Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 41 (25.10.1901)
- Date
- 1901-10-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3063062-3063103--01598-3068202- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
N:. 41. Die IDabrbeit. Leite 9. Eis führt immer nach Eis. Es müsste also direct E geschrieben werden, wie überhaupt keine Veranlassnnq vorlag, Eis zu schreiben, da es doch ganz außerhalb der Tonart liegt. Im letzten Tact derselben Zeile ist außerdem noch eine aufwärtsgehende Septime von 8 nach 6. Nr. 17 enthält besonders «inen großen Fehler in der Stimmführung. Als viertes Viertel des ersten Tactes der untersten Zeile im Bass steht ein G; dadurch sind die Quinten A-E und G-D geschaffen. Das G muss im Tenor liegen, und der Bass geht nach H C; daun bleibt die Figur in der ursprünglichen Stimme, und die Quinten lallen weg. Hiermit will ich meine Besprechung schließen. Im Verlauf derselben glaube ich den Nachweis erbracht zu haben, dass der Hauptwerth der Gesänge des Herrn Fabisch in den großartigen Texten und in reizenden Melodien besteht, die er zu denselben geschaffen hat. Angesichts dieser Thatschen ist das Werk für den Synagogengesang, wie für den Schulgebrauch so vorzüglich, dass seine Anschaffung nicht dringend genug empfohlen werden kann. Hermann Z i v i, Cantor und Lehrer der Synagogengemeinde Elberfeld. Verschiedene Aachrichten. 2kien. In der Sitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde in Wien vom 13. Octsber 1901 wurden die von der israelitischen Armenanstalt in Vorschlag gebrachten Herren Julius Wolfs und Heinrich Teltscher in den Vorstand dieser Körperschaft berufen. Ueberdies wurden aus der Mitte des Cultusvorstandes aus Grund des vom Vertreter- Collegium gestellten Antrages der Obmann der Wohlthätigkeitscommission, Herr Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt, der Obmann-Stellvertreter der Wohlthätigkeitscommission, Herr Salo Cohn, Herr Dr. Maximilian Steiner und Herr Salomon Rosner in die Leitung der israelitischen Armenanstalt entsendet. Wien. Sonntag, den 20. d. M., halb 11 Uhr Vormittags, fand im Sitzungssaal« der israelitischen Cultusgemeinde unter dem Vorsitze des Präsidenten der Cultusgemeinde eine im Grunde des § 35 des Gemeindestatutes einberufene Vertrauensmänner-Versammlung statt, zur Abgabe einer Aeußerung über die geplante Berufung eines Gemeinderabbiners, zunächst Hilfspredigers. In der zahlreich besuchten Versammlung wurden über das Bedürfnis zur Anstellung eines Hilfspredigers verschiedene Meinungen laut. An der Debatte betheiligten sich die Herren Meisels, Rector Schwarz, Gemeinderath Zisferer, kais. Rath Lichtenstadt, Dr. Marcell Hoffmann, Professor D. H. Müller, Ortsschulrath Heit, Dr. Schreiber, Dr. Fiala, Professor Ehrmann, Dr. Trietsch. Straßberg, Lichtblau, Dr. Emanuel Spitzer, Commercialrath Stiaßny. Rach längerer Debatte wurde der combinirte Antrag des Gemeinderathes Zifferer und des Dr. Fialla, lautend: „Die statutengemäß berufene Versammlung der Vertrauensmänner erwartet' seitens des geehrten Vorstandes mindestens einen Terna-Vorschlag zur Anstellung eines Rabbiners und Predigers in der Wiener Cultusgemeinde" säst einstimmig angenommen. Wir werden aus diesem Anlasse seitens des Secretariates der -israelitischen Cultusgemeinde ersucht, im Aufträge des Präsidiums zu konstatieren, dass der Beschluss betreffend Anstellung