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Die Wahrheit · 1900-12-07 · Heft 45 (7.12.1900) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 45 (7.12.1900)
Date
1900-12-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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UUU. Nr. 45. Die LOahrhett. Seite 9. Pollak, diese große Schaar Kinder in den Saal, worauf Herr Obercantor Guttmann durch seinen Vortrag die Zuhörer entzückte. Die Festrede des Obmannes übte auf das zahlreiche Publikum einen tiefen Eindruck, der noch gesteigert wurde, ais zwei Kinder auf den 2. December bezügliche Gedichte vortrugen. Unter den zahlreichen Festgästen bemerkte man Herrn Bezirksvorsteher Niebauer, der in kurzen Worten dem Verein für seine Thätigkeit dankte, Herrn Hofrath Kareis sammt Gemalin, Herrn Hofrath Rusinsky, den Obmann des Ortsschulrathes Herrn Kleebinder, der in längerer Ausführung die Verdienste des Vereines hervorhob und denselben aufforderte, auf dem bisher eingeschlagenenWege sortzufahren. Ferner waren anwesend die Herren Gemeinderäthe Eltbogen, Helbig, Müller, Polizei-Commissär Dr. Stehlik, die Armenräthe Dr. Ascher, Hupka, Bezirksrath Mensch, Magistrats-Secretär Dr. Kositschek, u. v. A. Von Vereinen waren erschienen: Abordnungen der Vereine Montestore, Leopoldstädter Kinderschutz, Zwanglos, Olymp, Armenvater, Freundschastsbund. Mit jubelndem „Hoch" auf den Kaiser endete die schöne Feier, worauf die Kinder reichlich bewirthet wurden. Abends veranstaltete der Verein ein gemüthliches Tanzkränzchen, um dessen Gelingen sich das Junge-Herren- und -Damen-Comite besonders verdient machte, und welches dem Bekleidungsfonde einen ansehnlichen Gewinn zuführte. Wien. Sonntag den 9. December. um 10 Uhr Vormittags, findet wie alljährlich um'diese Zeit die Gründungs-Feier der israelitischen Kinderbewahranstalt in Wien, II. Schiffamtsgafie 15, statt. Mit dieser Feier ist eine Betheilung der Zöglinge mit Kleidern und Spielzeug verbunden. Wien. Sonntag den 9. d., y2ll Uhr Vormittags, werden in j Sohr's Restauration, II., Circusgasse, von der „Tischgesellschaft", welche unter Leitung des verdienstvollen Obmannes, Herrn I. Schwarz, steht, 25 alte, arme Männer mit vollständiger Winterkleidung betheilt und gleichzeitig bewirthet. Wien. Samstag, den 24. November, fand im Bethause des Vereines ..Marpeh Lanefesch" in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums die Einweihugg eines Sefer statt, welches der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Salomon Steiner, zum Geschenke gab. Herr Rabbiner Friedmann hielt die Festrede. Der als Gast anwesende Obercantor Guttmann wurde als Mastir aufgerusen und recitirte hierauf de« Mischeberach und das Kaisergebet. Am Abend fand ein Festessen statt, bei welchem dem Festgeber Ovationen zu Theil wurden Wien. (Die jüdische Toymbee-Halle in der ersten Woche ihrer Thätigkeit.) Es kann jetzt ruhig gesagt werden: die Toymbee-Halle kommt einem großen Bedürfnisse entgegen. Schon am Sonntag, am Abend der feierlichen Eröffnung, war der Andrang des Publikums ein so ungeheurer, dass Hunderte Weggehen musste», trotzdem sich der Saal dreimal leerte und wieder füllte. Am Montag trug der bekannte Nervenpathalog, Dr. Sadger, über das Wasser als hygienisches Mittel vor, und dieser Vortrag sowohl als die darauf folgende Disauffion waren fesselnd von Anfang bis zu Ende. Vor dem Vortrage und während der Pause, die programmmäßig zwischen Vortrag und Discuffion fällt, entzückte Herr Philipp durch sein Clavierspiel die Anwesenden. Dienstag eröffnete der Schriftsteller Heinr. York-Steiner die Discuffion über das Thema „Sind fixe Preise zu empfehlen?" Der vielgereiste Schriftsteller brachte äußerst lehrreiche und amüsante Beispiele aus Amerika, Italien und der Türkei. Die Discuffion wurde vom Publikum mit Geist und Witz geführt, Arbeiter und Arbeiterinnen nahmen an ihr Theil. — Während der Pause erfreute Herr Philipp wieder durch neujüdische Melodien und Fräulein Halpern sang mehrere Lieder unter großem Beifall. Am Mittwoch — der Saal war wieder überfüllt — sprach Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Kahn über „Mendelssohn und seine Zeit." Der Erfolg der ersten Toymbee-Halle ist so groß, dass fich schon mehrere großmüthige Herren erboten haben, auf ihre Kosten Zweiginstitute zu errichten. Wien. Dienstag, den 4. d., wurde der ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger von Wessely a. d. March, Herr Josef O r n st e i n. beerdigt. Der Verblichene, der das 78. Lebensjahr erreicht hatte, ist de.' Vater der bekannten Wiener Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. Max und Dr. Carl O r n st e i n. Wien. Im Betlocale des Vereines „Talmud Thora" hielt am Sonntag Abend Herr Religionsprofeffor Antscherl einen recht interessanten, erhebenden Vortrag über die Glanz-Epoche der heiligen Stadt, indem er in begeisterten Worten die geschichtlich wichtigsten Momente der Stadt Jerusalem in glänzenden Bildern dem geistigen Auge vorführte, so dass sicherlich Jedem der Wunsch des Paitans auf den Lippen schwebte: py new .