Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1900-10-26 · Heft 39 (26.10.1900) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 39 (26.10.1900)
Date
1900-10-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063013-3063052--01019-3067574
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 39. Die Wahrheit. Seite 9 Trinkspruch des Oberrabbiners Dr. Löwy, womit er sein Glas aus das Wohl des Jubilars leerte. Nun solgten die nichtofficiellen Toaste, deren Zahl sich bis ins Unendliche verstieg. Es sprachen die Herren Brudermann aus die zahlreichen Gäste anderer Consession, die durch ihre Anwesenheit den toleranten Geist der Temesvaer Bürgerschaft zum Ausdrucke brachten, Dr. Haydn, Richard Kun, Dr. Rudolf Kohn rc. Das Arrangement lag in den Händen des Herrn Lloyddirectors Alexander Kohn, der seine schwierige Ausgabe mit der größten Umsicht lüste. Die Regimentscapelle des 29. Jns.-Reg., unter Leitung des tüchtigen Capellmeisters Wenzel Heller, besorgte die Tafelmusik. Bürgermeister königl. Rath Dr. Karl T e l b i ß richtete ebenfalls ein sehr warm gehaltenes Schreiben an Herrn L ö w e n h e r z, worin er denselben zu seinem 25jährigen Berussjubiläum herzlich begrüßte. Bon den ans allen Theilen des In- und Auslandes eiugelangten Gratulationsdepeschen und Zuschriften erwähnen wir: Vicegespan Achill v. Deschan, Oberrabbiner Dr. Rosenberg (Arad), Oberrabbiner Dr. Szidon (Werschetz), Cultusgemeinde Arad, Obercantor Singer (Wien), Obercantor Bauer (Wien), Obercantor Bela Gntmann(Wien), Rabb. B. Weiß (Brandeis), Alfred v. Gotthilf, Hugo Eisenstädter de Busias, Obercantor Lazarus und Bachmann (Budapest), Mufikdirector Rubin (Prag), Obercantor Moor (Prag), Obercantor Heller (Brünn), Obercartor Großkopf (Frankfurt a. M.), Obercantor Cerini (Breslau), Obercantor Heymann (Amsterdam), Obercantor Linhard (Hannover), Cantor Tennenbaum (Stuttgart), nebst Widmung > eigener Compositionen, zahlreiche Cultusgemeinde». und Schüler; des Jubilars rc. verschiedene Nachrichten. Wien. Sonntag, den 21. d., hat im Tempel in der Seitenstetten- -gasse die Trauung des Fräulein Elsa Kohn, Tochter des Vicepräsidenten der Wiener Cultusgemeinde und k. k. Landesschul-?athes Dr. Gustav Kohn, mit Herrn Julius Heller aus Proßnitz stattgefunden. Die große Popularität des Brautvaters und die allgemeine Werthschätzung, die er sich durch sein vielseitiges, gemeinnütziges Wirken innerhalb und außerhalb der Wiener Cultusgemeinde erworben, fanden in dem geradezu außerordentlichen Andrange aller Wiener Gesellschaftskreise bei der Trauung beredten Ausdruck. Der innere Rundbau des Gotteshauses schien sich zu weiten, um die große Zahl der Hochzeitsgäste zu fassen, bald waren aber auch das letzte Plätzchen des Tempels, sowie Galerien und Vorhaus besetzt. Nachdem Obercantor Singer mit dem Chore unter Orgel- und Harsenbegleitung die üblichen Hochzeitsgesänge mit großer Weihe und ausgezeichneter Klangwirkung vorgetragen hatte, vollzog Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, der eine herzliche Ansprache an das Brautpaar richtete, den Trauungsact. Als der Hochzeitszug den Tempel verließ, wurden Vicepräsident Dr. Kohn, sowie besten Gattin und das Brautpaar mit herzlichen Gratulationen geradezu überschüttet. Men. (Auszeichnung.) Die Erzeugniffe der weltbekannten, Koscher-Selchwaaren-Fabrik I. T heumann in Wien find bei der Pariser Weltausstellung mit dem zweiten Preise prämiirt worden. Men. Am 4. November, V* Uhr Vormittags findet in Sillein, Hotel Herrenhaus, die Trauung des Herrn Edmund König sie in, Mitchef der Firma Brüder Königstein in Wien, mit Fräulein Margit Kohn statt. Men. Es kommt selten vor, dass von konservativer Seite eine rationelle Neuerung ausgeht, und doch möchten wir eine solche hier erwähnen, die gewiss Nachahmung verdient. Schreiber dieses hatte diesen Simchas-Thora Gelegenheit, in einem Betlocale, das Herrn I. Schwarz in der Novaragasse gehört und in welchem nicht einmal für Frauen ein Raum bestimmt ist, den Gottesdienst zu hören, und da gefiel es ihm besonders, dass Cantor Rosenbaum nach Schlnss des 5. Buches Moses Lei der „Alijah im kol haneorim“ nach dem „Hammaloch haggoel“ die Volkshymne mit den Kindern und Erwachsenen feierlich vortrug. Es geschah dies sicherlich im Sinne der heiligen Schrift: „Fürchte Gott mein Sohn, und den König!" Hovrtschau, 