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Die Wahrheit · 1901-12-27 · Heft 50 (27.12.1901) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 50 (27.12.1901)
Date
1901-12-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ahrHsil Redaction u. Admiiiistraiion Wien. II/1. Novaragaffe 27. K k. österr. Postsparcasia Lhklt.Conto Nr. 843L5I. Inserate: 20 Heller m Nonpareille Heile. aionnenitm»- tuib Insertion-» beträgt sind in Wien zahlbar. nakhängige Seitschrift für Mische Interessen. Erscheint jeden Freitag. «ez»g»ß«iL! «an,jährig Halbjährig Molto: „Pas Siegel Gottes ist Wahrheit!' Für Lultusbea»to: Ganzjährig M. Für Ausland: Ganzjährig .... S 3 Rubel oder 18 Fr«*.;-U »r. 50. , 27. Decemder Änhattr An unsere Leser! — Judenthum und jüdische Religion. — Ein neuer Komet am ungarischen Himmel. — Reisebriefe aus Holland. — < Das Massenelend der Juden in Galizien und die Bestrebungen zu ihrer Rettung. — Ergänzungs-Daten. — Bitte! — Organisation und „CantoremZeitung". — An die Mitglieder des „Oesterr.-ungar. Cantoren-Vereines". — Verschiedene Nachrichten. — Litteratur. In nnlere Leier! Nach Ablauf des heurigen Jahrganges können wir mit vollster Genugthuung constaticren, dass unser Blatt das bei seiner Gründung aufgestellte Programm, das Interesse für die erhaöenen Ziele des Zudenlhums in allen NevöMerungsschichten zu wessen, nach jeder Richtung erfüllt und dabei die Anerkennung der maßgebendsten Kreise des Judenthums gefunden hat. Unser Bestreben wird auch fernerhin daraus gerichtet sein, jüdisches ^eöen in assen seinen Erscheinungen zu pssegen, die innere Krganisation mit assen Kräften zu fördern, die Worfässe im Kemeinde- und DereinsLeöen mit maßvosser und oöjectiver Kritik zu öeurtheiten und den Kampf nach Außen mit Würde und Entschiedenheit zu führen. Solches Streben verdient gewiss die vollste Unterstützung aller Glaubensgenossen und wir richten an dieselben die dringende Bitte, diese ehrliche publicistische Thätigkeit durch Aöonnierung unseres Mattes und durch möglichste Ieröreitung desselöm zu fördern. Bei Einsendung des Abonnementsbetrages ganzjährig 13 Kronen, viertrljährig 3 Kronen wolle man sich der beiliegenden Fost-Amveisungen bedienen. Probenummern stehen zur Verfügung. Die Redaction. <«? Iudenthum und jüdische Religio«. Das Iudenthum findet heutzutage nicht nur bei unser«» auswärts siedenden Gegnern und Freunden, sonder« auch wf unseren eigenen Reihen eine so mannigfache Auslegung, fcofft es überaus zeitgemäß erscheint, den Begriff desselben klar mü» präcis zu umschreiben, da von der richtigen Erkenntnis iuW Begriffes vielfach auch das Bewusstsein der Verpflichtung jü»K^ Einzelnen gegenüber der Gesammtheit abhängt. Eine derartige Definition des Begriffes hat vor kurzem Herr B. Felsenthmk aus Chicago versucht, indem er in der „Deborah" zwei Reche« j* jüdischer Thesen veröffentlichte, die sich mit der Frage: Was ifl „Iudenthum" und wie verhält sich dieser Begriff zu dem Begriffe .; „jüdische Religion"? eingehend befassen und dieselbe auch i» erschöpfender Weise beantworten. \ 1. — „Iudenthum" und „jüdische Religion", so heißt es da» selbst, sind nicht gleichwerthige Begriffe. „Iudenthum" ist viel um» ■ fassender als „jüdische Religion", und die jüdische Religion ist bloch ein Theil des Iudenthums. „Iudenthum" ist die Znsammenfaffung des gesammten Denkens, Empfindens und Strebens lwr jüdischen Volkes. Mit anderen Worten: Iudenthum ist di« Summe aller volkspsychologischen Eigenthümlichkeiten, die imZ der jüdisch-nationalen Geistesveranlagung ihre Wurzeln habe». 2. — Die jüdische Religion ist, wie gesagt, nur ein THMZ des Judenthums, aber allerdings ist sie ein sehr überwiegeupUU | Theil desselben. Bei keinem Volke der Erde nahm je Religion einen solchen breiten und tiefgehenden Raum iat j geistigen Leben ein, wie es bei den Juden der Fall war. DochsÄ neben der Religion gab es noch andere Elemente im Iudenthum. j 3. — Wäre „Iudenthum" blos so viel als „jüdisch« ' Religion" und nichts mehr, und wäre der Begriff „Jude" blos dahin zu fassen, dass er ein Bekenner der jüdischen Religio« sei, und dass ihn nichts als seine Religion von den Nichtjuden; scheide, dann hätte kein Geschichtsschreiber des Judenthums als solcher das Recht, die reiche mittelalterische Litteratur der L Juden über Medicin, Astronomie, Mathematik, Schachspiek u. s. w. zum Gegenstand seiner Forschungen und seiner litterarischen Behandlung zu machen. Süßkind von Trimberg würde, unter dieser Voraussetzung, ebensowenig. in einer Geschichte des Judenthums ein Platz verdienen, wie Walther, von der Vogelweide in einer Geschichte der christliche» MWm» oder der christlichen Kirche. In irgend einem Werk« üb« WbDM und Iudenthum dürfte dann der Bildhauer AnwkoWktz ebenso» wenig genannt werden, wieder Bildhauer ThorwaNchmi» «WM \ $

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