Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 23 (29.6.1900)
- Date
- 1900-06-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Dis Wahrheit Redaction u. Administration Wien, IX/3, Novaragafse 27. Mnakhäirgige Heiischrift für jnöisch. j fiqtgqpttft: I Ganzjährig . . .£.12.— Halbjährig . ... ft. St l. österr. Postsparcassa s' A* j Theck.Conto Nr. 846.251. Iniere^cn. Für Lultusbeamtr: Inftcatt: Ganzjährig . . . £. ro.— 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Erscheint jeden Freitag. Für Ausland: Abonnements- und Jnsertions» Ganzjährig .... 2 Statt i betrüge sind in Wien zahlbar. Moll«: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" 6 Rubel oder 16 FrcS. i Nr. 23. Vien, LS. 3uni ISO-. Inhalt: An unsere Leser. — Ausruf. — Rumänische Auswanderer in Wien. — Die schöne Ferialzeit. — Antisemitische Lügen. — Dr. Raphael Goldberg. — Gemeinde- und Vereinsbote. — Feuilleton: Heimweh. — Zur Organisationsfrage. — Verschiedene Nachrichten. An unsere beser! Äm 1. Juli beginnt das III. Quartal des heurigen Jahrganges und wir laden hiemit die geehrten beser und Freunde unseres Blattes ein, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern und den Abonnementsbetrag in den nächsten Tagen an uns einzusenden. Von der Ueberzeugung durchdrungen, dass in den gefahrvollen Zeiten, die das Judenthum gegenwärtig zu bestehen hat, die innere Kräftigung und Organisation die beste Abwehr sei, waren wir jederzeit bestrebt, in der von uns herausgegebenen Wochenschrift „Die Wahrheit“ jüdisches beben in allen seinen Erscheinungen zu pflegen und zu fördern und nach aussen hin in vornehmer, würdevoller, aber nicht minder entschiedener Weise die Interessen des Judenthums zu vertreten. Dadurch sei dem Einzelnen wie der Gesammtheit das verlässlichste Mittel an die Jiand gegeben, den Kampf gegen unsere Feinde erfolgreich zu bestehen. Dieses Programm hat „D i e W ahrheit“ mitünterstützung hervorragenderMitarbeiter bisher erfolgreich vertreten, und um dasselbe auch fernerhin durchführen zu können, richten wir an unsere beser cne Bitte, unser Blatt in allen Kreisen, die Jierz und Sinn für das Judenthum haben, zu verbreiten. ^bbonnementspreis: halbjähr. 6 j<F0rien — viepteljähr. Z jCronen. Um unseren besern ein möglichst umfassendes Bild des jüdischen Gemeinde- und Vereinslebens zu bieten, sind wir gerne bereit, über alle Vorfälle in den jüdischen Cültusgemeinden und Vereinen Bericht zu erstatten und ersuchen um gefällige Einsendung diesbezüglicher Berichte. Die Redaction. Aufruf. Der Durchzug rumänischer Juden durch Wien hält an. In den letzten Tagen nahm er besonders große Dimensionen an. In den letzten vier Wochen (bis zum 27. Juni) beförderte die „Israelitische Allianz zu Wien" mehr als 800 solcher Auswanderer, von denen die meisten auf ihren Pässen den Vermerk haben, dass die Inhaber heimatlos geworden sind. Wegen der bedeutenden Mittel, welche zur Wetterführung der Hilfsaction erforderlich sind, hat sich die „Israelitische Allianz" an die Cnltusgemeinden in Oesterreich-Ungarn gewendet, damit sie zu Gunsten der Unglücklichen ehebald Sammlungen veranstalten mögen. Spenden übernimmt das Bureau der „Israelitischen Allianz", Wie n, I., Weihburgga s s e 10. Möge jeder nach besten Kräften zu dem Hilfswerke des Judenthums beitragen. Auch die kleinste Gabe kann Thränen und unsägliches Leid lindern helfen.! Rumänische Auswanderer in Vien. j Nicht mehr Zeitungsberichte bedarf es, um das rumänische | Judenelend in den düstersten Farben zu illustriren, mit eigenen; Augen können wir den unsäglichen Jammer schauen, welchem die j aus ihrem „Vaterlande" vertriebenen armen rumänischen Juden; ausgesetzt sind. Tagtäglich treffen neue Trupps von Flüchtigen i in Wien, und da die Geldmittel der von der „Israelitischen! Allianz" eingeleiteteu Hilfsaction zu knapv find, um die Aus-! Wanderer rasch weiter zu befördern, haben sie sich unten in der j Donausladl ein freies Lager ausgeschlagen. Gin seltener, herz- I zerreißender Anblick. Ein Berichterstatter der „Neuen Freien j Presse" schildert denselben in folgender Weise: j Ein eigenartiges Bild bietet sich in den letzten Woche»» j beinahe alltäglich am Handelsqnai nächst der Reichsbrücke dern Beschauer dar. Rumänische Auswanderer, arme verzweifelte Juden, die sich auf der weiten Reise nach Amerika besinden, divonakiren dort tagsüber im Freien. Wie ein verschüchtertes Rudel Schafe habeit sie sich aneinander gedrängt. Es hat den Anschein