eines Hilfspredigers, wie aus den Acten hervorgeht, nicht über Anregung des Oberrabbiners, sondern aus eigener Initiative des Vorstandes schon im Borjahre erfolgt ist. Wien. (I s r a e l i t i s ch e C u l t u s g e m e i n d e). Eingelausene Spenden: Von Herrn Vicepräsidenten Dr. Alfred Stern für Arme 300 Kr. Von Herrn Sigmund Mandl für verschiedene Wohlthätigkeits- Jnstitute 200 Kr. Von Herrn Karl Goldmark für den Armenfond der Cultusgemeinde 5 Ducaten. Von Herrn Profesior Julius Epstein für wohlthätige Zwecke 5 Ducaten. Von Herrn Alfred Philipp für Arme, aus Anlass des Ablebens der sel. Frau Hermine Philipp 50 Kr. Von Herrn Emanuel Fischer für Arme 20 Kr. Von Frau Rosa Neuern für Arme Kr. 11.13. Von Frau Jda v. Herzfeld, Utensilien für -die israelitische Versorgungsanstalt. Von Frau Julie Schlesinger, Bettgeräthe für die israelitische Versorgungsanstalt. Von Herrn Moriz Bramer, Kuchen für die Insassen der israelitischen Bersorgungsanstalt. Von Herrn Wilhelm Kuffner, aus Anlass des Ablebens seines Sohnes Erwin zur Vertheilung an Arme, nach Vorschlägen der Arrnenanstalt und Genehmigung durch den Präsidenten der israel. Cultusgemeinde 1000 Kr. Unter „Kaiserhof", zur Vertheilung an arme, religiöse, in Wien sesshafte gewerbetreibende Familienväter 1200 Kr. Unter „K" für Arme, anstatt eines Kranzes aus den Sarg des sel. Herrn Erwin Krrsfner 50 Kr. Wie«. (Verein zur Hebung der Gewerbe). Der Verein ladet zu dem am Samstag, den 26. d. M.. halb 8 Uhr abends in K u h n e r's Saal-Localitäten stattfindenden Vortrag des Reichsrathsabgeordneten Herrn Karl Wrabetz. Dem Vortrage wird aus kaufmännischen Kreisen mit lebhaftem Interesse entgegengesehen, da das zur Besprechung gelangende neue Gesetz t Abänderungen der §§ 59 und 60 der Gewerbeordnung) gerade diese Kreise am empfindlichsten berühren. Gäste willkommen. Wien. Samstag, den 19. d. M. feierte Herr Cantor Isidor Löwit das Barmizwahfest seines einzigen Sohnes Wilhelm. Der Confirmand hat aus dem Sefer einen Abschnitt prächtig vorgelesen. Im Hause, woselbst sich beide Präsidenten der türkischen Gemeinde, sowie der Rabbiner Papo, Obercantor Bauer und die übrigen Beamten der Gemeinde. Obercantor Guttmann, 1. Cantor Blatt, Secretär Fuchs, Profeffor Nascher, Herr Isidor Schwarz. Obmann der hum. Tischgesellschaft zur Bekleidung alter Männer, und viele Gäste eingesunden hatten, hielt der Confirmand eine Rede. An den Festgeber liefen viele Gratulationen ein. Linz. Am 19. October d. I. verschied hier eines der ältesten Gemeindemitglieder, Herr Samuel Wiesmeier, Vater des hochgeachteten Regierungsrathes und Secretärs der Credit-Anstalt, Herrn A. Wiesmeier im 82. Lebensjahre. Bei dem am 21. d. stattgehabten Leichenbegängniße, an welchem sich der hiesige Vorstand, die Mitglieder der Chewra- Kadischa, sowie die meisten Gemeindemitglieder und viele Beamten betheiligren, hielt Herr Rabbiner Moritz Friedmann dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er die Vorzüge dieses biederen und schlichten Mannes, der durch eine Reihe von Jahren Präses- Stellvertreter der Chewra Kadischa und Vorstandsmitglied war, in beredten Worten. Die cantorale Function versah in äußerst exacter Weise Herr Obercantor Schwarz. Linz. Der bereits im vorigen Jahre gegründete jüdische Geselligkeitsverein „Unter Uns", hielt Sonntag, den 20. d. den ersten gemüthlichen Abend ab, an dem das Gros