Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 31 (24.8.1900)
- Date
- 1900-08-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31. Die Wahrheit. Seite 7. gefallen sein und* insbesondere bei unseren zur Cur hier weilenden mit Glückgütern gesegneten Glaubensbrüdern und Glaubensschwestern Mitleid und Mitgesühl für ihre armen, hilfsbedürftigen Leidensgenoffen erweckt haben. Daniel Skutezky. Znaim. Freitag abends fand hier anlässlich des 7V. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst statt, an welchem der Bürgermeister und deffen Stellvertreter, Vertreter der Bezirkshauptmannschaft und der sonstigen Behörden, sowie der Cultusvorstand, unter Führung des verdienstvollen Präses Herrn Steiner, und zahlreiche Gemeindemrtglieder theiinahmen. Nach dem Minchagebete, vorgetragen durch Cantor Rosenfeld, sang der trefflich geschulte gemischte Chor mit Orgelbegleitung den großen Schulzer'schen Hallelujah und hierauf hielt Raabbiner Dr. Kahan eine schwungvolle Festrede. Diese, wie auch das ganze Arrangement des würde- und weihevollen Gottesdienstes fand seitens der anwesenden Honoratioren allgemeine Anerkenung. Agtau. Freitag, am 17. d. M., 6 Uhr Abends, fand anlässlich des 70. Geburtsfestes unseres Kaisers im festlich geschmückten Tempel ein Gottesdienst statt, zu dem sich der k. k. Statthaltereirath Dr. Mollinek, die Landesgerichtseäthe Sedlabek und Tiber, der Bürgermeister^Stellvertreter Jnderka in Begleitung zweier Gemeinderäthe, ferner Vertreter der evangelischen Gemeinde und das Officierscorps einfanden. Der Gottesdienst wurde von Obercantor D. Weiß eingeleitet. Die Festpredigt hielt Sr. Ehrwürden Rabbiner Dr. I. U n g e r. Der erhebende Gesang wurde unter der Leitung des Obmannes des freiwillige» Gesangvereines „Schir Zion," Herrn G u st a v H e l l m a n n, in meisterhafter Weise durchgeführt Schüttenhafcn. In der Gemeinde Bergreichenstein ist der Concurs für einen Rabbiner ausgeschrieben, und unter den Bewerbern befindet sich auch der in letzter Zeit vielgenannte Jehüda Tillinger, deffen schändlicher Verrath am Judenthume auch in diesem Blatte gekennzeichnet wurde. Hoffentlich wird keine jüdische Gemeinde sich verleiten lassen, dem Manne, der sich so unwürdig gezeigt hat, das Amt eines Rabbiners zu bekleiden, ^ie Seelsorge und die Erziehung ihrer Kinder anzuvertrauen. Lichlenstadt. Sontag, den 5. August, am Tage 2N2 nytwi, wurde der verdienstvolle, seit 5 Jahren emerit. Cantor und Religionslehrer der hiesigen Cultusgemeinde, Herrr Joachim R i n d s k o v f, im 82. Lebensjahre zu Grabe getragen. Der Verblichene hatte durch 12 Jahre in Königsberg a E. und durch 44 Jahre nnunterbrvcben in der hiesigen Cultusgemeinde sein heiliges Amt bekleidet und während seiner 56jährigen Thätigkeit mit seltenem Pflichteifer und treuer Hingabe an seinen heil. Beruf gewirkt. Welcher allgemeinen Werthschätzung und Verehrung sich der Veiblickeue erfreute, bewies die aufrichtige Theilnahme au seinem Leichenbegängnisse. Von Nah und Fern, aus Karlsbad, Neudek, Joachimsthal, Schlackenwerth waren ehemalige Schüler und Freunde dcs Verstorbenen berbeigtkommen. um dem theuereu Todten die letzte Ebre zu erweisen. Der Bürgermeister, der Pfarrer, der Lehrkörper der hiesigen Stadtschule, die gesammte Bürgerschaft folgte im langen, unabsehbaren Zuge dem Sarge des