Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 38 (27.9.1901)
- Date
- 1901-09-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2. Die Wahrheit. Nr. 38. Danksagung. Im Namen zahlreicher Betliausbesucher erlaube ich mir, dem verehrlichen Vorstande der Brunner Culfusgemeinde, der während der verflossenen hohen Feiertage den Filialgötfesdienst im städtischen “Redoufengebäude zu einem ebenso durch die Weise des Ganzen, als auch durch die seltene Hingebung, mit der 'Rabbiner Dr. Steinhart und Cantor B. M. L>eser ihres Amtes walteten, für alle Theilnehmer unvergesslichen Ereignisse gestaltete, den wärmsten Dank auf diesem Wege auszusprechen. Zeichnete sich die Predigt des Herrn Dr. Steinhart durch Formvollendung und tiefen, der Bedeutung des Tages Rechnung tragenden Gedankeninhalt aus, so ist Herr beser, ein Schüler des bekannten Obercantors von Brünn Josef Jleller, ein Vorbeter, auf den ich die Aufmerksamkeit weiterer competenter Kreise lenken möchte, Der Genannte verfügt nämlich nicht nur über einen ebenso sympathischen als klangmächtigen Tenor, der die höchsten Töne spielend nimmt und frei von allen Maniriertheiten auf glänzende methodische Durchbildung hin weist, sondern erjverräth auch in jedem Tone seines weihevollen Vortrages gründliche musikalische Kenntnisse und seltenes Verständnis und Beherrschung der Liturgie. Dass HerrLe<er, dessen Gesang bis zum Schlüsse an Frische und Fülle nichts einbüsste — auch ein Phänomen -— im Vereine mit dem von ihm geleiteten Chore auf die Zuhörer eine erhebende, ja begeisternde Wirkung ausübte, bewies der Jubel, mit dem trotz der überstandenen Feste der 21jährige Cantor allseits beglückwünscht wurde. Fr. F. Dr. Moriz Kappaport-Stiftnng für Preisaasschreibungen. Das Comite der von Dr. Jakob Rappaport zum Andenken an seinen Vater Dr. Moriz Rappaport errichteten Stiftung veröffentlicht hiemit folgende Preisfrage: „Geschichte des jüdischen Volksschulwesens in Oesterreich“. Die Darstellung soll ersichtlich machen, welche hohe Wichtigkeit dem Volksschulunterrichte von jeher wie von den Juden überhaupt, so auch von den Juden in Oesterreich beigemessen wurde. Zu diesem Behufs soll zunächst eine Geschichte der „Chedarimnebst möglichst vnllständigen Mittheilungen der darauf bezüglichen, in den Archiven der jüdischen Gemeinden vorhandenen Statuten und Schulurkunden, soweit dieselben noch nicht veröffentlicht sind, dargeboten werden. Sodann soll die Darstellung die durch den Einfluss Mendelssohns und Anderer zu Gunsten der Neugestaltung des Volksschulwesens in Oesterreich hervorgerufene und von der österreichischen Regierung begünstigte Bewegung und deren Erfolge auf Grundlage urkundlicher Erhebungen schildern, und die Entwickelung des jüdischen Volksschulwesens in Oesterreich bis zum Inslebentreten der gegenwärtig bestehenden Volksschulgesetze fortführen. Diejenige Arbeit, welche für die ältere Zeit eine vergleichende Betrachtung der Zustände des christlichen Volksschulwesens darbietet, erhält ceteris paribus den Vorzug. Als Preissumme für die beste Schrift wurden 1200 Kronen bestimmt. Diejenigen Personen, welche um diesen Preis zu concurieren beabsichtigen, haben die Preisschritt bis längstens 31. December 1903, mittag 12 Uhr, an das Secretariat der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, (I. Seitenstettengasse 4) ohne Namensnennung mit einem Motto versehen einzusenden und in einem Couvert, welehes dasselbe Motto trägt, versiegelt Namen und Adresse bekannt zu geben Bemerkt wird, dass stiftbriefgemäss dem Autor das Recht des Eigenthums bleibt und dass, falls der Autor die Publicirung nicht selbst