der hiesigen jüdischen Bevölkerung theilnahm. Der Obmann, Herr Gustav Töpfer, begrüßte die Gäste und insbesondere den aus Wien anwesenden Obercantor Bauer sammt Gemahlin. Die Vorträge begannen mit einer Clavierpiece, woraus die stimmbegabte Frau Cantor Piskaty und auch Herr Cantor Piskaty zwei Lieder sehr hübsch zu Gehör brachten. Herr Simon, der artistische Leiter des Abends, ebenso die Herren A. Pollak, Max Adler, Bruder und Brandl hielten lebhaft acclamirte humoristische Vorträge. Ueber Einladung des Comites und zahlreicher anwesender Gäste erklärte sich auch Obercantor Bauer zum Vortrage eines Liedes bereit, was mit enthusiastischem Beifall ausgenommen wurde. Nach dem Vortrage forderte der Obmann des Vereines die Versammlung aus, dem Herrn Obercantor Bauer den Dank durch Erheben von den Sitzen abzustatten, was auch unter Jubel geschah. Jener«. Das 25jährige Amtsjubiläum des Herrn M. Reiser, Rabbiner, Cantor und Religionslehrer, begeht die hiesige israelitische Cultusgemeinde am 2. November b, I. Auvrycha». Herr Heinrich Groß, bisher Obercantor in Floridsdorf, wurde nach einem mit großem Beifall aufgenommenen Probevortrag, als Obercantor der hiesigen Gemeinde gewählt und wird derselbe am 15. November seine Stelle antreten. Hleiwitz. Das Comite der Vertrauensmänner des „Allgemeinen Cantorenverbandes", bestehend aus den Herren de Beer, Beuthen OS.; Davidsohn, Gleiwitz; Singer, Kattowitz; Spandau, Myslovitz; Tandesar, Zabrze; hat Einladungen verienoet zu einer constituirenden Versammlung zum Zwecke der Gründung eines Schlesischen Cantorenverbandes, die Montag, den 4. November cr.. Nachm. 1 Uhr im Sitzungssaal der Synagogen-Gemeinde in Gleiwitz stattfindet. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der Vorbesprechung der Vertrauensmänner vom 14. October dies Jahres 2. B.richt über den allgemeinen Cantorentag in Wien. 3. Gründung eines „Schlesischen Cantorenverbandes". 4. Diverses. Anmeldungen bis zum 1. November cr. zu Händen des Herrn Collegen Magnus Davidsohn, Gleiwitz, Wilhelmsplatz 2. Aktenbnrg. Am 14. October gingen am hiesigen Herzog!. Hostheater „Die Hugenotten" in einer von der Kritik allgemein anerkannten Aufführung in Scene. Ueber die Leistung des Frl. Großkops, der Tochter des Obercantors I Großkopf in Frankfurt a. M., schreibt die „Altenburger Ztg": Fräulein Großkops har den „Pagen" recht hübsch gesungen. Sie war eine anmuthige Figur und in der Darstellung lag ein graziöses Wesen, Frische und Gewandtheit. Der Helle Sopran kam in der Cavatine zur Geltung, die Passagen darin wurden mit Accuratepe zur Ausführung gebracht und auch die Phrafirung kam angenehm zum Ausdruck. Die Rolle bot der jungen Sängerin — trotz ihres deutschen Namens eine Ungarin — Gelegenheit, sich von vortheilhastester Seite zu präsentiren und sie Hai im Gesang und Spiel recht gefallen. In Allem war das das Streben ngch sorgsamer Ausführung der Partie erkennbar, und dem schönen Willen folgte die schöne Thar. So nahm Frl. Großkopf an dem Beifall des Abends ihren berechtigten Antheil. Aus Württemöerg. Zum Predigttext zur gottesdienstlichen Feier des Geburtstages Ihrer Majestät der Königin hat der König für die Synagogen des Landes den Psalm 38,8: „Der Herr wird für mich walten" bestimmt. — Herr Lehrer Zwinger in Hohebach ist nach kurzem Leiden gestorben. Auf seine Stelle ist vorerst ein Verweser berufen worden. —