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Die Wahrheit · 1901-10-18 · Heft 40 (18.10.1901) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 40 (18.10.1901)
Date
1901-10-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 40. Die Wahrheit. Seite A. Dich erfüllenden Ideale mussten verwirklicht werden, und s» schliffst Du jenes Werk, welches Deine Bedeutung und Deine Tüchtigkeit der Nachwelt besser vermitteln wird, als es Monumente von Er; und Stein vermögen, ry mo’ D'pwi D’V^iy »aa im Munde und im Herzen der Jünger des jüdischen Cantorates hast Du Dir dieses Denkmal errichtet; denn wo und wann ein Lernender daran gehen wird, in die heiligen Hallen des jüdischen Canlorates einzutreten, wird er fl endig zu jenem Werke greisen, welches eine Fundgrube an Material für seine Studien bietet, zu jenem Werke „Hanmazeach“, welches Du geschaffen zur Ehre des jüdischen Cantorates aber auch zur Ehrung und Würdigung Deines Wirkens. Somit entbieten wir Dir den letzten Scheidegrug. Mögest Du ausruhen von all den Mühseligkeiten Deines schweren Lebensganges und möge Dir oben in den Gefilden der Geister reicher Segen und Lohn zu Theil werden für Dein tüchtiges und ideales Wirken aus Erden. Amen!" Fünfnndzwalyigjähriges Ämtsjubiläum. Am Dienstag, den 1. October, feierte der allbeliebte Lehrer und Cantor der Synagogengemeinde in Elberfeld, Herr M. L. Wetzstein, sein 25 jähriges AmtSjubiläum, das sich für ihn zu den größten Ehrungen seitens aller betheiligten Kreise gestaltete. Am frühen .Morgen brachte Herr Musikdirektor Höpp mit seiner Kapelle dem Jubilar vor besten Wohnung ein Ständchen. In den späteren Vormittagsstunden erschienen verschiedene Deputationen, um Herrn Wetzstein ihre Wünsche darzubringen. Zuerst kam der Vorstand und die Repräsentanz der Gemeinde, an derer» Spitze der erste Vorsteher, Herr Max Simon, dem Jubilar warme Worte der Anerkennung und Verehrung zollte und die Geschenke der Gemeinde überbrachte; dann erschienen Abordnungen der verschiedenen israelitischen Vereine, denen Herr Wetzstein stets sein volles Interesse entgegengebracht hat. Endlich überreichte Herr Adolf Strauß mit herzlichen Worten des Dankes im Nameu der früheren Schüler einen kostbaren silbernen Pokal. Den Glanzpunkt des Tages bildete indessen die eigentliche Jubiläumsfestlichkeit im großen Saal der Sadthalle, zu der sich die Gememdemitglieder äußerst zahlreich eingesunden hatten. Zu Beginn der Feier wurde der Jubilar unter Fanfarenklängen durch zwei Vertreter des .Festcomitos in den Saal geleitet. Dann sprach Herr Rabbiner Dr. Auerbach den Kaisertoast, in dem er hervorhob, dass gerade die Juden durch ihre Religionsgesetze zu treuen Bürgern ihres Vaterlandes erzogen würden, und dass es daher durchaus angebracht sei, an einem israelitischen Gemeindefeste auch des Landessürsten zu gedenken. Der schwungvolle, von Herrn Adolf Strauß meisterhaft vorgetragene Prolog wurde mit vielent Beifall ausgenommen. Die Festrede hielt Herr Max Simon, indeul er darauf hinwies, wie es der Jubilar verstanden habe, sich die Liebe Aller zu erwerben und im Laufe seiner langjährigen Thätigkeit in vollem Maße zu erhalten. Den Damentoast brachte mit gewohnter Virtuosität Herr Isidor Herz aus, während Herr W. Hirschfeld mit kernigen Worten die Gäste begrüßte. Am Schlüsse dieses rhetorischen Teiles der Feier überbrachte Herr Hauptlehrer Fröhlich-M.