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Die Wahrheit · 1900-03-10 · Heft 9 (10.3.1900) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 9 (10.3.1900)
Date
1900-03-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SB DieWahvHsit Wien, II/1. Novaragasse 27. I! Ä. kvsterr. Postsparcassa Check-Conto Nr. 846.25t. Lnsirat«: 20 Heller per Noupareille-Zeile. Abonnements- und Jnsertions» betrüge sind in Wien zahlbar. ^abhängige Heitschnft für Wsche Interessen. Erscheint jeden achten Tag. Moiia: „Das Siegel Gottes ist MaKrbeit JfajugspteU: Ganzjährig Halbjährig St. 12.— Für Cultusbeamte: :! Äairzjäbrig .... K. 10.— '! Für Ausland: ij Ganzjährig .... 12 Mark;| 6 Rubel oder iS ^rcs.! Ar. 9. Wien, 1V. Mär; 1900. Inhalt r Die Lchäclitfrage. — Zur Cultussteuerpflicht. — Die neueste Erfindung des „Deutschen VolksblatteS" über Volna. — Zur jüdischen Cultursrage. — Litteratnr. — Feuilleton: Heimweh. — Organisiren wir uns. — Verschiedene Nachrichten. — Feuilleton: Der Nihilist. Wir ersuchen um Einsendung der rück ständigen Abonnementsbeträge. Ire Administration. Die Lchächtfrage. Kritische Beleuchtung des in der Sitzung der Vercinsleitung des Wiener : Thierschutzvereines am 9. December 1899 vorgetragenen und angenommenen Referates des Magistrats-Vicedirector Mv ritz Preyer. Von Herm. Berliner. (Fortsetzung.) So ein klein Wenig sickert bei Herrn P r e y e r der Antisemitismus aber denn doch durch. Er bemerkt nämlich (S. 19): „Es kann nicht geleugnet werden, dass durch diese Thatsache — nämlich, dass die Juden nur einviertel des Rindes essen, während das Uebrige „den Christen und sonstigen Glaubensgenossen" ymt Genüsse geboten (!!) wird — durch diese Thatsache, sagt das Referat, werden die Gefühle Tausender t i e s v e r l e tzt, zumal die Schächter ihr Handwerk oft in den unreinlichsten Kleidern verrichten." Was Herr Preyer da sagte, mag von der ä n st e r e n Person einzelner Schächter vielleicht gelteil. Ob aber die christlichen Metzgerbnrschen gerade immer beu Typus der minutiösesten Reinlichkeit darstellen-? Herr Preyer beweist ja in seinen Schlussthesen selbst, wie er über diesen Punkt denkt. Was aber die moralische O n a l i s i c a t i o n der jüdischen Schächter anbelangt, so steheil dieselben d u r chgehends so himmelhoch'über einem gewöhnlicheil Metzgerburschen, dass es Jene beleidigen hieße, wollten wir einen Vergleich auch nur wagen. E s in u s s H e r r ii Preye r bekannt sein, dass der a l l e r g e r i n g st e m o r alische D e s e c t einen Schächter untauglich für sein Amt macht. Wenn Herr Preyer dennoch von einer . „moralischen Zurücksetzung der christlichen Bevölkerung durch - das Essen geschachteten Fleisches" spricht, so macht er sich mit dieser Behauptung einfach lächerlich. Es ist ja sehr bedauerlich, dass der Herr Magistrats- Vice-Director durch die oberbehördlkche Entscheidung in eine — wie er sagt — Zwangslage gebracht ist. Dann muss er aber umsomehr die moralische Stärke besitzen, den Zwang i mit Würde zu tragen und nicht — gegemheilig. Was soll man z. B. davon sagen, wenn Herr Preyer am Schlüsse seiner „Beweisführung" mir Emphase ausrust: „Wenn einmal die Barbarei, mit welcher Millionen von „Thieren grausam hingemordei werden, beseiligt sein wird, daun „wird man sich wundem, dass ein solcher widersinnig er „Gebrauch so lauge sortbesteheu und geduldet werden „konnte"!? So etwas wagt Herr Preyer von der religio n s g e s e tz l i ch e il Bestimmung einer Eouiession zu sagen, aus der der Stifter des Christeuthums hervorgegangeu; einer Religion, die ein 3500 Jahre altes Moral- und Sittengesetz ihr Eigen nennt, das heute noch einen Ehrenplatz neben jeder zeitgenössischen Gesetzgebnn g eiilnehmen kann! In einer Zeit der Ritualmord'Anschuldigung darr man sich allerdings über Nichts mehr wlliidern Wir haben es bis jetzt vermieden, bei unserer Darlegung die Stimmen jüdischer Sachverständiger herauznzieben. Wir rvürdeu uns aber einer Unterlassung schuldig machen, wollten wir nichc wenigstens einen Mann citierea, dessen Unheil sogar von einer Seite als maßgebend anerkannt worden, die sonst für die Inden nicht gerade allznreiches Wohlwolleit zu bekunden pflegt. Wir meinen den r n s i i s ch e u H o ' rath und dirigierenden Arzt am Alerander-Krankenhanse in Sr. Petersbfii r g, Medicinalrarh Dr. I. A. D e m b o. In seiner bereits erwähnten Schritt: „Das Schächten im Bergteich mir anderen Schlachtmeihooen" kommt er na b Herzählnng n i ch r jüdischer Autoritäten u tt b den eigenen Unter'nchnngen zu folgendem Schlüße: 1. B o in S t a n d p n n k t e d e s T h i e r s ch n tz e s gibt es keine h n ina n er e S ch l a chr m er h o o e , als die j ü d i s ch e, denn a) sie führt am schnellsten und am sichersten durch Anämie des Gehirns Bewnjst- und Empfindnngstosigkeit herbei «vgl. S. 6 ff.); d) der schnitt mit einem haarscharfen, scharcenloseir Messer ist an sich schmerzlos und trifft am Halse wenig empfindsame Neroensasern (vgl. S. 14). Das Fesseln und Niederlegen der Schlachthiere zum Zwecke des „Schächlens" kann einerseits vermittelst der zahlreich vorbandenen Apparate leicht und völlig schmerzlos bewerkstelligt werden und hat andererseits den hohen Borzlra der Sicherheit für das Schlachrpersonal (vgl. S. 44 ss.l.

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