21. Qctober. Aus Anlass des Ablebens des Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann veranstaltete unsere Gemeinde eine Trauer^ andacht, der sämmtliche Gemeindemitglieder, wie auch die Gutmann'schen Beamten ohne Unterschied der Consession beiwohnten. Nachdem Cantor Weiß die Trauerpsalmen in zu Herzen dringender Weise vorgetragen hatte, hielt unser Rabbiner, Herr Dr. Rosenzweig, dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf, ^bei dem kein Auge thränenleer blieb. Igkau. (2 i l b er n e H o ch z e it.) Der hiesige, allgemein geschätzte Communallehrer und Secretär der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Salamon Spielmann, feiert am 1. November d. I. mit seiner Gattin Julie, geb. Auspitz, des Fest der silbernen Hochzeit. Srag. Die Witwe des vor einigen Tagen gestorbenen Chefs der Firma Grab und Söhne spendete als ersten Gründungsbetrag zu einem Jnvaliditäts- und Pensionssond für die Arbeiter dieser Firma 60.000 Kronen, ferner für die Armeu in Prag, Lieben und Wien 4000 Kronen und für verschiedene andere Wohlthätigkeitsacte 24.000 Kronen. Aaruöociz In Landshut bei Lundenburg starb vor einigen Tagen Herr Jacob F i e l g u t im hohen Alter von 90 Jahren. Derselbe wurde seiner letzwilligen Anordnung gemäß nach seiner Vaterstadt Dambociz überführt und fand Freitag, den 19. d., unter großer Betheiligung der hiesigen Gemeindemitglieder das Leichenbegängnis statt. Rabbiner Hahn widmete dem Dahingeschiedenen, den er als wahrhaft frommen, guten und wohlthätigen Manne schilderte, einen tiefempfundenen Nachruf. Budapest Der hiesige Großhändler und Vorsteher an der Synagoge in der Rombachgasse, Herr Abraham Nagler, ein hochangesehenes und hochachtbares Mitglied unserer Großgemeinde, hat von bewährter Künstlerhand eine prachtvoll geschriebene Thorarolle anfertigen laffen, welche er mit einer herrlichen Bekleidung versah und mit kostbarem Silberschmuck verzierte. Dieses prachtvolle und nicht alltägliche Geschenk widmete er für den heiligen Schrein in der Rombachsynagoge. Am jüngsten Succothseste ward nun die neue Thorarolle zum erstenmale ausgehoben und aus den Almemor gelegt- Rabbiner L. P o l l a k bestieg die Kanzel — und abweichend von der gewöhnlichen Reihenfolge — hielt er vor der Vorlesung des Gotteswortes die Festrede, die darin ausklang, dass ein echter und rechter Sohn Israels in hochherziger Weise eine Seferthorah hat schreiben lassen und diese, sammt überreicher Ausschmückung, unserem Gotteshause verehrte, wofür er dem edlen Spender wärmstens dankte und Gottes Segen für ihn und sein Haus herabfiehte. — Nach der schönen, stimmungsvollen Kanzelrede betrat Rabbiner Pollak den Almemor und vollzog an der neuen Thorarolle den Weiheact, wobei er an den Herrn Nagler eine gehaltvolle Ansprache richtete. Obercantor Jacob B a ch m a n n intonirte einen Psalm und rief den hochherzigen Spender mit besonderer Feierlichkeit zu „seiner" Thora. Herr Nagler, ein sronnngläubiger Jude, sprach die Benediction und das Schehechejonu und spendete einige Beträge den diversen Wohlthätigkeits- Anstalten unserer Gemeinde. Obercantor Bachmann machte ihm dann einen ganz besonderen Mischeberach und drillirte dabei mit seiner unvergleichlichen Gesangskunst. Ja, Bachmann ist noch immer einzig in seiner Art. Möge er es noch lange bleiben! D. H. 8. Werthe Glaubensgenossen! Der bestbekannte 0r. R7ed. A. Lippe in Jassy, der seit einem halben Jahrhundert mit bewundernswerther Energie die Ehre und Lehre des Iudenthums vertheidigt. feiert am H. November d. I. seinen 79. Hevnrlslag. Dr. Lippe, der als Gelehrter die jüdische Wissenschaft bereichert, als Schriftsteller mit dem Blute seines Herzens gegen Judenfeinde geschrieben, als Begründer von jüdischen Lesehallen und Ehrendirector israelitischer Schulen die Eultur des Iudenthums in Rumänien verbreitet und mit grenzenloser Liebe zu seinem Stamme sowohl die Ideen Zions als auch die Zionsidee als Rleister und Muster vertreten, verdient es. dass weite Areise der jüdischen Bevölkerung seinen 70. Geburtstag festlich begehen. Rabb. pt. A. Miemirower, Jassy. ZS. Scherzer. Dr. H. Schwnrzfekd- Paris. Armin Anr, Oirector. Moses Schwarzfeld, Redacteur, Bukarest. Ar. W. Äurüiu. Rabb. Landau, Botosani. Killet Kahane, Director. Botosani. Rabb. Ar. Aacht, Focsany.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.