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Die Wahrheit · 1900-02-23 · Heft 7 (23.2.1900) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 7 (23.2.1900)
Date
1900-02-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 7. Die Wahrheit. Seite 11. nächster Zeit eine Sitzung abzuhalten, in welcher die Frage hiscutirt werden soll, auf welche Weise Ue Einnahmen des Vereines und die Antheilnahme der Berufsgenossen am Vereinsleben gefördert werden könnten. Der Nechnungs-Ausweis des Vereines wird in nächster Nummer dieses Blattes veröffentlicht. Wien. (Jüdisches Musen m.) Der 6. Vortrag im! III. Cyclus, welchen die Gesellschaft für Sammlung und Con-! servirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Juden-! ibums in dieser Saison veranstaltet, wird Sonntag den 25. j Februar, 7 Uhr Abends präcise, im kleinen Musikvereinssaale j stattfinden. Derselbe bringt eine Vorlesung des Vicepräsidenten! dieser Gesellschaft, Herrn Hos-Schauspielers Adolf v. Sonnen-! thal: „Heinrich Heine." „Der Rabbi von Bachrach." — Die j Kartenausgabe erfolgt in der Zeit von Sonntag den 18. bis! Dienstag den 20. Februar d. I. im Bureau: I., Rathhaus-! straße 13. Mit Rücksicht aus die schon jetzt zahlreich eirrgelaustnen! Vormerkungen, werden die P. T. Mitglieder ersucht, ihr Bej zngsrecht zuverlässig innerhalb des bekairntgegebenen Termins! anszuübeir, da spätere Anmeldungen nur nach Maßgabe des! vorhandenen Raumes Berücksichtigung finden könnten. Wien. Sonntag, den II. d. M. fand im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Herrn Ludwig Schiller, Sohn des Herrn L. Schiller, mit Fräulein Elsa Bauer, Tochter des Herrn Salomon Bauer, statt. Die Die Trauungsfunctionen versahen Rabbiner Dr. Schmiedl und erster Kantor M. Blatt. Wien. Freitag, den 16. und Samstag, den 17. Februar, hat Herr Obercantor L ö w y aus Großwardein, Probevorträge am Leopold- Mdter Tempel abgehalten. — Freitag, den 23. Februar, Abends, und Samstag, den 24. Februar, Früh, wird Herr. Bela Guttmann. Obercantor-Stellvertreiec in Budapest, im Leopoldstädter Tempel Probevorträge halten. Beginn des Gottesdienstes Freitag, Abends um 5 Uhr -45 Minuten, und Samstag. Früh um 8 Uhr. Wien. Herr M. Wodak, emer. Cantor und Herausgeber des Werkes .„Hamnazeach", begeht demnächst mit seiner Gattin Marie geb Ornstein, die Feier der silbernen Hochzeit. Herr M. Wodak kann mit Befriedigung aus eine segensreiche Thätigkeit als Cantor zurückblicken. Schon als Kind von 8 Jahren, war er Singerl bei dem berühmten Chasan Schmecke Meirowitsch in Holitsch, seiner Muttergemeinde, wo er zu seiner Barmizwah unter Assistenz des Chasans und der Meschorerim vorbetete. Wodak war später Cantor in Gaja, wo er einen großen jüdischen Gesangsverein gründete, später folgte er einem Ruie der Gemeinde Göding, wo er volle 18 Jahre als Cantor und Religionslehrer wirkte und große Achtung genoß. Seit mehreren Jahren lebt W. hier und arbeitet an der Fertigstellung seines Werkes „Hamnazeach", welches den ganzen Jahresgottesdienst umfasst und von hervorragenden Fachgenossen als -äußerst nützliches Werk, namentlich für Canior-Eleven, bezeichnet wurde. Wien. Sonntag, den 25. d. M. findet die III. ordentliche Generalversammlung des humanitären Vereines Tiferes- Bachurim im Clnblocale „Cafe Adria" II. Leopoldsgasse Nr. 23 um 6 Uhr Abends statt. Gäste herzlichst willkommen. . Wien. (E i n z e l v e r e i n „W i e n" des „Z i o n"). Dienstag, den 27. d. M. Abends 8 Uhr findet im Restaurant G u th eine öffentliche Vereinsversammlung statt, an der Herr Architect Marmor ek über das Thema : „Die Wahlreform in der israelitischen Cultusgemeinde Wien" referieren wird. Alle Cultuswähler und die es werden wollen, sind ebenso freundlichst wie dringend eingeladen zahlreich zu erscheinen. Der Agilationsausschuß. Austerlitz. Da Herr Rabbiner Dr. Heinrich Weiß sein Amt als Rabbiner für Neuraußnitz, Austerlitz und Butschowitz niedergelegt hat, wurde für die Dauer der Vacanz Herr Rabbiner Josef Steif, Rabbinats-Assessor in Brünn, zum Rabbiner- Substituten ernannt. — Vor Kurzem fand hier die Wahl in die Chewra Kadischa statt, bei welcher die Herren Josei Eisler. Samuel Kollek, Eduard Koritschan, Siegmund Bachrich, Bernhard Jarolim, Ignatz Krampflitschek, Arnold Kapperl und Julius Fürst wiedergewählt wurden. Steyr. Am 31. v. M. halb 40 Uhr Nachts starb in Steyr Herr .Dr. Adam