Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 47 (21.12.1900)
- Date
- 1900-12-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Die Wahrheit Redaction n. Adminiftranon Wien. 11/1. Novaragaffe 27. Ä k. österr. Postsparcassa Eheck-Conto Nr. &4'.>.251.! Unabhängige Heilfchrifi für Mische .. j! ßejugspteis: j Ganzjährig . . . ft. 12.— j Halbjährig ... St. 6— Hnterc-fen. Für Lultus beamte: j 3 n f 11 a l' Ganzjährig ... St. 10.— i 20 Heller ver Noovareille-Zeile. Erscheint jeden Freitag. Für Ausland: Abonnements- und Jnsertions» Ganzjährig .... 12 »a.f j betröge sind in Wien zahlbar. 6 Rubel oder 10 Frcs. j . . JRatfo : .Das Siegel Gottes ist Wahrheit *" Nr. 47. Wien, 81. Decemder MV. Anhalt r Das Budget der Wiener Cultusgemeinde. — Chanukafeier im Versorgungshause der Wiener Cultusgemeinde. — Panama. — Synagoge und Cantor vor und nach Sulzer. — Verschiedene Nachrichten. Aor Jahresschluss werden die geehrten Kerren Abonnenten ersuchtdie eventuellen Rückstände für Abonnement umgehend einsenden zu wessen. Aie Administration. Das öudget der Wiener Cultusgemeinde. In der Sonntag, den 16. d. M. unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. Rath Klinger stattgehabren öffentlichen Plenarsitzung des Cnltusvorstandes wurde das Präliminare pro 1901 zu Ende berathen. Wie vorauszusehen, gab das Budget der III. Sectiou mit ihren weitverzweigten Agenden auch Anlass zu weil ausschweifenden Debatten. Bekanntlich herrschen im Vorstande getheilte Anschauungen über die Armenverwaltung, die nun in der Budget-Debatte zum Ausdruck gelangten. Im Nachstehenden der Bericht: Vor Uebergang zur Tagesordnung eonstatirt der Präsident, kais. Rath Klinger, dass sämmtliche im Monate December vorgenommeneu Neuwahlen von 21 VorstandsMitgliedern und 120 Vertrauensmännern vom Vorstände agnoscirt wurden, va gegen keine einzige Wahl eine Reclamation eingebracht worden ist. In der hieraus sortgesetzteu Bndgetberathung reserirt Baurath Ritter v. G o l d s ch in i d t über das Budget der III. Sectiou. Im Präliminare sind die Einnahmen mit Kr. 133.600 die Ausgaben mit Kr. 485.354 eingestellt, wodurch ein Zuschuss in der Höhe von Kr. 352.754 nötig erscheint. Zu den Details übergehend, eonstatirt der Referent, dass höhere Summen für die Verwaltung des Armenamles, für den Unterstützungsfond des Vertreter-Collegiums, für Subventionen an öffentliche Anstalten und für Anschaffung von Kohle für Arme eingestellt erscheinen. Vicepräsideut Dr. Alfred Stern findet die Erhöhung des Bedarfes für die Administration des Armenamles derzeit nicht gerechfertigt, da diese erhöhte Ausgabe nicht unmittelbar den Noihleideuden zu Gute kommt. Eultusvorsteher Dr. Maximilian Steiner erwidert, dass der Vorstand diese Posten schon längst nach reiflichen Verhandlungen beschlossen habe, und Aufgabe der Sectiou war es lediglich, den Voranschlag nach den rechtsgiltig gewordenen Beschlüssen des Vorstandes zusammenzustelleu. Eine^neuerliche Discusion über diese Posten hat keinen Zweck und darum auch keinen Sinn. Nach Rechtfertigung der Ausgaben für das Armenamt wendet sich der Redner zur Erhöhung des Unterstützung:' fondes, der dem Verlretercollegium zur Verfügung stehr. Im abgelaufenen Jahre hat es sich leider gezeigt, dass das Vertretercollegium mit dem Betrage von 12.000 Kronen das Auslangen nicht fand und im Monat September einen Zuschuss verlangen musste und bewilligt erhielt. Es handelt sich um Gemeiudemitglieder, welche Jahrzehule lang Eultnssteuer ent' richtet haben. Wenn solche Personen oder Familien in Roth gerathen und dringend einer raschen Hilfe bedürfen, da kann und soll man die Acten nicht dem Armenamt zur Recherchirung überliefern, sondern das Verlretercollegium prüft selber den Fall und bewilligt eine Unterstützung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres ist es zweifellos, dass der Betrag von 6000 Gulden für diese Zwecke nicht hiureicheu wird. Das erste Erfordernis des Voranschlages ist Wahrheit und Aufrichtigkeit. Wenn man genau weiß, dass die Ziffer nicht hinreicht, )o ist es Pflicht einer rationellen und ehrlichen Bndgetirung, eine höhere Zister in das Präliminar einzufetzen. Im Sinne dieser Ausführungen beantragt er, den Fond von 12.000 Kronen auf 16.000 Kronen zu erhöhen. Eultusvorsteher Dr. Alfred Berger erklärt, dass er und seine Gesinunngsgenossen principiell gegen jede Erhöhung des vorjährigen Voranschlages find, da in Kurzem eine größere Körperschaft die Finanzen der Gemeinde verwalten werde. Wenn er auch überzeugt ist, dass das Verlretercollegium mit dem Betrag ohne Zuschuss nicht fertig wird, so möchte er den Zuschuss doch nicht sofort in das Präliminare ausgenommen wissen. Wenn das Geld da ist, wird es ausgegeben, wir bekommen dann schließlich einen Zuschuss zum Zuschuss. Redner bemängelt sodann die Post für die Organisation des Wüchnerinnenverbaudes, der ja bereits ins Leben getreten ist. Auch die beantragte Post für beu Versuch einer Organisation des Armenwesens im Sinne des Elberfelder Systems möchte der Redner lieber missen. Das find Ausgaben, welche unser Budget belasten und wir wir haben die Pflicht, auf allen Gebieten Ersparnisse zu erzielen. Referent Bauralh Ritter v. G o l o f ch m l d l befürwortet den Antrag Dr. Steiner und bemerkt schließlich, der Wöchnerinnenverband erweist sich bereits als eine segensreiche Jnmuuion, da heute bereits durch private Mittel 17.000 Kronen für diese