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Die Wahrheit · 1900-12-28 · Heft 48 (28.12.1900) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 48 (28.12.1900)
Date
1900-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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.% % Redaktion u. Administraiion Wien. N/t. Novaragaffe 27. St. k öftere. Posisparcafta Lheck-Conto Nr. 846.251. O'» fltal: 20 Heller per Noupareille-Zrtle. Abonriements- >md Jnsertions» betrüge sind in Wien zahlbar.!mShäilAige §eitfchrifL für Mfche Mteresfe«. Erscheint jeden Freitng. Mott» x „Pas Siegel <5ottes ist Wahrheit!" Ganzjährig . Halbjährig . 5t. 12.- . St. 8- Für Lultnsbeamte: Ganzjährig ... 3. 10.— Für Ausland: Ganzjährig .... 12 Mark 6 Rubel oder 16 FrcS. Ar. 48. Wien, 28. Decemder ltztztz. Inhalt r A« unsere Leser! — Ein neue^ Gebiet für die jüdischen Vereine. — Die Comnmne Wien gegen den Vau einer Synagoge. — Einweihung des neuen israelitischen Waisenhauses. — Nathan Haläß. — DieZölnische Zetiung über die jüd. Speisegesetze. — Aus denk Wiener Cultusgvorstande. — Synagoge «nd Cantor vor und nach ^Sulzer. — Gemeindeimd Vereinsbote. — Verschiedene Nachrichten. Än nnstre Leser! Nach Ablauf des heurigen Züchrgcmges kösnen wir wit vollster Genugthuung constatiren, dass unser Blatt Las .bei seiner Grimdung ausgestellte Programm nach jeder Richtung erfüllt und dabei die Anerkennung der Maßgebendsten Kreise -des Judenthums gesunden hat. .Unser Bestreben wird auch fernerhin darauf geachtet fein, jüdisches Leben in aüen seinen Krscheirrrmgerr zu pffegen, die innere Krganifation mit aKerr Kräften zu fördern, die IorfäLe im Kemeinde- und Aereinsteben mit mnßnosser «nd objectwer Kritik z« beurtheite» und den Kampf nach Küßen mit Würde und Entschiedenheit zu fiihren. Solches Streben verdient gewiss die vollste Unterstützung aller Glaubensgenossen, und wir richten an dieselben die dringende Bitte, diese ehrliche publicistische Thätigkeit durch Abonnirung unseres Blattes und durch möglichste Verbreitung desselben zu fördern. Bei Einsendung des Abonnementsbetrages ganzjährig 12 Kronen, vierteljährig 3 Kronm wolle man sich der beiliegenden Kost-Anweisungen bedienen. * Probe-Nummern stehen zur Verfügung. Are Aedaction. Gin neues Gebiet für die Mischen Vereine. Von Daniel Skutezky, Wien. Wenn auch unserer Zeit der Vorwurf nicht erspart bleiben kann, dais sie auf religiösem Gebiete mit den alten Traditionen zum großen Theile gebrochen und Vieles von dem Altherkömmlichen abgestreist hat. so kann ihr doch andererseits das Verdienst nicht abgesprochen werden, in humanitärer Beziehung die denkbar größten Fortschritte erzielt zu haben. So oft irgend ein Fest, ein Erinnerungstag oder sonst eine Gelegenheit wieder- -kchrt, bei der nach altjüdischer Sitte Werke der Mildthätigkeit geübt werden sollen, da stnd es unsere Glaubensgenossen, die Mit stolzen Bewusstsein ihres ererbten Wohltbätigkeitssinnes wacker eingreisen and eine rührige, hilfsbereite Thätigkeit entfallen. Als das soeben zur Nkige gegangene Chanukafest, das Eriunerungssest anLen einst so heldenmüthig erfochtenen Glaubeussieg unserer Ahnen, in Sicht kam, da rüstete man, wie alt. jährlich auch Heuer, allenthalben, um diesem so bedeutungsvollen Moment unserer Geschichte durch humane B^rke und Wohlthätigkeitsacte eine würdige Weihe und ein höheres Relief zu verlern. Eine Menge von Notizen und Anzeigen über bevorstehende oder bereits stattgesuudene Betheilungen vor» armen, hilfsbedürftigen Schulkindern bilden seither gleichsam eine stehende Rubrik in den Spalten unserer jüdischen Blätter und der Tageszeitungen, und die meisten Humanitäts- und Geselligkeitsvereine Wiens wetteifern geradezu miteinander, wem von ihnen die Siegespalme znerkannt werden soll. Und doch, Ihr lieben Leute, Ihr herzensguten Väter und Mütter, die Ihr so gerne das traurige Los der Kinder Eurer Nebenmenschen erleichtert, seid nicht ungehalten, wenn Euch der Geist der Wohlthätigkeit auf den Fersen folgt und für Eure Schützlinge, die des Daseins Ungemach an den harten Strand des tausendfältigen Unglücks geworfen hat, noch ein M e h r verlangt. Die Decadence, die dermalen in jüdischen Kreisen, in den Familien wie im öffentlichen Leben, Platz gegriffen hat und so üppige Blüthen zeitigt, ist auch an unserer Zugend nicht spurlos vorübergegangeu, vielmehr hat gerade die letztere unter dieser Erscheinung am meisten und empfindlichsten zu leiden. So ist es unter Anderem die durch das minimale Zeitausmaß bedingte Einschränkung des Religionsunterrichtes in den öffentlichen Schulen, die conseguenterweise eine Ergänzung und Completirung im Haufe finden müsste, falls von den Eltern die Notwendigkeit einer ausreichenden religiösen Erziehung noch ebenso stark wie ehedem empfunden würde. Allein, unsere Familienoberhäupter scheinen aus der angeführten Ursache diese Pflicht entweder nicht anerkennen zu wollen, oder aber für dieselbe nicht das nöthige Verständnis zu besitzen, und der Grundsatz: „Schule und Haus sollen Hand in Hand gehen", ist für sie längst außer Mode gekommen. Wie war es nun, wenn hier die Vereine eingreisen uni»

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