Gans im 76. Lebensjahre. Dr. Adam Gans war im Oktober 1824 in Hermannschlag in Böhmen als Sohn armer Eltern geboren. Vom Jahre 1837 bis 1845 besuchte er das Gymnasium in Wien, dann durch 4 Jahre die Universität daselbst. Im Jahre 1848 war er Führer der zweiten Studentenlegion in Wien und stand an der Seite von Spitzer, Blum und Fischhof. Im Jahre 1854 wurde er zum Doctor der Medicin promoviert. Von dort kam Dr. Gans als Hausarzt zur Gräfin Draschkowitz in Pisfak bei Agram und bekleidete diese Stelle durch volle zwei Jahre. Dann wurde er Oberarzt im Haller Husarenregimente und diente in Verona unter Radetzky. Dort hatte er als Arzt die Cholera-Epidemie mitgemacht. Im Jahre 1858 ließ er sich in Steyr als Arzt nieder. Seine ärztliche Kunst und sein humanes und leutseliges Benehmen verschaffte ihm bald eine große Praxis. Als die Waffenfabriks-Krankencaffe ins Leben trat, wurde er zum Vereinsarzt dieser Casse bestellt. Im Jahre 1875 gieng diese Krankencasfe an die Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Unterstützungscaffe über, welche Dr. Gans wieder als ihren Vereinsarzt bestellte. Diese Stelle bekleidete Dr Gans bis zum April 1898, wo er infolge seines sehr hohen Alters sich ins Privatleben zurückzog und seine ärztliche Praxis seinem Sohne Dr. Siegmund Gans übergab. Im Jahre 1860 verehelicyte er sich mit seiner Gattin Therese, geborene Jolesch, mit welcher er bis zu seinem Tode in glücklichster Ehe lebte. Aus dieser Ehe stammten 5 Kinder, 3 Söhne und 2 Töchter. Das heute um 2 Uhr Nachmittags vom Hause, Kirchengasse Nr. 16, aus stattgehabte Leichenbegängnis gab Zeugnis, welch großer Beliebtheit sich der Verblichene hier erfreute. Unter den Trauergüsten befand sich Bürgermeister Johann Redl mit mehreren Gemeinderäthen, Beamte aller Aemter und Behörden, fast sämmtliche Med.-Doctoren der Stadt, der gesammte Ausschuß der Allgemeinen Arbeiterkrankencaffe. die Vorstehung der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde und eine unübersehbare Menge aus allen Ständen der Stadt. Am Grabe hob der Rabbiner Heinrich Schön, welcher den Leichenconduet führte, in vortrefflicher Weise die großen Verdienste und das menschenfreundliche Wirken des Verblichenen hervor. Wrag. Im Alter von 88 Jahren verschied hier am 17. Februar die Rabbinerswitwe Frau Barbara B o n d y, Mutter des Tempelbeamten Herrn I. Leopold Bondy. Die Greisin hatte sich bis in die letzten Tage ihre geistige Frische bewahrt und erfreute sich wegen ihrer Herzensgüte allgemeiner Beliebtheit. I»rag. Unter zahlreicher Betheiligung fand Dienstag, den 13. d., das Leichenbegängnis des Frl. Sofie L ö w i, Schwester des Redactionsmitgltedes des „Prager Tagblatt", Herrn Leopold Löwi, statt. Die Trauerfunction versah Cantor Friedländer. Hber-Herellive. Mit Erlass der Statthalterei wurde Herrn Siegfried G r ü n b e r g e r in Ober-Cerekwe die Rabinats-Dispens für Böhmen ertheilt. Stuttgart. Heinrich Sonthei m, der berühmte Stuttgarter Tenorist, von dein wir berichteten, dass er am zweitletzten Samstag das 80. Geburtsfest feierte, trat an diesem Tage im Stuttgarter Hoftheater auf und wurde in großartiger Weise gefeiert. Mühelos, mit frischer, klarer Stimme und prächtigem Vortrag sang der achtzigjährige Meister in der Gesellschaftsscene im „Verschwender" drei Lieder. Das Publicum und das Hoftheater - Personal bereiteten ihm stürmische Huldigungen. Aus der ganzen Theaterwelt, auch aus Wien und Prag giengen ihm Glückwünsche zu. Sacanzen. Orden bürg (orthod. Gemeinde). Die Stelle eines pn, Schochet zu besetzen. Gehalt 1600 Kronen, Vr Schechita und Nebenkommen. Gesuche bis 15. März an Edmund Klaber, Cultus-Vorstand. — Luze (Böhmen). Die Stelle des Cantor, Religionslehrer, Matrikenführer, Secretär, Gehalt 1000 Kr., freie Wohnung. Das Nebeneinkommen erreicht die Höhe des Gehaltes. Reflectanten müssen der deutschen und böhmischen Sprache vollkommen mächtig sein. Gesuche bis 31. März einzusenden. - Zürich. Erste Cantorstelle neu zu besetzen. Bewerber, welche mit Orgel und gemischten Chor vorzubeten verstehen, wollen Offerte mit Gehaltsansprüchen nebst Zeugnisabschriften an Präsidenten Rechtsanwalt Dr. H. Guggenheim einsenden. — S ch u b i n (Provinz Posen). Cantor und Schochet. Gehalt 1500 M. Nebeneinkommen 200 M. Bis 1. Juli zu besetzen. Anmeldungen an Synag.-Vorst.

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