra-Kadifcha und dem israelitischen Waisenverein. „Anonymus" für das israel. Mädchen-Waisenhaus 200 K. Von den Herren Brüder Goldman«, für die Beköstigung armer israelitischer Schulkinder iu* der "Brigittenau 20 K., für den „Verein zur unentgeltlichen« Verpflegung armer Brustleideuder auf dem Lande" 10 K. Vom

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