vornimmt, dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde Wien das Heeht zusteht, über Vorschlag des Unterzeichneten Curatoriums diese Publizierung zu veranlassen. Das Öuratorium der Dr. Moriz Rappaport-Sti/tung. . Dr. Moriz Rappaport-Stiftong für PreisaDsschreibungen.. Nachdem die im Jahre 1898 ausgeschriebene Preisfrage „Geschichte der jüdischen Apologetik“ eine Lösung nicht gefunden hat, veröffentlicht das Comite ' obiger Stiftung hiemit unter Erhöhung der Preissumme zum zweiten Male dieses Thema. Angesicht der Thatsache, dass es eine geschichtliche Uebersicht über die reiche in griechischer, hebräischer, arabischer, sowie in den modernen Sprachen abgefasste apologetische Literatur der Juden noch nicht gibt, wird vor Allem Werth darauf gelegt, dass die Preisarbeit eine solche Uebersicht darbiete. Diese soll sich aber keineswegs auf eine bibliographische Zusammenstellung beschränken, vielmehr muss die Arbeit eine zusammenhängende, geschichtlich entwickelte Darstellung der Versuche, die Wahrheiten des Judenthums zu erweisen, um die Auseinandersetzung der Entstehungsursachen und des Inhaltes wenigstens der hervorragendsten einschlägigen Schriften enthalten, so dass der Leser einen Ueberblick über die, gegen die Lehren und Lehrschriften des Judenthums gerichteten Angriffe, mögen diese nun von innen (philosophischen Skepsis, Karaismus oder von aussen erfolgt sein, sowie über die Abwehr derselben zu gewinnen vermag. — Da die, gegen das Judenthum gerichteten Angriffe auch die Gestaltung der äusseren Rechtsverhältnisse der Juden beeinflusst haben, so wird auch auf solche Schriften Bedacht zu nehmen sein, welche durch Verbreitung richtiger Ansichten über das Judenthum zugleich der Verbesserung der politischen und rechtlichen Stellung der Juden förderlich gewesen sind. — Als termins a quo der Darstellung wird die hellenistische Periode, als terminus ad quem das Jahr 1848 angenommen. — Wenn auch eine eingehende Vertrautheit mit der gesummten hier in Betracht kommenden Litterätur aus der Arbeit hervorleuchten soll, so muss doch das Wichtige gegen das Minderwichtige wohl abgewogen sein und soll in der, der Kürze und Klarheit sich hßfleissigenden Darstellung die Beibringung zu vieler Einzelheiten, welche das wesentliche erdrücken könnten vermieden werden. Als Preissumme für die beste Schrift werden nunmehr 4000 K. bestimmt. Diejenigen Personen, welche um diesen Preis zu concurriren beabsichtigen, haben die Preisschrift bis längstens 31. December 1903, Mittag 12 Uhr an das Secretariat der isr. Cultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, ohne Namensfertigung, mit einem Motto versehen, einzusenden, und in einem versiegelten Couvert, welches dasselbe Motto trägt, Namen und Adresse anzugeben. Bemerkt wird, dass stiftbriefgemäss dem Autor das Recht des Eigenthums bleibt und dass, falls der Autor die Publicirung der Preisschrift nicht selbst vornimmt, dem Vorstande der isr. Cultusgemeinde Wien das Recht zusteht, über Vorschlag des Unterzeichneten Comites diese Publicirung zu veranlassen. Wien, 15. September 1901. Dae Comite der Dr. Moriz Rappaport-Stiftung. Schächterstelle. Bei der israel. Cultusgemeinde in Troppau ist, die Stelle eines Schächters zu besetzen. Mit derselben ist eine jährliche Subvention von 300 K und eine weitere Einnahme aus der Schlachtung von circa 350 K jährlich verbunden. Bewerber um diesen Posten wollen ihre gehörig belegten Gesuche bis längstens 1. O c t o b e r 1. J. an den Vorstand der israel. Cultusgemeinde in Troppau richten. Troppau, am 13. September 1901. Der Vorstand der israel. Cullusgemeinde Dr. Sonnenschein.