“6k bi nnxi. Mit dem hoffnungsvollen Ausrufe Rabbi Akiba's und dem frohen Ausblicke in die herrliche Zukunft des heiligen Landes schloss die stimmungsvolle, ergreifende Ansprache nach den trostreichen Worten des Propheten, die sich nicht nur in politisch-nationalem, sondern noch mehr in religiös-ethischem Sinne mit Gottes Hilfe dereinst und bald erfüllen mögen, so dass von Zion, der Heimatstätle Israels, die Lehre und Belehrung ausgehen wird für die Zgesammte Menschheit und das Gotteswort von Jerusalem! — n. Irraim. Der hiesige Cantor und Religionslehrer, Herr Elias R 0 s e n f e l d, hat sich mit Fräulein Camilla Wiener aus Kolin verlobt. Aatfchitz. Herr Cantor und Religionslehrer Otto Friedländer wurde vom k. k. Landesschulrath Brünn als Religionslehrerfür die hiesige Volks- und Bürgerschule bestätigt. Fiesling. Sonntag den 2. Dezember fand unter großer Betheiligung das Begräbnis der Fräulein Pauline K 0 h n, Tochter des berühmten sel. Rabbiner M. L K 0 h n, statt. Herr Rabbiner Dr. Frankl hielt eine ergreifende Rede, worauf Herr Cantor T a l l e r die Trauer- Psalmen würdevoll vortrug. ^epkitz. Ueber ein vor Kurzem hier stattgehabtes Concert schreibt die „Teplitzer Zeitung" : „In dem Lied aus dem musikalischen Lustspiel „Der Müßiggänger", einer musikalisch sehr hübsch erdachten und vertonten Composition des Herrn Obercantors D a w i s 0 n, glänzte Frl. H offmann mit ihrer angenehmen, reinen Stimme, während Herr Hahn die Harsenbegleitung in sehr feinsinniger Weise besorgte. Stürmischer Beifall folgte, der zu gleichen Theilen dem Componisten wie den Vortragenden galt!" Herr Odercantar Dawison ist mir der Instrumentation der Partitur schon weil vorgeschritten und strebt mit seinem „musikalischen Lustspiel" ein Genre an, das den Uebergang von der Wiener Operette zur modernen Sfneloper bilden soll ^rag. Am 25. November fand hier das Begräbnis des Än Alter von 8.» Jahren verstorbenen Heinrich K a tz statt. Derselbe war früher Herausgeber und Redakteur des „Prager Handelsblatt“ und ehemaliger Vorstand des Gremiums der beeideten Wechsel- und Waarensensale. Herr Oberrabbiner Dr. Ehreilfeld hielt einen ehrenden Nachruf. Vrag. (W 0 h l t h a t i g k e i t s a c t.) Der isr. Frauenverein in der Stadt Weinberge berheille Sonntag den 3. d. 78 arme Schulkinder (um 10 mehr als im Vorjahre» mit vollständiger Bekleidung. Die Ausstellung der Kleider fand im Sitzungssaals der isr. Cultusgeinei nde statt. Am selben Tage brachie der Frauenverein die Zinsen der Kaiser Franz-Josef-Jubiläumsstiftung im Betrage von 450 Kr. an II arme Familie,» zur Vertheilung.: H»rag. Unter großer Betheiligung aller Prager Gesellschaftskreise fand hier am 29. v. M. vom Trauerhause in der Langegaffe aus das Begräbnis des Herrn Simon G r ü n h u t, Mitchefs der Spiritus- Engros-Firma Schleißner und Grünhut. Der Verstorbene, der sich allgemeiner Werthschätzung erfreute, war Vorstandsmitglied der Klaus- Synagoge. Herr Oberrabbiner Ehrenfeld hielt die ergreifende Leichenrede. Arag. (Der „Jüdische Gesang- und Musikvere i n> beging am 1 d. M. i»n großen Saale der Productenbörse sein erstes Gründungsfest. Der Bereinsobmann Herr MUDr. M. K 0 h n begrüßte die erschienenen Vereinsmitglieder und Gäste und streifte in seiner Ansprache auch die Zwecke und Ziele des Vereines, die dieser zu erreichen bestrebt' ,iei Aus dem reichen Unterhaltungsprogramm seien erwähnt: Ein Violinconcert des Herrn MUC. Fleischmann mit Orchesterbegleitung, Liedervorträge des Frl. Camilla Löwenbach und des Herrn Rudolf Kaminsky und die Vorträge des Bereinschores selbst, die von den Herrrn Richard Tauffig und MUC. Fleischmann dirigirt wurden. Die Klavierbegleitung besorgten die Damen Irma Philipp und Mathilde Pick, sowie Herr Ing. Ernst Buchbinder. Die Regie des gelungenen Abends führte Obmanstellvertreter Herr Siegfried Wolf, an der Spitze des Vergnügungausschusses, dessen geschicktes Arrangement den Erfolg des Abends verbürgte, stand Herr Carl Wollner. An der Durchführung des Programmes betheiligte sich auch die Capelle des k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 88 unter der Leitung des Dirigenten Herrn Kalensky. Sie spielte auch unermüdlich zum anschließenden Tanz auf. Das Reinerträgnis der Veranstaltung war dem israel. Freitischverein gewidmet. ZEÜrzIelxexiru welche die Anfangsgründe des Yolkschulunterriehtes, ebenso wie die des r ranzösischen u. Pianiospiel» kennt, wird zu 5 Kindern 8—3 Jahre alt bei Sieg in. Binder Liehtenstadt bei Karlsbad sofort aufgenommen. Grehalt nach Uebereinkommen. gM" Aer Heutigen Kummer Liegt ein Bericht der Israelitischen Mianz zu Wien üver ihre öisHerige Kitfsaction für die rumänischen Inden Sei.

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