-Glabdach die Grüße und Glückwünsche der Kollegen des Jubilars Der zweite Theil des Programnles war dem Gesänge gewidmet. Wirklich hervorragend Gutes leistete der Synagogenchor unter der bewährten Leitung des Herrn I. Bernthal, und Fräulein Schönseld vom hiesigen Sladttheater entzückte geradezu die Festteilnehmer durch den kunstvollendeten Vortrag einiger reizender Lieder. Auch Herr Cantor Blumenthal-Köln, der bekannte Meistersinger, stellte in liebenswürdiger Weise seine Kunst in den Dienst des Festes und trug wesentlich zur Verschönerung desselben bei. In dem komischen Duett „Die gestohlene Gans", das von Herrn Aernthal und Herrn Ph. Heymann unter großem Beifall zu Gehör gebracht wurde, kam nunmehr auch der Humor zu seinem Recht. Zur weiteren Erheiterung diente das Lustspiel „Eine Tasse Thee", das unter der Regie des Herrn Kurt Stern vom hiesigen Stadttheater unter freundlicher Mitwirkung von Fräulein Else Gaebler, ebenfalls vom Stadttheater, sowie der Herren Theo Stein und Paul Steinberg vorzüglich gespielt wurde. Hieraus nahm Herr Wetzstrein Veranlassung, allen denen, die sich um seinen Ehrentag bemüht haben, in längerer Rede zu danken. Den Schluß des Festes bildete ein Ball, der die Teilnehmer noch bis zur frühen Morgenstunde zusammenhielt. Eine gottesdienstliche Feier fand i sofern statt, als am ersten Sukkothtage in der Festpredigt des Jubilares gedacht wurde. Herr Dr. Anerbach feierte ihn bei dieser Gelegen eit als einen Mann treuer Pflichterfüllung, sowohl als Lehrer wie auch als Cantor, und wünschte ihm und seinem Wirken des Himmels reichsten Segen auch für die Zukunft. _ Verschiedene Nachrichten. Wien. Fräulein Olga B e ck, Tochter des Herrn k. u. k. Hoflieferanten Hermann Beck und der Präsidentin des Frauen-Wohllhätigkeits-Vereines im Vlll. Bez. Frau Amalie Beck, hat sich mit Herrn G e i st verlobt. Wien. (B a r m i z w a - F e i e r.) Am verflosienen Sabbath beging Ö6erc«ntor M. Schorr im Kr eise seiner Familie, zahlreicher Freunde und Gönner die Barmizwa- Feier seines Sohnes Friedrich. Bei den Sympathien, deren sich der beliebte Functionär des Beth-Jsrael- Bereines allseits erfreut, konnte es nicht Wunder nehmen, dass die Theilnahme an der Feier zu einer äußerst lebhaften sich gestaltete und das Publikum schon bei der vormittägigen Function in der Bereinssynagoge sich sehr zahlreich einsand. Der Function im Gotteshause, die der Vater in gehobener Stimmung verrichtete, reihte sich die nachmittägige Feier im Familienhause würdig an. Unter den daselbst Erschienenen bemerkte man den Großvater des Confirmanden. der aus Ungarn gekommen war, den Gesammtvorstand des „Beth-Jsrael"-Bereines, Vorstandsmitglieder des Vereines „Adaß-Jsroel", die Herren Rabbiner M. Mayersohn, M. Kramer, Lector Friedmann, den II. Secretär der Cultusgemeinde Dr. Adler, die Herren Obercantoren I. Bauer und Wirtmann, Obercantor Schorr aus Krakau, ein Onkel des Confirmanden, Obmänner anderer jüdischer Vereine, Vertreter der Wiener Preffe, Religionslehrer D. Skutezky und viele andere Festgäste. Den Glanzpunkt der Feier bildete der Vortrag der vom Religionslehrer Skutezky verfassten Barmizwa-Rede, in welcher der Consirmand mit seltener Unbefan' genheit an der Hand eines gedankentiesen Midrasch in treffend agadischer