braven Mannes. Nachdem der Vorstand den Sarg in den schwarz decorirten Tempel, der die vielen Trauergäste nicht zu fassen vermochte, getragen hatte, sang Herr Obercantor Tiger aus Karlsbad, ein Freund dcs Verstorbenen, das "NO2 2B"i' in ergreifender Weise, worauf der Vorstand, Herr Siegm. Binder, namens der Gemeinde in tiefbewegten Worten von dem „treuesten Sohne der Gemeinde" Abschied nahm und Herr Rabbiner Hermann Spielmann das fromme Leben des Verstorbenen pries. Am Grabe sang noch Herr Obercantor Tiger das -rn^ aroa und mit einem Appell an die Anwesenden seitens des hiesigen Rabbiners, die Tugenden des Verstorbenen nachzuahnen, schloss die würdige Todtenfeier. Kohenems. Der 70. Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde in der hiesigen Cultusgemeinde Freitag, den 17. d. M., Abends 7 Uhr. mit Festgottesdienst in der festlich decorirten Synagoge gefeiert. Ein überaus zahlreiches Publikum, die Spitzen der localen und Bezirksbehörden füllten das große Gotteshaus. Die patriotische, zugleich auch den Zeitverhältnissen Rechnung tragende Predigt des Rabbiners Dr. Tänzer wurde mit Begeisterung ausgenommen. Mit einem ergreifenden Gebete und dem Absingen der Volkshymne schloss die schöne Feier. Harnow. Samstag, den 18. August, fand in der hiesigen Hauptsynagoge anlässlich des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers ein feierlicher Gottesdienst statt. Ober-Rabbiner A. Schnuhr hielt die Festj predigt und Ober-Cantor S. Rosenbaum brachte mit seinem Chor! 4 Compositionen zur Aufführung, denen allgemeiner Beifall zu Theit; wurde. ^rzemysk Sonntag den 26. August, findet hier die Trauung; des Fräulein Etelka Stroke, Tochter unserer überaus beliebten Obercantors B. W. Stroke, mit Herrn Max Spinner aus Lemberg statt. Ltopreinitz (Croarien.) Besonders feierlich und imposant gestaltete > sich heicer der Festgottesdienst, den unsere Cultusgemeinde aus Anlass l des 70. Geburtstages Sr. Majestät veranstaltete. Bis auf den letzten! Platz war der festlich erleuchtete Tempel gefüllt von einem aus allen - Schichten der Bevölkerung, zusammengesetzten. Publikum, denn außer den! Spitzen der Stadt- und Bezirksbehörden, außer den verschiedenen Cor- : porationen hatte sich diesmal äußerst zahlreich auch die Bürgerschaft und! das Bauerndelk eingesuuden, die alle in andächtiger Weise dem Verlanfe j der Feier fo'gten. Eingeleiter wurde dieselbe mit der prächtigen Jubelhymne des Brünner Obercantors Heller; Herr Obercantor Honnann ließ den ' Text croatisieren und brachte sie daun mit Chor und Orgelbegleitung recht wirkungsvoll zur Arrsiührung Nachdem noch weiter der 21. Psalm; mit feinem schönen Cautorsolo abgesungen war, bestieg Herr Bezirksrabbiner Hessel die Kanzel, um die croatische Festrede zu halten, in der er in schwungvollen Worten der Herrschertugenden unseres edlen Monarchen gedachte Vor offener Bunveslade verrichtete dann der Seelsorger; ein warmes Gebet für König und Vaterlaud, und der innige Vortrag , des Kaiserliedes bildete den würdigen Abschluss. Dekooar. Samstag, den 18. d. M., am Geburtstage Sr. Majestät i unseres Königs, fand in unserem Tempel ein überaus erhebender Gottes- ' dienst statt, an welche,» die Spitzen der Behörden, die angesehensten Mit- : glieder der hiesigen Stadtgemeinde und zahlreiche Gemeindemitglieder i theilnahmeu Die Feier begann mit einer» Ma towu von Sulzer, worauf! Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Tauber eine gelungene Festrede hielt. Nach Beendigung derselben stimmte der Chor vor offener Bunveslade : eine von unserem Obercantor, Herrn M. § a u st, coiuponirte Jubelhymue an. welch.r allseitige Anerkennung gezollt wurde. Mit dein Kaisergebete und der Volk-Hymne schloss die herrliche Feier. Hroat -Kreutz. Anlässlich des 70. Geburtstages Sc. Majestät des Königs wurde in unserem herrlichen Tempel ein solenner Gottesdienst! abgehalten, dem die politischen und Gerichtsbehörden, die Forstakademie, der Magistrat, das Steueramt, die Bürgerschule und Feuerwehr beiwohnten.; Herr Bezirksrabbiner Dr. Engel hob in einer zündenden croatischen Rede die Herrschertugenden unseres allgeliebten Königs hervor uns lieferte ‘ aus der Bibel den Beweis, dass Gott die Monarchie anbefohlen und nur in derselben Heil und Segen jedes Staatslebens ist. Zteichenhall. Die amtliche Fremdeuliste für das Bad Reichenhall, veröffentlicht folgendes Eingesendet: Im Bewusstsein, dass Sie jeder schöneu. edlen und hochherzigen That in den Spalten Ihres geschätzten Blattes Raum gönnen, erlaube ich mir Folgendes zu unterbreiten: Der rühmlichst bekannte Obercantor M. S ch o r r, welcher derzeit zu seiner absoluten Erholung hier weilt, dem jede Funktion unter- : sagt, nahm sich der Sache ter armen, heimatlosen rumänischen Juden derartig warm zu Herzen, dass er am 3. August abends und am 4. August 1 früh den Gottesdienst mit seiner sonoren klangvollen Stimme in der! Bermanu'schen Restauration im Beisein 'eines zahlreichen und illustren j Auditoriums versah und dafür hinreißenden Beifall erntete. Schildern! läßt sich der Eindruck nicht. Es genüge, wenn man behauptet, er ist ein I Fixstern auf dem Gebiete der Gesangskunst. Seine Coloratur und sein : feines Fallet rst unübertrefflich u»d unnachahmlich. Die freiwilligen! Beiträge belaufen stch auf 381 Mark, wovon 181 Mk. au die Reichen- I Haller Kranken, 100 Mk. an den Verein „Osten", 100 Mk. an die rsrael. Allianz vertheilt wurden. Lob gebübrt auch dem Restauranten Bermann,! dem kein Opfer zu gering war, das improvisirte Bethaus entsprechend! einzurichten. Den Veranlaffern, den Mitwirkenden, sowie auch den munij fizenten Herren und Damen spricht hiermit für die rege Theilnahme! einen tief empfundenen Dank aus. Im Namen des Comitvs: Brno! Heilvern, Oberlehrer aus Duna-Szerdahely, Ungarn. Z'aüosch. Am I. September feiert der in den weitesten Kreisen ' rühmlichst bekannte und verehrte Cantor und Religionslehrer, Herr M. T'i n tn e r, das 25jährige Jubiläum seinerAmtsthätigkeit in Bunzlau (Preuß.-Schlesien.) Ter Jubilar, welcher zugleich Prediger der Ge» i meinde und Seelsorger der Bunzlauer Provincial-Jrren-Anstalt ist,! amtirt seit dem Jahre 1866, also 34 Jahre, davon 25 Jahre in Bunzlau,! grwiss ein ehrendes Zeichen sowohl für den Beamten wie auch für die Gemeinde, welche ihrem Lehrer und Prediger mit ungeheuchelter Liebe und Verehrung zugethan ist. Der Jubilar hat sich durch seine schriftstellerische Thätigkeit wie auch als Componist, er ist der Herausgeber des trnp n*nn u. a. Werke einen klangvollen Namen in der Lehrer- und Cantorenwelt erworben. Möge es ihm vergönnt sein, noch recht lange zum Heile seiner Gemeinde zu wirken.