Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 28 (19.7.1901)
- Date
- 1901-07-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Redaktion u. Administration Wien. II/l, Novaragaffe 27. St. k österr. Postsparcassa Check-Conto Nr. 846.251. HnakHäitgige Heitschrifi für Msche Lezugsprn»: Ganzjährig . . A. 12.— Halbjährig ... St. 6.— Mtere^en. Für Lultus beamte: I r f 11 a t * : Ganzjährig ... Jt. 10.— 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Erscheint jeden Freitag. Für Ausland: Abonnements- und JnsertionS» Ganzjährig .... 12 «ark betrüge find in Wien zahlbar. flUtfo : .Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" 6 Rubel oder 16 Fre». Ar. 28! ' Wien, 19. Juli m Inhalt r Der 9. Ab. — Der Ritualmord vor den Gerichtshöfen der Wahrheit und Gerechtigkeit. — Heber die Erlösung des Judenthums. — Profanation des Gottesdienstes. — Gemeinde- und Vereinsbote. — Zum Cantorentag. — H. Weintraub und seine „Tempelgesänge". — Verschiedene Nachrichten. Der 9. Ad. AUsgekämpft und ausgerungen Hat nun Judas Heldenschaar, Schwer getroffen und bezwungen Hat sie Nomas stolzer Aar. Zions heilige Hallen trauern, Schutt und Staub statt früh'rer Pracht; Keine Priester, in den Mauern Halten Titus' Schergen Wacht. Wo Levitenlieder klangen. Hört man roher Krieger Sang; Und das Vollzieht hin gefangen. Wund das Herz, die Seele bang. Trostlos und in stiller Klage Beugt das Haupt nun die Nation, Auf den Lippen schwebt die Frage: Jst's der Leiden höchstes schon? „Nein, noch sollst Du schwerer tragen Deiner Qualen Kettenlast; Angst wird Deine Seel' zernagen, Schrecken raubt Dir Ruh und Rast. „Du sollst in die Lande ziehen. Wo die Menschen hasserfüllt Deine Nähe feindlich fliehen. Schimpfend jeder Mund Dich schilt. „Wo sie Dich zu Gottes Ehre Martern werden in den Tod, Dass Du abschwörst seine Lehre Und verleugnest sein Gebot. „Deine Heiligthümer rauben Werden sie. Dein geistig Gut; Zu bestärken ihren Glauben Laffen strömen sie Dein Blut. „Und so wirst Du steh'n auf Erden Als ein Bild der Himmelszucht, Von Dir Priester sprechen werden: Seht, so hat ihn Gott verflucht! „Doch bleib' muthig, nicht verzage In der Zeiten Leidensfluth, Treuen Herzens still ertrage Ihrer Folter Flammengluth. „Wiss', ein Kleined treu bewähret. Trägst Du mit im Sklavenkleid. Dies Dich schützt, wenn lodernd zehret Dir am Busen Höllenleid. „Dieses Kleinod, Sinais Lehre, Lass vom Feind Dir rauben nicht. Und sie wandelt Dir in Ehre Deine Schmach, die Nacht ins Licht." So ertönt's ihr von der Höhe Antwort auf die Leidensfrag', Bald vergisst sie jedes Wehe, Und verstummt ist ihre Klag'. So den Glaubenshort im Herzen Tritt Israel die Irrfahrt an. Nichts ward ihm erspart an Schmerzen, Die der stnst're Wahn ersann. Jedes Fluchwort ward vollzogen. Das die Schrift ihm prophezeit. Was ward ihm nicht angelogen. Dass sich reih' ihm Leid an Leid! Doch das Licht der Glaubenslehre Hielt ihm hell die stnst're Bahn, Durch der Leiden brausende Meere Trug es sicher dieser Kahn. Wohl noch stürmen, oft gar branden Leidenswogen um es her. Aufgeregte Höllenbanden Schwingen drohend Schwert und Speer. Doch die Zeit mit ihrem Denken Hat sie all schon stumpf gemacht; Langsam sich die Nebel senken Und der Tag folgt bald der Nacht. Baden. _ 2- 2 nfeld.