Ausführung die Bedeutung des so weihevollen, seit uralter Zeit gebräuchlichen Festes auseinandersetzte. Die Festgäste zollten dem wackeren Barmizwa reichlichen Beifall und brachten dem zu Thränen gerührten Elternpaare herzliche Glückwünsche dar. Wien. Samstag, den 19. d., 8 Uhr Früh, findet im türkischen sephard. Tempel, II., Circusgasse, die Barmizwa des Confirmanden, Wilhelm Löwit, Sohn des Cantors und Chordirigenten, Herrn Isidor Löwit, statt. Wie». Auf dem Döblinger Ortsfriedhofe fand Donnerstag, den 17. d. unter zahlreicher Betheiligung der industriellen Kreise die Beerdigung des im Alter von 23 Jahren verstorbenen einzigen Sohnes Erwin des Cultusvorstehers Brau- und Zuckerindustriellen Wilhelm Kuffner statt. Außer den Vorständen des Brauherrenvereines, darunter Herr Anton Dreher, hatten sich der gesammte Vorstand der Cultusgemeinde, die Herren Max Ritter v. Gutmann, Direktor Herz von der Bodencreditanstalt rc. eingefunden. Dem Leichenzuge schritt die gesammte Arbeiterschaft der Kuffner'schen Brauereien in Ottakring und Döbling Voran. Oberrabbiner Dr. Güdemann hielt dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachruf. Wien. Sonntag, den 27. d., um 2 Uhr Nachmittags, findet im dem Bethause „Beth-Jsrael", ll., Leopoldgasse 29, die Trauung des Frl. Therese Buxbäum, Tochter des Religionslehrers Herrn Leopold Buxbaum, mit Herrn Gustav S ü ß k y n d statt. «rag. Am 9. d. starb hier der einer. Rabbiner, Herr Löwy A b e l e s, nach kurzem Leiden im 87. Lebensjahre. Ein Sohn des Verstorbenen wirkt als Rabbiner in Kuttenberg, ein anderer als Lehrer in Rokitnitz. «rag. Der Privatgelehrte, Herr Dr. Ludwig P o l l a k in Rom, corresp. Mitglied des kais. deutschen archäol. Institutes im Rom, Berlin und Athen, des k. k. österr. archäol. Inst, in Wien und der Gesellschaft für deutsche Wiffenschaft, Kunst und Litteratur in Böhmen, hat sich mit Frl. Grete Gold re ich v. Bronnek in Prag verlobt. Szenicz Sonntag, den 13. d.. fand in N. Kovalo die Einweihung des neuerbauten Hauses des Realitätenbesitzers, Herrn M. Paschkes, in Anwesenheit zahlreicher Familien- und Bekanntenkreise statt. Unter den Festgästen befand sich auch Herr Bezirksrabbiner Dr. Marmorftein aus Szenicz. welcher die Festrede hielt. Belgrad. Am zweiten Rosch-Haschona-Tage verschied hier Chacham Moses A l k a l a y, der Vater des hochgeehrten Advocaten Dr. David Alkalay, im Alter von 69 Jahren. Der Verblichene hatte ein großes hebräisches Wissen und war ein ausgezeichneter Redner und tüchtiger hebräischer Lehrer. Er bekleidete viele Jabre das Amt eines Chacham an der Talmud-Tho ra-Schnle in der Wiener Türkischen Gemeinde und hielt Vorträge im B eth-Ha midrasch der Gemeinde. Durch seine Gelehrsamkeit und seinen vornehmen, friedliebenden Charakter erwarb er sich allseitige Achtung. In Folge eines Augenleidens gab er das Lehramt auf und übersiedelte über Wunsch, seiner Kinder nach seine Geburtsst rot Belgrad. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer allgemeinen Trauerkundgebung, an welcher die ganze Gemeinde und der Vorstand tbeilnahmen. Im Tempel, wohin die Leiche getragen wurde, hielt der Rabbiner einen wirksamen Nachruf, und der jüdische Gesangsverein execntirte die Trauer Psalmen. Sein Andenken sei gesegnet, ra*u7 p’Tt

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